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Winfried Mueller :: reintechnisch.de

30.08.2020 :: Materialtest Microfaser Bodentuch

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Ein Material, was ich sehr gerne für Masken verwende, ist das Real Mikrofaser Geschirrtuch. Es ist ähnlich wie Evolon, ein Mikrofaser-Vlies und filtert recht gut. Dabei ist der Atemwiderstand noch recht gering, deutlich niedriger, als Evolon 100.

Es hat den Anschein, als ob Real nicht mehr damit beliefert wird. Ich hatte immer mal wieder eins mitgenommen, das Regal leerte sich über die Wochen und nun ist nichts mehr da.

Gestern war ich in einem Restpostenladen von Thomas Philipps. Solche Läden sind immer super, um nach Materialien Ausschau zu halten, die sich für den Maskenbau eignen. Ich entdeckte ein Microfaser Bodentuch, wo ich sofort dachte: "Das kennst du doch!" Es sieht dem Real-Tuch verblüffend ähnlich. Das es auch ein Mikrofaser-Vlies ist, sah ich sofort. Sowas findet man in den Geschäften nur selten. Also gleich mal 5 Stück mitgenommen, zumal der Preis mit 1 Euro sehr günstig ist. Sehr schön auch, dass hier das Tuch nicht mit blöden Plastiknadeln durchstochen ist, wie das bei Real der Fall war.

Neben dem weiß-blauem Tuch gabs auch ein vollständig gelbes Tuch. Identische Verpackung, es sah aber kleiner aus und wirkte auch leichter.

Beim Test zu Hause war ich mir ziemlich sicher: Das blau-weiße Tuch scheint identisch zu sein. Mit 82 Pa hat es einen etwas höheren Atemwiderstand (Real 61 Pa), aber das können noch normale Produktschwankungen sein. Das gelbe Tuch hingegen ist deutlich dünner, damit auch etwas löchriger, hat aber nur 48 Pa Atemwiderstand. Das könnte man also sogar doppelt verwenden.

Mit dem Süßstoff-Atemtester ist das weiß-blaue Tuch, wie erwartet gut und liegt auch hier im Bereich des Real Tuches. Das gelbe Tuch ist etwas schlechter, man spürt noch leicht Süße, aber immer noch recht gut. Wenn man das doppelt nimmt, dürfte es sehr gut abschneiden.

Leider gabs von beiden Tüchern nur noch ganz wenige. Ob die nochmal nachkommen, weiß man nicht.

Das blau-weiße Tuch hatte übrigens Übergröße. Auf der Verpackung steht 36x51 cm, in Wirklichkeit waren es 45x50 cm. Die Länge war auch bei den Real-Tüchern immer etwas zu kurz. Interessanterweise sind die damit ganz genauso groß, wie die Real-Tücher, die mit 45x51 angegeben sind. Das gelbe Tuch hingegen hat in etwa die angegebene Größe von 36x51, ist also deutlich kleiner.

Hersteller ist http://www.ana-aqualine.de. Dieser scheint sie aber nicht mehr im Programm zu haben. Vermutlich ist das auch der Grund, warum sie jetzt der Restpostenhändler Philipps im Sortiment hat.

28.08.2020 :: Umwelt-Bundesamt: Lüftungsmaßnahmen in Innenräumen

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Ein hilfreiches Dokument, um Hygienekonzepte in Innenräumen zu planen. In Bezug auf Masken: Auch in Innenräumen helfen Masken, die Virenkonzentration in der Luft deutlich zu reduzieren. Gerade auch dann, wenn Menschen im Raum husten oder niesen.


25.08.2020 :: Masken - Die Gesamtkonstruktion entscheidet

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Letztens kaufte ich bei Action.com testweise diese Stoffmaske, die mit knapp 3 Euro preislich sehr günstig war. Zudem schien sie mir gut verarbeitet. Die professionelle Verpackung zeigte, dass sie aus Massenfertigung stammt und in China produziert wurde.

Vieles ist wirklich gut gelungen. Außen eine recht feste und dichte Jersey-Strickware aus 100% Polyester, nahezu blickdicht. Innen eine Lage eines dünneren elastischen Materials, mit kleinen Löchern, wie man es von Sport-Funktionskleidung her kennt, auch Polyester. Dann noch ein dritte Lage aus gleichem leichten Innenfuttermaterial, welch seitlich nicht vernäht ist. Dadurch kann man einen Filter einschieben.

Für besagte 3 Euro bekommt man sogar noch 5 Filter mit dazu, die mit PM2.5 gelabelt sind. Das sind recht verbreitete Filter, die schon vor Corona in Massen produziert wurden und vor allem gegen Umwelt-Smog und Feinstaub schützen sollen. Das Format gibt es von zahlreichen chinesischen Herstellern. PM2.5 bedeutet, dass die bis 2,5µm Feinstaub wirksam sein sollen.

Die Gummis sind schön flexibel und haben Silikon-Kordelstopper, wie ich sie letztens hier vorgestellt hatte. Damit lässt sich die Länge der Gummis optimal einstellen.

Der Schnitt der Maske ist gut, es handelt sich um das in Deutschland sehr verbreitete Schnittmuster mit einer Mittelnaht. Die Maske gab es sogar in 2 Größen, in M und L/XL.

Die Nähte sind alle sehr sauber, waschbar ist sie bis 60 Grad. Insgesamt finde ich es ein gelungenes Produkt, wenn es um den reinen Schutz vor Tröpfcheninfektion geht. Was fehlt, ist ein einfaches Erkennungsmerkmal, was oben und unten ist. Weil der Schnitt aber fast symmetrisch ist, ist es auch fast egal, wie herum man die aufsetzt. Ein Nasendraht fehlt auch, was aber den Vorteil hat, dass man sie wie ein Taschentuch in die Hosentasche knuddeln kann. Auch ohne Nasendraht neigt der Schnitt nicht dazu, dass sie einem von der Nase rutscht.

Will man etwas mehr als Tröpfchenschutz, was der Filter ja nun auch suggeriert, kommt allerdings das unausgewogene Konzept der Maske zum Vorschein.

Der Filter selbst filtert wirklich ausgesprochen gut, mit dem Süßstofftester ist nichts zu schmecken. Der liegt also im Bereich von FFP2-Masken. Insgesamt besteht er aus 5 Schichten: 2 Außenlagen Spinnvlies, 2 Lagen Meltblown-Filtermaterial, 1 Mittellage Aktivkohlevlies. Letzteres braucht es für Corona nicht, es fängt eher schädliche Gase aus der Umwelt. Die Hauptfilterwirkung wird durch die beiden Meltblown-Schichten erbracht.

Nun ist es aber so, dass der Atemwiderstand dieses Filters schon relativ hoch ist. Er wird wohl so um 100-150 Pa @50cm² @32l/min liegen. Die Maske selbst atmet sich relativ leicht und wird wohl bei 40Pa liegen.

Legt man den Filter nun ein, fällt erstmal auf, dass der wesentlich kleiner ist, als die Atemfläche der Maske. Der Filter ist ca. 80x117mm. Statt 80mm bräuchte man eigentlich 120-140mm, um die ganze atembare Fläche zu überdecken. Von der Breite bräuchte man statt 117mm eher so 200mm.

Was passiert nun, wenn man den Filter einlegt? Die Luft sucht sich ja den Weg des geringsten Widerstandes. Weil die Maske über keinen Nasendraht verfügt, ist sie oben rechts und links von der Nase offen. Mit eingelegtem Filter wird also ein wesentlicher Teil der normalen Atemfläche recht dicht gemacht und die meiste Luft zieht nun über die Undichtheiten der Maske und noch etwas durch die Bereiche, wo der Filter nicht liegt. Es würde mich wundern, wenn mehr als 10 % der Luft wirklich durch den Filter geht. Ich hab das auch mit dem Süßstofftester verifiziert, von der guten Filterwirkung des Filters selbst ist in der Maske nichts zu spüren.

Die Situation ist also filtertechnisch gesehen absurd. Es kann sogar sein, dass die Gesamtfilterleistung sinkt, wenn man den Filter drin hat. Denn vorher zog noch etwas mehr Luft durch den recht offenen Stoff, jetzt zieht die meiste Luft aber völlig ungefiltert durch die offenen Bereiche um die Nase.

Das ist übrigens ein Schwachpunkt bei vielen Masken mit einlegbarem Filter: Die Filter müssten wirklich bis zum Rand der Maske rundherum reichen, damit nichts an dem Filtermaterial vorbeiströmt. Dies ist aber nur schwer umzusetzen.

Der zweite Schwachpunkt, ein fehlender Nasendraht, macht vieles zunichte. Brillenträger bekommen so auch eine beschlagene Brille.

Hier zeigt sich, dass es nicht reicht, einen Filter irgendwie mit einer Stoffmaske zu kombinieren. Es kommt auf viele Details an, die aus so einer Kombination wirklich eine gut filternde Maske machen. Die Einzelkomponenten sind hier durchaus gut, aber die Kombination funktioniert so nicht.

Solche Mängel entstehen oft aus fehlendem filtertechnischen Know-How. Es sind eben Firmen, die sonst Kleider nähen und für die Masken Neuland sind. Weil auch der Kunde die Qualität nicht abschätzen kann, entsteht kein Druck auf die Hersteller, bessere Ware zu produzieren. Zumindest ist das derzeit noch so. Es kann sein, dass irgendwann seriöse Produkttests gemacht werden, in denen die Schwachstellen dann auffallen.

Lässt sich was pimpen? Ein Nasendraht kann man sich noch recht einfach an- oder einnähen. Filtern tut sie ohne diesen Einlegefilter, wie auch andere Stoffmasken, irgendwo im mittleren Bereich, was man von Stoff erwarten kann. Man könnte noch ein passend geschnittenes SMS-Filtermaterial einlegen, was über die ganze Maskenlänge und Höhe geht. Dafür bietet sich auch das Material eines Einmal-Mund-Nasenschutzes an. Das könnte ingesamt zu einer ganz gut filterbaren Maske führen.

Für wen der Schutz vor Tröpfcheninfektion ausreicht, verzichtet auf all das, lässt den Filter raus und hat eine recht brauchbare Stoffmaske. Schiebt man sie oben etwas unter die Brille (falls vorhanden), beschlägt diese auch nur recht wenig.


22.08.2020 :: SMS-Vlies von Action

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Action.com hat in seinen Läden gerade Filter-Material für Masken. Ich habe das testweise mal mitgenommen.

In der Tüte befinden sich 5 Blätter Filtermaterial für 3,99 Eur. Offiziell sind die 19x20cm groß, nachgemessen mit 20x21cm etwas größer. Das weiße Material ist ungefähr 0,23mm dick und hat das typische gepunktete Schweißmuster. Es handelt sich um ein SMS-Material, also 2 Außenlagen Spinnvlies und in der Mitte ein sehr feines Meltblown, was die eigentliche Filterschicht ist.

Die Filterwirkung ist ausgezeichnet, beim Süßstofftester kommt nichts hindurch. Der Hersteller gibt 90% Filtereffizienz bei Bakterien an (EN 14683, mittlere Partikelgröße 3µm).

Der Atemwiderstand ist für ein reines Filtermaterial relativ hoch. Es liegt bei 80 Pa @32l/min @50cm². Da sollte nicht mehr viel oben drauf kommen für eine komplette Maske. Als alleiniges Material ist es durchaus nutzbar, ähnlich wie das Papstar-Material. Es sollte dann lediglich noch stabilisiert werden, z.B. durch das Netzgewebe, was ich hier vorgestellt hatte.

Leider ist es für das Schnittmuster der Luna-Maske ein wenig zu klein. Man könnte den Schnitt aber anpassen, so dass es gerade so reicht. Eine 3-Falten-Maske ist damit problemlos möglich.

Als Einlegefilter für Stoffmasken kann man es verwenden, dann sollte der Stoff aber sehr gut durchlässig sein. Persönlich halte ich nicht viel von einschiebbaren Filtern für Stoffmasken, weil diese nicht wirklich rundherum dicht abschließen. So zieht dann viel Luft am Filter vorbei, weil sich die Luft ja immer den Weg des geringsten Widerstandes sucht.

Der Hersteller gibt an, dass das Material 25 mal gewaschen werden kann bei Temperaturen von 60 Grad. Das entspricht auch meinen Erfahrungen bei PP-Vliesmaterialien. Gebügelt werden darf es nicht. Es besteht aus 100% PP, was ja recht wärmempfindlich ist. Ab so etwa 120 Grad fängt es an zu schmelzen, vor allem kann aber das Material dabei geschädigt werden, man weiß dann nicht mehr, wie gut die Filterqualität noch ist.

Der Hersteller Deltrian hat seinen Sitz in Belgien und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Filter-Technologien.

Weblinks:


21.08.2020 :: Maske Papstar Vlies + Netzgewebe

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Die Papstar Soft-Selection Einmaltischdecken hatte ich vor Wochen schon vorgestellt. Es ist ein sehr gut filterndes Material, allerdings auch sehr dünn und deshalb wenig formstabil.

Materialien zu finden, die Formstabilität in Masken bringen, ist eine ganz kniffelige Angelegenheit. Bei der Suche nach einem geeigneten Material fiel mir letztens eine Strandmatte bei Action.com auf. Man findet sie auch von anderen Anbietern unter dem Begriff "Strandmatte sandfrei". Vom Material sind es 2 Lagen Netzstoff mit etwa 2mm Lochgröße. Das Interessante: Das Netzgewirk, was aus PES besteht, ist recht sperrig und steif. Das machte es zu einem interessanten Kandidaten. Noch dazu erhöht ein Netzstoff natürlich null den Atemwiderstand.

Also hab ich mich ans Werk gemacht und Papstar mit diesem Netzstoff vernäht. Dann den Tunnel oben genäht und die Falten gelegt und vernäht.

Zum Schluss dann ein Satin-Schrägband, um die Kante zu verstärken und abzudecken.

Druckknöpfe oben für das Gummiband kamen dann auch noch dran. Und natürlich steckt oben im Tunnel auch ein wenig Polstervlies und ein Aludraht 1x5mm in 10cm Länge.

Der erste Test ist positiv. Das Material scheint stabil genug zu sein. Jetzt kommt der Praxistest, wie sich diese Kombination bewährt.

Nachtrag 10.09.2020: Das Material verliert mit der Zeit definitiv seine Steifigkeit. Das ist eine unschöne Erkenntnis. Wie schnell das geht, hängt viel davon ab, wie sehr es mechanisch "geknuddelt" wird. In der Waschmaschine verliert ein Material oft schnell an Steifigkeit, weil es hier viel durchgewalkt wird. Insofern hatte ich auch eher auf vorsichtige Handwäsche gesetzt. Weitere Test müssen zeigen, ob das Material zu schnell zu weich wird.

Weblinks:


20.08.2020 :: Dose zur Aufbewahrung Masken

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Nachdem klar war, wie groß etwa eine Dose sein muss, um Luna-Masken knicksicher aufzubewahren, hab ich meine Augen offen gehalten, um etwas Passendes zu finden. Wie schon geschrieben, eignen sich grundsätzlich Pringels-Dosen gut, die man auch etwas kürzen kann.

Jetzt fand ich bei Action eine optimale Blechdose. Mit einem Außen-Durchmesser von 76mm und einer Länge von 178mm ist sie eigentlich zu klein. Denn es bleiben innen nur etwa 72mm Durchmeser und 150mm Länge. Trotzdem habe ich bei einem Test festgestellt, dass man die Maske ja noch etwas drücken kann, ohne das Knicke entstehen. Und dann passt sie ziemlich genau rein.

Damit ist diese Dose optimal: Sie ist so klein wie möglich, ohne dabei die Maske durch Knicke zu beschädigen. Auch die 3-Faltenmaske aus AMF80 passt da noch gerade so hinein.

Mit 82 Cent ist die Blechdose super preisgünstig. Die Verarbeitung ist gut. Es gibt sie in 4 Farben, was in der Familie sehr gut ist, damit jeder seine eigene Farbe hat und es zu keinen Verwechselungen kommt.

Leider hab ich mir nur 2 Stück mitgenommen, da werde ich demnächst noch etwas aufstocken.

Nachtrag 29.08.2020: Ich habe herausgefunden, dass es einen Anwendungsfall gibt, für den genau passende Dosen hergestellt werden: Kaffeepad-Dosen. Unter diesem Begriff findet man zahlreiche Ausführungen. Heute im Thomas Philipps Restpostenladen gabs solche Dosen für 1 Euro das Stück.

Nachtrag 29.08.2020: Es gibt recht hohe Coffee To Go Becher, die auch passen sollten.

Weblinks:


18.08.2020 :: Masken aufbewahren und transportieren

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Beim Design von Masken muss man nicht nur bedenken, wie gut man sie tragen kann. Es braucht auch praxistaugliche Konzepte, wie man sie aufbewahrt, wenn man sie nicht auf hat.

Bei diesem Aspekt laufen 2 Anforderungen oft gegeneinander: Je besser Masken filtern und sitzen, um so schlechter sind sie aufzubewahren.

Ein Beispiel: Eine Stoffmaske ohne Nasendraht kann man wie ein Taschentuch zusammenknüllen. Das Stück Stoff braucht auch nur ganz geringen Platz in einer Tasche. Das Handling ist als sehr einfach. Selbst unter das Kinn kann man so eine Maske ganz einfach ziehen, mal abgesehen davon, ob das aus hygienische Sicht sinnvoll ist. Die Filterwirkung ist hingegen schlecht, weil jede Menge Luft am Stoff vorbeizieht. Gleichzeitig beschlägt oft auch die Brille.

Bei FFP2-Masken gibt es hingegen welche, die recht starr die Gesichtsform abbilden. Man kann sie nicht zusammenfalten und sie dürfen in der Tasche auch nicht sonderlich belastet werden, sonst zerknicken sie und werden schnell unbrauchbar. Sie benötigen auch viel Volumen in der Tasche.

Man kann so grob sagen: Je höher das Sicherheitsbedürfnis, um so unpraktischer wird das Verstauen der Maske. Das fängt schon mit dem Nasendraht an. Wer auf einen gut eingstellten Nasendraht wert legt, der möchte ihn auch nicht verbiegen. Das bedeutet dann, dass man ein Maske in irgendeinem Hardcover bzw. festen Behälter lagern muss. Und weil man oft keinen optimal passenden Behälter findet, ist der Platzbedarf recht groß.

