Stif Aufbauschrift

Ein experimentelles Kurzschriftsystem

www.reintechnisch.de :: Start: 27.09.2020 :: Stand: 05.10.2020

Dies ist erstmal eine experimentelle Spielwiese für eine Aufbauschrift von Stif. Vieles davon sind erste Ideen, die in der Praxis geprüft werden müssen. Einiges davon wird recht wahrscheinlich revidiert werden.

12.10.2020 :: Buchstaben und Kürzel

Was man sehr häufig in deutschen Wörtern findet, ist die Kombination "ein". Man findet sie sowohl als Vorsilbe wie auch mitten in Wörter oder auch am Ende. Dafür lohnt es sich, ähnlich wie bei st oder sch, einen eigenen Buchstaben einzuführen. Damit erspart man sich recht häufig viel Schreibarbeit. In Zeile 1 sieht man den Buchstaben dafür. Man könnte es als "t" beschreiben, was unter der Grundlinie weiter geführt wird. Oder aber als "b", was halb nach unten gerutscht ist. Mit dieser Schreibform hatte ich schon bei Stio gute Erfahrungen gemacht. In Zeile 2 und 3 sieht man Beispielwörter. Konflikte oder Kollisionen mit anderen Buchstaben sollte es nicht geben. Mit einer Kombination t+i ist es nicht zu verwechseln, wie ich oben rechts gezeigt habe. Bei allen unten nach links laufenden Buchstaben werden Vokale ja so gekoppelt, dass zuerst ein Stück waagerechter Strich gemacht wird. Damit ist es klar unterscheidbar.

So ein neuer Buchstabe braucht etwas Übung, damit man sich daran gewöhnt.

Ein kleine Modifikation macht aus "ein" ein "kein". Es ist wie bei der Zahl 1 ein kleiner schräger Strich am Anfang. Dies ist kein echter Buchstabe, sondern eher ein Kürzel, weil man es nicht voll koppelbar ist. Hinten ist es problemlos koppelbar, aber am Anfang nicht. Man kann es also nicht innerhalb von Wörtern nutzen. Für kein bietet sich dies aber an, weil es fast immer am Anfang eines Wortes steht, also z.B. "keineswegs, keinesfalls, keiner, keinem, keins". In meiner großen deutschen Wortliste hab ich kein Wort gefunden, wo kein in der Mitte vorkommt. So Wörter wie "Musikeinlage" hat zwar ein "kein" in der Mitte stehen, aber hier gilt ja die Regel, dass man Sinnzusammenhänge bewahren muss, also hier eh so ein Kürzel nicht verwenden darf. Sonst würde man "Musi-kein-lage" lesen, was unverständlich ist. Genauso schreibt man "samstag" auch nicht mit dem Buchstaben "st".

Achtung: "Kein" war weiter unten schon mit dem "Nicht-Symbol" assoziiert, das habe ich verändert, weil es so jetzt konsistenter ist. Leider kommt es in so einer Anfangsphase einer neuen Schrift öfters mal zu Korrekturen. Die Alternative wäre, ich würde viel später veröffentlichen, wenn alles schon stabil steht. Mir erscheint es aber sinnvoll, ganz früh zu veröffentlichen.

Dann noch das Kürzel für "mit", was ich auch aus Stio übernommen habe. Eine kleine "1" oder ein "t" mit einem kleinen Schrägstrich vorne an, wie bei "kein", nur in halber Höhe. Hier auch mit beiden Kopplungsformen als Beispiel in den letzten beiden Zeilen.

12.10.2020 :: Koppler-Symbol

Wörter können sich aus mehreren Teilen zusammensetzen. Es gibt Vorsilben, Endungen und auch zusammengesetzte Wörter. So lange all diese Teile ungekürzt aus dem Grundalphabet geschrieben werden, kann man alles direkt hintereinanderhängen. Es spielt keine Rolle, wo eine Vorsilbe endet, das Wort weitergeht und wo eine Endung folgt.

In dem Moment wo Teile eines Wortes gekürzt sind, spielt es hingegen eine ganz große Rolle, zu erkennen, wo eines dieser Teile endet.

