Stif Blog - mein experimentelles Kurzschriftsystem

20.09.2021 :: Kürzel TOP100

Hier weitere Kürzel der TOP100 Wörter und einiger Vorsilben.

Eselsbrücken:

  • aber - a+er (er = Schrägstrich siehe weiter unten.
  • ander - Kontextkürzel c+r - r = letzter Konsonant. Durch Kontextkürzel vollwertiges Zeichen, was sich links und rechts koppeln bzw. in Wörter einbauen lässt. Wichtig z.B. für "mitein-ander" oder "andererseits".
  • also - al+o
  • bei - Soll ein vollwertiges Zeichen sein, beidseitig koppelbar. Wird wie eine "9" geschrieben, das klappt auch mit einem Aufstrich davor ganz gut, der dann oberhalb der 9 endet. Wirkt wie ein umgedrehtes "b" aus der Langschrift, hat aber auch was vom "b" von Stif.
  • beiden - bei + n. Für beider kann man bei + r verwenden
  • bis - is. Einfach das b weggelassen, wobei der Aufstrich ein wenig wie ein b wirkt. Auch die ganze Form wirkt wie ein umgedrehtes b der Langschrift.
  • da - ein hochgestelltes d. Ist damit nicht koppelbar. Kann trotzdem durch Engschreibung mit anderen Wörtern zusammengefasst werden, z.B. da-mit
  • dann - ein "da" + n. Beides hochgesetzt.
  • denen - den + Flexmod en - etwas umständlich, aber dafür systematisch, gut lernbar und man spart sich neue Kürzelzeichen. Vielleicht kürze ich das zukünftig weiter. Gilte auch fü die anderen folgenden Varianten.
  • deren - der + Flexmod en
  • derer - der + Flexmod er
  • dessen - des + Flexmod en
  • denn - wo den ein n hat, hat denn ein nn
  • doch - langer Bogen unterhalb der Grundlininie, symbolisiert das lange o. Unterhalb der Grundlinie, weil bei Stiefo das "o" nach unten geht.
  • durch - langer Bogen auf der Grundlinie, symbolisiert das lange u. Auf der Grundlinie, weil bei Stiefo das "u" auf gleicher Ebene bleibt.
  • er - Schrägstrich 30-45 Grad. Damit klar vom t zu unterscheiden. Steht ein "er" am Wortanfang, steht der Aufstrich für "e" und "er" gleichzeitig. Phonetisch liegt das nahe beieinander, so macht das auch Stiefo.
  • erst - er + st bzw. Aufstrich + st
  • gegen - g+g eng aneinander geschrieben, so dass der Verbinder fast senkrecht steht. gg ist naheliegend und wird auch z.B. in DEK so gemacht.
  • in - ungekürzt
  • ihn - für die Dehnung ein "e" eingefügt, also ien
  • ihm - iem
  • ihr - ier
  • ihnen - iene
  • inter - flach laufender langer Strich. Je nach Zeichen, was folgt, etwas anders im Winkel. Rechtslaufende Punktschlinge am Anfang.
  • interessiert - inter+r
  • interessant - inter+nt
  • interesse - inter+s
  • internet - inter+t
  • intern - inter+n
  • intervall - inter+w (man spricht ja interwall)
  • ver- - Vorsilbe, die nur rechts gekoppelt werden kann. Ein Bogen wie ein "v"
  • zer- - Vorsilbe. Punktschweif genau anders herum als ver-. Sollte eigentlich etwas flacher sein, um es klar vom "n" zu unterscheiden.
  • wen - wn - nur e gekürzt. Ähnlich wie den (n), nur w davor.
  • wenn - wnn - nur e gekürzt. Ähnlich wie denn (nn), nur mit w davor.

18.09.2021 :: Mitlautverdoppelungen

Stiefo kennt keine Mitlautverdoppelungen, sie werden einfach weggelassen. In vielen Situationen geht das auch gut, man kann Wörter auch so lesen. Allerdings erschwert es definitiv die Lesbarkeit bei zahlreichen Wörtern, die sich dann nur noch aus dem Kontext erschließen. Beispiel: "fehlen vs. fällen" oder "stehlen vs stellen". Hier zeigt sich, dass es auch die Kombination ist, dass auch Dehnungszeichen nicht geschrieben werden.

Interessant ist, dass in DEK Steno die Mitlautverdoppelung "ll", "rr" und "ss" ausgeschrieben wird. Warum das, wo doch DEK auch so auf Kürze getrimmt ist? Vermutlich genau deshalb, weil gerade diese Mitlautverdoppelungen für eine schnelle Deutung des Wortes sehr wichtig sind.

Hier hat Stiefo also deutlich mehr gekürzt, also die DEK, was auf die Lesbarkeit geht. Bisher hatte ich mich da konzeptionell an Stiefo orientiert, frage mich jetzt aber, ob man hier nicht für mehr Lesbarkeit sorgen sollte.

17.09.2021 :: In Gedanken schreiben üben

Wenn man nach ein paar Tagen Übung sich in die Schrift eingefunden hat, kann man sehr gut in Gedanken üben. Man hört ein Wort im Alltag und schreibt es auf der inneren Leinwand. Ich glaube, die Fähigkeit dieser inneren Vorstellung ist sehr unterschiedlich angelegt. Menschen, die eher bildlich veranlagt sind, den gelingt das vermutlich besser. Bei mir klappt es zumindest ganz gut, dass ich mir geistig vorstelle, wie ich ein Wort schreibe. Und ich bin fest überzeugt, dass das einen großen Übungseffekt hat.

12.09.2021 :: Kürzel für TOP100 Verben

Es gibt einige Verben in den TOP100 Wörtern. Es sind gar nicht so viele, aber diese werden sehr häufig verwendet. Eine große Schwierigkeit ist, dass Verben veränderlich sind, also konjugiert werden können. Man bräuchte für jede Form ein eigenes Kürzel. Beim Wort "sein" hab ich das auch für die wichtigsten Formen auch gemacht, weil sich hier der Stamm stark verändert.

Bei allen anderen Wörtern nutze ich die Idee des Flexionsmodifikators, wie im Eintrag vom 11.09.2021 hier beschrieben. Wie das mit dem Flexionsmodifikator aussieht, hab ich bei einigen Wörtern geschrieben (werden, wurde, würde und haben, hatte, hätte, gehabt). Alle anderen Wörter verhalten sich genauso.

Einige Kürzel habe ich direkt aus Stiefo übernommen, damit der Umstieg nicht so schwer fällt. Das mache ich immer, wenn es sich anbietet und nichts dagegen spricht.

Eselsbrücken:

  • werden - W = erster Buchstabe
  • haben - h = erster Buchstabe
  • sein - ungekürzt, durch Sonderbuchstabe "ein" sehr kurz.
  • ist - war bereits definiert
  • sind - Buchstabe "nd" tiefgestellt, wie in Stiefo. Was nach unten rutscht, enthält oft ein "i" oder "o" (Stiefo Konvention)
  • bin/bist - wie ist, aber hochgestellt.
  • war - wie ein halbhohes "w". Was nach oben rutscht, enthält oft ein "a".
  • wäre - war + Flexions-Modifikator für Konjunktiv2
  • gewesen - war + Flex-Mod für "ge-"
  • können - k = erster Buchstabe
  • müssen - m tiefgestellt, wie erster Buchstabe
  • sollen - l tiefgestellt, wie mittlere Buchstaben
  • wollen - w tiefgestellt, wie erster Buchstabe
  • machen - ch tiefgestellt
  • lassen - l = erster Buchstabe
  • kommen - k tiefgestellt, wie erster Buchstabe
  • möchten - cht tiefgestellt, wie mittlere Buchstaben
  • dürfen - ü, wie zweiter Buchstabe

Genaugenommen schreibt man z.B. für "muss/musst" das Kürzel für "müssen". Wenn man die Mehrzahl meint, hängt man den passenden FlexMod an. Kann man aber evtl. auch weglassen, wenn es sich aus dem Satz ergibt. Bei allen anderen flektierbaren Wörtern gilt das Selbe.

Das bleibt alles erstmal ein sehr experimenteller Entwurf. Ob sich das mit dem Flexionsmodifikator bewährt, muss ich praktisch herausfinden.

Nachtrag 17.09.2021: Wäre und Wären sind so wichtige Wörter, dass man hier die Idee mit dem Flexionsmodifikator noch optimieren kann. Hierfür schreibt man an das hochgesetzte halbhohe Zeichen gleich die Modifikation hinten mit an.

Nach dieser Idee könnte man bei vielen zentralen Verben genauso verfahren.