Neben dem Nasendraht hängt viel am Material und am Schnitt:

  • Die klassische 3-Faltenmaske aus Stoff lässt sich relativ flach und schmal legen. Man muss nur seitlich ziehen, dann legen sich die Falten über die ganze Länge. Lediglich der Nasendraht fügt sich da nicht so recht ein, insofern dieser etwas stabiler ist.
  • Eine klassische 3-Faltenmaske aus AMF80 Vlies sollte man möglichst so in Form lassen, wie man sie auch aufsetzt. Das Material ist knickempfindlich. Genaugenommen macht dem Material ein Knick nichts, aber das kann den guten Sitz der Maske stören.
  • Eine Maske im Luna-Design ist so vernäht, dass man sie nicht komplett flach legen kann, wie das bei einer 3-Faltenmaske der Fall ist. Dafür hat sie bei Nutzung einen wesentlich besseren Sitz und dichtet besser am Gesicht ab. Fertigt man sie aus AMF80, sollte man sie möglichst in einem Hardcover lagen, so dass keine Knicke rein kommen. Nutzt man Stoff, der mit Vlieseline stabilisiert wurde, sollte man auch hier Knicke vermeiden. Besteht sie z.B. nur aus Evolon oder einem Stoff, kann man sie noch recht gut zusammenlegen, aber dann hat man oft Probleme mit der Formstabilität bei der Nutzung.

Man kann eine gewisse Parallele sehen: Es gibt Masken, die man wie eine Mütze in jede Tasche stecken kann. Und es gibt Masken, die man wie Hüte behandeln muss. Sie dürfen nicht zedrückt werden.

Weil mir Masken wichtig sind, die wirklich gut filtern, habe ich mich auf Hardcover eingestellt und ich habe den Platz dafür auch im Rucksack. Für Notfälle hingegen habe ich immer eine Maske dabei, die ich ganz klein zusammenknüllen kann.

Bei der Frage, was sich als Hardcover eignet, ein paar Ideen:

  • Brotdosen aus Kunststoff können passen. Meist sind sie etwas zu kurz oder aber auch zu groß.
  • Eine gute schlange Alternative ist eine Pringels-Dose. Der Durchmesser liegt außen bei etwa 80mm. Hier passen Luna-Masken wie auch 3-Faltenmasken aus AMF80 oder anderen knickempfindlichen Materialien rein.
  • Etwas mehr Platz bringt noch eine Dose Caro-Kaffee-Dose mit 200g Inhalt. Diese Dose ist oval geformt, was für die Maskenaufbewahrung optimal ist.
  • Als Verpackungsmaterial gibt es Pappröhren, um z.B. größere Fotoposter zu transportieren. Diese gibt es auch mit 80mm Außendurchmesser. Man kann sie problemlos auf Länge sägen (Säge mit feinen Zähnen, z.B. Japansäge). Die Plastikdeckel lassen sich auch nach Kürzung noch stecken.
  • Ein riesen Sortiment Frischhaltedosen (wie z.B. Tupperdosen oder Lock&Lock) ist am Markt verfügbar. Evtl. findet man hier eine halbwegs passende Form.
  • Man könnte eine Plastik Pfandflasche (die sind etwas stabiler) oben absägen. In der Tasche lässt man sie oben auch offen, das sollte in der Regel nicht stören. Rundherum ist die Maske aber gegen Knicke geschützt.

WICHTIG: Zu Hause sollte man einen Maskenbehälter zügig öffnen, damit Luft rankommen kann und eine Restfeuchte in der Maske abtrocken kann.

Weblinks:


17.08.2020 :: Gummilängenversteller / Kordelstopper

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Masken brauchen eine passende Gummilänge, besonders wenn die Haltegummis über die Ohren gehen. Sind sie zu kurz, drücken sie schnell, sind sie zu lang, liegt die Maske nicht ordentlich an oder rutscht herunter.

Eine Universallänge gibt es nicht, hier ist wirklich Maßarbeit gefragt. Wenn man für andere Masken näht, wo man nicht Maß nehmen kann, braucht es eine Einstellmöglichkeit.

Eine Einstellmöglichkeit hat auch den Vorteil, dass man nachjustieren kann, wenn die Gummis mit der Zeit etwas ausleiern.

Bisher hatte ich mir immer so beholfen: Eine Seite wird angenäht und die andere Seite durch eine Schlaufe an der Maske gezogen. Hier wird dann mit einem kleinen Kabelbinder fixiert. Nachteil ist, dass man den Kabelbinder aufschneiden muss, um neu zu justieren. Ich suchte nach einer einfacheren Möglichkeit.

Die neue Lösung sieht so aus: Man näht den Ohrgummi etwas länger, als benötigt. Dann zieht man hinten mittig ein Stück Silikonschlauch auf. Dieser ist so fest, dass er von alleine nicht verrutscht, man ihn aber mit den Fingern und etwas Zug noch verschieben kann.

Bei mir war passend:

Wirklich gute Gummilitze für Ohrgummis findet man selten. Die verlinkte Litze empfinde ich optimal, hab da auch lange nach gesucht. Zu Zeiten des Lockdowns war sowieso alles vergriffen, kann sein, dass man mittlerweile auch anderswo etwas Ähnliches findet.

Den Silikonschlauch schneidet man so etwa 10mm lang ab. Die optimale Länge muss ich noch herausfinden. Bei aufgesetzter Maske ist der Schlauch dann hinterm Ohr und sollte dort auch nicht drücken.

Beim Auf- und Absetzen hat dieser Stummel einen weiteren Vorteil: Man hat einen Griff zum Anfassen der Gummis.

Einfädeln: Das geht gut mit einer dünnen Drahtschlaufe. Im einfachsten Fall eine dünne Büroklammer zurechtbiegen.

Ich hab gesehen, dass es sowas auch als fertiges Produkt gibt, nennt sich "Kordelstopper Silikon". Zu finden bei den üblichen Verdächtigen: Amazon, Ebay, Alibaba. Bei denen weiß man aber oft nicht, für welche Gummidurchmesser die geeignet sind.


16.08.2020 :: 3-Falten-Maske aus AMF80

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Das 80g Feinfaservlies von AMF eignet sich grundsätzlich für Masken. Ich wollte mal schauen, ob man daraus eine normale 3-Falten-Maske gut bauen kann. Das Ergebnis ist ganz brauchbar.

Das Material lässt sich leicht verarbeiten. Weil keine Kanten versäubert werden müssen, geht die Fertigung sehr schnell. Mit 4 Nähten ist man bereits fertig. Im oberen Tunnel hab ich zusätzlich ein weiche Vlies eingearbeitet. Es ist auch von AMF und nennt sich Nähvlies. Einfach einen Streifen von 13mm x 140mm dazwischen legen und dann die Naht ziehen.

Das Material ist gegenüber Stoff recht steif, zumindest am Anfang. Das hat den Vorteil, dass die Maske formstabil bleibt, auch beim Einatmen. Je weniger man das Material knickt und drückt, um so länger bleibt es auch so formstabil. Insofern sollte man die Maske bei Nichtbenutzung dann in einer Dose aufbewahren, wo es für Druck geschützt ist. Ähnlich, wie man auch Brillen aufbewahrt. Bei dieser Maskenform eignen sich auch runde Behälter, z.B. eine gekürzte Pringels-Dose.

Nachteilig ist die Steifheit etwas, was einen dichten Sitz seitlich angeht. Man kann die anfangs etwas zurechtdrücken, dann kann ein recht dichter Sitz durchaus gelingen. Mit der Zeit passt sie sich dann noch besser an. Sie sitzt aber auch nicht schlechter, als die normalen Einweg-Mund-Nasenschutze.

Das Material ist problemlos waschbar, auch bis 90 Grad. Durch waschen wird es mit der Zeit weicher. Persönlich würde ich schonende Handwäsche vorziehen. Ich hab aber auch schon Versuche in der Waschmaschine bei 40/60 Grad gemacht. Nach 12 Wäschen ist das Material zwar deutlich weicher, aber immer noch ohne Abnutzungserscheinungen.

Der Atemwiderstand ist sehr gering und man schwitzt nur wenig unter der Maske. Für den Sommer als sehr gut geeignet.

Was das Filtervermögen angeht: Ähnlich wie 2 lagige Baumwollmasken, für Tröpfcheninfektionsschutz völlig ausreichend. Für Aerosole nur mittelmäßig. Hier fehlt einfach eine Meltblown-Schicht. Es wäre aber möglich, mit Meltblown-Material zu kombinieren, was es ja auch bei AMF gibt. Wobei fraglich ist, ob das bei einer 3-Faltenmaske wirklich Sinn macht. Dieser Maskentyp schließt nicht sonderlich gut ab. Je dichter das Material, um so mehr atmet man Luft nebenher am Filter vorbei. So kann das Gesamtergebnis sogar schlechter werden, wenn man zusätzlich Meltblown nutzt.

Kleine Optimierung: 3-Faltenmasken liegen oft im Kinnbereich nicht dicht an. Hier kann man unten mittig einen Abnäher machen.

Weblinks:


14.08.2020 :: Maske aus Evolon farbig + AMF80

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Ich hab jetzt mal eine Maske mit dem Luna-Schnittmuster aus bedrucktem Evolon 100 Material außen und dem AMF 80g Feinfaservlies innen gebastelt.

Diese Kombination ist recht interessant: Innen stabilisiert das AMF80 recht gut, so dass es einem nicht vor Mund und Nase zieht. Außen hat man schöne frische Farben durch das Evo100. Gleichzeitig filtert Evo100 sehr gut, so dass man hier schon einen guten Schutz vor Aerosolen hat. Der Atemwiderstand ist etwas höher, aber ich finde, noch gut zu atmen. Er liegt im Bereich von FFP2-Masken. Beide Materialien sind bis 90 Grad waschbar. Weil sie nicht ausfransen, braucht es keine Randversäuberung.

Im Nasenbereich wieder Aluflachdraht 1x5 mm in 100 mm Länge, Enden schön verrundet. Zur leichten Polsterung im Nasenbereich noch etwas Nähvlies von AMF (ähnlich Thermolam) eingenäht. Gummiband dann mit Plastik-Druckknöpfen angebracht, die man mit Zange schnell befestigt bekommt.

Weblinks Materialien:


10.08.2020 :: Wirksamkeit von Masken

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So richtig harte Fakten über die Wirksamkeit von Masken gibt es noch nicht, aber vieles deutet darauf hin, dass Masken einen recht hohen Schutzeffekt haben, selbst schon einfache Einmal-Mund-Nasenschutze.

Hier ein Artikel, in dem auf die letzte Metastudie Bezug genommen wird:


09.08.2020 :: Stoff steif machen

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Das große Problem beim Maskenbau ist die Steifigkeit vom Stoff. Eine Maske, die wirklich dicht anliegt und die auch gut filtert, wird mit einem gewissen Unterdruck beim Einatmen belastet. Im ungünstigen Fall zieht sie sich deshalb direkt vor den Mund oder Nase, wo man sie nicht haben will. Es braucht also Stoffe, die eine gewisse Steifigkeit haben. Und da wird es oft schwierig.

Aussteifen lässt sich z.B. mit aufbügelbaren Vlieseline-Produkten. Dafür eignet sich Vlieseline S320, H250 oder F220 gut. Diese haben alle einen niedrigen Atemwiderstand, was hier ja wichtig ist. Sie erhöhen die Stabilität hinreichend gut. Allerdings sinkt die mögliche Waschtemperatur auf 40-60 Grad, je nach Vlieseline-Produkt. Vor allem der Heißkleber kann sich ansonsten wieder lösen.

Eine andere Möglichkeit hab ich jetzt getestet: Wäschestärke. Die gibt es aus der Sprühdose oder als Flüssigkeit aus der Flasche. Das funktioniert grundsätzlich gut, aber nur bei Naturfasern, konkret hatte ich Baumwolle getestet. Bei einem Polyesterstoff war der Effekt nur recht gering.

Nun ist aber das Problem, dass man nicht weiß, welche Chemie in solchen Fertigprodukten enthalten ist und ob man dadurch atmen möchte. Deshalb hab ich mich auf die Suche nach natürlichen Mitteln gemacht. Und die ist hier sehr naheliegend: Speisestärke. Früher war es wohl normal, Wäsche mit Speisestärke steif zu machen.

Ich habe normale Speisestärke genommen, die aus Mais hergestellt ist. Eine genaue Dosierung muss ich noch herausfinden. Man kann es mal mit 1-2 Esslöffeln auf 1 Liter Wasser probieren (10-20g). Zuerst muss die Stärke in etwas kaltem Wasser aufgelöst werden, z.B. in 0,1 Litern (damit sie nicht klumpt). Wichtig ist dann, heißes Wasser dazuzufügen, damit die Stärke "aktiviert" wird. Also mit kochendem Wasser übergießen und auf 1 Liter auffüllen, dann gut umrühren. Der Mix sollte nach Abkühlung noch gut flüssig sein. Falls zu dick, kann man noch mit Wasser verdünnen.

Die Maske kann man dann in die Stärke eintauchen und etwas durchwalken. Am Besten noch 10-15 Minuten drin liegen lassen. Dann rausnehmen, auswringen, in Form bringen und zum Trocknen aufhängen.

Wenn eine Maske so wesentlich komfortabler getragen werden kann, lohnt sich denke ich der kleine Mehraufwand nach dem Waschen.

So eine Lösung kann man vermutlich 2-3 Tage im Kühlschrank lagern. Sie wird aber sicherlich irgendwann verkeimen. Das Beste wird sein, für jede Wäsche eine frische Lösung anzusetzen. Wenn man eine Anzahl Masken in einem Schwung damit behandelt, sollte das gut funktionieren und der Mehraufwand gering bleiben.

Das in gekauften Produkten eine gewisse Chemie sein muss, ist offensichtlich: Es braucht Konservierungsmittel, oft sind es Isothiazolinone. Und darauf reagieren manche Menschen allergisch, gerade auch beim Einatmen.

Was Kunstfasern angeht, hier funktioniert ja das Stärken nur in geringem Umfang. Man kann sich hier damit behelfen, dass die Maske eine Innenlage aus Baumwolle hat. Diese steift die Maske dann aus.

Wie sieht es mit dem Atemwiderstand aus? Die Stärke bildet nur eine hauchdünne Schicht auf den Fasern. Mit einem stark erhöhten Atemwiderstand ist nicht zu rechnen. Das teste ich aber gelegentlich noch.


08.08.2020 :: Evolon Beschaffung

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Evolon nutze ich ja schon seit Monaten für die Produktion von Masken. Es bleibt ein sehr interessantes Material für diesen Zweck. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche professionelle Masken-Angebote aus diesem Material. Allerdings habe ich da noch keine wirklich überzeugenden Produkte gesehen.

In den letzten Monaten kam man sehr schwer an dieses Material. Als Meterware war es gar nicht verfügbar, man konnte aber Milbenschutzbezüge (Encasings) kaufen, die preislich sogar recht interessant waren.

Ich kaufte bei Allsana hier zum Beispiel:

Ein Deckenbezug hat 1,35 * 2 = 2,7 m² * 2 Lagen = 5,4 m². Bei 23,61 Euro sind das gerade mal 4,37 Eur/m².

Bei Evolon gibt es unterschiedliche Grammaturen und Qualitäten. Evolon 100 ist bei einlagigen Masken mein Favorit. Es hat eine Gewicht von 100g/m². Die erste Generation dieses Materials ist deutlich steifer, was für Masken besser ist. Die "Sensitive Care" Produktlinie von Allsana nutzt dieses Material. Überhaupt ist Evolon 100 am Besten am Markt verfügbar.

Es ist mittlerweile wieder als Meterware zu bekommen. Ich hab es bei extremtextil gefunden:

Bei 11,6 Eur/m und 1,6m Breite sind es 7,25 Eur/m².

Farbig bedruckt bekommt man es derzeit bei Ebay, auch wenn dort nicht erwähnt wird, dass es sich um Evolon 100 handelt:

In diesem Shop findet man 2 weitere bedruckte Alternativen. Der Preis ist mit 4,96 Euro pro Meter sehr günstig. Macht gerade mal 2,92 Eur/m². Wobei man eher mit 1,6 m nutzbare Breite ausgehen sollte, dann sind es 3,10 Eur/m². Die Bedruckung gefällt mir sehr gut und wirkt auch schön auf fertigen Masken.

Weitere Infos zu Evolon hatte ich hier verfasst:


02.08.2020 :: PP-Vlies + Vlieseline

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Nahezu alle gut filternden SMS-Vliese sind aus PP. PP verträgt keine hohen Temperaturen. Wer versucht, es mit Bügeleisen auf 2-Punkt zu bügeln, wird schnell sehen, dass es da schon schmilzt und am Eisen klebt.

Viele bügelbare Vlieseline-Produkte brauchen aber eigentlich Stufe 2 des Bügeleisens, damit der Heißkleber flüssig wird. Damit wäre es theoretisch nicht möglich, beide Materialien miteinander zu verbinden.

Ich habe jetzt einige Versuche gemacht, ob es ein Temperaturfenster gibt, wo das doch geht. Und es geht. Das Temperaturfenster ist aber recht klein.

Getestet habe ich mit Vlieseline H250. Ab einer Temperatur von etwa 110 Grad schmilzt der Kleber, um etwas Sicherheit zu haben, sollte man auf mindestens 120 Grad gehen.

PP verträgt so maximal 140 Grad. Optimal ist also eine Bügeltemperatur von 130-140 Grad. Etwas Temperatur fällt ja noch am H250 ab, so dass am PP-Vlies vielleicht 10 Grad weniger ankommen. Man sollte ein eher isolierendes Vlies darunter legen, damit die Wärme nicht vom Bügeluntergrund weggezogen wird.

Schwierig ist es, mit einem normalen Bügeleisen die Temperatur genau zu kontrollieren. Ich hatte ein beschichtetes Tefal-Bügeleisen, was sich mit IR-Thermometer gut vermessen lies. Bügeleisen mit metallisch glänzender Sohle sind mit IR-Thermotern nicht vernünftig zu messen.

Die Hysterese von Bügeleisen ist recht hoch. Das ist der Abstand zwischen Einschalt- und Ausschaltpunkt der Temperaturregelung. Bei Stufe 2 heizt mein Bügeleisen z.B. auf 180 Grad hoch, schaltet dann ab und erst wieder ein, wenn die Temperatur 150 Grad unterschreitet. Bei Stufe 1 (Synthetik) sind es 135-160 Grad. Ich muss also etwas unter Synthetik gehen. Warte dann, bis das Aufheizen gerade abschaltet und bügele dann. So bin ich also auf der Maximaltemperatur der aktuellen Einstellung. Damit minimiere ich die Schwankungen deutlich.

Bei Tests kann man sich auch langsam über ein PP-Vlies herantasten (z.B. Papstar Soft Selection). Man sieht sehr gut, wann es schon schmilzt bzw. am Bügeleisen klebt. Auch kann man unter dem Mikroskop sehen, ob die Fasern angeschmolzen sind.

Wozu das Ganze? Die sehr leichten Masken aus Papstar Soft-Selection trage ich sehr gerne. Das Material filtert ja sehr gut. Ein Nachteil gibt es aber: Mit der Zeit, so etwa nach 5 Handwäschen wird das Material recht weich. Da wäre es gut, das Material zusätzlich zu verstärken. Vielleicht kann man so die Haltbarkeit deutlich erhöhen.