Hierzu ein Beispiel:

Für das Wort "Beispiel" wird hier der Buchstabe "B" (="/") als Kürzel verwendet. Immer wenn im Text also ein freistehendes "/" auftaucht, wissen wir, dass dies für "Beispiel" steht. Das wäre eine eindeutige Vereinbarung für ein Kürzel. In Stiefo und Stio war es auch schon üblich, einzelne Buchstaben des Grundalphabetes für Kürzel zu verwenden. Das ist einfach und naheliegend.

Soweit, so gut. Wenn wir jetzt aber das Wort "beispielsweise" schreiben wollen, müssen wir das Kürzel für "Beispiel" mit dem ausgeschriebenen Restwort "weise" koppeln. Wir können es keinesfalls direkt zusammenziehen, dann würde nämlich das Wort "bweise" entstehen. Damit kann man nichts anfangen. Hier muss man vielmehr wissen, dass "b" ein Kürzel ist, was mit "weise" zusammengefügt wurde. Man braucht sozusagen einen Trenner oder Koppler. Die Information ist essentiell wichtig, wo ein Übergang von einem Wort/Kürzel zu einem anderen ist.

Im einfachsten Fall übernehmen wir so einen Koppler aus der Langschrift, wie ich bereits am 5.10.20 schon vorgeschlagen habe. In der zweiten Zeile sieht man, wie das funktoniert. Jetzt ist klar, dass hier das Kürzel für Beispiel mit dem zweiten Wortteil "weise" zusammengefügt wurde. So kann man das klar und eindeutig lesen.

Jetzt ist es aber so, dass wir hier nicht verbunden schreiben. Man muss also mehrmals den Stift absetzen und wieder neu beginnen. Es ist schwer zu sagen, was das an zusätzlicher Zeit kostet und ob das wirklich ein gravierender Nachteil ist.

Um jetzt gar nicht erst in solche Überlegungen einzusteigen, welches Konzept günstiger ist, hab ich einfach eine Alternative entwickelt: Einen Koppler, mit dem man das selbe erreicht, der sich aber ohne abzusetzen in die gewohnte fortlaufende Kurrentschrift einfügt.

So ein Koppler muss sehr schreibschnell sein und da bleiben nicht viele Varianten übrigen. Auf Zeile 3 oben sehen wir diesen Koppler, der einfach eine kleine Spitze nach oben darstellt. In Zeile 5 nochmal etwas größer geschrieben. Bei dieser Spitze, das zeigt auch Zeile 5, müssen wir aufpassen, dass diese klar unterscheidbar vom Buchstaben "d" ist. Sie wird also nur etwa halb so hoch geschrieben.

Auf Zeile 3 sieht man nun, dass man mit diesem Koppler das gleiche Ergebnis, wie mit dem Bindestrich hat. Man kann klar erkennen, dass hier 2 Sachen zusammgenfügt wurden und weiß damit auch das "/" richtig zu deuten, nämlich als Kürzel für "Beispiel" und nicht als Buchstaben "B". Zeile 4 zeigt ein weiteres Wort "beispielhaft" mit gleicher Kopplung.

Welche Form man selbst bevorzugt, kann man sich aussuchen. Es stehen beide Alternativen zur Verfügung.

Wichtig ist allerdings: Nicht jedes zukünftige Kürzel wird sich fließend koppeln lassen. Das liegt z.B. daran, dass ein Kürzel in einer anderen Höhe geschrieben wird. Oder es hat aus Gründen der Formenvielfalt nicht die Eigenschaft, dass man es fließend weiterführen kann. Dafür müsste es nämlich im Schreibfluss in der Nähe der Grundlinie enden, nur solche Zeichen lassen sich im Fluss mit anderen koppeln. Wenn später also Kürzel entstehen, die nicht auf der Grundlinie enden, wird man sie mit dem Bindestrich koppeln müssen. So etwas gab es auch in Stiefo schon.

10.10.2020 :: Vorsilben

Im Deutschen gibt es recht viele Vorsilben. Eine umfangreiche Liste findet man hier:

05.10.2020 :: System-Idee für Kürzel

Die letzten Tage suchte ich nach Ideen, wie man Kürzel systematischer erstellen kann und sich auch genug Raum für viele neue Kürzel schafft, ohne jedes Mal wieder neue Variationen von Zeichen erschaffen zu müssen.

Heute hatte ich eine Idee, die sich vielversprechend anfühlt. Hierzu ein paar konzeptionelle Erklärungen.