11.09.2021 :: Konjugation von Verben - Flexionsmodifikator

Interessant ist die Frage, wie stark man sich bei einer Kurzschrift systematisch in die Grammatik einmischt. Man könnte sich weitgehend aus dieser Ebene der Sprache heraushalten, in dem man einfach die Wörter so schreibt, wie man sie spricht. In der Grundschrift ist das auch noch recht naheliegend.

Wenn man mit der Aufbauschrift anfängt, Kürzel für Wörter zu bilden, kommt man schnell in Bedrängnis. Legt man z.B. ein Kürzel für "haben" an, hat man noch keins für "hast" oder "habe". Hier kann man sich behelfen und z.B. sagen: "Das Kürzel 'h' steht für hab, habe, haben." Bei ich/du/er klappt das noch gut. Einen Satz wie "Du haben ein Kuchen gekauft." kann man noch gut lesen bzw. es erschließt sich, dass das "du hast" heißen muss. Beim "sie" wird es schon schwieriger, weil es sowohl "Sie hat einen Kuchen gekauft." wie auch die Mehrzahl "Sie haben einen Kuchen gekauft." gibt. Hier hat man also schon das erste Problem, wo man streng genommen 2 Kürzel bräuchte, eins für die Einzahl und eins für die Mehrzahl.

Eine Idee dabei ist, sich mit kleinen Modifikationen am Kürzel zu behelfen. Eine Modifikation für die Mehrzahl würde also helfen. Leider ist es schwierig, einen einheitlichen Modifikator für Mehrzahl zu haben, der bei allen Kürzeln genutzt werden kann. Es gibt ja z.B. Kürzelzeichen, die hoch- oder tiefgestellt sind. Und so hat man schnell einen Wildwuchs - jedes Kürzel nutzt dann eigene Modifikatoren. Der Lernaufwand wird groß und die Möglichkeit für Modifikatoren sind auch begrenzt.

Nun kommen auch noch die Vergangenheit und andere Zeitformen hinzu. Wenn ich ein Kürzel für "haben" habe, brauche ich auch eins für "hatte" und die Mehrzahl "hatten". Und dann gibts auch noch zahlreiche andere Zeitformen. Die wichtigsten Varianten wären noch "gehabt" und "hätte".

So kommt man dann schnell für jedes Verb, was man kürzen will, auf 6 oder mehr Varianten, für die man entweder eigene Kürzel hat oder Modifikatoren braucht.

In Stiefo gibt es durchaus für Varianten eines Wortes unterschiedliche Kürzel. Nehmen wir das Wort "sein". Die Variante "ist", "bin", "war" haben jeweils völlig andere Kürzel. Das zeigt, dass Stiefo hier nicht auf die grammatikalische Verbundenheit schaut, sondern diese Wörter wie voneinander getrennt bzw. unabhängig behandelt. Man hält sich sozusagen aus der Grammatik an dieser Stelle ganz raus.

Wäre der Raum für Kürzel beliebig groß, kann man durchaus so verfahren. Aber gerade von den sehr kurzen Kürzeln (z.B. ein Buchstabe) gibt es nur sehr wenige. Trotzdem lohnt es sich in der Regel, bei sehr häufig verwendeten Wörtern für zahlreiche Varianten separate Kürzel anzulegen. Gerade auch bei dem unregelmäßigen Wort "sein", wo sich der Wortstamm völlig ändert.

Ein Ansatz, der die grammatikalische Zusammengehörigkeit nutzt, ist ein Flexions-Modifikator. Dieser Ansatz ist sehr mächtig, weil er auf alle Verben übertragbar ist, später auch auf andere flektierbare Wörter. Man muss sich also nicht bei jedem Kürzel neue Gedanken über alle Varianten machen. Man braucht nur noch eine Stamm-Variante zu definieren und der Rest wird immer gleichartig über dieses System konjugiert.

Wir brauchen nicht die ganze Konjugation abzudecken, weil zahlreiche Varianten ähnlich gebildet werden bzw. sich auch dann noch erschließen, wenn man dafür keinen speziellen Hinweis findet. Beispiel "gefahren". Hier braucht es kein Wissen darüber, dass nach dem Stamm "fahr" die Endung "en" folgt. Das ist immer so, ergibt sich also von selbst. Der Satz "Ich bin Auto gefahr" erschließt sich, die Endung braucht es nicht. Nebenher: "ge" kann man in späteren Optimierungsphasen ganz weglassen, weil auch das sich erschließt. Aber soweit will ich hier noch nicht gehen.

Das Konzept basiert erstmal darauf, dass wir dem "t" und dem "g" eine Sonderbedeutung geben. Steht das "g" getrennt im Text, heißt das immer, dass es die Vorsilbe "ge" ist. Steht ein "t" mit diversen Modifikationen im Text, bezieht es sich auf das Wort davor. Es konjugiert dieses davorstehende Verb.

Diese beiden Zeichen mit ihren Varianten nenne ich Flexions-Modifikatoren.

Im Präsens Einzahl brauchen wir keinen Modifikator. Nehmen wir an, "h" ist das Kürzel für "hab", so können wir damit schreiben "Ich h eingekauft" oder auch "Sie h eingekauft." Man kann selber ergänzen, dass es in einem Fall "habe" und im zweiten Fall "hat" heißt. In der Mehrzahl hängen wir den Modifikator "tn" an.

Für Präteritum geht dem "t" folgend ein Schrägstrich nach unten. Für die Mehrzahl hängen wir ein "n" an. Für die Möglichkeitsform Konjunktiv2 gehts nach oben, für die Mehrzahl auch mit angehängtem n. Und für das sehr selten genutzte Partizip Präsens wird ein "tnd" oder "tndn" verwendet (z.B. fliegender Vogel oder fliegenden Vögel).

Ein- und Mehrzahl ergeben sich oft auch implizit. Aber manchmal steht das Wort, wodurch es sich ergibt, später im Satz. Damit würde das Lesen erschwert, weshalb es günstig ist, schon am Verb die Einzahl oder Mehrzahl zu erkennen.

Mit dem Wort haben hab ich dann mal alles durchgespielt.

Das mal als erste Idee. Ob das wirklich schon rund ist und funktionieren würde, weiß ich noch nicht. Es ist auch die Frage, wie sehr einen diese Gedankenarbeit während des Schreibens belastet und ob das beim Lesen auch gut funktioniert. Man kann also nicht mehr nur stumpf Wörter schreiben, sondern muss sich während des Schreibens grammatikalischer Regeln bewusst sein und z.B. erkennen, was Vergangenheit, was Konjunktiv2 usw. ist. Vielleicht geht das irgendwann automatisch. Vielleicht ist es aber auch eine zu hohe Belastung.

Man könnte sich natürlich auch darauf beschränken, dieses System nur für einige wichtige Wörter zu verwenden. Wenn man z.B. für die 30 wichtigsten Verben dieses System nutzen würde, würde sich das auch schnell einprägen. Und damit wäre schon viel gewonnen. Es erleichtert auch ungemein die Entwicklung von Verb-Kürzeln.

Interessant ist das System auch, wenn Nutzer der Schrift später eigene Kürzel einführen. Sie brauchen sich keine Gedanken über die Konjugation zu machen, weil schon ein System existiert, was sie einfach nutzen können.

Neben der Konjugation der Verben gibt es zahlreiche weitere Wort-Flexionen, für die man das System noch erweitern könnte.

Bisher kenne ich keine Stenografie, die auf dieser Ebene die Grammatik mit einbezieht. Obs einfach noch niemand probiert hat? Oder ist es zum Scheitern verurteilt?

Nachtrag 12.09.2021: Es braucht noch einen Modifikator für die Form, die vor allem im Imperativ sonst nicht eindeutig wäre. Es ist die Unterscheidung für "Lass es bleiben." und "Lasst es bleiben." Weil diese Mehrzahl in der Regel durch ein "t" gebildet wird, bietet sich der Modifikator t+t an. Im Präsenz gibt es das auch, z.B. "Ihr lasst das Auto stehen." Über das Pronomen weiß man aber bescheid, so dass ein "Ihr l das Auto stehen."

Nachtrag 20.09.2021: Modifikator für Endung "er" mit t+r. Wird gebraucht z.B. für der-er.

06.09.2021 :: MeineKurzschrift von Matthias Stumm

Im Corona-Herbst 2020 hatten Matthias und ich einen intensiven Austausch über Stio und Stiefo. Ein paar neue Design-Ideen inspirierten mich damals, Stio nochmal neu zu denken und daraus das neue System Stif zu machen. Matthias war von den Grundideen von Stif begeistert, war sozusagen vom Kurzschrift-Virus infiziert.