29.07.2020 :: Materialtest: Bawega Memory

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Mit Stoffempfehlungen ist das eine echt schwierige Angelegenheit. Es gibt nämlich keine eindeutigen Bezeichnungen für Stoffe. Und auch die Hersteller kann man oft nur schwer in Erfahrung bringen. Dabei hängt so viel daran, genau die richtigen Stoffe für einen Mundschutz zu finden und diese dann auch eindeutig benennen zu können.

Diesmal ist es anders, der polnische Lieferant https://www.orientfashion.pl/de hat seinen Stoffen Namen gegeben. Sehr schön. Damit findet man sie sofort über Google. Gekauft habe ich zahlreiche Stoffe von denen über Ebay.

Hier geht es um den Stoff Bawega Memory. Er besteht aus 95% PES und 5% Spandex/Elastan. Er ist also leicht querelastisch. Der Stoff ist sehr fein, die Fasern liegen sehr dicht beieinander, was u.a. wohl an der Köperbindung liegt. Das man mit dem Gegenlichtmikroskop keinerlei Löcher findet, ist schon außergewöhnlich. Überall liegen Fasern. Das macht ihn sehr interessant für gut filternde Masken. Auch die Fasern sind relativ dünn, wobei ich noch keine Gelegenheit der genauen Vermessung hatte. Ich schätze so um 4 µm. Die Dicke des Stoffes liegt ungefähr bei 0,35mm und ist damit doppelt so dick, wie ein gewebter einfacher Baumwollstoff. Die Grammatur liegt bei 290g/m².

Der Stoff fällt noch relativ weich, für einen Mundschutz braucht es dann stabilisierende Maßnahmen.

Ich war gespannt auf die Filterqualität mit dem Süßstofftester. Die ist erstaunlich gut bereits bei einer Lage. Das ist also ein wirklich interessanter Kandidat. Hier sieht man übrigens, dass man schon über die mikroskopische Betrachtung ganz gut abschätzen kann, wie gut etwas filtern wird. Dünne Fasern, keine Löcher, das sind Indizien für gute Filterwirkung.

Dann kam der Atemwiderstandstest. Oft ist es bei Stoffen kritisch: Was gut filtert, hat in der Regel schon recht hohe Atemwiderstände. So grob kann man sagen, bis 120 Pa @32l/min ist noch ganz günstig für eine Alltagsmaske. Gute Überraschung auch hier, wir sind etwa bei 80 Pa. Damit wird klar: Einlagig noch in einem recht guten Bereich, aber zweilagig kommt man schon in einen weniger komfortablen Bereich. Trotzdem wäre auch das für erhöhte Sicherheitsbedürfnisse noch vorstellbar. Alles bis 250 Pa halte ich für kurze Tragezeiten noch für machbar. Zweilagig spüre ich so gut wie keine Süße mehr über dem Süßststofftester.

Auch noch angenehm: Preislich ist der Stoff mit 5,50 Euro pro Meter bei 150cm Breite sehr günstig. Eine wasserabweisende Ausrüstung hat er nicht. Pflegehinweise gibt es nicht, ich sehe aber keine Probleme, den mit 60 Grad zu waschen.

Die Farbauswahl ist irre: Über 50 verschiedene Farben.

Der Hersteller schreibt, dass die rechte Seite etwas mehr glänzt, einen wirklichen Unterschied konnte ich bei meinem Stück im Farbton "silberne Wolke No.73" nicht feststellen.

Nachtrag 02.08.2020: Eine erste einlagige Luna-Maske ist fertig, siehe Bild oben. Weil der Stoff recht weich ist, hab ich diesmal mit Vlieseline H250 innen verstärkt. Den Rand hab ich einfach mit einem Zickzackstich gesichert. Kann man sicherlich auch schöner machen, z.B. mit Schrägband. Stabil wirkt das Ganze, lässt sich auch recht gut atmen. Allerdings bleibt hier noch abzuwarten, wie sich das Vlieseline bewähren wird. Ich vermute, es wird mit der Zeit wesentlich weicher werden. Waschen muss man so eine Maske vorsichtig mit Handwäsche bei max. 60 Grad. Je mehr man Vlieseline knittert, um so weicher wird es.

Nachtrag 30.08.2020: Es gibt extreme Schwankungen in den Atemwiderständen je nach Farbe des Stoffes. Nur wenige Farben scheinen überhaupt für Masken nutzbar zu sein. Aus meinen Tests gab es folgende Ergebnisse:

  • silberne Wolke (wie oben beschrieben): 80 Pa
  • hellgrau: 90 Pa
  • dunkelgrau: 305 Pa (nicht geeignet)
  • kanarisches gelb: 108 Pa
  • navy blau: 149 Pa (grenzwertig)
  • beige: 108 Pa
  • Asphalt: 247 Pa (nicht geeignet)
  • Leichte Minze: 181 Pa (nicht geeignet/grenzwertig)
  • Waldgrün: 275 Pa (nicht geeignet)
  • tiefgrün: >420 Pa (nicht geeignet)

Es scheint so zu sein, dass helle Töne in Richtung grau, beige und gelb ok sind. Alle stärkeren Farben scheinen problematisch zu sein. Zufällig hatte ich beim ersten Test genau die Farbe gewählt, die am Besten abgeschnitten hat. Ich könnte mir vorstellen, dass weiß und Sahne noch besser abschneiden, weil die Vermutung nahe liegt, dass es an der Färbung liegt. Was aber auch auffällt, ist die unterschiedliche Dicke der Stoffe von 0,25mm - 0,43mm. Die Luftdurchlässigkeit korreliert aber nicht damit, tiefgrün ist z.B. nur 0,27mm dick und hat den höchsten Widerstand. Dunkelgrau hat auch einen sehr hohen Widerstand und ist 0,42mm dick.

Weblinks:


26.07.2020 :: Mikrofaser-Handtücher

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In Outdoor- und Sportgeschäften findet man Mikrofaserhandtücher aus einem Mikrofaser-Velour-Material mit samtartigen Griff. Ich hab davon mal 2 getestet, ob sie sich als Basismaterial für Masken eignen. Mir ist schon früher aufgefallen, dass nahezu alle Mikrofaser-Velourstoffe sehr gute Filtereigenschaften haben, z.B. auch die Putzlappen. Diese sind allerdings viel zu dick und haben einen viel zu hohen Atemwiderstand.

Erstes Testmuster stammte von Decathlon und nennt sich Mikrofaser-Badetuch. In 80x130cm kostet es 5,84 Euro. Das Material ist ungefähr 0,5mm dick. Interessanterweise ist das ähnlich dick, wie ein Mikrofaser-Velour-Putztuch. Die Luftdurchlässigkeit ist aber wesentlich besser. Der Atemwiderstand liegt bei 32 l/min bei 103 Pa. Das ist ein recht akzeptabler mittlerer Wert, da lässt sich noch gut durch atmen. Im Vergleich, Evo 100 hat 120 Pa. Alle bisher erfassten Werte findet man hier....

Die Filterwirkung über dem Süßstofftester ist sehr gut, da lässt sich Süße nur noch erahnen.

Zweites Testmuster stammte von der niederländischen Kette Action.com (50x100cm für 1,99 Euro). Auch dies ist etwa 0,5mm dick. Mit 125 Pa @32 l/min hat es einen etwas höheren Atemwiderstand, der aber auch noch im mittleren Bereich liegt. Die Filterwirkung ist ganz ähnlich, also sehr gut.

Diese Materialien haben einen recht weichen Fall, insofern braucht es Stabilisierung, damit sie nicht vor den Mund ziehen. Aufbügeln von Vlieseline S320 wäre vorstellbar oder aber nur Stabilisierung durch einen Kabelbinder als mittlere Versteifung.

Das Material sollte recht langlebig sein. Beide Handtücher haben interessanterweise den gleichen Materialmix: 88% Polyester, 12% Polyamid. Offiziell gibt Action waschbar 40 °C an, Decathlon 30 °C. Nach meiner Erfahrung ist ein Waschen bis 60 Grad kein Problem, selbst 90 Grad funktioniert.

Weil es sich um gewebte Ware handelt, franst der Stoff im Gegensatz zu Vliesmaterialien normal auch aus. Die Kanten müssen also versäubert werden, wie auch bei normalen Baumwollstoffen.

Nachtrag 31.07.2020: Es scheint größere Schwankungen bei dem Material zu geben. Das erste Handtuch, auf dem obige Messergebnisse beruhten, war blau-violett und schon etwa 2 Jahre alt und mehrfach gewaschen. Ein hellblaues Handtuch, was ähnlich alt und auch gewaschen war, war mit 94-106 Pa ganz ähnlich. Ich hatte hier auch 3 Messungen an unterschiedlichen Stellen gemacht (94/106/106). Ich kaufte heute nochmal welche nach. Ein fabrikneues Handtuch in dunkelgrün hatte 215 Pa. Ein fabrikneues schwarzgraues Handtuch hatte bei 4 Proben 178/189/188/188 Pa. Andere Hersteller können auch extrem woanders liegen. Hatte heute auch ein ganz ähnliches Handtuch in mittelblau bei Real gekauft, Marke Villa Noblesse, welches 360 Pa hatte. Damit völlig unbrauchbar für Masken. Die Dicke und Materialzusammensetzung ist nahezu identisch zu Decathlon. Die Filterwirkung war bei allen getesteten Handtüchern sehr gut.

Weblinks:


17.07.2020 :: Einmal-Mund-Nasenschutz Marke Collectex

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Ich hatte vor einigen Wochen bereits davon berichtet, dass es jetzt Einmal-Mund-Nasenschutze gibt, die in Deutschland von der Firma Freudenberg hergestellt werden. Freudenberg ist einer der großen Vlieshersteller in Europa, der u.a. auch das Evolon-Material produziert und zu dem die Marke Vileda gehört.

Gestern hab ich mir ein paar dieser Mundschutze besorgt, um mir genauer anzuschauen, was die taugen. Verkauft werden sie in der Regel im Pack zu 20 Stück, z.B. in der DM-Drogerie oder auch bei Amazon. Preis etwa 15-17 Euro.

Von den Abmessungen sind sie im üblichen Bereich: 173mm Breite und 90mm Höhe. Nahezu alle Einmal-Mundschutze bewegen sich im Breitenbereich von 170-175mm.

Grundsätzlich sind die Mundschutze sauber verarbeitet und auch geruchsneutral. Die Gummis haben eine optimale Spannung und sind bequem zu tragen. Das kann natürlich individuell unterschiedlich ausfallen, bei kleinen Köpfen sind die Gummis in der Regel bei allen Mundschutzen zu lang.

Allerdings war ich gleich zu Anfang ziemlich enttäuscht. Das Material ist wesentlich steifer, als man es von diesen Teilen gewohnt ist. Und das führte zumindest bei meiner Gesichtsform dazu, dass sie seitlich nicht sauber anliegen, sondern das Material hochsteht. An den Seiten ist das Material ja inklusiv der Falten verschweißt. Diese Verschweißung bringt zusätzlich Steifigkeit genau in den Bereich der Maske, der sich anpassen muss.

Die Kombination eines steifen Materials mit dem recht weichen Nasendraht war das nächste Problem. Damit habe ich keine Chance, den Nasenbereich auch nur halbwegs dicht zu bekommen. Eine ständig beschlagene Brille ist das Resultat. Das ist zwar bei den meisten Einmal-Mundschutzen eine Schwachstelle, hier aber durch das steife Material besonders auffällig.

Der Filtertest mit dem Süßstofftester war recht gut, man schmeckt kaum noch Süßstoff. Nur noch ein ganz kleiner Hauch.

Das Material hab ich dann mal näher untersucht und war erstaunt. Normal hat man Innen und Außen ein gröberes Spinnvlies (5-10µm Fasern) und innenliegend dann einen Filter aus Meltblown-Material, was sehr viel feinere Fasern hat (<1µm). Hier gibt es hingegen 3 Lagen Spinnvlies, wie es aussieht, aus dem gleichen Material. Jede Lage ist ungefähr 0,22-0,27mm dick (Materialschwankungen). Das macht etwa 0,75mm Gesamtdicke, was etwa doppelt so dick wie typische chinesische Ware ist.

Die Filterwirkung jeder einzelnen Lage hab ich getestet, ist etwa gleich. Das 3 Lagen Spinnvlies trotzdem insgesamt schon so gute Ergebnisse liefern, ist eine positive Überraschung. Ich vermute stark, dass das Material dafür elektrostatisch aufgeladen wurde (elektrostatischer Filter). Was auch nachweisbar ist: Das Material wurde hydrophob behandelt. Das Wasser perlt bei allen 3 Lage sehr gut ab.

Weil der Mundschutz so simpel aufgebaut ist und die Vliesschichten recht robust sind, kam mir eine interessante Idee: Kann man diese Mundschutze dann nicht auch als Mehrwegprodukte einsetzen und waschen? So zehnmal waschen sollte problemlos drin sein.

Ich hab dann einmal eine Handwäsche gemacht. Mit 100 Grad Wasser überschüttet, etwas Flüssigwaschmittel dazu und nach Abkühlung nochmal ordentlich mit Hand durchgewaschen. Das Ergebnis ist gut, das Material lässt sich davon nur wenig beeindrucken, das Wasser fließt gut durch alle Schichten, die Trocknung geht zügig. Ich werde testweise mal noch ein paar Waschzyklen ausprobieren.

Jetzt aber die große Frage: Ist die Filterwirkung nach dem Waschen noch genauso? Elektrostatische Filter verlieren bei einem Waschvorgang schnell ihre Ladung. So scheint es auch zu sein, die Filterwirkung lässt etwas nach. Sie ist immer noch weit höher, als eine 3lagige Baumwollmaske, man spürt trotzdem ziemlich deutlich, dass sie ein klein wenig nach dem Waschen mehr durchlässt. Im Verhältnis zu den Undichtigkeiten im Randbereich ist das aber Peanuts. Es bleibt eine recht gute Filterwirkung.


Originaldraht plastikummantelt, ca. 11 cm lang. Der Draht selbst ist 0,5mm dick.

Ich hab dann einen Versuch gemacht, wie man den Nasenbereich verbessern kann. Hierfür hab ich rechts vom Nasendraht das Material außen soweit mit Skalpell angeschnitten, dass ich den 11cm Nasendraht herausziehen konnte. Hinein kam dann ein 2mm Aludraht, der mit 14cm auch etwas länger war. Das funktioniert perfekt, keine beschlagene Brille mehr. Die Enden des Drahtes sollten natürlich verrundet werden.

Bleiben noch die Undichtheiten im Randbereich rechts und links. Vielleicht lässt sich da auch noch irgendwie etwas optimieren. Ein wenig hilft es schon, wenn man den Randbereich mit beiden Händen zwischen Zeigefinger und Daumen nimmt und etwas "durchknuddelt". Dadurch wird das Material hier weicher. Dann aufsetzen und den seitlichen Bereich andrücken.

Tipp: Weil nur weißes Material verwendet wurde, weiß man nicht, wie herum man das Teil aufsetzt. Es ist in der Regel immer so, dass die Falten nach unten zeigen. Und es ist so, dass die Gummis auf der Außenseite aufgeschweißt sind. Bei obigem Bild wird also die Außenseite gezeigt.

Fazit: Die Chinesen können das besser, weil sie es ja über viele Jahre optimiert haben. In Deutschland muss erst wieder ein ordentliches Know-How wachsen. Auch braucht es die richtigen Materialien, die derzeit ja noch Mangelware sind, z.B. Meltblown-Vliese. Für eine erste Produktion in so kurzer Zeit aber schon anerkennenswert. Spannend ist die Sache, dass durch das robuste Material mir das Waschen und eine Mehrfachverwendung möglich erscheint. Waschtemperaturen von 60-95 Grad scheinen bei dem Material (PP) unproblematisch.

Nachtrag 26.07.2020: Atemwiderstand liegt bei 22 Pa und damit deutlich niedriger, als typische China-Ware (typisch 40Pa). Nach 4 Wäschen in der Waschmaschine ist das Material immer noch erstklassig ohne Verschleißerscheinungen, die Filterwirkung lässt aber deutlich nach. Aber immer noch weit über Stoff-Behelfsmasken.

Nachtrag 18.08.2020: Mitterlweile 14 Wäschgänge in der Waschmaschine, keine Verschleißerscheinungen. Lediglich schleudern verursacht Knicke im Material.

Weblinks:


15.07.2020 :: AMF Feinfaservlies

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Hier eine Luna-Maske aus dem AMF Feinfaservlies 80g einlagig. Das Vlies ist im Neuzustand schön stabil, damit es bei der Maske in Form bleibt und beim Atmen die Maske nicht zum Mund hin zieht. Es hat einen kaum spürbaren Atemwiderstand, das hatte ich vor ein paar Wochen schon getestet (ca. 16 Pa @32l/min).

Weil es ein normales Spinnvlies ist, kann man von der Filterwirkung keine hohen Werte erwarten, was auch der Süßstofftester zeigte. Eine 2 lagige Baumwollmaske ist da aber auch nicht besser. Wenn es also weniger um Aerosolfilterung geht, hat man damit eine sehr leichte und luftige Sommermaske. Ich habe sie gestern über 7 Stunden getragen, was sehr gut funktionierte. Besonders der Gummi über den Hinterkopf finde ich sehr entlastend. Bei Gummis über den Ohren habe ich spätestens nach 3-4 Stunden Probleme mit einem unangenehmen Druckgefühl. Der Gummi stammt übrigens von Tedi, ist 10mm breit und dehnt sich bei 300g etwa 1,6fach. 4m kosten 55 Cent.

Mit solchen Masken braucht man einen ganz anderen Umgang. Eine Baumwollmaske kann man zusammenknüllen und auch problemlos in die Waschmaschine packen. Das Vliesmaterial hingegen verliert sehr schnell seine Steifigkeit und bekommt Knicke. Hier muss man wesentlich vorsichtiger mit umgehen, in etwa wie mit einem Hut. Ich packe solche Masken in eine Dose, damit sie im Rucksack nicht gequetscht wird. Waschen mache ich nur vorsichtig als Handwäsche. Das Material verträgt aber Temperaturen bis 95 Grad. Daher bietet es sich an, Flüssigwaschmittel in ein Gefäß zu geben, mit kochendem Wasser zu übergießen, einwirken lassen und dann bei vielleicht 40 Grad nochmal 2 Minuten von Hand zu bewegen. Das reicht für die Wäsche.

Das Material nimmt kaum Wasser auf, weil es hydrophobe imprägniert ist. Man kann es etwas mit einem Handtuch abtupfen und dann zum Trocknen aufhängen. Innerhalb von 4 Stunden ist sie in der Regel trocken.

So eine Maske hält nicht ewig. Ich schätze mal, dass nach 10-20 Wäschen das Material verschlissen sein wird. Das wird jetzt aber noch getestet. Durch die Druckknöpfe kann man übrigens den Gummi für eine nächste Maske dann weiter verwenden. Da werde ich aber auch noch sehen, wie lange der hält.