  • Ein Kürzel kann ein neues Zeichen sein, ein bisheriges Zeichen oder eine Kombination mehrerer Zeichen. In Zeile 1 habe ich beispielhaft ein neues Zeichen eingeführt, ein großes "V" aus der Langschrift, dem ich die Bedeutung "viel" zuordne. Dies soll nur ein Beispiel sein, ob so ein Kürzel wirklich klug für "viel" ist, spielt hier keine Rolle.
  • Soll ein Kürzel mit einem Folgewort verbunden werden, wird ein Bindestrich hinter das Kürzel gesetzt. So in Zeile 2 geschehen, man weiß also hier beim Lesen, dass "viel" mit dem verbunden werden soll, was dann folgt, also dem "fach". Es entsteht ein Wort "vielfach". Anders ausgedrückt weiß man hier, dass das Kürzel "V" als Vorsilbe "viel-" fungiert. Zeile 3 zeigt das Gleiche, nur mit dem Wort "viel-leicht".
  • Jetzt kommt ein wichtiges Konzept: Erhält ein Kürzel statt einem Bindestrich ein Apostroph-Strich, wie in Zeile 4, bedeutet dies, dass das nachfolgende Zeichen eine Variation von "viel" beschreibt. Also Wörter, in denen überall etwas mit "viel" enthalten ist. Weil man hier alle Buchstaben des Grund-Alphabets verwenden kann, hat man so auf einen Schlag 25 Kürzel, die man so definieren kann. Ohne Sorge zu haben, dass sich irgendwas mit dem Rest der Schriftkonzepte beißt. In Zeile 4 hab ich ein "M" dahinter gehängt und lege fest, dass dies das Kürzel für "vielmehr" ausdrückt. Hier wurde das naheliegende "M" verwendet, wodurch man es sich besser einprägen kann. Wir haben durch dieses Konzept sozusagen einen Kürzelraum eröffnet, wodurch es ganz leicht ist, sein System zu erweitern, ohne sich neue Zeichen bzw. Formen einfallen zu lassen. Auf Zeile 5 und 6 sind weitere Beispiele.
  • Wichtig bei dem Konzept von Zeile 4 ist zu verstehen, dass das "M" die Bedeutung nur im Kontext bzw. im Zusammenhang mit dem "V" hat. Würde das "M" im globalen Kontext z.B. das Kürzel für "dem" sein, hat es auf Zeile 4 eine andere Bedeutung. Hier hat das "M" die Bedeutung, welches ihm im Kontext des Kürzels "V'" gegeben wurde. Es eröffnet sich sozusagen hier ein neuer Bedeutungsrahmen.
  • Auf Zeile 7 ein anderes Kürzel, was wie ein kleines "z" aus der Langschrift aussieht und mit "zu" belegt wird. Würde man hier z.B. "z'Ɔ" schreiben, hat das "M" nicht mehr die Bedeutung, wie auf Zeile 4, sondern könnte beliebig neu belegt werden, z.B. wäre es das Kürzel für "zumeist". Man kann also auch hier wieder unabhängig von irgendwelchen anderen Definitionen 25 Kürzel definieren, wenn man alle Grundbuchstaben ausschöpft.
  • Zeile 8 zeigt die Verbindung mit Bindestrich, diesmal aus einer Verbindung von 2 Kürzeln. Kürzel lassen sich also genauso verbinden, wie Wörter, die aus dem Grundalphabet zusammengesetzt werden.
  • Zeile 9 zeigt, dass im Unterkontext auch Vokale genutzt werden können. Zeile 10 ein Bespiel mit einem Konsonanten.
  • Zeile 11 zeigt, dass das Konzept noch erweiterbar ist. Im Unterkontext des Wortes "zu" braucht man sich nicht auf einen Buchstaben zu beschränken. Man kann auch Wörter nutzen oder Teile eines Wortes. Hier wird "sam" genutzt. Das ist immer noch deutlich kürzer, als "Zusammenhang" vollständig zu schreiben. Hilft aber, z.B. mehrere Wörter mit eingängigen Kürzeln beschreiben zu können.
  • Zeile 12 ist was grundlegend anderes, als Zeile 11. Hier wird aus dem globalen Kontext ein Wort angehängt. In Zeile 11 existiert das "sam" nur im Kontext mit dem Kürzel "z". Auf globaler Ebene existiert es nicht.
  • Auch denkbar ist, dass hinter dem Apostroph ein ganz neues Zeichen auftaucht. Man ist nicht auf das Grundalphabet beschränkt. Auch müssen Wörter nicht wirklich die Buchstaben des Basiswortes übernehmen, man kann es auch auf einen gemeinsamen Sinn hin auslegen. Beispiel: Wenn "V" wie hier in Zeile 1 das Kürzel für "viel" ist, kann z.B. "V'M" für "meistens" stehen und ein "V'e" könnte für "mehr" stehen. Alle Wörter haben einen Sinnzusammenhang, auch wenn sie sich ganz anders schreiben.
  • Mit diesem Konzept ist es auch möglich, Wörter eines bestimmten Kontextes zusammenzufassen, also z.B. 25 häufig verwendete Wörter aus dem wirtschaftlichen Bereich, der Computertechnik oder emotionale Zustände. Das System ist auch problemlos auf hunderte Wörter pro Kontext erweiterbar.