Angeregt davon hat Matthias dann in mühevoller Fleißarbeit sein eigenes Kurzschriftsystem entwickelt. Es ähnelt in der Grundschrift Stif, führt aber zahlreiche weitere Zeichen in der Aufbauschrift ein. Das komplette Kürzelsystem in der Aufbauschrift ist unabhängig von mir entstanden, weil ich zu dieser Zeit noch gar nicht soweit war, ein Kürzelsystem zu entwickeln. Das passiert jetzt erst Stück für Stück.

Matthias hat sein System hier veröffentlicht:

05.09.2021 :: Top 100 Kürzel Teil 1

Hier die ersten Kürzel der wichtigstens Wörter für Stif. Das ist ein erster Definitionsschritt. Daran kann sich noch etwas ändern.

Ist etwas ein isoliertes Wort, wird es hier nur als Wort aufgeführt. Ist etwas links oder rechts koppelbar, kann es also Teil eines anderen Wortes sein, wird dies durch Bindestriche davor und/oder danach angegeben. Das Wort "auf" kann also auch Silbe in einem anderen Wort sein und weil es ein vollwertiges Zeichen ist, kann es auch problemlos überall eingebaut werden (z.B. darauf, aufhalten, beauftragen). Solche Silbenkürzel sind sehr viel Wert, weil sie viele Wörter kürzen.

  • als - wie Stiefo
  • auch - wie Stiefo
  • -auf- - Bogen wie ein Berg, schöne Assoziation
  • -aus- - schnelles vollwertiges Zeichen
  • das - s (wie letzter Buchstabe) hochgestellt
  • dem - m (letzter Buchstabe)
  • den - n (letzter Buchstabe)
  • der - r (letzter Buchstabe)
  • die - ungekürzt, weil so schon sehr kurz.
  • des - s (letzter Buchstabe)
  • -ein- - häufig aufkommende Silbe. Ein "t", was 1/2 nach unten verlängert wurde. Wirkt wie eine "1", Eselsbrücke
  • für - wie Stiefo, Punktschweif rechts unter Grundlinie
  • ist - halbohe "1" unter Grundlinie
  • man - n halbe Stufe hoch (n=letzter Buchstabe)
  • mit- - eine halbhohe "1" wie bei "ist", aber auf Grundlinie. Rechts koppelbar, wie z.B. bei Mitgefühl, mitnehmen, miteinander.
  • -nach- - vollwertiges Kontextzeichen, was sich schnell schreiben lässt und koppelbar bds. Verwendung von "n" wie erstes Zeichen.
  • nicht - logisches Nicht-Symbol
  • nichts - logisches Nicht-Symbol unter Grundlinie (Mod von nicht)
  • oder - logisches Oder-Zeichen (Eselsbrücke: oben offen)
  • sich - s unter Grundlinie (erster Buchstabe)
  • und - logisches Und-Zeichen (Eselsbrücke: unten offen)
  • von - Buchstabe f
  • vom - Kombination fm (Mod von)
  • davon - Kombination df (mod von)
  • -vor- - 1,5 hohes f als neuer Buchstabe, damit voll koppelbar
  • -zu- - 1,5 hohes z als neuer Buchstabe, damit voll koppelbar

Zahlreiche Wörter aus den Top 50 brauchen nicht gekürzt zu werden, weil sie ungekürzt schon schreibschnell genug sind. Das betrifft:

  • an
  • bei (wird evtl. noch gekürzt)
  • dies
  • er
  • es
  • ich
  • im
  • in
  • sie
  • so
  • wie
  • -ge-
  • -be-

02.09.2021 :: Idee Kontextkürzel

Wie entwickelt man Kürzel? In vielen Stenosystemen werden für Kürzel neue graphische Zeichen entwickelt. Also eine Form, die sich vom Alphabet und von anderen Formen soweit unterscheidet, dass man sie klar als etwas Eigenes erkennen kann.

In einer Kurrent-Stenografie ist es natürlich das Beste, wenn ein neues Zeichen von beiden Seiten direkt koppelbar ist. Denn ein Kürzel steht selten allein, es gibt Vorsilben, Endsilben oder zusammengesetzte Wörter, in die das Kürzel eingebunden werden muss. Wörter, die wirklich immer unveränderbar sind und alleine stehen, gibt es nur sehr wenige.

Zeichen, die sich rechts und links koppeln lassen, nenne ich hier mal vollwertige Zeichen in Bezug auf das Stenosystem. Es gibt Zeichen, die sich nur links koppeln lassen, die nenne ich linkswertige Zeichen. Zeichen, die sich nur rechts koppeln lassen, rechtswertige Zeichen. Und Zeichen, die sich gar nicht koppeln lassen, nenne ich isolierte Zeichen.

Wenn es hunderte vollwertige Zeichen gäbe, wäre die Sache sehr komfortabel. Dann würde man einfach genügend dieser grafischen Formen erschaffen und denen dann eine Bedeutung zuschreiben.

Leider sind vollwertige Zeichen aber ein sehr knappes Gut. Aus diesem Grund sehen sich viele Zeichen diverser Kurrent-Stenosysteme auch ähnlich. Wobei noch dazu kommt, dass nur schreibschnelle Zeichen auch wirklich Sinn machen. Bleibt man dann auch noch 1,5 stufig, wie ich bei Stif bleiben will, kann man froh sein, wenn man 40-50 solcher Zeichen findet.

Kurzum, so einfach kommt man nicht ans Ziel. Man muss sich den Kopf zerbrechen, wie man an möglichst viele vollwertige Zeichen kommt oder man verwirft den Wunsch, dass alles koppelbar sein muss. Das geht auch, aber wenn man verbunden hält, was verbunden gehört, hat das viele Vorteile.

Deshalb hier nun ein interessantes System, wie man sich auf geschickte Weise einen Raum schafft, in dem viele neue vollwertige Kürzel entstehen, also welche, die man von beiden Seiten koppeln kann.

Als erstes wird ein Kontextzeichen definiert. Es muss ein vollwertiges Zeichen sein, was noch nicht genutzt wird. In unserem Fall habe ich das kleine "c" aus der Normalschrift verwendet, also ein halbhohes Zeichen, was unter der Grundlinie steht.

Die Logik ist jetzt so: Das Kontextzeichen eröffnet einen neuen Kontext. Das nachfolgende Zeichen ist Teil des neuen Kontextes. Es wird damit seiner normalen Bedeutung enthoben und bekommt eine völlig neue Bedeutung. Der neue Kontext endet nach dem Zeichen, ws dem Kontextzeichen folgt.

Damit vervielfache ich sozusagen den Möglichkeitsraum an darstellbaren Kürzeln. Ich opfere ein vollwertiges Zeichen (=Kontextzeichen) und erhalte mindestens 34 neue Zeichen, die ebenso vollwertig sind, weil rechts und links koppelbar. (24 Konsonanten + 10 Vokale =34).

Das erste Beispiel ist das Wort los. Ich wähle den Vokal "o" für das Kürzel. Also c+o = los. Bei "zeitlos" und "loslassen" sieht man, wie man es problemlos koppeln kann. Beim Lesen ist es auch eindeutig. Sobald ich mit den Augen das Kontextzeichen erkenne, weiß ich, dass der folgende Buchstabe eine Sonderbedeutung erhält.

Beim Beispiel "etwa" nutze ich c+t als Kürzel. Hier zeigt sich, dass ich das Kürzel problemlos mit normalen Buchstaben erweitern kann und so das Kürzel für "etwas" entsteht.

Ganz ähnlich ist das bei haben, wo ich c+b verwendet habe.

Bei werden ist es c+w und dann noch ein Experiment, nämlich c+i+w für wird. Mit der bisherigen Vereinbarung ist dies nicht stimmig. Man würde lesen Kürzel c+i mit angehängtem normalen w. Mit einer neuen Definition würde es aber gehen: Nach dem Kontextzeichen kann entweder ein Konsonant folgen oder ein Vokal + ein Konsonant. Der neue Kontext geht also immer bis zum nächsten Konsonant. Damit hätten man dann einen neuen Zeichenraum definiert, der 10 Vokale * 24 Konsonanten = 240 neue Zeichen umfassen würde. Weil auch Kürzel ganz ohne Vokal möglich sind, sind es genau genommen 264 neue Zeichen, die man damit abbilden kann.

Bei diesem abgewandelten Konzept bleiben einem die kurzen Kürzel mit einem Konsonant erhalten, man hat aber zusätzlich die Vokal+Konsonant Kürzel.