In einem nächsten Prototypen werde ich das Material innen mit dem AMF Meltblown-Vlies kombinieren. Dieses filtert ja durch den Meltblown-Schicht noch sehr viel besser, hat dabei aber noch einen relativ geringen Atemwiderstand von etwa 46 Pa @ 32 l/min. Kombiniert sind es dann etwa 62 Pa, was sich immer noch gut atmen lässt.

Das Feinvlies ist übrigens Ökotex 100, Klasse 1 auf Schadstoffe geprüft.

Nachtrag 19.07.2020: Der zweilagige Prototype mit dem SMS-Vlies innenliegend ist jetzt genäht. Lässt sich, wie erwartet, noch sehr gut atmen und filtert recht gut. In der Praxis muss sich zeigen, ob das innenliegende SMS-Vlies in Form bleibt oder ob es zu Nase/Mund hingezogen wird. Falls das passieren sollte, werde ich mittig eine vielleicht 1cm lange Naht setzen, womit beide Lagen miteinander verbunden sind. Das sollte schon reichen. So eine kurze Naht lässt sich dann auch problemlos mit Uhu Alleskleber Kraft abdichten.


11.07.2020 :: Druckknöpfe für Gummibefestigung

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Es gibt recht leicht zu verarbeitende Plastik-Druckknöpfe, mit denen ich jetzt an einigen Masken die Gummis befestigt habe. Bisher hatte ich eher runde Gummis verwendet, an die Maske kam eine Schlaufe und der Gummi wurde mit kleinen Kabelbindern festgebunden. In letzter Zeit nutze ich gerne breitere Gummis, die über den Hinterkopf gehen, anstatt über die Ohren. Gerade wenn ich eine Maske länger tragen muss, ist das für mich wesentlich angenehmer.

Breite Gummis lassen sich nicht gut mit Kabelbindern fixieren. Deshalb suchte ich nach einer besseren Lösung und fand sie in diesen Plastik-Druckknöpfen.

Diese Druckknöpfe haben erstmal eine weibliche und eine männliche Seite. Jede Seite besteht aus 2 Teilen, einmal dem eigentlichen Druckknopf und zum anderen aus dem Fixierknopf. Der Fixierknopf hat mittig eine Plastiknadel und durchsticht das Material, dann wird der Druckknopf gegenüberliegend aufgesteckt und dann mit Zange verpresst. Beim Verpressen wird die Nadel des Fixierknopfes platt gedrückt und fixiert auf diese Weise.

Ich fixiere nun an der Maske rechts und links oben die männliche Seite des Druckknopfes. An den Enden des Gummibandes kommt die weibliche Seite. Das Gummiband ist bei mir 33cm lang. Das ist ein Vorteil der Methode: Weiß man einmal seine Länge, kann man hier immer recht genau neue Gummis fertigen. Auch kann man Gummis einer Maske schnell auswechseln. Das Arbeiten mit der Zange zum "vernieten" geht schnell und problemlos.

Die Druckknopf-Sets findet man bei Amazon (einfach nach "Druckknöpfe T5" suchen). Ich habe ein Set mit 360 Druckknöpfen und einer Zange für unter 20 Euro gekauft. Letztens hab ich gesehen, dass auch Tedi diese Sachen hat. Bei uns hier in Dortmund ist Tedi stark verbreitet, man findet fast an jeder Straßenecke einen Laden.

Die Plastik-Druckknöpfe gibt es in den Größen T3 (10,7mm), T5 (12,4mm) und T8 (14,1mm). T5 ist aber die Standard-Größe und damit am besten zu bekommen.

Obige Maske ist übrigens das Luna-Design. Es war ein Versuch, diese 2 lagig zu fertigen. Außen ein Baumwoll-Jersey, innen das sehr gut filternde Papstar-Vlies. Das Papstar-Material hab ich genau auf Größe ausgeschnitten, dann mit einem größeren Jerseystoff zusammengenäht. Dann den Jersey etwa 15mm größer ausgeschnitten und den Rand von innen über das Papstar-Material gelegt und vernäht. Das funktioniert grundsätzlich, macht allerdings die späteren Falten ziemlich dick. Auch ist das Vernähen des umgelegten Jerseys nicht ganz so einfach. Das braucht alles noch Optimierung. Aber schick finde ich sie jetzt schon. Was den Atemwiderstand angeht: Leider etwas hoch. Hat bei 32l/min etwa 120 Pa, lieber wären mit 70-80 Pa. Ist aber trotzdem akzeptabel als Alltagsmaske für den Einkauf. Der verwendete Jersey hat um die 40 Pa Atemwiderstand, es gibt auch welchen mit 20 Pa (z.B. Albstoffe Shield). Da lässt sich also noch problemlos optimieren. Innen könnte man auch AMF Filtervlies (SMS) verwenden, welches wesentlich durchlässiger ist. Gespannt bin ich, wie die Haltbarkeit dieser Kombination ist. Innen liegt zur Stabilisierung beim Einatmen wieder ein Kabelbinder, wie ich das auch schon bei den anderen Masken gemacht habe. Das hat sich recht gut bewährt. Beim Süßstofftest kommt nur sehr wenig hindurch, da spüre ich eine deutliche Verbesserung gegenüber einlagig Papstar. Gut randdicht ist die Maske auch.

Weblinks:


04.07.2020 :: Randundichtheiten aufspüren

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Soll eine Maske auch Aerosole filtern, ist die Randdichtigkeit von großer Bedeutung. Es darf keinerlei Luft am Filtermaterial vorbeiziehen.

Wie kann man das bei eigenen Maskendesigns gut testen? Ich hab einen recht praktikablen Weg gefunden, der Randundichtheiten recht sicher aufspürt. Hierfür setze ich mich am Schreibtisch vor einen Kosmetik-Spiegel. Die Schreibtischlampe ist Richtung Gesicht gerichtet, damit dieses gut ausgeleuchtet ist.

Als Werkzeug kommt nun ein Zahnarztspiegel/Mundspiegel zum Einsatz. Genau das, was man bei den Dingern normal nicht will, nutzen wir jetzt aus: Das Beschlagen. Man kann damit um die Maske herum gehen und die Spiegelfläche nahe an den Übergang zwischen Gesicht und Maske halten. In einem Winkel, dass man die Spiegeloberfläche noch gut im Kosmetikspiegel sehen kann. Tritt beim Ausatmen irgendwo Luft aus, sieht man das sofort am Beschlagen des Spiegels. Um das Beschlagen gut zu sehen, muss man etwas mit Licht und Winkel experimentieren.

Besonders den Nasenbereich und den seitlichen Bereich sollte man hier gut sondieren, weil hier die Gefahr von Undichtheiten am größten ist. Auch sollte man dabei mal den Kopf in verschiedene Richtungen drehen und auch nach unten kippen, weil in anderen Positionen Undichtheiten entstehen können.

Die Ausatmung ist für die Maske übrigens der Worst Case Fall. Der Überdruck hebt die Maske etwas an, wodurch sich die Gefahr von Undichtheiten erhöht. Beim Einatmen ist es genau umgedreht, hier wird die Maske durch den Unterdruck ans Gesicht herangezogen und die Dichtwirkung verbessert. Es kann also durchaus sein, dass man beim Ausatmen Undichtheiten erkennt, die beim Einatmen nicht wirksam werden. Undichtheiten beim Einatmen kann man nur schwer nachweisen. Hier gilt aber vielmehr, dass die Maske beim Ausatmen dicht sein sollte und wenn sie das ist, sollte sie auch beim Einatmen dicht sein.

Mit dem Süßstofftester könnte man auch beim Einatmen Undichtheiten aufspüren. Hier kann man gezielt eine Aerosolwolke an bestimmte Bereiche der Maske leiten, z.B. in den seitlichen Bereich. Ist etwas undicht, spürt man eine deutliche Süße.

Zahnarztspiegel/Mundspiegel findet man bei Ebay. Ein guter deutscher Hersteller von Mundspiegeln ist Hahnenkratt.


03.07.2020 :: Neutrales Waschmittel

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Masken mit parfümiertem Waschmittel zu waschen, empfinde ich als unangenehm. Ich mag nicht die ganze Zeit diesen penetranten Waschmittelgeruch vor der Nase haben. Deshalb hatte ich die letzten Wochen, zumindest bei Handwäsche, mit Frosch Neutralreiniger gewaschen. Leider hat der auch einen gewissen Eigengeruch, der nicht so angenehm ist.

Also hab ich mal nach einem parfümfreien Waschmittel gesucht. Das war gar nicht so leicht. Vermutlich ist das ein absolutes Nischenprodukt, was kaum jemand kauft. Deshalb findet man es auch nur schwer in den Regalen der Supermärkte.

Bei Real habe ich eins gefunden: Seventh Generation Waschmittel Original Free&Clear Preislich für 4,99 Euro pro Liter noch ganz akzeptabel. Hinter dieser grünen Marke steckt übrigens Unilever, der größte Hersteller von Verbrauchsgütern für Supermärkte. Heute habe ich das erste Mal damit gewaschen und es scheint wirklich ziemlich geruchlos zu sein.

Bei DM fand ich auch noch Ecover Zero Colorwaschmittel, ebenso ohne Parfüm. Allerdings mit 8,95 Euro/l deutlich teurer. Wobei Ecover auch einen hohen ökologischen Anspruch erfüllt.

Simple Alternativen wären noch, Kernseife aufzulösen und als Waschmittel für die Handwäsche zu nutzen. Alternativ Marseiller Seife. Oder aber Waschsoda zu verwenden, das geht auch in der Waschmaschine.

Nachtrag 09.07.2020: Bei Rossmann gibt es Domol Colorwaschmittel Ultra-Sensitiv. Das ist auch ein Flüssigwaschmittel ohne Parfüm.

Nachtrag 12.07.2020: Aldi Nord hat das Flüssigwaschmittel Tandil Pure, was frei von Duftstoffen, Bleichmitteln und Enzymen ist.

Nachtrag 12.07.2020: In Bioläden findet man oft das Flüssigwaschmittel Sonett sensitiv. Es ist ohne Duftstoffe.

Weblinks:


03.07.2020 :: Wie lang der Nasendraht?

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Wie lang sollte eigentlich der Nasendraht sein? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil man viele Aspekte beachten muss.

Damit ein Nasendraht sinnvoll funktioniert, muss er mindestens so lang wie der Nasenumfang sein. Der liegt je nach Nase bei etwa 4-8 cm. Wichtig ist ja, dass der Draht am untersten Punkt der Nase noch gut den Stoff an die Nase drücken kann. Insofern muss er mindestens so lang sein. Weil man ihn nicht immer 100% mittig biegt, braucht es noch etwas Zugabe. Dies auch, weil er noch ein wenig neben der Nase auslaufen sollte. Mindestens 1cm.

Bei ersten Versuchen erschien mir 8cm so als absolutes Minimum, zumindest wenn man universell bleiben möchte und eine Maske den meisten Menschen passen soll. Besser erschienen mir hier 10-11 cm. Dort liegen auch viele Hersteller von professionellen Einweg-Schutzmasken und Einmal-Mund-Nasenschutzen.

Die Kombination Stoff-Draht ist grundsätzlich etwas ungünstig im praktischen Gebrauch. So kann man eine Stoffmaske z.B. nicht einfach zusammenknüllen und auch beim Waschen kann ein Draht sich verbiegen oder stören. Wer wirklich einen guten Nasenabschluss haben will, braucht einiges an Geduld und Feingefühl, um den Draht wirklich passend für die eigene Nasenkontur zu biegen. Dann muss man aber auch aufpassen, ihn nicht mehr zu verbiegen, muss die Maske also sehr vorsichtig behandeln.

Je länger ein Draht ist, um so unschöner wird das Handling bzw. um so schneller verbiegt einem auch der Draht wieder und man muss dann neu justieren. Von dieser Sicht sollte der Draht dann eher kurz gehalten werden.

Es gibt aber auch Gründe, den Draht besonders lang zu gestalten, im Maximalfall über die komplette Oberkante einer Maske hinweg. Dies ist besonders dann der Fall, wenn man stark hervortretende Wangenknochen hat. Hier stehen die Wangenknochen dann deutlich gegenüber dem Nasenansatz hervor. Wenn das so ist, kann man biegen wie man will, die Nase wird mit einem kurzen Draht nie dicht. Stattdessen hebt sich die Maske im Nasenbereich an, weil der Stoff erhöht auf den Wangenknochen aufliegt. Dies ist besonders bei Masken der Fall, die recht weit oben kurz unter den Augen entlang laufen, also die typische 3-Falten-Maske. In so einem Fall kann ein langer Draht helfen. Hier formt man dann einfach auch die Wangenknochen mit in den Draht ein, wie man es auch bei der Nase gemacht hat. Dadurch erreicht man, dass der Stoff trotz erhöhter Wangenknochen wieder zur Nase hin gedrückt wird. Hier braucht es natürlich noch mehr Zeit und Feingefühl, um diese ganze obere Partie hinreichend stimmig auszuformen. Und wenn man das einmal geschafft hat, muss man sehr vorsichtig mit der Maske umgehen, um den Draht nicht wieder zu verbiegen. Belohnt wird man aber durch eine perfekt sitzende Maske, die gut abdichtet und wodurch dann auch die Brille nicht beschlägt.

Optimal wäre es, wenn man statt Draht ein Material hätte, was man einmal plastisch passend verformt und was dann elastisch wäre. Man könnte es also verformen und es würde immer wieder in die einmal vorgeformte Form zurückgehen. Da ein Material zu finden, wird aber nicht ganz so leicht sein.

Unterschiede gibt es hier aber schon bei den gebräuchlichen Materialien: Alu und Kupfer verformen sich sofort plastisch, sie federn also kaum zurück. Das hat Vorteile bei der Anpassung, weshalb es gerne dafür genommen wird. Es verformt sich aber dafür auch wieder sehr schnell, weil es bei geringem Druck schon sofort plastisch reagiert. Stahl- oder Edelstahldrähte hingegen können eine höhere Elastizität haben. Damit hat man zwar mehr Mühe, die optimale Nasenkontur zu formen. Aber wenn man die einmal hat, verformt die sich auch nicht mehr so schnell. Auch Bleche aus Edelstahl verhalten sich da ähnlich. In den Einmal-Mund-Naseschutzen ist oft Stahldraht verbaut. Das ist der Grund, warum die oft undicht im Nasenbereich sind. Dieses Material federt stärker zurück. Man drückt es also an die Nase an, lässt man los, geht es ein Stück zurück. Um hier optimal zu formen, muss man die Maske absetzen und nochmal deutlich nachbiegen. Stimmt hier aber die Form einmal, ist die leicht federnde Wirkung günstig.

Was man bei der Ausformung des Nasenbereiches immer mal probieren kann, auch bei recht kurzem Blech/Draht: Die Enden etwas vom Gesicht weg zu biegen. Das sorgt dafür, dass das Wangenknochenproblem etwas kompensiert wird und der Sitz an der Nase sich verbessert. So gelingt es mir z.B., die Einmal-Mund-Nasenschutze soweit dicht zu bekommen, dass meine Brille weniger beschlägt.


02.07.2020 :: Masken maßgeschneidert mit Hilfswerkzeug

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Ich hab mir ein Hilfswerkzeug gebastelt, was sich sehr gut eignet, um maßgeschneiderte Masken zu basteln oder neue Schnittmuster zu entwerfen. Es hilft einem auch, eine optimale Linie für die Außenkontur einer Maske zu finden.

Oben sieht man das Nasenteil aus 2mm Alu mit 2 Ösen an den Enden. Daran ist jeweils eine 2mm Rundschnur angeknotet, die unten mit einem Kordelstopper verbunden sind. Rechts und links sind 2 Hutgummis für die Ohrbefestigung angebracht. Es wäre gut, wenn man diese auch noch mit kleinen Kordelstoppern anpassen könnte. Befestigt sind sie über jeweils 2 O-Ringe (ich glaub 7x1). Dadurch sind sie verschiebbar, um auch hier die optimale Position zu finden.

Man kann sich diese Konstruktion nun über Nase, Ohren und unter das Kinn hängen. mit dem Kordelstopper kann man ein optimales Maß finden, dass alles gut anliegt. Auch lässt sich hiermit die Breite einer Maske ändern. Je lockerer man hier lässt, um so breiter kann eine Maske werden, hierfür müssen dann aber auch die Ohrgummis nachgezogen werden. Irgendwo gibt es aber auch ein Optimum, eine Maske darf weder zu breit noch zu schmal sein. Dies lässt sich aber gut herausfinden.

Hiermit bekommt man jetzt schnell eine optimale Außenkontur. Wenn eine Maske nun auch diese Außenkontur hat und zur Mitte hin genug Platz lässt, sollte diese dann genauso gut überall anliegen.

Wenn alles gut eingestellt ist, kann man z.B. einen Babylove Einmalwaschlappen nehmen, diesen zuerst aufs Gesicht legen und dann das voreingestellte Werkzeug darüber spannen. Jetzt zupft und faltet man sich den Einmalwaschlappen so zurecht, bis ein gutes Maskendesign entstanden ist. Dabei arbeitet man in der Regel symmetrisch rechts und links.

Dann kann man die Außenkontur mit einem weichen Bleistift an der Rundschnur entlang auf den Einmalwaschlappen übertragen. Ebenso muss man sich die Faltungen markieren. Und auch die Position der Ohrgummis. Zum Schluss entnimmt man den Waschlappen und schaut sich das Ergebnis an. Das kann man dann noch etwas angleichen und optimieren.

In dieser Art entstand letztens die Luna-Maske. Ich war verblüfft, wie schnell ich damit ein gutes Design hinbekommen habe. Das Luna-Design passt mir wirklich wie angegossen. Es ist aber universell genug, dass es für viele Gesichter passen sollte.

Mit dem Werkzeug lassen sich auch diverse Maskendesigns analysieren, warum die an bestimmten Stellen schlecht anliegen und wie man sie modifizieren müsste, damit man sie verbessert. Beispiel: Dem verbreiteten 3-Falten-Design fehlt eine Falte im Kinnbereich, weshalb es dort in der Regel schlecht anliegt. Man kann hiermit nun heraufinden, wie groß so eine Falte sein müsste und wie sehr damit der Sitz verbessert wird. Auch im Nasenbereich gibt es mitunter etwas anzupassen, damit Masken gut sitzen.


02.07.2020 :: Gutes Gummiband für Ohrbänder

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Bei Masken mit Gummibändern, die über die Ohren getragen werden, kommt es besonders auf die richtige Produktauswahl an. Es muss ein weiches Gummiband sein. Bei zu großem Zug hat man schnell abstehende Ohren und es drückt schon nach kurzer Zeit des Tragens. Auch darf hier ein Gummiband nicht zu dünn sein, sonst schneidet es ein. Die 1-2mm Hutgummischnüre sind zwar weich genug, drücken aber recht schnell.