Ich hoffe, ich konnte das Konzept nachvollziehbar beschreiben. Für Software-Entwickler ist das Konzept von privaten und globalen Gültigkeits-Kontexten recht geläufig. Auch hier nutzt man es, um kleine überschaubare Kontexte zu bekommen, die sich nicht ungewollt auf das unüberschaubare große Gesamtsystem auswirken.

Was bedeutet dies jetzt? Man kann ohne viel Mühe, zahlreiche Kontexte eröffnen, in denen man nach immer gleichem Konzept zahlreiche Kürzel erstellt für Wörter, die z.B. einen gleichen Wortstamm haben. Es braucht für die Erstellung neuer Kürzel sozusagen kaum noch Kreativität. Dies hat eine ganz besondere Bedeutung, weil sich so jeder viele neue Kürzel erstellen kann, ohne viel Ahnung von Sprachdesign haben zu müssen.

Wer ein neues Kürzel im globalen Kontext entwickelt, wie oben das "V" oder "z", muss sich sehr genau Gedanken machen, ob das Kürzel konform mit dem Rest der gesamten Schrift ist. Ebenso kann man sich mit einer unglücklichen Wahl eines Kürzels für die Zukunft Möglichkeiten neuer Kürzel verbauen. Auf der Ebene des Subkontextes hingegen ist die Sache einfach und immer wieder nach gleichem Schema: Im einfachen Fall die Nutzung der Buchstaben des Grund-Alphabets. Und selbst neue Zeichen, die man im Subkontext einführen würde, betreffen/stören nie den globalen Kontext.

Eigene Kürzel sind eine ganz wesentliche Sache, um seine eigene Schrift zu kürzen. Einerseits gibt es Wörter, die in allen Fachgebieten viel genutzt werden. Andererseits gibt es aber viele Wörter, die nur in bestimmten Fachgebieten häufig genutzt werden. Schaut man sich Stiefo-Kürzel an, spürt man den wirtschaftlichen Bezug. Es gibt viele Kürzel, die man in der Geschäftskorrespondenz braucht, aber keine Kürzel, die z.B. die emotionale Sprache eines Therapeuten abbilden. In Stiefo eigene Kürzel zu entwickeln, ist schon eine größere Herausforderung, die viel Sprachverständnis braucht. Einzig das Konzept der ganz großen Buchstaben, ist etwas, was von vorn herein für eigene Kürzel reserviert wurde.

Insgesamt bleibt es mit diesem kontextbezogenen System noch recht schreibschnell. Das Apostroph ist schnell gesetzt und ein Buchstabe ist - weil auch eine bekannte Form - recht schnell geschrieben. Auch kann man recht gut den Sinn deuten, falls einem mal ein Kürzel beim Lesen nicht präsent ist. Wenn ich Zeile 4 lese, fällt mir vielleicht das "-mehr" nicht ein, aber ich weiß zumindest, dass es irgendwas mit "viel" zu tun haben muss. Und der Satzkontext gibt meist noch viel her, um etwas deuten zu können. Beispiel: "Es geht nicht nur um die Einsparung, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Qualität." Hier zeigt einem der Satz, dass es sich bei viel... recht wahrscheinlich um "vielmehr" handeln muss.