Das letzte Beispiel "laufen" bezieht sich wieder auf das erstere Ein-Buchstabenkonzept. Hier ist es dann der Vokal "au", der als Buchstabe genutzt wird. Dargestellt werden 2 verschiedene Endungen.

Das Konzept ist problemlos erweiterbar auf mehrere Kontextzeichen, die jeweils wieder den kompletten Möglichkeitsraum an neuen Zeichen eröffnen. Selbst mit dem jetzigen "c" als Kontextzeichen kann man den Raum verdoppeln, in dem man es einfach auf die Grundlinie schreibt.

Sehr gut ist das Kontextkonzept auch für Kürzel verwendbar, die im eigenen Arbeitskontext gebraucht werden. Man kapselt so seine Kürzel für einen bestimmten beruflichen Kontext sauber vom Rest des Stenosystems und hat so auch nicht mit bösen Überraschungen zu rechnen, wenn irgendwas konzeptionell kollidiert.

Es wäre auch möglich, bei bestimmten Kontextzeichen ein erweitertes Konzept zu verfolgen, zum Beispiel das der Kontextraum immer 3 Buchstaben umfasst. Gerade bei Kürzeln im eigenen Arbeitsbereich könnte das helfen, sich die Kürzel besser einzuprägen. Hier braucht es den richtigen Kompromiss zwischen Schreibschnelligkeit, einfacher Erlernbarkeit und Kontextraumgröße.

Der gesamte Möglichkeitsraum, der sich damit eröffnet, reicht auf jeden Fall aus, um alle Kürzel aufzunehmen, mit denen man arbeiten wird. In der Regel werden die meisten Nutzer nur wenige hundert Kürzel verwenden. Und wenn es doch mal eng wird, wird man sicherlich ein neues vollwertiges Zeichen als Kontextzeichen finden.

Was ist der Preis eines solchen Systems? In Stiefo gibt es sehr schreibschnelle Kürzel, z.B. einfach nur ein waagerechter Strich. Die Kürzel mit dem Kontextsystem brauchen mindestens 2 gewöhnliche Zeichen. Das kostet etwas Zeit. Wenn man allerdings für häufig verwendete Wörter ein Kontextzeichen verwendet, was sehr schreibschnell ist, fällt das nur wenig ins Gewicht. Das hier verwendete "c" ist sehr schreibschnell. Gleichzeitig verhindert dieses System ja nicht, dass man für häufig verwendete Wörter sehr schreibschnelle Kürzel verwendet, die keine Kontext-Kürzel sind. Das Kontext-Konzept kann also parallel genutzt werden.

Die oben verwendeten Kürzel waren nur Beispiele, um das Konzept zu verdeutlichen, sie sind noch keine Festlegungen. Falls sich das Konzept bewährt, werde ich zahlreiche Kürzel definieren.

In der Stiefografie findet sich übrigens auch ein System, was man schon als sehr einfaches Kontextsystem verstehen kann. In der Aufbauschrift 1 gib es die dreistufigen Zeichen, also ein Alphabet der einstufigen Konsonanten, welche auf 3 Stufen vergrößert werden. Es sind hier die Konsonanten b, f, h, j, k, l, m, p, w, z, pf, sch, sp, st, ch, cht, nd, ng. Insgesamt 18 Stück. Die halbstufigen Konsonanten werden auch noch so verlängert, dass sie 3stufig werden. An diese Zeichen lassen sich dann Vokale ankoppeln, um den Zeichenvorrat zu erweitern. Damit werden in Stiefo dann Fachbegriffe der jeweiligen Fachrichtung gekürzt.

31.08.2021 :: Zahlenspielerei

Hier nochmal die Idee, Zahlen in Stif zu schreiben. Oben im Bild die Definition, welcher Buchstabe welche Zahl darstellt. Damit man weiß, dass man im Kontext Zahl ist, wird vor eine Zahl ein Apostrop geschrieben. Darunter dann Beispiele vierstelliger Zahlen mit der Umsetzung in Stif.

Eignet sich super als Schnuppereinstieg in Stif. Schult das Schreiben und lesen von Stif-Zeichen.

29.08.2021 :: "e" + "er" am Anfang

Wie auch schon bei Stio, kann "e" oder "er" am Anfang eines Worts vereinfacht werden. Hier wird nur noch ein einfacher Anstrich gemacht. Weil "e" und "er" phonetisch nahe beeinander liegen, ist die Zusammenlegung problemlos möglich. Es ist ja auch ein bewährtes Konzept, was in Stiefo schon so gemacht wurde.

Man schreibt also "Eva" mit Anstrich + "va" und "erst" mit Anstrich + "st".

Dadurch, dass am Wortanfang so keine e-Punktschleife mehr vorkommen kann, kann diese nun für andere Zwecke dort verwendet werden. Ein Beispiel wäre die Nutzung für die Vorsilbe "ver-", wie in Stio umgesetzt.

28.08.2021 :: "e" am Ende

Bei Stiefo wird am Ende ein kurzer Strich gemacht, der etwa 45 Grad nach oben zeigt, wenn am Ende eines Wortes ein "e" steht. Mir ist aufgefallen, dass ein Kringel am Ende eines Wortes etwas ausbremst. Zumal ich bei Stiefo ja gewohnt war, diesen schnelleren Strich zu machen. Ich bin jetzt am Überlegen, ob ich das bei Stif nun auch so mache. Es wäre eine Sonderregel, dass das "e" am Ende eines Wortes durch einen kurzen Schrägstrich ersetzt wird.

Auch bei manch anderen Steno-Systemen wird übrigens so verfahren. Stolze-Schrey (1909) macht es auch so.

27.08.2021 :: Schreiberfahrungen

Die letzten Tage hatte ich immer mal wieder Zeit, das aktuelle Stif-System mit den letzten Änderungen zu schreiben. Die Idee, das "e" über die Grundlinie zu ziehen ist sehr sinnvoll. Weil das "e" sehr häufig vorkommt, erreicht man so eine viel höhere Schreibgeschwindigkeit. Mit der Zeit kann man diesen kleinen Kringel auch sehr schnell schreiben. Er fügt sich in den normalen Fluß direkt ein, also wird immer zum Teil des Übergangs von einem Buchstaben zum nächsten, in der Regel Konsonant - e - Konsonant.

Die kleinen Kringel für ü,ö,ei Modifikation schreiben sich auch recht gut. Sie bleiben immer kurz unter der Grundlinie und unterscheiden sich so klar vom e, was nahezu immer deutlich über der Grundlinie bleibt.

Die Lesbarkeit von Stif ist durch das Schreiben der Vokale deutlich besser geworden gegenüber meinem ersten Versuch Stio.

Der Längenbedarf von Stif ist ohne besondere Kürzungen ähnlich wie eng geschriebene Langschrift. Man sieht aber deutlich die viel einfachere Schreibbewegung, wo sehr viel Schreibbewegung wegoptimiert ist.

27.08.2021 :: Zahlenexperimente

Ich habe etwas experimentiert, auch Zahlen nativ in Stif zu schreiben, anstatt die normalen arabischen Ziffern zu verwenden. Interessant dabei ist, dass man Zahlen in einem Fluß schreiben kann ohne den Stift abzusetzen. Gleichzeitig ist es auch ein wenig Geheimschrift für Zahlen, wenn man solche Spielerein mag. Auch für Kinder können solche Spiele interessant sein, so kann man sie an eine Kurzschrift heranführen.

Wer gerade Stif lernt, hat damit nochmal eine Möglichkeit, 10 Stif-Buchstaben intensiver zu üben, in dem man auch Zahlen damit schreibt.

Bei der Umsetzung habe ich einfach ein paar bisherige Stif-Buchstaben genutzt, die einer Ziffer zugeordnet werden. Bei der Auswahl habe ich mich davon leiten lassen, dass es recht schreibschnelle Buchstaben sind, die nicht zu viel Platz einnehmen und die man untereinander nur wenig verwechseln kann. Bei einigen auch angelehnt am Aussehen der arabischen Ziffern, damit man es sich besser merken kann.

Sobald ich eine Zahl im Text schreiben, setze ich ein Apostroph davor, als Hinweis, dass das folgende Wort eine Zahl ist.