Von einem sehr guten Material hat mir Maskenbastlerin Heike ein Muster geschickt. Es ist dieses hier:

Mit 69 Cent pro Meter liegt es gut im Rahmen. Aktuell liegen die Preise für Gummibänder oft noch bei 1 Euro und höher.

Ich hatte ja in diesem Artikel schon geschrieben, dass als Faustformel gilt: Ein Ohrgummi sollte sich bei 100g Gewicht um etwa Faktor 1,5 dehnen. Das tut dieser Gummi auch etwa: Es ist Faktor 1,6, also noch etwas weicher.

Das Material besteht aus 92 % Polyamide, 8 % Elasthan und ist kochfest. Weil es aus Elasthan ohne Gummilitzen besteht, wird es vermutlich recht beständig sein. So lässt es sich auch gut nähen. Kleben sollte bei dem Material auch kein Problem sein.

In den Shopbewertungen laß ich, dass man es vorwaschen sollte, weil es bei Waschtemperaturen ab 60 Grad noch eingehen kann.


27.06.2020 :: Kleines Taschenmikroskop

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Ich hab mir ein kleines Taschenmikroskop zugelegt, um schnell mal ein Material in Augenschein zu nehmen.

Kann man für einen Preis von unter 18 Euro so etwas überhaupt kaufen? Ich war einfach mal neugierig, die Chinesen machen ja so manches möglich, was eigentlich undenkbar erscheint. Die Rezensionen sind auch recht gut und zahlreich.

Der erste Eindruck ist Bestens. Die optische Qualität ist für die Bewertung von Stoffen und Vliesmaterialien vollkommen ausreichend. Die Vergrößerung liegt auch in einem guten Bereich. Die Beleuchtung ist gut, allerdings hat man damit natürlich nur Auflicht. Für Durchlicht nutze ich eine kleine Lampe mit COB-LED, die nicht zu hell sein darf. Ein Lichttisch oder Lampe + Milchglasscheibe geht auch. Da kann man sich schnell irgendwas selber bauen.

Eine kleine Unschönheit gibt es: Der Schärfeeinsteller hat etwas Umkehrspiel. Um den Schärfepunkt zu finden, dreht man ja mehrfach in beide Richtungen. Bei jedem Richtungswechsel dreht man erstmal ein Stück weit, ohne das was passiert. Den Grund für dieses Umkehrspiel sieht man, wenn man vorne aufs Objektiv schaut und dreht. Es hat etwas Drehspiel und dreht sich dann etwas mit. Es ist also die Führung, die das Objektiv gegen das Verdrehen sichert, die zu viel Spiel hat. Vermutlich könnte man es zerlegen und sich etwas gegen dieses Spiel einfallen lassen. So störend finde ich es jetzt aber auch nicht.

Wer also Stoffe und Vliese etwas genauer untersuchen will, hat damit eine sehr preisgünstige Möglichkeit.


26.06.2020 :: Interessante Links

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In Hof findet jährlich eine Tagung statt, die sich Hofer Vliesstofftage nennt. Über die Vorträge der letzten Jahre gibt es ein öffentliches Archiv:

Eine gute Möglichkeit, an tiefergehende Fachinformationen und Entwicklungen am Vliesstoffmarkt zu kommen.

R+W Textilservice ist der Onlineauftritt des gleichnamigen Fachmagazins für die Textilbranche:


26.06.2020 :: Kleber für Masken

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Ich brauche immer mal wieder etwas Kleber für den Maskenbau. Zum Beispiel haben die Real-Mikrofaser-Geschirrtücher durch die Verpackungs-Plastiknadeln ein paar Löcher, die verschlossen werden müssen. In kritischen Bereichen könnte man auch eine Naht versiegeln, damit die wirklich dicht ist. Sekundenkleber funktioniert grundsätzlich, man sollte aber 1-2 Tage vor Benutzung warten, bis der wirklich endgültig ausgedunstet ist. Weißleim D3 geht grundsätzlich auch, er nimmt aber beim Waschen Wasser auf, wird weiß und weich und scheint danach etwas zu verspröden. Deshalb hab ich nochmal nach einer Alternative Ausschau gehalten.

Ich hab jetzt Probeklebungen mit Uhu Alleskleber Kraft gemacht. Er ist transparent und bleibt nach Trocknung elastisch. Zieht keine Fäden, lässt sich gut verarbeiten. Es ist von der Klebergrundlage ein Polyurethan-Elastomer, was in einem Lösemittel gelöst ist. Lösemittel ist Aceton+Ethylacetat, also das, was z.B. in Nagellackentferner enthalten ist. Ist das Lösemittel verflogen, bleibt nur noch das zuvor gelöste Elastomer übrig. So funktionieren die meisten Alleskleber. Insofern man keinen direkten Hautkontakt hat, kann ich mir keine Gefährdungen dadurch vorstellen. Selbst Hautkontakt hat man ja beim Kleben recht häufig, dabei hatte ich nie irgendwelche Probleme. Warnhinweise in diese Richtung sind auch keine zu finden. Im Sicherheitsdatenblatt findet man neben Aceton und Ethylacatet auch keine kritischen Stoffe.

Einen Test auf Stoff habe ich gemacht, auch mit kochendem Wasser übergoßen. Scheint alles gut zu funktionieren.

Interessant könnte auch der Uhu Extra Alleskleber sein. Im Datenblatt bei diesem Kleber steht explizit: "Der getrocknete Klebstoff ist indifferent, völlig neutral und physiologisch absolut unbedenklich." Er bleibt allerdings nicht so elastisch. (Nachtrag: Getestet. Ist grundsätzlich wasserbeständig, auch bei 90 Grad, bleibt aber, wie schon erwähnt, nicht so elastisch. Verliert im feuchten Zustand etwas an Beständigkeit.)

Speziell für Stoffe hat Uhu auch noch den "Uhu Textil". Er basiert auf einer Acrylat-Dispersion, die gesundheitlich auch völlig unkritisch sein sollte. Er wird bis 90 Grad waschbar angegeben. Den werde ich bei Gelegenheit mal testen.

Weblinks:


25.06.2020 :: Materialtest: Papstar Vlies-Tischdecke "soft selection"

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Heute habe ich im Real-Supermarkt eine Vlies-Einweg-Tischdecke von Papstar aus der Produktreihe "soft selection" gefunden. Das Material ist punktgeschweißtes PP-Vlies. Aus solchem Material gibt es z.B. auch Einkaufstaschen. Mit 50g/m² ist es relativ dünn, die Schieblehre zeigt ca. 0,25 mm.

Mit dem Süßstofftester zeigte sich schon bei einlagig eine recht gute Filterwirkung. Da kommt schon kaum noch was durch, hat mich positiv überrascht. Unter dem Mikroskop erkennt man, dass die Fasern so etwa 12-15 µm dick sind.

Nachtrag 27.06.2020: Über die gute Filterwirkung war ich recht verwundert. Wie kann das sein? Also hab ich mir die Fasern nochmal genauer unter dem Mikroskop angeschaut. Da kam der Verdacht auf, dass das ein dreilagiges SMS Material ist, wo also in der Mitte eine Meltblown-Schicht ist. So richtig erkennen konnte man das aber noch nicht. Also hab ich zwischen den Schweißpunkten versucht, ein Stück unverschweißtes Material herauszuschneiden und dieses dann unter dem Mikroskop weiter aufzusplitten. Und da war ich dann verblüfft, tatsächlich eine Meltblown-Schicht mit sehr feinen Fasern zu finden. Damit ist das Rätsel gelöst, warum dieses Material so gut filtert. Die Frage ist nur: Warum verarbeitet man in einer recht preisgünstigen Einmaltischdecke Meltblown? Der Grund wird vermutlich darin liegen, dass hierdurch die Tischdecke recht wasserdicht wird. Eine technische Eigenschaft also, die so ein Produkt aufwertet. Die gemessene Faserdicke des Meltblown liegt so um 1µm.


Die dicken Fasern sind das Spinnvlies (12µm), darunter sieht man die Schicht aus wesentlich feineren Meltblown-Fasern (1µm).

Die Prüfung mit dem Atemwiderstandstester überraschte mich auch. Hatte ich letztens ein ganz ähnliches Material von AMF in 80g/m² mit 16 Pa (@31,7l/min) getestet, musste hier der Lüfter sehr viel höher drehen, um den Volumenstrom zu schaffen. So kam ich hier auf 67 Pa (@31,7 l/min). Zweilagig sind es 142 Pa. Auch das ist nochmal ein gewisses Indiz für eine gute Filterwirkung. Es hat aber auch etwas mit den recht dicht gesetzten Schweißpunkten zusammen. Weil diese Schweißpunkte luftundurchlässig sind, wird die luftdurchlässige Fläche stärker reduziert. Hier liegen die Schweißpunkte deutlich dichter, als beim AMF-Material. (Nachtrag: Jetzt mit dem Wissen um eine Meltblown-Schicht ist auch der höhere Atemwiderstand nachvollziehbar.)

67 Pa ist schon eher das obere Ende für eine noch leicht zu atmende Maske. Man könnte also direkt daraus eine sehr leichte und luftige Maske bauen. Bei einer sehr luftdurchlässigen Stoffmaske könnte man es zusätzlich als Filter einbringen. Zweilagig ist dieses Material in einem Bereich mit deutlichem Atemwiderstand, aber noch machbar.

Weil 100 % Polypropylen, sollte es bis 60 Grad problemlos waschbar sein. Allerdings sollte man sehr schonend waschen, weil das Material durch mechanische Beanspruchung recht schnell aufgibt. Auch verliert es dadurch mechanische Festigkeit. Ich traue dem Material vielleicht 10-20 Handwäschen zu.

Die Oberfläche ist wasserabweisend, eine Seite etwas mehr, als die andere. Bügeln darf man PP übrigens nicht, das schmilzt sehr schnell.

Ich werde Tage mal eine Testmaske daraus nähen.

Papstar hat noch die Produktlinie "soft selection plus" mit 70g/m² Vliesmaterial.

Preislich ist das Material sehr günstig. Die gekaufte Decke in der Größe 120x180cm kostete bei Real 4,99 Euro, macht 2,16 Eur/m². In größeren Mengen auf Rolle bekommt man es ab 1 Eur/m². Vom Gesamtpreis sind die schmalen Rollen mit 40cm interessant. Hier kosten 24 m gut 13 Euro.

Eine Prüfung nach Ökotex hat dieses Material nicht. Neben dem Grundmaterial PP gibt es Farbstoffe (vermutlich aber eher gefärbtes PP-Granulat, womit Farbstoffe dann eingeschlossen sind) und eine wasserabweisende (hydrophobe) Appretur.

Nachtrag 26.06.2020: Hab mal ein Maske im Luna-Design aus dem Material genäht. Atmet sich gut und das Material ist - zumindest neu - gerade so stabil, dass es nicht vor den Mund zieht.

Nachtrag 26.06.2020: Eine Stabilisierung mit einem Kabelbinder macht auch hier Sinn.

Nachtrag 03.07.2020: Die Farbe macht den Unterschied. Mir ist aufgefallen, dass es durchgefärbte Varianten gibt, die vermutlich auf einem eingefärbten Granulat basieren. Hier ist der Farbstoff fest im Kunststoff fixiert. Und es gibt bedruckte Farbvarianten, wo also auf die Oberfläche eine Farbe im Druckverfahren aufgebracht wird. Das halte ich eher für ungünstig, weil hier die Gefahr größer ist, dass Schadstoffe in den Druckfarben sind. Die Farben weiß, creme, gelb, rot, dunkelblau scheinen durchgefärbt zu sein. Vermutlich auch dunkelgrün und bordeaux. Olivgrün hingegen, was auch eine gewisse Strukturierung hat, ist gedruckt. Es ist eine gedruckte Struktur, die aber wie eine echte Struktur wirkt. Man sieht das auch an den Bildern im Papstar-Shop. Weiterhin ist braun, grau, nektarine, limonengrün, fuchsia, türkis und lila bedruckt.

Nachtrag 01.08.2020: Hatte die letzten Tage noch diverse Muster des Materials getestet, auch in verschiedenen Farben (weiß, rot, bordeaux, blau). Dabei sind mir deutliche Schwankungen aufgefallen. Das Material, was ich zuletzt getestet habe, hatte deutlich niedrigere Atemwiderstände. Diese lagen bei 40-50 Pa, eine Probe ging auch bis 73 Pa hoch. Auch im Süßstofftester zeigt sich: Proben mit niedrigerem Atemwiderstand filtern auch ein klein wenig schlechter. Da scheint es also deutliche Schwankungen von Charge zu Charge zu geben, die fast Faktor 2 betragen. Vielleicht auch Schwankungen innerhalb des Materials einer Rolle.

Nachtrag 07.08.2020: Hatte eine Probe violettes Material bekommen. Dies ist definitiv eine bedruckte und keine durchgefärbte Sorte. Die Rückseite ist bei den bedruckten Materialien weiß. Und hier die große Überraschung: Das Basis-Material ist anders, es enthält keine feinfasrige Meltblown-Schicht und ist damit vom Filtervermögen sehr viel schlechter. Man kann es auch gar nicht für Masken verwenden, weil es nahezu dicht ist. Es scheint nach der Bedruckung eine PE-Beschichtung bekommen zu haben, ähnlich wie das "Soft Selection Plus" Material. Wenn also das Material, dann nur die durchgefärbten Sorten. Das sind m.W. weiß, creme, gelb, rot, bordeaux und blau.

Weblinks:


25.06.2020 :: Materialtest: Thinsulate B100

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Thinsulate ist eine Handelsmarke von 3M. Es sind Isoliervliese für Kleidung, Schlafsäcke, Schuhe und vieles mehr. Bei Thinsulate werden die Wärmedämmeigenschaften durch den Einsatz von Mikrofasern deutlich verbessert. Diese Mikrofasern machen das Material auch grundsätzlich interessant für den Einsatz in Masken.

Als Faser-Material wird überwiegend PES und PP eingesetzt. Die meisten Thinsulate-Sorten sind relativ dick und damit wenig für den Maskenbau geeignet. Das interessanteste Material ist Thinsulate B100, was für Schuhe verwendet wird. Es ist das dünnste Thinsulate, was es als Standard-Material gibt. Es ist etwa 2mm dick und ist etwa so dicht verpresst, wie Wattepads. Material ist 88% PP und 12% PES. Es ist aber bei weitem nicht so dicht und fest wie Evolon. Hier können sich auch Fasern schnell herauslösen, weshalb man es nur als Filterschicht in Masken nutzbar wäre, nicht als alleiniges Material.

Der Atemwiderstand ist mit 21 Pa bei 30 l/min sehr gering. Mit dem Süßstofftester filtert es bereits einlagig schon mittelmäßig, bei 2 lagig wird es schon recht gut.

Unter dem Mikroskop sieht man Fasern in unterschiedlichster Dicke, die bis in den Bereich gehen, was man von Evolon oder Meltblown kennt. Also 1µm und kleiner.

Im Sommer gibts natürlich einen entscheidenden Nachteil: Das Material soll ja gut isolieren, also wird man darunter auch gut schwitzen, besonders wenn man es zweilagig verwendet.

Insofern: Kein optimales Material, aber in Notfällen, wenn nichts anderes verfügbar ist, kann man damit recht gute Filterwerte erreichen.

Leider kommt man recht schlecht an das Material heran, derzeit habe ich nur einen Online-Shop gefunden, der es hat.


24.06.2020 :: Neues Maskendesign Luna

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Ich hatte gestern mit Spiegel und Tuch ein wenig experimentiert. Ich suchte nach einem neuen Maskendesign, was vor allem am Rand dichter ist, als das normale 3-Falten-Design. Das 3-Falten-Design ist eigentlich ein Kompromiss. Es ist vor allem so schön einfach und deshalb auch beliebt. Und für die Einwegmasken, die ja auch genau dieses Design nutzen, ist es produktionstechnisch sehr kostengünstig umzusetzen.

Genauer betrachtet fällt aber ein entscheidender Nachteil auf: Die Faltungen reichen nicht, damit die Maske wirklich rundherum dicht anliegt. Entweder hat man unter dem Kinn einen offenen Bereich oder seitlich wirft es Falten. Dort zieht dann Luft rein.

Das ist auch alles ok, so lange es nur ein Tröpfchenfänger sein soll. Geht es aber um Aerosol-Filterung, braucht es einen guten Randschluss rundherum. Hat man den nicht, atmet man einen Großteil ungefilterter Luft ein.

Die 3-Faltenmaske lässt sich etwas optimieren, in dem man z.B. unten mittig noch eine Falte einnäht, diesen Bereich also kürzt. Mitunter macht auch eine Falte oben an der Nase noch Sinn.

Das neue Design, was ich gestern entwickelte, hat vom Zuschnitt eine runde Form, weshalb ich ihm den Namen Luna gegeben habe. Das Design ist sehr simpel, nicht aufwändiger, als eine 3-Faltenmaske. Ich habe es aus Real-Geschirrtuch-Vlies einlagig genäht, bei dem man auch keine Kanten versäubern oder umnähen muss, weil es nicht ausfranst.

Das Design funktionierte überraschend gut auf Anhieb ohne Optimierungsläufe. Eine kleine Vorprobe machte ich mit einem Stück Papier.

Ich finde, das Design wirkt optisch recht schick, deutlich besser, als eine Duck-Maske. Und doch liegt sie überall so eng an, wie bei einer Duck-Maske.

Die Augenparty ist etwas freier, als bei einer 3-Falten-Maske, weil die obere Kante zur Seite leicht abfällt.

Die Größe würde ich mit "L" definieren, wer einen kleineren Kopf hat, kann es einfach herunter skalieren, also z.B. mit Acrobat Reader einfach kleiner ausdrucken.

Nachtrag 26.06.2020: Das Real-Geschirrtuch ist zwar schon relativ stabil, aber beim Atmen zieht es dann doch ein klein wenig die Maske heran und es gibt ein wenig Hautkontakt. Wenig problematisch, aber mit wenig Aufwand kann man es noch besser machen. Mal wieder hilft hier ein Kabelbinder, der sich wunderbar in die Ecken der Falten legen lässt. Er muss genau auf Länge geschnitten werden, die Enden mit etwas Schleifpapier verrunden. Es ist ein 4,8mm Kabelbinder.