Das man bei diesem System ein klein wenig Geschwindigkeit einbüßt, soll natürlich nicht verschwiegen werden. Aber das passt genau wieder in die Grundidee hinein: Mit etwas mehr Aufwand beim Schreiben, ein einfach strukturiertes Kurzschriftsystem zu entwickeln. Genau nicht das zu tun, was nahezu alle Steno-Systeme getan haben: Um so schnell wie möglich zu schreiben, den hohen Preis eines extrem komplexen Systems zu zahlen.

04.10.2020 :: Endungen Vereinfachungen es, er, en, em

Im Deutschen hat man viele Endungen mit -es, -er, -en. Hierfür gibt es ja die verschmolzenen Buchstaben, aber bei Endungen ist das gar nicht nötig. Es reicht, einfach ein "s", "r", "n" oder "m" anzuhängen und das "e" wegzulassen.

03.10.2020 :: Endungen

Es gibt zahlreiche Endungen bzw. Suffixe, die von vielen Wörtern genutzt werden. Hier gibt es ein großes Potenzial, zu kürzen. Man braucht für jede Endung nur eine möglichst kurze Schreibweise zu finden, die man dann bei jedem Wort mit dieser Endung nutzt.

Bei Stiefo und Stio war das mit den Endungen wenig systematisch. Jede Endung hatte eine eigene Symbolik, die keinen Bezug zu einer anderen Endung hatte. Auch war es in Stiefo und Stio nicht immer einfach, mehrere Endungen hintereinander zu hängen. Als Beispiel das Wort "Vergesslichkeit". Hier hat man die Endung "-lich" und "-keit" hintereinander hängen. In Stio war aber -lich am Ende nicht koppelbar, so dass man ein -keit nicht hinten anhängen konnte.

Mein Wunsch war, mehr Systematik in die Endungen zu bekommen, weil dies auch das Erlernen vereinfacht. Auch das Erkennen von Endungen wird durch ein einheitliches Muster besser. Ein paar Tage hatte ich keine richtige Idee, wie das zu bewerkstelligen ist. Heute fand ich beim Herumprobieren aber eine Lösung, die mir stimmig und elegant erscheint.

Zur Systematik:

  • Eine Endung endet immer mit einem waagerechten Strich auf der Grundlinie, der etwa ein Kästchen lang ist. Dadurch ist ein Konstrukt am Ende sofort als Endung erkennbar. Nebenher: Viele Menschen neigen auch bei der Langschrift dazu, Wortendungen beim schnellen Schreiben als Strich zu ziehen. Das ist in dieser Hinsicht auch ein naheliegendes Muster.
  • Eine Endung besteht aus einem Buchstaben und dem waagerechten Strich am Ende.
  • Ein Buchstabe ist typisch aus dem Grund-Alphabet, kann aber auch ein neues besonderes Zeichen sein. Damit erreicht man gute Erweiterbarkeit für weitere Endungen.
  • Wo möglich, orientiere ich mich an dem ersten Buchstaben der Endung. Das hat den großen Vorteil, dass es sich leicht lesen lässt und einem einheitlichen Konzept folgt. Das hilft, es sich leichter einzuprägen.

Die erste Endung "-ung" nimmt den ersten Buchstaben "u" der Endung und hängt einen waagerechten Strich hinten an. Beim Lesen von Endungen weiß man, dass der Buchstabe vor dem waagerechten Strich zur Endung gehört, womit die Sache eindeutig wird.

Natürlich klappt das mit dem ersten Buchstaben nicht immer, dann braucht es Alternativen. Bei "-ion" ging es nicht auf, aber man spricht ja eigentlich "jon", wie z.B. bei "Union" = "un-jon". Also hab ich hier das "j" verwendet.

Bei "-los" hab ich den zweiten Buchstaben "o" verwendet.

Bei "-haft" hab ich ein neues Zeichen eingeführt, eine Verschmelzung von "h" und "a". Getrennt geschrieben hätte man bei einem "h" erstmal einen waagerechten Strich nach rechts und würde dann erst zum "a" ansetzen. Diese Form gibt es also so noch nicht, womit es ein neues Zeichen ist. Es entspricht in der Verschmelzung also "ha", was die ersten beiden Buchstaben der Endung sind.

Bei "-mal" kommt die Besonderheit hinzu, dass man dieses auch als Kürzel für das Wort "mal" verwenden kann.