Die Zuordnung Buchstabe Zahl ist:

BuchstabeZifferBemerkung
e0kleiner Kringel wie eine Mini-Null
t1kleiner Strich wie eine 1
r2wie eine halbhohe 2
k3eine große 2, also schon eine 3
d4ein Bogen der 4
l5keine Eselsbrücke
n6eine umgekippte 6 hat auch einen Bogen
b7schräger Strich, wie bei der 7
s8wie der untere Kreis einer 8
m9wie der große Bogen einer 9
iDezimalkommafür Dezimalkomma einsetzen

27.08.2021 :: Schritt zürück - Vokal "eu"

Den Vokal "eu" hatte ich letztens mit einer Doppel-e Schleife neu definiert. Grundsätzlich eine gut schreibflüssige Idee. Allerdings verbaut man sich damit die Benutzung eines Doppel-E. Eigentlich braucht man es ja nicht, aber es gibt Wörter, da kann es doch mal sehr hilfreich sein, es zu schreiben. Das hilft, Texte schneller lesen zu können. Beispielwörter, die sich schneller lesen lassen könnten: See, Schnee, Fee, Speer, Beeren (im Unterschied zu Bären), Tee, Komitee, Tournee, Idee, Beet (im Unterschied zu Bett).

Ich bin beim "eu" also wieder zur ursprünglichen Verschmelzung von e+u zurückgegangen, was sich hinreichend schreibflüssig schreiben lässt.

17.08.2021 :: Neudefinition diverse Vokale

Ich mache mich nochmal ganz tief ans Grundgerüst von Stif ran. Einige Vokale werden neu definiert. Warum? Ich habe bemerkt, dass einige sich nicht so gut schreiben lassen bzw. auch der Schreibfluss ungünstig ist. In diese Richtung habe ich jetzt optimiert.

Was geblieben ist, sind die Grundvokale: A, E, I, O, U.

Was ich verändert habe:

  • AU - Ursprünglich war das eine simple Aneinanderkettung von A+U. Das ist nicht sonderlich schreibschnell, wenn auch sehr intuitiv. Ich hab es jetzt durch eine schreibschnellere Variante ersetzt, durch ein A+E. Man kann es auch anders lesen mit "A modifiziert". Wenn man also die Punktschleife als Modifikator interpretiert. Bisher war diese Kombination für "AE = Ä" reserviert, aber ein "Ä" braucht man ja nicht. Wenn man schreibt, wie man spricht, ist ein "e" immer ausreichend, so handhabt das ja auch Stif. Andere Steno-Systeme haben das "Ä", weil es vielleicht die Lesbarkeit in schwierigen Fällen erhöht. Zum Beispiel wird ja "fehlen" und "fällen" in Stif und Stiefo genauso geschrieben. Nur der Kontext hilft einem und führt (hoffentlich) zu Eindeutigkeit. Ich gehe erstmal davon aus, dass ein Ä nicht nötig ist. Ein A+E lässt sich jedenfalls viel schneller schreiben und "AU" kommt sehr häufig in der deutschen Sprache vor.
  • EU - War früher eine Verschmelzung aus "e+u". Die hat sich nicht sonderlich gut geschrieben. Ich hab jetzt eine Doppelpunktschleife genommen. Die lässt sich schnell schreiben, intuitiv ist es der erste Buchstabe von "eu", man könnte auch sagen "E modifiziert". Könnte es kollidieren, dass man nicht weiß, ob Doppel-E oder EU? Beispiel "geändert" wäre so ein Fall, wo ein Doppel-E vorkommt. Der Fall ist recht selten und falls er vorkommt, kann man mit etwas mehr Abstand zwischen den beiden "E"'s schreiben.
  • EI - Eigentlich war das eine Verschmelzung von "e+i" Diese Punktschleife am Anfang war aber nicht gut zu schreiben. So zumindest mein bisheriger Eindruck. Deshalb hab ich auch die ans Ende gesetzt, wieder mit der neuen Interpreation "I modifziert = EI". Die Punktschleife wird nun auch nahe der Grundlinie bzw. auf der Grundlinie gemacht. So schreibt man das gewohnte "I" und hängt am Schluss eine Punktschleife an.
  • Ö - Wie bisher, aber die Punktschleife wird auch hier zur Grundlinie hingezogen.
  • Ü - Wie bisher, aber auch hier Punktschleife zur Grundlinie hin.

Wenn man die Idee vom 15.08 nutzt, das "e" über die Grundlinie zu ziehen, wo möglich, gibt es auch wenig Mehrdeutigkeiten z.B. zwischen "eu" und "ee".

15.08.2021 :: Vereinfachtes "e"

Bisher war das "e" mit einer kleinen Punktschleife unterhalb der Grundlinie definiert. Schon bei den Endungen "en", "er" und "es" habe ich diese Punktschleife mit dem Buchstaben verschmolzen, also die Punktschleife nahe an den Buchstaben im Aufstrich gezogen. Auch bei den Buchstaben "ei", "eu", "ü" und "ö" habe ich diese Verschmelzungen gemacht.

Darauf aufbauend kam mir die Idee, dem Buchstaben "e" grundsätzlich eine Sonderstellung zu geben. Dieser soll nicht mehr an die Grundlinie gebunden sein, sondern kann in jeden beliebigen Aufstrich integriert werden. Wenn dies zu keinen Problemen führt, könnte man so viel schreibflüssiger schreiben.

12.10.2020 :: Buchstaben und Kürzel

Was man sehr häufig in deutschen Wörtern findet, ist die Kombination "ein". Man findet sie sowohl als Vorsilbe wie auch mitten in Wörter oder auch am Ende. Dafür lohnt es sich, ähnlich wie bei st oder sch, einen eigenen Buchstaben einzuführen. Damit erspart man sich recht häufig viel Schreibarbeit. In Zeile 1 sieht man den Buchstaben dafür. Man könnte es als "t" beschreiben, was unter der Grundlinie weiter geführt wird. Oder aber als "b", was halb nach unten gerutscht ist. Mit dieser Schreibform hatte ich schon bei Stio gute Erfahrungen gemacht. In Zeile 2 und 3 sieht man Beispielwörter. Konflikte oder Kollisionen mit anderen Buchstaben sollte es nicht geben. Mit einer Kombination t+i ist es nicht zu verwechseln, wie ich oben rechts gezeigt habe. Bei allen unten nach links laufenden Buchstaben werden Vokale ja so gekoppelt, dass zuerst ein Stück waagerechter Strich gemacht wird. Damit ist es klar unterscheidbar.

So ein neuer Buchstabe braucht etwas Übung, damit man sich daran gewöhnt.

Ein kleine Modifikation macht aus "ein" ein "kein". Es ist wie bei der Zahl 1 ein kleiner schräger Strich am Anfang. Dies ist kein echter Buchstabe, sondern eher ein Kürzel, weil man es nicht voll koppelbar ist. Hinten ist es problemlos koppelbar, aber am Anfang nicht. Man kann es also nicht innerhalb von Wörtern nutzen. Für kein bietet sich dies aber an, weil es fast immer am Anfang eines Wortes steht, also z.B. "keineswegs, keinesfalls, keiner, keinem, keins". In meiner großen deutschen Wortliste hab ich kein Wort gefunden, wo kein in der Mitte vorkommt. So Wörter wie "Musikeinlage" hat zwar ein "kein" in der Mitte stehen, aber hier gilt ja die Regel, dass man Sinnzusammenhänge bewahren muss, also hier eh so ein Kürzel nicht verwenden darf. Sonst würde man "Musi-kein-lage" lesen, was unverständlich ist. Genauso schreibt man "samstag" auch nicht mit dem Buchstaben "st".

Achtung: "Kein" war weiter unten schon mit dem "Nicht-Symbol" assoziiert, das habe ich verändert, weil es so jetzt konsistenter ist. Leider kommt es in so einer Anfangsphase einer neuen Schrift öfters mal zu Korrekturen. Die Alternative wäre, ich würde viel später veröffentlichen, wenn alles schon stabil steht. Mir erscheint es aber sinnvoll, ganz früh zu veröffentlichen.

Dann noch das Kürzel für "mit", was ich auch aus Stio übernommen habe. Eine kleine "1" oder ein "t" mit einem kleinen Schrägstrich vorne an, wie bei "kein", nur in halber Höhe. Hier auch mit beiden Kopplungsformen als Beispiel in den letzten beiden Zeilen.

12.10.2020 :: Koppler-Symbol

Wörter können sich aus mehreren Teilen zusammensetzen. Es gibt Vorsilben, Endungen und auch zusammengesetzte Wörter. So lange all diese Teile ungekürzt aus dem Grundalphabet geschrieben werden, kann man alles direkt hintereinanderhängen. Es spielt keine Rolle, wo eine Vorsilbe endet, das Wort weitergeht und wo eine Endung folgt.

In dem Moment wo Teile eines Wortes gekürzt sind, spielt es hingegen eine ganz große Rolle, zu erkennen, wo eines dieser Teile endet.