Schnittmuster:

Kurze Nähanleitung

  • Vorlage auf 160g Papier drucken und Kontur ausschneiden
  • Mit weichem Bleistift (B4-B6) oder Stabilo 8008 Kontur auf Tuch übertragen
  • ausschneiden
  • Tunnel oben umbügeln und vernähen, mittig ca. 12cm x 1,3cm Streifen Thermolam als Polsterung dazwischenlegen. Bewährt hat sich, das Nähfüßchen auf einem Stück Filz laufen zu lassen, was direkt neben dem Tunnel liegt. So verschiebt sich der Tunnel nicht.
  • Die Faltung des Tunnels liegt innen.
  • Beide oberen Falten so legen, dass alle 3 Lagen bündig aufeinanderliegen. Mit Wonderclips fixieren. Falte muss noch unter dem Tunnel enden. Falte ist etwa 40mm breit, wie auf Vorlage aufgezeichnet. Falte ist nach oben gelegt.
  • Beide Falten nähen. Naht ca. 3-5 mm von Außenkante
  • Unten mittig eine Doppelfalte legen (Kellerfalte) und vernähen, etwa 3-5 mm vom Rand. Umschlag wie auf Schablone angegeben, etwa 18mm auf beiden Seiten.
  • erste Stoppnaht für 10cm Nasendraht nähen bei etwa 5,5cm von Kante.
  • Nasendraht einschieben, muss von der Nasenseite her über dem Thermolam liegen, weil dieses ja polstern soll. Zweite Stoppnaht nähen. Jetzt ist der Nasendraht fixiert.
  • 6cm x 0,7cm Streifen einmal falten und rechts und links in den Tunnel als Schlaufe einnähen, wo später der Gummi angebracht wird. Ich nutze als Material Evolon 100.
  • Gummi mit jeweils einem Kabelbinder pro Seite anbringen. Gummilänge Richtmaß 40cm.
  • Nasendraht vorbiegen und Anprobe. Gummi wird über den Ohren zum Hinterkopf geführt.
  • Maske muss überall dicht anliegen. Sollte das nicht der Fall sein, muss die Größe korrigiert werden. Auch kann man etwas an der unteren Kellerfalte korrigieren, in dem man diese kleiner oder größer macht.

Nachtrag 03.07.2020: Das Design eignet sich vor allem für Stoffe/Vliese, die an den Kanten nicht versäubert werden müssen. Falls man sie aus Stoff näht, der versäubert werden muss, müsste man sich noch etwas einfallen lassen, z.B. könnte man eine Einfassung mit einem Kantenband/Schrägband machen. Am Besten ein elastisches Band, was sich besser an die Rundung anlegt.

Nachtrag 09.08.2020: Die Größe lässt sich recht gut über die untere Falte anpassen. Man näht die Maske soweit fertig, lässt aber die untere Falte noch offen. Dann setzt man sie auf und zieht mittig unten den Stoff soweit zusammen, bis die Maske straff sitzt und die Oberkante seitlich leicht nach unten (also von den Augen weg) gezogen wird. Dann steckt man mit einer Klammer ab und weiß, wie groß die Falte unten werden muss. Jetzt kann man sich auch z.B. aus einem Kabelbinder ein Längenmaß basteln. Einfach Kabelbinder in eine passende Maske innen so hineinlegen, dass er im äußeren Umfang innen liegt. Die Enden an der Oberkante der Maske abschneiden. Weitere Masken müssen dann so geschnitten sein, dass dieses Maß stimmt. Bei mir sind es 23cm. Durch die Anpassung der unteren Falte kann man in vielen Fällen das Schnittmuster mit 100% Skalierung nutzen.

Um bei einer fremden Person Maß zu nehmen, kann man auch hier einen Kabelbinder unter das Kinn legen. Beide Enden müssen etwa am Wangenknochen in Höhe mitte der Nase enden. Seitlich entfernt in etwa so, wie die Maske breit ist, also rechts und links etwa 10cm von der Nase entfernt. Also genau dort, wo später die Maske oben endet und die Gummis anfangen.


20.06.2020 :: Strömungsgeschwindigkeit und Filterung

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Ein merkwürdiges Phänomen: Für erste Tests von recht gut atembaren Materialien nehme ich in letzter Zeit gerne einen Atemtester mit nur 12cm² Fläche, durch die ich atme. Das hat den Vorteil, das ich kleinere Proben von nur 5x5cm brauche. Damit atme ich dann über dem Süßstofftester und prüfe, wie viel Süße hindurch kommt.

Dabei ist mir irgendwann aufgefallen, dass die Ergebnisse oft wesentlich besser sind, als beim normalen Atemtester, wo ich 50cm² Fläche habe. Das habe ich gerade nochmal verifiziert und es ist in der Tat ein deutlicher Unterschied.

Wie kann das sein?

Die Luftmenge pro Zeit wird identisch sein, ich atme durch beide Tester ähnlich zügig ein. Der einzige Unterschied scheint in der Strömungsgeschwindigkeit zu liegen. Je kleiner die Fläche, um so höher ist die Strömungsgeschwindigkeit durch das Filtermaterial. Die ganze Luft muss hier ja durch eine kleiner Fläche hindurch. In meinem Fall habe ich gut Faktor 4, wie sich die Strömungsgeschwindigkeit unterscheidet.

Von diesem interessanten Phänomen hatte ich vor einiger Zeit schon mal gelesen. Es scheint in der Tat so zu sein, dass der Abscheidegrad von Filtern steigt, wenn die Strömungsgeschwindigkeit steigt.

Aus dieser Erkenntnis können dann auch Designentscheidungen erwachsen. Wenn man leicht atmende Materialien hat, kann man ja durchaus mit der Filterfläche runtergehen. Ein schönes Beispiel sind die Kunststoff-Masken, z.B. die Ako-Maske, die ich für Testzwecke hier habe. Die Filterfläche ist hier wesentlich geringer, weil es ja nur einen recht kleinen Bereich gibt, durch den man atmet. Man braucht dann Materialien mit einem recht geringen Atemwiderstand, erzeugt dann aber auch höhere Strömungsgeschwindigkeiten, was für die Filterung gut ist. Bei der großen Ako-Maske sind es um die 32cm², bei der kleinen um die 27cm². Bei dieser kleinen Fläche findet man durchaus noch Vliesfilter, die selbst bei FFP2-Niveau noch hinreichend gut Luft durchlassen.

In dieser Studie kann man im Support-File diesen Effekt gut erkennen. Bei einer N95-Maske hat man bei 100nm Partikelgrößes bei 1,2CFM Volumenstrom etwa 90% Filtereffizienz, bei 3,2CFM hingegen um die 95%. Noch stärker fällt der Effekt bei 200nm aus. Da sind es bei 1,2CFM etwa 77%, bei 3,2CFM hingegen 93%. (Vergleich Figure S2 und S4, 1,2CFM = 34 l/min, 3,2CFM=90.6 l/min). Dieser Effekt ist allerdings nicht bei allen Materialien im Test so zu beobachten. Auch in der Publikation unten zu Hepa-Filtern ist der Effekt umgedreht: Mit höherer Anströmgeschwindigkeit bei Hepa-Filtern sinkt die Filterleistung.

Persönlich kann ich den Effekt der Verbesserung der Filterleistung bei höherer Anströmgeschwindigkeit bei zahlreichen Vliesmateralien beobachten. Über dem Süßstofftester spürt man es sehr deutlich.

Diesen Effekt zu berücksichtigen ist auch wichtig bei Tests. Um Materialien auf ihre Filtrationsleistung hin zu testen, sollte die Strömungsgeschwindigkeit ähnlich groß sein, wie später bei der fertigen Maske. Faktor 2 wird da noch nicht viel machen, aber Faktor 10 bringt schon deutlich andere Ergebnisse.

Weblinks:


18.06.2020 :: Atemwiderstand Tests auf Teststand

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Ich hab jetzt einen einfachen Teststand gebaut, auf dem ich den Atemwiderstand von Stoffen testen kann. Die Testfläche beträgt 50cm², als Lüfter kam ein AVC BA10033B12H zum Einsatz, der Unterdruck zieht. Ein einfaches digitales Anemometer mit einem 25mm Flügelrad misst den Volumenstrom. Die Messpunkte liegen bei 1,2m/s und 2,4m/s, was 31,7 l/min und 63 l/min entspricht.

Der Lüfter könnte noch etwas leistungsfähiger sein, bei einigen Materialien konnte ich keinen Volumenstrom von 63 l/min mehr messen. Umgedreht gibts aber auch im unteren Bereich ein Limit. Will man noch auf 31,7 l/min bei sehr durchlässigen Stoffen kommen, gelingt das hier gerade so bis etwa 25 Pa, weil der Lüfter eine Minimaldrehzahl braucht. Für sehr durchlässige Materialien hätte ich aber noch einen San Ace B76 da. Um den ganzen Bereich unterschiedlichster Materialien von 5 Pa bis 500 Pa bei 30-160 l/min zu überspannen, braucht es definitiv 2-3 unterschiedliche Lüfter.

Es müssen Radiallüfter sein, die normalen Axiallüfter, wie sie typisch in Computern verbaut sind, bringen nicht genug Unterdruck. Die hören typisch bei 50-80 Pa auf. Bei diesen Werten ist der Volumenstrom dann nahe Null. Koppelt man 2 Axiallüfter hintereinander, erhöht sich der maximale Unterdruck kaum, da geht es nur um 10-20 % Zunahme.

Was alternativ noch gut funktioniert, ist ein Fön, den man von der Drehzahl regulieren kann. Bei einem einfachen Fön mit Wechselstrommotor geht das mit einem vorgeschalteten Dimmer. In diesem Fall würde man mit Überdruck und nicht mit Unterdruck arbeiten.

Hier die gemessenen Werte diverser Materialien.

MaterialPa @31,7 l/minPa @63 l/min
Real Geschirrtuch61115
Vileda blau Tuch262-
Kenbell Softshell225-
Wäschekronetuch Orange111206
Wäschekronetuch Orange + S320142-
Evo8094174
Evo80 Probe 2111208
Evo80 2lagig236-
Evo100127225
Albstoffe Shield2342
Albstoffe Shield 2lagig3980
BW Poppy 130g/m²4287
BW Poppy 2lagig85161
Nordvlies Wipex MF-Vlies77140
Meiko Micro 3000205-
Brevo/Sito Microfaser Universaltuch70130
Maimed FM Comfort MNS4278
Vlieseline ILC151 4lagig2551
Vlieseline S3201326
Vlieseline S1349
Vlieseline M1249
Vlieseline Decovil I Light84-
Vlieseline H2501021
Vlieseline G70049
Vlieseline HH65048
Vlieseline H640511
Vlieseline F220511
Vlieseline 272 Thermolam1022
Sandler Sawascreen 8602 SMS FFP273144
Lidl Velour Microfaser735-
Swirl MicroPor Staubsaugerbeutel5298
AMF Feinvlies 80g/m²1630
AMF Feinvlies 80g/m² 2lagig2752
AMF Nähvlies 130g/m²1427
AMF 80g/130g/80g 3lagig3975
AMF 3lagig weiß Meltblown 40g4686
AMF 3lagig weiß Meltblown 40g 2lagig104189
AMF 3lagig blau Meltblown 40g3060
AMF 3lagig blau Meltblwon 40g 2lagig69124
AMF Inlett-Vlies 45g714
AMF Inlett-Vlies 45g 2lagig1022
Ventilus Atemfeingewebe PES-Stoff1226
Ventilus Atemfeingewebe PES-Stoff 2lagig2347
Filz PES 3mm, 420g/m²2240
Filz PES 1,5mm, 235g/m²816
Zewa Küchentuch1225
Tempo Taschentuch57111
Babylove Einmalwaschlappen1837
Thinsulate B1002243
Evo30 2lagig2039
Evo30 4lagig3676
Papstar Vlies-Tischdecke soft selection68123
Papstar soft selection 2lagig142274
Jersey bl/gb Karstadt4477
Jersey bl/gb + Papstar soft sel117208
Stoff4You Antibak2714
Stoff4You FFP2/3 Vlies Meltblown78145
Aktivstoffe Medicus Feinfiltergewebe242-
Sensalux Tischdeckenrolle 80g1428
Mikrofaser Handtuch Action blau125-
Mikrofaser Handtuch Decathlon103-
Tedi Velourstoff 0,2mm183-
Evo 130 nu:ju Handtuch320-
Softshell 255g/m² weinrot25-
3 Lagen Evo 30 (Glatzeder MNS)52-
3 Lagen Evo 30 (tigerlilly)25-
Evo 100 bunt bedruckt121-
Papstar Soft-Selection weiß51-
Collectex MNS22-
Bawega Memory Stoff81148
Vlieseline S520502-
Bawega dunkelgrau glänzend305-
Bawega hellgrau90-
Bawega Kanarisches gelb108-
Bawega navyblau149-
Bawega beige108-
Bawega Asphalt247-
Bawega Leichte Minze181-
Bawega Waldgrün275-
Bawega hellgrün/tiefgrün>420-
Pulmanova Premium 100g54-
Tolko sw PES Art 10019617-
Pulmanova Basic 70g85-
Meida MD50SMS51 
Meida MD65SMS55-65 
Meida MD100SMS95-116 
Meida MD200SMS84 
aktivstoffe Coolmax Finley43 
aktivstoffe Coolmax Light4 

(BW Poppy = Baumwollstoff mit 130g/m² Marke "By Poppy", ca. 0,2mm dick, bestellt hier: https://larissastoffe.de/Baumwollstoff-Baumwolle-Punkte-mint; Vileda blau Tuch = Vileda Microfibre Universal; Wäschekrone Orange = Wäschekrone Poliertuch in Orange (ähnlich Evolon); Real Geschirrtuch = Real Mikrofaser Geschirrtuch (ähnlich Evolon); Evo80: 2 verschiedene Proben, das Material scheint größere Schwankungen zu haben; Maimed MNS = Maimed Comfort FM Mund-Nasenschutz; Sandler Sawascreen 8602 ist ein SMS-Vlies, was von der Filterwirkung FFP2 Niveau hat - interessantes Material, was aber leider nur schwer zu bekommen ist; Evo80/100 = Evolon 80g/m² zweite Generation und 100g/m² erste Generation, Ventilus Atemfeingewebe = 150g/m² 100 PES-Stoff von aktivstoffe.de, Filterwirkung gering; Jersey bl/gb Karstadt = Noname Baumwoll+Elasthan Jersey-Stoff einseitig bedruckt, 200g/m², bi-elastisch; Papstar soft selection = Papstar soft selection Vlies-Einmaltischdecke (SMS-Vlies), 50g/m²; AMF Feinvlies 80g und Sensalux 80g scheint mir das gleiche Material zu sein); Bawega Memory - feine, leicht elastische Strickware aus 95/5 PES/Spandex, sehr gute Filtereigenschaften, ca. 0,35mm dick, weicher Fall, Lieferant: orientfashion.pl)

AMF-Materialien Artikel-Nummern:

  • AMF Feinvlies 80g/m²: 98657724
  • AMF Nähvlies 130g/m²: 98657748
  • AMF 3lagig weiß Meltblown 40g: 98657007
  • AMF 3lagig blau Meltblown 40g: 98656697
  • AMF Inlett-Vlies 45g: 69776090
  • AMF Sensalux Tischdeckenrolle 80g: 69720222

So grob kann man sagen: Für eine typische 3-Faltenmaske ist alles, was bei 31,7l/min bis etwa 100 Pa ist, recht gut atembar. Werte um 40 Pa sind besonders leicht zu atmen. Werte um 200 Pa sind nicht mehr gut für 3-Faltenmasken geeignet, weil schon viel Luft am Stoff vorbeiziehen wird. Beim Duck-Mask Design ist hingegen eine gute Abdichtung zum Gesicht hin möglich, da spürt man bei Werten um 200 Pa schon deutlichen Atemwiderstand, kann aber bei leichten Tätigkeiten immer noch recht gut hindurchatmen. Bei Materialien über 250 Pa macht es in der Regel keinen Sinn, daraus Masken zu fertigen. Es sei denn, man braucht sehr gut filternde Masken für kürzere Einsatzzeiten. Dann sind auch Materialien bis 300 Pa noch atembar.

So über den Daumen gepeilt kann man sagen: Doppelter Stoff etwas mehr als doppelter Atemwiderstand. Und doppelter Volumenstrom etwa doppelter Atemwiderstand. Zumindest gilt das bei den recht kleinen Volumenströmen, die durch eine Maske geatmet werden (laminare Strömung).

Velour Microfasertücher sind vom Filtervermögen sehr gut, weil das Material recht homogen ist und keine Löcher aufweist. Leider sind die aber so dicht, dass man kaum durch atmen kann. Das macht sie für unseren Zweck unbrauchbar, es sei denn, es fällt einem ein Maskendesign ein, bei dem man mindestens 500cm² Atemfläche hat. Velourtücher unterschiedlicher Hersteller unterscheiden sich stärker. Lidl ist mit 735 Pa recht dicht, von brevo-service hatte ich eins, was bei 508 Pa lag. Deutlich darunter hab ich aber noch nichts gefunden. Die Velour-Tücher waren mit obigem Testaufbau nicht messbar, die habe ich mit einem Fön als Druckquelle gemessen.

In zahlreichen Tests haben Staubsaugerbeutel aus Vlies einen recht hohen Atemwiderstand. Das hat sich hier nicht bestätigt. Er liegt kaum höher, als bei einem einfachen Mund-Nasenschutz oder Baumwollstoff einlagig. Das getestete Modell von Swirl war ein P38 und ist bestimmt schon 10 Jahre alt. Materialdicke etwa 0,8mm, 4 Lagen Vlies. Das man Staubsaugerbeutel wg. evtl. kritischer Inhaltsstoffe nicht zum Maskenbasteln verwenden sollte, darauf hatte ich früher schon einmal hingewiesen. Hier ging es nur darum, Vergleichswerte zu haben.

  • Update 23.09.2020: aktivstoffe Jersey Coolmax Finley und Light
  • Update 20.09.2020: Meida Thermovlies mit verschiedenen Grammaturen. Merkwürdig ist, dass MD100sms einen höheren Atemwiderstand hat, als MD200sms. Es könnte sein, dass MD100sms aus älterer Produktion stammt, vielleicht hat sich da was verändert.
  • Update 08.09.2020: Bawega (Farben weichen deutlich voneinander ab), Pulmanova, Tolko
  • Update 06.08.2020: Vlieseline s520
  • Update 29.07.2020: Bawega Memory
  • Update 26.07.2020: Mikrofaser Handtücher, nu:ju Handtuch, Evo30, Evo100 bunt, Papstar weiß, Collectex Einmal MNS
  • Update 11.07.2020: Aktivstoffe Medicus, Stoff4You Antibak2, Stoff4You FFP2/3, Sensalux Tischdeckenrolle
  • Update 09.07.2020: Karstadt Jersey bl/gb
  • Update 25.06.2020: Papstar Soft Selection
  • Update 25.06.2020: Thinsulate B100 und Evo30.
  • Update 22.06.2020: Diverse Vlieseline-Produkte, Filz, Tempotaschentuch und Küchenrolle als gute Vergleichswerte, Babylove Einmalwaschlappen
  • Update 21.06.2020: AMF-Materialien und Aktivstoffe.de Ventilus

17.06.2020 :: Materialtest: Kenbell Softshell

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Bei Aktivstoffe.de bestellte ich letztens ein paar Stoffe. Vom Kenbell Softshell war ich eigentlich nicht ausgegangen, dass er für Masken taugt, aber ich war neugierig auf dieses Material, zumal es auch aus Mikrofasern besteht.