Bei "-ismus" ist es auch wieder ein neues Zeichen, ein großes "M", was ein halb unter die Grundlinie geht. Die Schleife ergibt sich dann zwangsläufig, um zum waagerechten Strich weiter zu gehen. Theoretisch hätte man sie auch weglassen können, in dem man wie bei einem "o" ohne Schleife weiter schreibt.

Bei "-ismen" zeigt sich schön, wie man an all diese Endungen noch weitere Endungen anhängen kann, was ja wichtig ist. Hier wurde an "-ismus" ein "n" angehängt, was dann für "-ismen" steht. Genauso kann man bei "-ung" ein "n" dranhängen, um z.B. "Unterhaltungen" zu schreiben. Weitere typische Endungen, die man noch hinten an hängt wären "-st", "-ste", "-sten", "-es", "-er", "-e".

Auch ist es bei diesem System möglich, mehrere Endungen hintereinander zu koppeln. Auch wenn der waagerechte Strich nicht ganz am Ende steht, ist eine Endung als Endung erkennbar. Denn diesen waagerechten Strich gibt es ansonsten nicht im normalen Buchstaben-Textfluss.

Wie bei Stiefo auch, wurden Endungen wie "-ung" und "-igung" zusammengefasst. Stiefo hat gezeigt, dass das problemlos möglich ist. Beim Lesen erkennt man schnell, dass nicht "Einkeit" gemeint sein kann, sondern "Einigkeit", nicht "Beschäftung" sondern "Beschäftigung".

Bei "-ig/-isch" ist anzumerken, dass es phonetisch "-ich/-isch" ist, "ig" wird ja immer wie "ich" gesprochen, zumindest standardsprachlich und wenn "-ig" wirklich am Ende eines Wortes steht. Folgt noch ein "-lich" wie bei "led-ig-lich", wird es mit "ig" gesprochen, aber in diesem Fall würde ich "ledig-" ausschreiben und dann nur noch die Endung "-lich" hinten anhängen.

Es bietet sich an, die Endung "-ig/-isch" auch einfach als Kürzel für das Wort "ich" zu verwenden.

Weblinks:

30.09.2020 :: Mathematische Symbole

Schon bei Stio hab ich mit mathematischen Symbolen experimentiert. Stif soll ja leicht erlernbar sein. Insofern kann es gut sein, auf bewährte und bekannte Symbole zurück zugreifen. Man kann sie mit leicht anderen Bedeutungen belegen, die aber naheliegend sein sollen. Und diese Symbole müssen sich in den Stif-Gesamtkontext integrieren lassen.

Folgende Ideen:

Das ODER und das UND sind Zeichen, die man als Logiksymbole auch schon direkt als ODER bzw. UND kennt. Sie sind zwar im Allgemeinen nicht geläufig, aber sie lassen sich gut in STIF integrieren, so dass es Sinn macht, auf etwas bereits Vorhandenes zurück zugreifen. Als Merkhilfe: [O]der ist [O]ben offen. [U]nd ist [Unten] offen.

Das NICHT Zeichen ist auch ein gängiges Logiksymbol. Hier schreibe ich es auch auf normaler Höhe, wie gebräuchlich, es steht also auf der Grundlinie.

Ein Wort, was auch oft gebraucht wird und ganz ähnlich: "Nichts". Gleiches Symbol, aber eine halbe Stufe nach unten, es beginnt also auf der Grundlinie und geht dann eine halbe Stufe nach unten.

Ein Wort, was ebenso ähnlich ist: "Kein". Gleiches Symbol, aber eine halbe Stufe nach oben. Vom Wort "kein" gibt es Variationen, z.B. keine, keiner, keineswegs, keinesfalls. Das Symbol ist allerdings nur wenig variabel, so dass man andere Formen damit nur schwer unterbringen kann. Die Variation keine und keiner kann aber direkt aus dem Rest des Satzes erkannt werden, dafür braucht es keine Modifikation des Kürzels.

Änderung: Kein wird ersetzt durch "nichtig". Grund: Es passt konsistenter zu den anderen beiden Worten. Gleichzeitig lässt sich "Kein" durch die Kombination von K+ das neu eingeführte Zeichen "ein" kürzen.