Hierzu ein Beispiel:

Für das Wort "Beispiel" wird hier der Buchstabe "B" (="/") als Kürzel verwendet. Immer wenn im Text also ein freistehendes "/" auftaucht, wissen wir, dass dies für "Beispiel" steht. Das wäre eine eindeutige Vereinbarung für ein Kürzel. In Stiefo und Stio war es auch schon üblich, einzelne Buchstaben des Grundalphabetes für Kürzel zu verwenden. Das ist einfach und naheliegend.

Soweit, so gut. Wenn wir jetzt aber das Wort "beispielsweise" schreiben wollen, müssen wir das Kürzel für "Beispiel" mit dem ausgeschriebenen Restwort "weise" koppeln. Wir können es keinesfalls direkt zusammenziehen, dann würde nämlich das Wort "bweise" entstehen. Damit kann man nichts anfangen. Hier muss man vielmehr wissen, dass "b" ein Kürzel ist, was mit "weise" zusammengefügt wurde. Man braucht sozusagen einen Trenner oder Koppler. Die Information ist essentiell wichtig, wo ein Übergang von einem Wort/Kürzel zu einem anderen ist.

Im einfachsten Fall übernehmen wir so einen Koppler aus der Langschrift, wie ich bereits am 5.10.20 schon vorgeschlagen habe. In der zweiten Zeile sieht man, wie das funktoniert. Jetzt ist klar, dass hier das Kürzel für Beispiel mit dem zweiten Wortteil "weise" zusammengefügt wurde. So kann man das klar und eindeutig lesen.

Jetzt ist es aber so, dass wir hier nicht verbunden schreiben. Man muss also mehrmals den Stift absetzen und wieder neu beginnen. Es ist schwer zu sagen, was das an zusätzlicher Zeit kostet und ob das wirklich ein gravierender Nachteil ist.

Um jetzt gar nicht erst in solche Überlegungen einzusteigen, welches Konzept günstiger ist, hab ich einfach eine Alternative entwickelt: Einen Koppler, mit dem man das selbe erreicht, der sich aber ohne abzusetzen in die gewohnte fortlaufende Kurrentschrift einfügt.

So ein Koppler muss sehr schreibschnell sein und da bleiben nicht viele Varianten übrigen. Auf Zeile 3 oben sehen wir diesen Koppler, der einfach eine kleine Spitze nach oben darstellt. In Zeile 5 nochmal etwas größer geschrieben. Bei dieser Spitze, das zeigt auch Zeile 5, müssen wir aufpassen, dass diese klar unterscheidbar vom Buchstaben "d" ist. Sie wird also nur etwa halb so hoch geschrieben.

Auf Zeile 3 sieht man nun, dass man mit diesem Koppler das gleiche Ergebnis, wie mit dem Bindestrich hat. Man kann klar erkennen, dass hier 2 Sachen zusammgenfügt wurden und weiß damit auch das "/" richtig zu deuten, nämlich als Kürzel für "Beispiel" und nicht als Buchstaben "B". Zeile 4 zeigt ein weiteres Wort "beispielhaft" mit gleicher Kopplung.

Welche Form man selbst bevorzugt, kann man sich aussuchen. Es stehen beide Alternativen zur Verfügung.

Wichtig ist allerdings: Nicht jedes zukünftige Kürzel wird sich fließend koppeln lassen. Das liegt z.B. daran, dass ein Kürzel in einer anderen Höhe geschrieben wird. Oder es hat aus Gründen der Formenvielfalt nicht die Eigenschaft, dass man es fließend weiterführen kann. Dafür müsste es nämlich im Schreibfluss in der Nähe der Grundlinie enden, nur solche Zeichen lassen sich im Fluss mit anderen koppeln. Wenn später also Kürzel entstehen, die nicht auf der Grundlinie enden, wird man sie mit dem Bindestrich koppeln müssen. So etwas gab es auch in Stiefo schon.

10.10.2020 :: Vorsilben

Im Deutschen gibt es recht viele Vorsilben. Eine umfangreiche Liste findet man hier:

05.10.2020 :: System-Idee für Kürzel

Die letzten Tage suchte ich nach Ideen, wie man Kürzel systematischer erstellen kann und sich auch genug Raum für viele neue Kürzel schafft, ohne jedes Mal wieder neue Variationen von Zeichen erschaffen zu müssen.

Heute hatte ich eine Idee, die sich vielversprechend anfühlt. Hierzu ein paar konzeptionelle Erklärungen.

  • Ein Kürzel kann ein neues Zeichen sein, ein bisheriges Zeichen oder eine Kombination mehrerer Zeichen. In Zeile 1 habe ich beispielhaft ein neues Zeichen eingeführt, ein großes "V" aus der Langschrift, dem ich die Bedeutung "viel" zuordne. Dies soll nur ein Beispiel sein, ob so ein Kürzel wirklich klug für "viel" ist, spielt hier keine Rolle.
  • Soll ein Kürzel mit einem Folgewort verbunden werden, wird ein Bindestrich hinter das Kürzel gesetzt. So in Zeile 2 geschehen, man weiß also hier beim Lesen, dass "viel" mit dem verbunden werden soll, was dann folgt, also dem "fach". Es entsteht ein Wort "vielfach". Anders ausgedrückt weiß man hier, dass das Kürzel "V" als Vorsilbe "viel-" fungiert. Zeile 3 zeigt das Gleiche, nur mit dem Wort "viel-leicht".
  • Jetzt kommt ein wichtiges Konzept: Erhält ein Kürzel statt einem Bindestrich ein Apostroph-Strich, wie in Zeile 4, bedeutet dies, dass das nachfolgende Zeichen eine Variation von "viel" beschreibt. Also Wörter, in denen überall etwas mit "viel" enthalten ist. Weil man hier alle Buchstaben des Grund-Alphabets verwenden kann, hat man so auf einen Schlag 25 Kürzel, die man so definieren kann. Ohne Sorge zu haben, dass sich irgendwas mit dem Rest der Schriftkonzepte beißt. In Zeile 4 hab ich ein "M" dahinter gehängt und lege fest, dass dies das Kürzel für "vielmehr" ausdrückt. Hier wurde das naheliegende "M" verwendet, wodurch man es sich besser einprägen kann. Wir haben durch dieses Konzept sozusagen einen Kürzelraum eröffnet, wodurch es ganz leicht ist, sein System zu erweitern, ohne sich neue Zeichen bzw. Formen einfallen zu lassen. Auf Zeile 5 und 6 sind weitere Beispiele.
  • Wichtig bei dem Konzept von Zeile 4 ist zu verstehen, dass das "M" die Bedeutung nur im Kontext bzw. im Zusammenhang mit dem "V" hat. Würde das "M" im globalen Kontext z.B. das Kürzel für "dem" sein, hat es auf Zeile 4 eine andere Bedeutung. Hier hat das "M" die Bedeutung, welches ihm im Kontext des Kürzels "V'" gegeben wurde. Es eröffnet sich sozusagen hier ein neuer Bedeutungsrahmen.
  • Auf Zeile 7 ein anderes Kürzel, was wie ein kleines "z" aus der Langschrift aussieht und mit "zu" belegt wird. Würde man hier z.B. "z'Ɔ" schreiben, hat das "M" nicht mehr die Bedeutung, wie auf Zeile 4, sondern könnte beliebig neu belegt werden, z.B. wäre es das Kürzel für "zumeist". Man kann also auch hier wieder unabhängig von irgendwelchen anderen Definitionen 25 Kürzel definieren, wenn man alle Grundbuchstaben ausschöpft.
  • Zeile 8 zeigt die Verbindung mit Bindestrich, diesmal aus einer Verbindung von 2 Kürzeln. Kürzel lassen sich also genauso verbinden, wie Wörter, die aus dem Grundalphabet zusammengesetzt werden.
  • Zeile 9 zeigt, dass im Unterkontext auch Vokale genutzt werden können. Zeile 10 ein Bespiel mit einem Konsonanten.
  • Zeile 11 zeigt, dass das Konzept noch erweiterbar ist. Im Unterkontext des Wortes "zu" braucht man sich nicht auf einen Buchstaben zu beschränken. Man kann auch Wörter nutzen oder Teile eines Wortes. Hier wird "sam" genutzt. Das ist immer noch deutlich kürzer, als "Zusammenhang" vollständig zu schreiben. Hilft aber, z.B. mehrere Wörter mit eingängigen Kürzeln beschreiben zu können.
  • Zeile 12 ist was grundlegend anderes, als Zeile 11. Hier wird aus dem globalen Kontext ein Wort angehängt. In Zeile 11 existiert das "sam" nur im Kontext mit dem Kürzel "z". Auf globaler Ebene existiert es nicht.
  • Auch denkbar ist, dass hinter dem Apostroph ein ganz neues Zeichen auftaucht. Man ist nicht auf das Grundalphabet beschränkt. Auch müssen Wörter nicht wirklich die Buchstaben des Basiswortes übernehmen, man kann es auch auf einen gemeinsamen Sinn hin auslegen. Beispiel: Wenn "V" wie hier in Zeile 1 das Kürzel für "viel" ist, kann z.B. "V'M" für "meistens" stehen und ein "V'e" könnte für "mehr" stehen. Alle Wörter haben einen Sinnzusammenhang, auch wenn sie sich ganz anders schreiben.
  • Mit diesem Konzept ist es auch möglich, Wörter eines bestimmten Kontextes zusammenzufassen, also z.B. 25 häufig verwendete Wörter aus dem wirtschaftlichen Bereich, der Computertechnik oder emotionale Zustände. Das System ist auch problemlos auf hunderte Wörter pro Kontext erweiterbar.