Das Material wirkte so dicht und dick, dass ich mir nicht vorstellen konnte, da hindurchatmen zu können. Mit dem Atemtester war ich dann erstaunt, dass das doch noch recht gut funktioniert.

Auf einem einfachen Teststand, den ich die letzten Tage gebaut habe, konnte ich den Atemwiderstand bei 30 l/min testen. Der liegt etwa bei 204 Pa @ 50cm² Fläche. Bei 60 l/min sind es mit 433 Pa etwa doppelt so viel.

Damit lässt sich der Stoff einordnen als noch hinreichend atembar, aber schon mit deutlichem Atemwiderstand. Zum Vergleich, eine typische FFP3 Maske hat bei 30 l/min etwa 100 Pa Atemwiderstand. Wenn die Atemfläche einer Maske bei vielleicht 80 cm² liegt, reduziert sich bei Kenbell der Atemwiderstand bei 30 l/min auf 127 Pa, so liegt man also noch etwas höher, als FFP3. Für leichte Tätigkeiten über 1-2 Stunden ist das praktikabel.

Neben dem Stoff ist also auch immer das Maskendesign entscheidend. Hier sollte eins gewählt werden, was genügend Fläche bietet. Und es braucht auch ein Design, was möglichst gut am Gesicht abdichtet. Denn je höher der Atemwiderstand, um so mehr zieht durch jede noch so kleine Ritze, Luft ungefiltert rein und raus.

Was ist eigentlich Softshell und was macht das Material interessant für den Maskenbau? Softshell ist ein laminierter Stoff, es werden also typisch 2 Stofflagen miteinander ganzflächig verklebt bzw. verschweißt. Dadurch gelingt es, Stoffe mit unerschiedlichen Eigenschaften für innen und außen zusammenzubringen. Außen sind Softshell Stoffe typisch wind- und wasserabweisend. Sie sind außen auch strapazierfähig. Innen hingegen findet man oft ein flauschiges Fleece.

Die Lamierung von 2 Stoffbahnen bringt für den Maskenbau große Vorteile. Ein Blick durch das Mikroskop zeigt, dass man so kaum noch Löcher hat, wie man sie sonst bei einfachen Stoffen an jedem Garn-Kreuzungspunkt sieht. Es macht auch einen Unterschied, ob man einfach 2 Stofflagen lose aufeinander legt oder ob beide Lagen fest miteinander durchgehend verbunden sind. Durch die feste Verbindung erhöht sich die Filterwirkung, weil es weniger offene Zwischenräume gibt, in denen Partikel frei ihre Richtung ändern können. Softshell ist in Hinsicht Filterwirkung deshalb interessant. Allerdings nur, wenn beide Stofflagen für sich schon recht gute Filtereigenschaften haben. Bei den typischen Fleece-Innenlagen ist das in der Regel weniger der Fall.

Kenbell Softshell weicht von den typischen Softshell-Stoffen ab. Es hat mit 160g/m² eine sehr geringe Grammatur. Typisch liegt Softshell bei 300-400g/m². Mit 0,5mm Dicke ist es relativ dünn. Innen wie außen ist ein recht feinmaschiges Gewebe, was günstig für die Filterwirkung ist. Innen wurde eine Coolmax-Faser® verwendet, die für guten Feuchtetransport sorgt. Es ist auch innen - abweichend von vielen Softshells - ein glatter Stoff. Das ist günstig, weil eine Maske dann weniger stark wärmt. Außen wurde eine wasserabweisende Nanotex™ Faser verwendet, die recht pflegeleicht und strapazierfähig ist. Außen sieht man eine Leinwandbindung, innen eine Maschenware.

Tipp: Wenn man nicht weiß, was innen und außen ist, einfach mal nass machen. Innen saugt sofort Wasser auf, außen perlt es ab.

Eine weitere günstige Eigenschaft ist eine gewisse Steifigkeit durch den festen Verbund zweier Stoffe. Diese braucht man, damit einem die Maske beim Einatmen nicht vor den Mund zieht.

Eine erste Maske hatte ich klassisch im 3-Falten-Design gemacht. An die Verarbeitung muss man sich gewöhnen. Falten einbügelt geht so gut wie gar nicht, es federt einfach elastisch zurück. Man darf auch nur mit 1-Punkt bügeln. Ich hab das Bügeln dann aufgegeben, stattdessen alles mit Wonderclips gesteckt und vernäht, das ging auch.

Beim Nähen hingegen ist der Stoff sehr dankbar, weil es auch kein dehnbares Material ist. Vermutlich wird eine 70er Microtex-Nadel am Besten sein, ich habe aber mit einer 70er Universalnadel genäht, was grundsätzlich funktioniert. Bei diesem Material, was ja in sich schon recht stabil ist, macht natürlich nur eine Lage Sinn, gerade auch wegen des schon höheren Atemwiderstandes sind zusätzliche Lagen, auch aus anderen Stoffen, nicht empfehlenswert.

Diese Maske atmete sich erstaunlich gut, besser als erwartet. Das machte mich etwas skeptisch, weshalb ich dem Aspekt Randundichtheiten mal mehr Aufmerksamkeit schenkte. Wenn man genau hinspürt, fühlt man seitlich strömende Luft, besonders wenn man leicht schwitzt. Beim Einatmen fühlt man Kühle, beim Ausatmen etwas Wärme. Auf jeden Fall war da was, genauer quantifizieren lässt es sich so aber nicht. Wenn ich aber seitlich mit der Hand andrückte, spürte ich einen höheren Atemwiderstand.

Seitlich nähte ich, wie auch bei Evolon: Ohne Saum bzw. Umschlag. Softshell hat die gute Eigenschaft, an den Kanten nicht auszufransen, weshalb man es nicht versäubern oder umgeschlagen vernähen muss (Die Laminierung stoppt stärkeres Ausfransen, ein wenig unsauber werden die Kanten mit der Zeit schon). Es wäre hier für die Dichtheit günstig, ein weiches Jersey-Einfassband seitlich aufzunähen, welches zusätzliche Dichtfunktion übernehmen würde. Man könnte es vielleicht zusätzlich mit einem leichten Volumenvlies unterfüttern. Da mache ich demnächst noch Versuche. Das bereits gefaltete Softshell an den Rändern rechts und links nochmal umzuschlagen, wird nicht sinnvoll sein, dafür ist das Material zu dick und zu steif. Da wird einem auch schnell die Nadel abbrechen, weil man so bis zu 6 Lagen übereinander näht.

Die zweite Maske war ein Duck-Design mit einer oben liegenden Falte, wie hier vorgestellt. Siehe auch Bild oben. Diese dichtet sehr gut am Gesicht ab, auch bei erhöhtem Atemwiderstand. Auch hier gab es keine Probleme beim Nähen. Die fertige Maske war nun wirklich am Rand dicht, der Atemwiderstand ist akzeptabel. Die Standfestigkeit des Materials ist schon ok, könnte aber noch mehr sein. Beim Ein- und Ausatmen bewegt sich der Stoff noch. Da werde ich demnächst Versuche mit Bügeleinlagen machen.

Die Atemfläche dieser Duck-Maske schätze ich übrigens auf mindestens 120cm², womit man dann auf 85 Pa Atemwiderstand bei 30l/min kommt. Ein Wert, der zwischen FFP2 und FFP3 liegt.

Der Test mit dem Süßstofftester war jetzt natürlich besonders spannend. Wie gut filtert der Stoff nun wirklich?

An Mikrofaser-Vliese wie Evolon 100 (einlagig) kommt er nicht heran. Auch das Real-Geschirrtuch aus einem ganz ähnlichen Mikrofaservlies filtert einlagig noch besser. Gegenüber einem zweilagigen feinen 130g/m² Baumwollstoff ist es deutlich besser, ebenso gegenüber Albststoffe Shield zweilagig. Eine Maske aus einer Lage Kenbell Softshell lässt sich von der Filterwirkung also eher im oberen Bereich einordnen, was mit Stoffmaterialien so machbar ist. Und solche Modelle liegen dann bei 70-85 % Filterwirkung bei 3µm Partikelgröße. Zum Vergleich: Evolon 100 liegt bei etwa 96%.

Was Tröpfeninfektionen angeht, da schirmt das wasserabweisende Außenmaterial sehr gut ab. Es verhindert, das solche Tröpfchen überhaupt tiefer in den Stoff einziehen können.

Unter dem Mikroskop ist das Material weitgehend lochdicht. Die beiden Stoffbahnen überdecken sich also so, dass die typischen Löcher zwischen Kett- und Schußfäden nicht mehr offen liegen. Recht selten findet man mal ein Loch, wo zufällig beide Stoffe an gleicher Stelle offen sind, dann aber auch oft sehr klein.

Einen Nachteil hat das Material: Es ist offiziell nur mit 30 Grad waschbar. Aus diesem Grund hatte ich anfangs solchen Stoffen keine Aufmerksamkeit geschenkt. Für eine desinfizierende Reinigung braucht es ja eigentlich 60 Grad Minimum. Nach einigen Experimenten wurde mir aber klar, dass viele Materialien deutlich höhere Temperaturen vertragen. Es macht auch einen großen Unterschied, ob ein Material bei hohen Temperaturen mechanisch beansprucht wird, wie in einer Waschmaschine, oder ob man es mit heißen Wasser zur Desinfektion übergießt, ohne es mechanisch zu belasten. Testweise habe ich ein Stück Stoff mit 90 Grad heißem Wasser übergoßen, davon geht er nicht kaputt. Ich vermute, dass er das Verfahren dutzende Male überstehen wird, bei dem man mit z.B. 70 Grad heißem Wasser übergießt, es bis auf 40 Grad abkühlen lässt und dann mit Seife von Hand durchwäscht. 60-70 Grad trockene Hitze übersteht der Stoff auch völlig problemlos. Kurzum: Ich denke, die 30 Grad Einschränkung sollten in der Praxis kein Problem darstellen.

Nachtrag 18.06.2020: Ein abgeschnittener Kabelbinder von 4,5mm Breite stabilisiert die obige Duck-Maske ganz gut, damit sie beim Einatmen besser in Form bleibt. Er lässt sich gut in die Ecken der oberen Falte schieben. Damit ist er dann hinreichend fixiert. Die Ecken der Enden sollte man etwas verrunden, um den Stoff nicht zu beschädigen. Diese Maßnahme erhöht den Komfort nochmal. Beim Waschen ist der Kabelbinder ganz schnell entfernt.

Weblinks:


13.06.2020 :: Neuer Test Freudenberg Evolon

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Neue Testergebnisse in Bezug auf Evolon-Material. Interessant, wie sich Evolon beim Waschen verhält: Es verbessert deutlich die Filterleistung, allerdings steigt auch der Atemwiderstand.

Für Evolon 30 gibt es mittlerweile eine Bezugsquelle:

Für größere Mengen bekommt man es bei Glatzeder:


11.06.2020 :: Materialtest: AMF Life 3-lagiges Feinfaser-Vlies

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Vor ein paar Wochen hatte ich schon dieses Material hier vorgestellt:

Es ist ein dreilagiges SMS-Vlies, also Außenlagen mit Spinnvlies, Innenlage aus Meltblown. Mit etwa 0,27mm Gesamtdicke und 40g/m² ist es recht dünn und weich. Es hat also selbst nicht genug Formstabilität, um direkt daraus eine Maske zu nähen. Man müsste es mindestens zweilagig verwenden und auch dann ist es noch recht flexibel und auch anfällig, weil das Material keine besonderen Festigkeitswerte hat. Man kann es mit wenig Kraft zerreißen. Als Einsteckfilter für eine Baumwollmaske ist es hingegen von Vorteil, wenn es flexibel ist.

Von den Filtereigenschaften ist es einlagig irgendwo im Mittelfeld. Mit dem Süßstofftester kommt deutlich Süße hindurch. Bei zweilagig ist es schon recht gut, im Süßstofftester ist nur noch wenig zu schmecken. Das ist noch nicht FFP2-Niveau, aber nah dran.

Der Blick unter dem Mikroskop zeigt, dass die Meltblown-Schicht recht dünn ist, um wirklich gut filtern zu können. Man findet zwischen Fasern größere Löcher.

Der Pfeil zeigt auf eine darüberliegende dickere Faser, die noch vom entfernten Spinnvlies stammt. Diese ist etwa 10-12 µm dick. Darunter erkennt man die viel feineren Fasern. Man sieht aber auch die recht großen Löcher zwischen Fasern, weil nur relativ wenig Fasern auf der Meltblown-Schicht liegen. Die Löcher sind bis zu 20 µm groß. Zum Vergleich: Löcher in einem Baumwollstoff liegen bei ca. 50-100µm.

Interessant ist, dass das Material waschbar ist, sogar bis 95 Grad. Damit könnte man Filter wiederverwenden. Elektrostatisch aufgeladene Fasern dürfte das Material damit nicht haben. Ich würde aber nicht davon ausgehen, dass es viele Wäschen übersteht.

Preislich ist das AMF Life Feinfaser-Vlies mit 4,16 pro m² eine sehr günstige Alternative.

Material ist 100% Polypropylen.

Atmen tut es sich sehr gut, es hat nur wenig Atemwiderstand auch bei zweilagiger Verwendung.

Fazit: Kein Hochleistungs-Filtervlies auf FFP2 Niveau, aber zweilagig kann man durchaus gute Filterwerte erreichen. Es hat ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, stammt aus einer seriösen Quelle und ist fast das einzige SMS-Filtervlies, was derzeit frei am Markt verfügbar ist. Ich sehe den Einsatzzweck als Filterschicht für Stoffmasken oder auch als Filter für Kunststoff-Masken, wie z.B. die Ako-Maske. Hier würde ich allerdings zur Stabilisierung zusätzlich noch ein dickeres Vlies einlegen, z.B. Vlieseline ILC-151 oder auch die Jean Carol Einmalwaschlappen, wie hier vorgestellt. Oder auch das AMF 130g/m² Nähvlies.

Weblinks:


11.06.2020 :: Beachten: Mundschutz aus Jersey

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Wer Mundschutze aus Jersey näht, sollte eins beachten: Gedehnter Jersey filtert wesentlich schlechter, als ungedehnter. Unter dem Mikroskop kann man das schön erkennen. Ein guter Jersey mit entsprechender Grammatur, wie z.B. Albstoffe Shield, ist relativ dicht, hat also nur relativ wenige Löcher und die sind mit 30-50µm auch noch relativ klein. Bei schon recht geringer Dehnung entstehen aber viele neue Löcher und die werden auch 100µm und größer. Das ist für die Filterwirkung natürlich sehr ungünstig.

Was man hier auch bedenken muss: In vielen Tests schneidet T-Shirt aus Jersey gar nicht so schlecht ab. Diese Tests wurde aber alle mit ungedehntem Material gemacht. Die Werte rutschen sofort in den Keller, sobald man das Material dehnt.

Insofern ist Jersey nur eingeschränkt für Mundschutze zu empfehlen. Man kann aber einiges tun, damit sich Jersey nicht dehnt:

  • Jersey mit einem festen Stoff kombinieren und beim Zusammennähen darauf achten, dass der Jersey nicht gedehnt wird (was normal ja der Fall ist).
  • In bestimmte Bereiche unflexibles Material einnähen. So kann man z.B. oben und unten bei einer Maske einen Saum nähen, in dem ein Stück unflexibler Stoff oder ein Vlies eingelegt wird.
  • Nähen sollte man mit normalen Nähten, keine dehnbaren Nähte für Stretchstoffe verwenden. Das alleine reicht aber als Stabilisierung nicht. Selbst eine normale Naht ist noch in gewissen Grenzen dehnbar.
  • Bügeleinlagen verwenden. Sind die auf Jersey aufgebügelt, ist der Jersey in der Größe stabilisiert, kann sich also nicht mehr dehnen.

11.06.2020 :: Durch welche Lochgröße kann man gut atmen?

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Wie groß muss ein Loch sein, damit man gut durch atmen kann? Diese Frage kann beim Maskenbau interessant sein. Baut man z.B. eine Plastikmaske und möchte Löcher in einen Filterdeckel vorsehen, braucht man einen sinnvollen Querschnitt, die alle Löcher in der Summe haben müssen. Die Löcher sollen die Luft hier möglichst wenig bremsen. Aber auch wenn man einschätzen will, welche Maskenundichtigkeiten welche Auswirkung haben, kann einem das Wissen darüber helfen.

Grundsätzlich ist es so, dass ein Loch ein Luftwiderstand hat. Je schneller die Luft durch das Loch strömt, um so mehr wird die Luft gebremst. Atmet man also ganz langsam durch ein Loch, wird die Luft kaum behindert, atmet man schnell, wird sie stark behindert. Deshalb nimmt der Unterdruck, je schneller man durch ein Loch einatmet. Bei einem kleinen Loch braucht die Luft eine hohe Geschwindigkeit, damit genug Volumen hindurchgeatmet wird. Das sorgt für hohe Reibung und höheren Unterdruck.

Konkret haben die Tests folgendes ergeben: Durch ein 5mm Loch kann man beim Ruheatmen gerade noch hinreichend Luft bekommen. Man kann das mit einem Strohhalm probieren, der hat etwa 5-6 mm Durchmesser. Bei 2 Löchern in 5mm ist es schon deutlich komfortabler. Bei 3 Löchern schon sehr komfortabel und 4 Löcher reichen völlig aus, recht ungehindert zu atmen.

Ein 5mm Loch hat knapp 20 mm². Bei 3 Löchern hat man also 60mm² oder 0,6cm². Bei einem Loch entspricht das ungefähr 9mm. Man sieht, dass schon ein recht kleines Loch ausreicht, durch das man bequem atmen kann. Das ist auch der Grund, warum man manchmal Abdeckblenden für Filter sieht, die relativ kleine Löcher haben, die aber doch gut funktonieren. Auch bei den Ventilen, die viele FFP-Masken haben, sind die Löcher oft recht klein. Was man allerdings nicht machen darf: Hinter so einer Abdeckblende mit recht kleinen Löchern ein dünnes Filtervlies zu packen. Beim Filtervlies muss über die ganze Oberfläche geatmet werden können. Aber schon dann, wenn man ein recht luftiges Volumenvlies davor packt, hat die Luft eine Chance, sich über die ganze Fläche des dahinterliegenden Filtervlieses zu verteilen.

Um über die Atmung Stoffe miteinander vergleichen zu können, könnte man sich Vergleichsnormale mit verschiedenen Lochdurchmessern herstellen. Man kann dann sagen: "Es atmet sich etwa, wie durch ein 5mm Loch." Und dann kann man festlegen, wie gut sich ein Stoff mindestens atmen können muss, damit er brauchbar ist.