Ich habe alle 3 Wörter für dieses Zeichen so gewählt, dass bei einer Verwechselung kein großes Drama entsteht. Würde man also undeutlich schreiben, würde aus "nicht" ein "nichts" oder ein "kein" enstehen, womit keine völlig andere Bedeutung entsteht. Zumdindest enstehen keine gefährlichen Verwechselungen.

Warum "nichts" unten und "kein" oben steht, dafür habe ich keinen Grund, das war willkürlich.

Das Gleichheitszeichen "=" habe ich bei Stio schon für das Wort "gleich" verwendet. Das erscheint mir auch sinnig und naheliegend. Weil jeder dieses Zeichen schon oft geschrieben hat, ist es auch ohne weitere Übung schreibflüssig.

Das Wort "Vergleich" ist eine Verschmelzung des Stif-Buchstaben "f" und dem "Gleichheitszeichen". In Stio hatte ich es nicht verschmolzen, sondern hintereinander geschrieben, mir erscheint jetzt aber die Verschmelzung angemessener. Man könnte jetzt nämlich sogar bei dem "f" weiter schreiben oder weitere Kürzel entwickeln, z.B. für "vergleichen", "vergleichsweise", "vergleichend" oder "vergleichbar". Ein "nd" an das f-Zeichen gehängt könnte z.B. das Kürzel für "vergleichend" sein.

Das Tilde-Zeichen für "ungefähr" kennt auch jeder. Mathematisch korrekt ist die Doppel-Tilde, aber die einzelne Tilde ist aus Vereinfachungsgründen auch oft üblich. Die beiden Wörter "etwa" und "ungefähr" darf man denke ich gleichsetzen und beide mit diesem Zeichen meinen. Die Tilde befindet sich auf der Grundlinie.

Auch hier gibt es, wie bei "nicht" und "nichts" auch das Wort "etwas", was ich in Analogie dazu auch tiefer gesetzt habe.

Eine Tilde nach oben gesetzt ist das ähnliche Wort "vielleicht". Auch hier habe ich 3 Wörter gewählt, die sich ähnlich sind, um schwere Verwechselungen zu vermeiden.

27.09.2020 :: Neue Buchstaben für en, es, er

Gerade bei Endungen hat man oft diese Buchstabenkombinationen. Aber auch innerhalb von Wörtern findet man sie. Bei Endungen kann es sein, dass sie auch Teil einer Mehrfachendung sind, z.B. in "Herz-lich-keit-en". Hier hat man gleich 3 Endungen, die hintereinander hängen und für die es später Kürzel geben wird: "lich", "keit", "en". Umgedreht geht es auch, z.B. in "Befang-en-heit". Das zeigt, dass "en" wie ein normaler Buchstabe koppelbar sein muss. Bei Endungen, die wirklich immer nur am Ende eines Wortes stehen, ist das ja nicht der Fall, die müssen am Ende nicht koppelbar sein, weil diese wirklich immer das Ende des Wortes darstellen.

Es war sehr verlockend, bei en, es und er wieder mit Verschmelzungen zu arbeiten. So ergeben sich aus einer rechten Punktschleife und dem ursprünglichen Konsonanten ganz einfach 3 neue Buchstaben, die man recht flüssig schreiben kann.

Konzeptionell muss man hier wirklich in der Kategorie "neuer Buchstabe" denken. Es wird also nicht ein Vokal einfach über die Grundlinie gezogen, wo er eigentlich nicht hingehört. Es wird vielmehr ein neuer Buchstabe aus der Verschmelzung einer Punktschleife und eines Konsonanten gebildet. Das könnte man als völlig unabhängig vom "e" als Neuschöpfung betrachten, aber intuitiv ist es natürlich sehr gut erkennbar, was es bedeutet. Das ist vor allem für Anfänger gut, später spielt es eigentlich keine Rolle, wie intuitiv etwas ist, da kommt es nur noch auf Unterscheidbarkeit zu anderen Zeichen an. Man prägt sich ja jede neue Form recht bald ein.

Diese neu[en] Buchstab[en] kann man nun üb[er]all v[er]w[en]d[en]. Das dürfte die Schreibgeschwindigkeit ein Stück erhöhen, der Platzbedarf reduziert sich auch etwas. Ein wenig unsicher bin ich mir, ob so ein Zeichen zu komprimiert ist, die Details also zu fein bzw. klein sind, um sie zügig zu schreiben. Das wird sich erst in der Praxis zeigen.