Ich hoffe, ich konnte das Konzept nachvollziehbar beschreiben. Für Software-Entwickler ist das Konzept von privaten und globalen Gültigkeits-Kontexten recht geläufig. Auch hier nutzt man es, um kleine überschaubare Kontexte zu bekommen, die sich nicht ungewollt auf das unüberschaubare große Gesamtsystem auswirken.

Was bedeutet dies jetzt? Man kann ohne viel Mühe, zahlreiche Kontexte eröffnen, in denen man nach immer gleichem Konzept zahlreiche Kürzel erstellt für Wörter, die z.B. einen gleichen Wortstamm haben. Es braucht für die Erstellung neuer Kürzel sozusagen kaum noch Kreativität. Dies hat eine ganz besondere Bedeutung, weil sich so jeder viele neue Kürzel erstellen kann, ohne viel Ahnung von Sprachdesign haben zu müssen.

Wer ein neues Kürzel im globalen Kontext entwickelt, wie oben das "V" oder "z", muss sich sehr genau Gedanken machen, ob das Kürzel konform mit dem Rest der gesamten Schrift ist. Ebenso kann man sich mit einer unglücklichen Wahl eines Kürzels für die Zukunft Möglichkeiten neuer Kürzel verbauen. Auf der Ebene des Subkontextes hingegen ist die Sache einfach und immer wieder nach gleichem Schema: Im einfachen Fall die Nutzung der Buchstaben des Grund-Alphabets. Und selbst neue Zeichen, die man im Subkontext einführen würde, betreffen/stören nie den globalen Kontext.

Eigene Kürzel sind eine ganz wesentliche Sache, um seine eigene Schrift zu kürzen. Einerseits gibt es Wörter, die in allen Fachgebieten viel genutzt werden. Andererseits gibt es aber viele Wörter, die nur in bestimmten Fachgebieten häufig genutzt werden. Schaut man sich Stiefo-Kürzel an, spürt man den wirtschaftlichen Bezug. Es gibt viele Kürzel, die man in der Geschäftskorrespondenz braucht, aber keine Kürzel, die z.B. die emotionale Sprache eines Therapeuten abbilden. In Stiefo eigene Kürzel zu entwickeln, ist schon eine größere Herausforderung, die viel Sprachverständnis braucht. Einzig das Konzept der ganz großen Buchstaben, ist etwas, was von vorn herein für eigene Kürzel reserviert wurde.

Insgesamt bleibt es mit diesem kontextbezogenen System noch recht schreibschnell. Das Apostroph ist schnell gesetzt und ein Buchstabe ist - weil auch eine bekannte Form - recht schnell geschrieben. Auch kann man recht gut den Sinn deuten, falls einem mal ein Kürzel beim Lesen nicht präsent ist. Wenn ich Zeile 4 lese, fällt mir vielleicht das "-mehr" nicht ein, aber ich weiß zumindest, dass es irgendwas mit "viel" zu tun haben muss. Und der Satzkontext gibt meist noch viel her, um etwas deuten zu können. Beispiel: "Es geht nicht nur um die Einsparung, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Qualität." Hier zeigt einem der Satz, dass es sich bei viel... recht wahrscheinlich um "vielmehr" handeln muss.

Das man bei diesem System ein klein wenig Geschwindigkeit einbüßt, soll natürlich nicht verschwiegen werden. Aber das passt genau wieder in die Grundidee hinein: Mit etwas mehr Aufwand beim Schreiben, ein einfach strukturiertes Kurzschriftsystem zu entwickeln. Genau nicht das zu tun, was nahezu alle Steno-Systeme getan haben: Um so schnell wie möglich zu schreiben, den hohen Preis eines extrem komplexen Systems zu zahlen.

04.10.2020 :: Endungen Vereinfachungen es, er, en, em

Im Deutschen hat man viele Endungen mit -es, -er, -en. Hierfür gibt es ja die verschmolzenen Buchstaben, aber bei Endungen ist das gar nicht nötig. Es reicht, einfach ein "s", "r", "n" oder "m" anzuhängen und das "e" wegzulassen.

03.10.2020 :: Endungen

Es gibt zahlreiche Endungen bzw. Suffixe, die von vielen Wörtern genutzt werden. Hier gibt es ein großes Potenzial, zu kürzen. Man braucht für jede Endung nur eine möglichst kurze Schreibweise zu finden, die man dann bei jedem Wort mit dieser Endung nutzt.

Bei Stiefo und Stio war das mit den Endungen wenig systematisch. Jede Endung hatte eine eigene Symbolik, die keinen Bezug zu einer anderen Endung hatte. Auch war es in Stiefo und Stio nicht immer einfach, mehrere Endungen hintereinander zu hängen. Als Beispiel das Wort "Vergesslichkeit". Hier hat man die Endung "-lich" und "-keit" hintereinander hängen. In Stio war aber -lich am Ende nicht koppelbar, so dass man ein -keit nicht hinten anhängen konnte.

Mein Wunsch war, mehr Systematik in die Endungen zu bekommen, weil dies auch das Erlernen vereinfacht. Auch das Erkennen von Endungen wird durch ein einheitliches Muster besser. Ein paar Tage hatte ich keine richtige Idee, wie das zu bewerkstelligen ist. Heute fand ich beim Herumprobieren aber eine Lösung, die mir stimmig und elegant erscheint.

Zur Systematik:

  • Eine Endung endet immer mit einem waagerechten Strich auf der Grundlinie, der etwa ein Kästchen lang ist. Dadurch ist ein Konstrukt am Ende sofort als Endung erkennbar. Nebenher: Viele Menschen neigen auch bei der Langschrift dazu, Wortendungen beim schnellen Schreiben als Strich zu ziehen. Das ist in dieser Hinsicht auch ein naheliegendes Muster.
  • Eine Endung besteht aus einem Buchstaben und dem waagerechten Strich am Ende.
  • Ein Buchstabe ist typisch aus dem Grund-Alphabet, kann aber auch ein neues besonderes Zeichen sein. Damit erreicht man gute Erweiterbarkeit für weitere Endungen.
  • Wo möglich, orientiere ich mich an dem ersten Buchstaben der Endung. Das hat den großen Vorteil, dass es sich leicht lesen lässt und einem einheitlichen Konzept folgt. Das hilft, es sich leichter einzuprägen.

Die erste Endung "-ung" nimmt den ersten Buchstaben "u" der Endung und hängt einen waagerechten Strich hinten an. Beim Lesen von Endungen weiß man, dass der Buchstabe vor dem waagerechten Strich zur Endung gehört, womit die Sache eindeutig wird.

Natürlich klappt das mit dem ersten Buchstaben nicht immer, dann braucht es Alternativen. Bei "-ion" ging es nicht auf, aber man spricht ja eigentlich "jon", wie z.B. bei "Union" = "un-jon". Also hab ich hier das "j" verwendet.

Bei "-los" hab ich den zweiten Buchstaben "o" verwendet.

Bei "-haft" hab ich ein neues Zeichen eingeführt, eine Verschmelzung von "h" und "a". Getrennt geschrieben hätte man bei einem "h" erstmal einen waagerechten Strich nach rechts und würde dann erst zum "a" ansetzen. Diese Form gibt es also so noch nicht, womit es ein neues Zeichen ist. Es entspricht in der Verschmelzung also "ha", was die ersten beiden Buchstaben der Endung sind.

Bei "-mal" kommt die Besonderheit hinzu, dass man dieses auch als Kürzel für das Wort "mal" verwenden kann.

Bei "-ismus" ist es auch wieder ein neues Zeichen, ein großes "M", was ein halb unter die Grundlinie geht. Die Schleife ergibt sich dann zwangsläufig, um zum waagerechten Strich weiter zu gehen. Theoretisch hätte man sie auch weglassen können, in dem man wie bei einem "o" ohne Schleife weiter schreibt.

Bei "-ismen" zeigt sich schön, wie man an all diese Endungen noch weitere Endungen anhängen kann, was ja wichtig ist. Hier wurde an "-ismus" ein "n" angehängt, was dann für "-ismen" steht. Genauso kann man bei "-ung" ein "n" dranhängen, um z.B. "Unterhaltungen" zu schreiben. Weitere typische Endungen, die man noch hinten an hängt wären "-st", "-ste", "-sten", "-es", "-er", "-e".

Auch ist es bei diesem System möglich, mehrere Endungen hintereinander zu koppeln. Auch wenn der waagerechte Strich nicht ganz am Ende steht, ist eine Endung als Endung erkennbar. Denn diesen waagerechten Strich gibt es ansonsten nicht im normalen Buchstaben-Textfluss.

Wie bei Stiefo auch, wurden Endungen wie "-ung" und "-igung" zusammengefasst. Stiefo hat gezeigt, dass das problemlos möglich ist. Beim Lesen erkennt man schnell, dass nicht "Einkeit" gemeint sein kann, sondern "Einigkeit", nicht "Beschäftung" sondern "Beschäftigung".

Bei "-ig/-isch" ist anzumerken, dass es phonetisch "-ich/-isch" ist, "ig" wird ja immer wie "ich" gesprochen, zumindest standardsprachlich und wenn "-ig" wirklich am Ende eines Wortes steht. Folgt noch ein "-lich" wie bei "led-ig-lich", wird es mit "ig" gesprochen, aber in diesem Fall würde ich "ledig-" ausschreiben und dann nur noch die Endung "-lich" hinten anhängen.

Es bietet sich an, die Endung "-ig/-isch" auch einfach als Kürzel für das Wort "ich" zu verwenden.

Weblinks:

30.09.2020 :: Mathematische Symbole

Schon bei Stio hab ich mit mathematischen Symbolen experimentiert. Stif soll ja leicht erlernbar sein. Insofern kann es gut sein, auf bewährte und bekannte Symbole zurück zugreifen. Man kann sie mit leicht anderen Bedeutungen belegen, die aber naheliegend sein sollen. Und diese Symbole müssen sich in den Stif-Gesamtkontext integrieren lassen.

Folgende Ideen:

Das ODER und das UND sind Zeichen, die man als Logiksymbole auch schon direkt als ODER bzw. UND kennt. Sie sind zwar im Allgemeinen nicht geläufig, aber sie lassen sich gut in STIF integrieren, so dass es Sinn macht, auf etwas bereits Vorhandenes zurück zugreifen. Als Merkhilfe: [O]der ist [O]ben offen. [U]nd ist [Unten] offen.

Das NICHT Zeichen ist auch ein gängiges Logiksymbol. Hier schreibe ich es auch auf normaler Höhe, wie gebräuchlich, es steht also auf der Grundlinie.

Ein Wort, was auch oft gebraucht wird und ganz ähnlich: "Nichts". Gleiches Symbol, aber eine halbe Stufe nach unten, es beginnt also auf der Grundlinie und geht dann eine halbe Stufe nach unten.

Ein Wort, was ebenso ähnlich ist: "Kein". Gleiches Symbol, aber eine halbe Stufe nach oben. Vom Wort "kein" gibt es Variationen, z.B. keine, keiner, keineswegs, keinesfalls. Das Symbol ist allerdings nur wenig variabel, so dass man andere Formen damit nur schwer unterbringen kann. Die Variation keine und keiner kann aber direkt aus dem Rest des Satzes erkannt werden, dafür braucht es keine Modifikation des Kürzels.

Änderung: Kein wird ersetzt durch "nichtig". Grund: Es passt konsistenter zu den anderen beiden Worten. Gleichzeitig lässt sich "Kein" durch die Kombination von K+ das neu eingeführte Zeichen "ein" kürzen.

Ich habe alle 3 Wörter für dieses Zeichen so gewählt, dass bei einer Verwechselung kein großes Drama entsteht. Würde man also undeutlich schreiben, würde aus "nicht" ein "nichts" oder ein "kein" enstehen, womit keine völlig andere Bedeutung entsteht. Zumdindest enstehen keine gefährlichen Verwechselungen.

Warum "nichts" unten und "kein" oben steht, dafür habe ich keinen Grund, das war willkürlich.

Das Gleichheitszeichen "=" habe ich bei Stio schon für das Wort "gleich" verwendet. Das erscheint mir auch sinnig und naheliegend. Weil jeder dieses Zeichen schon oft geschrieben hat, ist es auch ohne weitere Übung schreibflüssig.

Das Wort "Vergleich" ist eine Verschmelzung des Stif-Buchstaben "f" und dem "Gleichheitszeichen". In Stio hatte ich es nicht verschmolzen, sondern hintereinander geschrieben, mir erscheint jetzt aber die Verschmelzung angemessener. Man könnte jetzt nämlich sogar bei dem "f" weiter schreiben oder weitere Kürzel entwickeln, z.B. für "vergleichen", "vergleichsweise", "vergleichend" oder "vergleichbar". Ein "nd" an das f-Zeichen gehängt könnte z.B. das Kürzel für "vergleichend" sein.

Das Tilde-Zeichen für "ungefähr" kennt auch jeder. Mathematisch korrekt ist die Doppel-Tilde, aber die einzelne Tilde ist aus Vereinfachungsgründen auch oft üblich. Die beiden Wörter "etwa" und "ungefähr" darf man denke ich gleichsetzen und beide mit diesem Zeichen meinen. Die Tilde befindet sich auf der Grundlinie.

Auch hier gibt es, wie bei "nicht" und "nichts" auch das Wort "etwas", was ich in Analogie dazu auch tiefer gesetzt habe.

Eine Tilde nach oben gesetzt ist das ähnliche Wort "vielleicht". Auch hier habe ich 3 Wörter gewählt, die sich ähnlich sind, um schwere Verwechselungen zu vermeiden.

27.09.2020 :: Neue Buchstaben für en, es, er

Gerade bei Endungen hat man oft diese Buchstabenkombinationen. Aber auch innerhalb von Wörtern findet man sie. Bei Endungen kann es sein, dass sie auch Teil einer Mehrfachendung sind, z.B. in "Herz-lich-keit-en". Hier hat man gleich 3 Endungen, die hintereinander hängen und für die es später Kürzel geben wird: "lich", "keit", "en". Umgedreht geht es auch, z.B. in "Befang-en-heit". Das zeigt, dass "en" wie ein normaler Buchstabe koppelbar sein muss. Bei Endungen, die wirklich immer nur am Ende eines Wortes stehen, ist das ja nicht der Fall, die müssen am Ende nicht koppelbar sein, weil diese wirklich immer das Ende des Wortes darstellen.

Es war sehr verlockend, bei en, es und er wieder mit Verschmelzungen zu arbeiten. So ergeben sich aus einer rechten Punktschleife und dem ursprünglichen Konsonanten ganz einfach 3 neue Buchstaben, die man recht flüssig schreiben kann.

Konzeptionell muss man hier wirklich in der Kategorie "neuer Buchstabe" denken. Es wird also nicht ein Vokal einfach über die Grundlinie gezogen, wo er eigentlich nicht hingehört. Es wird vielmehr ein neuer Buchstabe aus der Verschmelzung einer Punktschleife und eines Konsonanten gebildet. Das könnte man als völlig unabhängig vom "e" als Neuschöpfung betrachten, aber intuitiv ist es natürlich sehr gut erkennbar, was es bedeutet. Das ist vor allem für Anfänger gut, später spielt es eigentlich keine Rolle, wie intuitiv etwas ist, da kommt es nur noch auf Unterscheidbarkeit zu anderen Zeichen an. Man prägt sich ja jede neue Form recht bald ein.

Diese neu[en] Buchstab[en] kann man nun üb[er]all v[er]w[en]d[en]. Das dürfte die Schreibgeschwindigkeit ein Stück erhöhen, der Platzbedarf reduziert sich auch etwas. Ein wenig unsicher bin ich mir, ob so ein Zeichen zu komprimiert ist, die Details also zu fein bzw. klein sind, um sie zügig zu schreiben. Das wird sich erst in der Praxis zeigen.