Es macht übrigens einen Unterschied, ob man durch ein 5mm Loch atmet oder durch einen 5mm Schlauch. Je länger der Schlauch, um so größer wird die Reibung. Ein Schlauch könnte aber auch ein gutes Referenznormal darstellen. Man kann den Schlauch seitlich durch die Maske fädeln, so dass die Maske trotzdem noch dicht abschließt. Dann atmet man mit offenem Schlauch und hält dann mal zu und vergleicht. Ist der Atemwiderstand etwa ähnlich, hat der Stoff etwa den Atemwiderstand wie auch der Schlauch. Gibt es Unterschiede, spürt man recht gut, ob der Atemwiderstand des Stoffes höher oder niedriger als der Schlauch liegt.


07.06.2020 :: Lieferanten Spezialstoffe

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Es gibt zahlreiche Spezialstoffe oder Vliese, die im Blick auf den Maskenbau interessant sein können. Ein Beispiel ist Tyvek, ein recht dichtes Vliesmaterial, woraus auch einige Masken bauen.

Hier ein paar Adressen, wo man Spezialstoffe finden kann:


07.06.2020 :: Billige N95/FFP2-Masken

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Als ich letztens bei Tedi war, lagen KN95 Masken für 1 Euro das Stück herum. Masken, die es in gleicher Bauform derzeit auch bei Ebay für 1-2 Euro gibt. Ich war neugierig, was diese taugen und hab mal eine mitgenommen. KN95 ist die chinesische Norm, die ungefähr mit FFP2 identisch ist.

Ein erster Test mit dem Süßstofftester zeigte zumindest, dass die Maske weit weg von dem ist, was ich von FFP1 und FFP2 Qualitätsmasken gewohnt bin. Ich kann ganz deutlich Süßstoff schmecken, da geht also einiges durch.

Nimmt man sie auseinander, sieht die Sache aber gar nicht so schlecht aus. Die Maske hat immerhin 4 Lagen. Außen ein hydrophobes, etwas stabilisierendes Spinnvlies, innen ein etwas weicheres Vlies. Die zweite Schicht von Außen ist tatsächlich eine sehr dichte Meltblown-Schicht. Man erkennt das an einem papierartigen Aussehen und der geringen Reißfestigkeit dieser Schicht. Unter dem Mikroskop sieht man auch die viel feineren Fasern. Die dritte Schicht ist ein Volumenfvlies, welches kaum Filterwirkung haben wird, aber die Dicke des Materialmixes deutlich erhöht und damit zur Stabilisierung beiträgt. Auch hat sie einen polsternden Effekt im Nasenbereich und der sonstigen Auflagefläche am Gesicht.

Der Alubügel ist etwas zu weich, hält aber zumindest kurzzeitig den Nasenbereich hinreichend dicht. Die Ohrgummis sind weich genug, damit man sie komfortabel tragen kann. Der Sitz bei mir ist gut, bei kleinen Köpfen passt sie hingegen schlecht, dann steht sie seitlich ab.

Leider hat die Maske einen leicht unangenehmen Geruch, was in mir dann gleich auch die Frage aufwirft, ob die nicht irgendwelche schädlichen Schadstoffe ausdünstet. Man weiß ja auch nichts darüber, wer die Maske hergestellt hat und wie dort die Qualitätssicherung ist. Die Masken hatten keinerlei Beipackzettel. Neben der Bezeichnung "KN95" steht auch nichts auf der Maske.

Meine Einschätzung: Mit einer FFP2-Maske von Markenherstellern von der Filterwirkung nicht vergleichbar. Trotzdem wird die Filterwirkung nach meiner Einschätzung ähnlich wie gute Stoffmasken sein. Also irgendwo bei 70-80%. Der 4 lagige Aufbau mit einer tauglichen Meltblown-Schicht bestätigt das neben dem Süßstofftester auch. Insofern durchaus eine interessante Alternative, zumal sie auch recht bequem zu tragen ist. Das Einzige, was mich persönlich derzeit von abhalten würde, ist die Unklarheit, wer diese wie produziert, ob es eine ausreichende Qualitätssicherung gibt und auch keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind. Man weiß noch nicht mal, ob Masken die gleiche Qualität haben, die mit der nächsten Lieferung kommen.

Etwas Sicherheit könnte der Einzelhandel geben. Große Ketten wie Aldi, Lidl, DM und Rossmann werden mit Sicherheit hinreichend gute Qualitätstests machen, ebenso die Produktsicherheit abklären. Für die steht ihr Ruf auf dem Spiel. Das ist auch der Grund, warum gerade bei diesen Händlern bisher kaum (oder keine) Angebote für FFP2 Masken zu finden sind. Bei Restposten- und Billig-Shops wird man nach meiner Einschätzung diese höherwertige Produktüberprüfung nicht haben. Apotheken sollten eigentlich auch eine hohe Produktsicherheit gewähren, da bin ich mir in den derzeitigen Krisenzeiten aber nicht mehr so sicher. Als nichts am Markt war, hab ich manch zweifelhafte Produkte auch in Apotheken gesehen. Eine kleine Apotheke hat auch keine Möglichkeiten für Produkttests, das könnten nur die Großhändler machen, bei denen die Apotheken einkaufen.

Worauf man auch achten sollte, dass die Masken eine ordentliche Kennzeichnung haben. Dazu gehört:

  • Eindeutiger Name des Herstellers
  • Modell und Größe
  • Normbezeichnung auf Maske und Verpackung (z.B. GB 2626-2006 KN95)
  • Produktionsdatum, Losnummer, Lagerfähigkeit, Lagerbedingungen

Das sind so die Mindest-Standards, fehlt etwas davon, wie in meinem Fall, darf man skeptisch sein.

Gute Produktbewertungen können zwar etwas über gute Trageeigenschaften aussagen, aber nichts über Filter-Effizienz. Die meisten Kunden haben einfach keine Möglichkeit, dies zu testen.

Skizze der Maske:

Weblinks:


06.06.2020 :: Hilfe beim Profi-Einkauf von Einweg-Masken

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Wer professionell Masken am Markt einkaufen muss, hat es derzeit schwer. Die guten Markenmasken sind fast überall vergriffen und bei der Noname-China-Ware kann man nur schwer abschätzen, wie die Qualität ist. Auch Fälschungen sind am Markt.

Einen umfangreichen Wegweiser hat die Deutsche Gesellschaft für EU-Konformität (degeuk) aufgelegt:


05.06.2020 :: Dichter Sitz entscheidet stark über Filterwirkung

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In dieser Studie wurde neben der Filterwirkung auch die Wirkung von kleinen Löchern in Masken getestet:

Man testete 59cm² Filteroberfläche und machte dann testweise ein Loch von etwa 1% der Filteroberfläche. Das wären also 0,59cm², was einem runden Loch von etwa 9 mm entspricht. So ein Leckage hat man z.B. ganz schnell, wenn eine Maske keinen Nasendraht hat.

Zu erwarten ist, dass der Einfluss hier recht groß ist. Denn die Luft sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes. Insofern zieht sehr viel mehr, als 1% der Luft durch dieses Loch. Um so mehr, je höher der Luftwiderstand durch den Stoff oder das Vlies ist.

Das das Ergebnis so hoch ausfällt, damit hätte ich aber nicht gerechnet:

MaterialFilterung ohne Loch %Filterung mit Loch %
N95/ffp2 Maske99,9 12,0
Chirurg. Mund-Nasenschutz99,644,0
Stoff 2lagig Baumwolle/Seide98,532,0

(Filterwirkung bei Partikeln >300nm und einem Volumenstrom von etwa 34 l/min. Bei Ruheatmung hat man ungefähr 7,5l/min, bei leichter körperlicher Bewegung ist man aber schnell bei diesen 34l/min. Bei höheren Volumenströmen fallen die Ergebnisse nicht so gravierend aus, z.B. steigt bei 90l/min die Filterwirkung der N95 von 12% auf 64%.)

Wenn man mit einer Maske also wirklich Aerosole ausfiltern möchte, kommt es entscheidend auf den dichten Sitz der Maske an. Kleinste Löcher machen die Effizienz guter Materialien in großem Maße zunichte.

Hier wurde auch oft falsch optimiert. Viele Community-Masken sind 3lagig und man kann nur schwer durch atmen. All das, um Filterwerte von vielleicht 70-80% zu erreichen. Solche Masken haben in der Regel einen hohen Atemwiderstand. Das wiederum sorgt dafür, dass durch kleinste Löcher noch viel mehr Luft zieht. Schlussendlich hat man eine Maske, die besonders schlecht filtert.

Das sieht man schön an obiger Tabelle: N95 und der Chirurg. Mund-Nasenschutz (MNS) filtern etwa gleich gut, ist aber ein Loch vorhanden, sinkt die N95 auf 12%, wo der MNS bei immerhin noch 44% liegt. Der Grund dafür ist der wesentlich geringere Atemwiderstand bei dem MNS. (Es stellt sich hier ein Gleichgewicht ein. Je mehr Luft durch ein kleines Loch gezogen wird, um so mehr wird diese gebremst. Hier wird dann so schnell Luft durchgezogen, bis die Druckdifferenz etwa ähnlich hoch ist, wie der Stoff der Maske.)

Hat man nun eine 3lagige Baumwollmaske, kann man schnell Atemwiderstände erreichen, die über einer N95 Maske liegen. Und dann sorgt eine kleine Undichtheit dafür, dass man schnell bei 12 % und weniger liegt. Eine einlagige Baumwollmaske könnte da viel besser abschneiden. Sie filtert dann vielleicht nur 50-70%, hat aber wesentlich geringere Atemwiderstände, weshalb ein Undichtheit sich nicht so stark auswirkt. Gleichzeitig könnte sie durch den dünneren Stoff auch besser anliegen, komfortabler wäre sie sowieso.

Nach meinen Beobachtungen liegen die meisten Community-Masken nicht gut an und ziehen so jede Menge ungefilterte Fremdluft. Auf diesen Aspekt wurde zu wenig geachtet, weil für diese Effekte zu wenig Bewusstsein da ist. Und weil es eine ganz große Herausforderung ist, dicht anliegende Masken zu fertigen, die dann auch noch bei unterschiedlichsten Kopfgrößen und -formen dicht abschließen. Eine weitere große Herausforderung ist das Bewusstsein bei jedem Träger, alles dafür zu tun, dass sie dicht anliegt.

Umgedreht kann man auch sagen: Eine Maske ohne Nasendraht oder die sonst nicht sehr dicht anliegt, kann aus dem einfachsten Stoff sein. Der beste Stoff würde das Ergebnis nicht wesentlich verbessern, ja könnte das Ergebnis wg. höherer Atemwiderstände sogar in der Filterwirkung verschlechtern.

Man könnte auch sagen: Wer nicht sehr gut anliegende Masken trägt, sollte besser keine Erwartungen an Aerosol-Filterung haben.

Neben den Aerosolen ist es natürlich wichtig, dass Masken Tröpfchen abhalten. Gerade bei den eigene Tröpfchen, die man in die Umwelt abgibt, ist ein dichter Sitz wichtig. Ein Loch hätte hier eine ähnliche Wirkung, wie ein Ausatemventil: Die Luft wird dort stark beschleunigt und somit können kleine Tröpfchen und Aerosole besonders weit fliegen. Einziger Vorteil ist, dass die Undichtheiten meist seitlich, oben oder unten sind. Steht man jemanden also direkt gegenüber, wird man bei einem Husten noch am besten verschont. Steht man neben ihm, bekommt man evtl. noch mehr ab, als ohne Maske. Wobei alle schwereren Tröpfchen durch ihre Trägheit schon ausgefiltert werden, weil sie direkt vorne im Maskenstoff landen.

Sind die klassischen Community-Masken-Designs überhaupt dazu geeignet, dicht abzuschließen? Nach meiner Erfahrung ist das wirklich sehr schwierig und kniffelig. Eine 3-Falten-Maske bekomme ich mit eine paar Design-Kniffen noch ganz gut dicht. Aber schon dann, wenn ich meinen Kopf nach unten drehe, merke ich, wie beim Ausatmen recht viel Luft seitlich ausströmt. Und auch im Nasenbereich merke ich immer mal wieder Undichtheiten. Justiere ich den Nasendraht nach, ist es mal wieder für 1 Stunde dicht, dann merke ich wieder leichte Undichtheiten.

Die Masken mit Mittelnaht sind seitlich auch recht schnell leicht undicht, besonders wenn das Material einen höheren Atemwiderstand hat.

Am Besten ist der sichere Randschluss noch bei dem Tüten- oder Duck-Design. Also so, wie es z.B. auch bei 3M VFlex umgesetzt ist. Natürlich muss man auch hier penibel auf den Nasenbereich achten.

Die chirurgischen Mund-Nasen-Schutze sind ja eigentlich vom Material her sehr gut. Leider haben sie den Schwachpunkt, dass sie meist einen schlechten Randschlusse haben. Das hat mehrere Gründe. Der Nasendraht ist oft zu dünn, als dass er genug Druck aufbauen könnte, um hinreichend abzudichten. Auch verbiegt er sich schnell. Das Material ist zu steif, als dass es im Randbereich gut anliegen könnte, auch deshalb, weil dort die Verschweißungen das Material unflexibel machen. Und dann sind da noch die Gummis, die sehr weich sind, wodurch dann zu wenig Druck aufgebaut wird. Trotzdem sind sie insgesamt durch den geringen Atemwiderstand noch recht gut im Rennen, weil dadurch weniger Fremdluft angesaugt wird. Bei den MNS gibt es auch Unterschiede, manche Hersteller fertigen besser anliegend.

Undichtheiten spürt man übrigens am Besten bei warmen Wetter, wenn man etwas schwitzt. Luft, die dann durch leichte Undichtheiten ausströmt, kühlt die Haut. Und dafür ist man in der Regel recht sensibel, wenn man seine Achtsamkeit dahin lenkt. Im Nasenbereich erkennt man es hingegen fast immer, wenn eine Brille beschlägt.

In der Studie scheinen übrigens die Druckangaben in Tabelle 1 falsch zu sein. 2,2 - 3,0 Pa kann nicht sein, typische Drücke liegen Faktor 10-20 höher. 1,2CFM Flow sind ungefähr 34 l/min. Eine FFP2 Maske hat bei diesem Flow etwa 0,5-0,7 mbar, was 50-70 Pa entspricht. Die Fläche, durch die man atmet, ist vermutlich dabei sogar größer.


05.06.2020 :: Positionspapier DGP Mund-Nasenmasken

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Ein interessantes Papier, in dem verschiedene Studien zur Filterwirkung von Community-Masken erwähnt werden.

Eine erwähnte Studie:


05.06.2020 :: Einmal-Masken waschbar?

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Mittlerweile gibt es zahlreiche Untersuchungen, die bei den meisten Einwegprodukten von Masken und Mundschutzen davon abraten, diese zu waschen. Es funktioniert auch nur schlecht, weil die Innenlagen zu dicht sind und man so Schmutz nur zur mittleren Lagen hinspült.

Hauptproblem ist aber, dass man einen wesentlichen Teil der Filterwirkung kaputt machen kann, ohne es von außen zu bemerken. Die Fasern sind oft elektrostatisch aufgeladen, um feinste Partikel gut filtern zu können. Diese Ladung geht beim Waschen schnell verloren. Bei Tests verloren z.B. FFP2 Masken 20-30 % der Filterwirkung bei kleinen Partikel im µm-Bereich.

Desinfektionsmittel sind auch ein Problem, auch hier geht die Ladung der Fasern verloren.

Was aber durchaus gehen sollte: Mit einem Mikrofaserlappen, den man leicht anfeuchtet, ein wenig die Innen- oder Außenfläche säubern. Oberflächliche Verschmutzungen können so entfernt werden. Das kann schon reichen, um die Masken noch etwas länger tragen zu können. Dabei wirklich keinerlei Seife oder andere Mittel verwenden, weil die schon die Filterwirkung beeinflussen können.

Was sich nach meiner Erfahrung sehr empfiehlt: Möglichst bald nach der Benutzung thermisch behandeln. Dadurch werden die ganz schnell wieder trocken und auch viele Viren und Bakterien werden dadurch abgetötet. Ich mache das bei 60-65 Grad für etwa 1-2 Stunden. Dazu nutze ich einen Incubat 85. Mein Eindruck ist, dass das die Lebensdauer von Einmalmasken deutlich verlängern kann.

Weblinks:


05.06.2020 :: Nasendraht-Nachrüstung für Kaufmasken

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Hier eine Lösung, wie man auf ganz einfache Weise einen Nasendraht an gekaufte Masken nachrüsten kann. Dadurch beschlägt die Brille nicht mehr und nur so hat man überhaupt eine Chance für eine gewisse Filterwirkung.

Als Beispiel hier ein van-Laack Mundschutz, das funktioniert aber bei allen genauso.

  • Zuerst ein 2mm Aludraht auf 12cm Länge schneiden.
  • Mit der Rundzange die Enden zu einer Öse biegen.
  • Jetzt sollte die Länge knapp 10cm sein.
  • Die Mitte des Drahtes mit Folienstift markieren.
  • Draht mittig der Maske auflegen mit etwa 5mm Abstand zum Rand.
  • Mit Knopflochprogramm die rechte Öse annähen. Danach die linke Öse. Am Besten ganz rechts und ganz links nähen, damit der Faden nicht aus der Öse kann. Alternativ kann man natürlich auch von Hand nähen. Einfach immer den Faden im Kreis herum durch Stoff und Öse ziehen, vielleicht 10-20 mal und dann Enden verknoten.
  • Zum Schluss nochmal mittig mit Knopflochprogramm annähen.

Vor dem Aufsetzen mit beiden Daumen schon mal vorbiegen. Einmal mittig biegen und dann in etwas Entfernung den Draht auf beiden Seiten zurückbiegen. Dann aufsetzen und den Draht feinjustieren. Auch die Ösenenden so verdrehen, dass sie flach auf dem Gesicht aufliegen.

Aludraht findet man unter dem Begriff "Aludraht 2mm" unter Ebay, Amazon und vielen weiteren Geschäften. Ich würde die bunten Drähte bevorzugen, weil bei denen recht sicher ist, dass die zum Schmuckbasteln geeignet sind und sich deshalb gut biegen lassen. Bei anderen technischen Aludrähten kann es sein, dass die zu steif sind.


05.06.2020 :: van-Laack - Mundschutz-Empfehlung

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Ich beobachte in letzter Zeit, was es an kaufbaren, wiederverwendbaren Mundschutzen so gibt. Da ist viel unbrauchbarer Krams am Markt. Auch kann man oft weder Herkunft oder Qualität abschätzen.

Ich schaue mich im Supermarkt öfter um, wie gut Masken bei den Kunden so sitzen.

Dabei ist mir wiederholt ein Hersteller aufgefallen, auch weil ein Etikett draußen angebracht ist: "van Laack". Van Laack ist ein alt eingesessenes Unternehmen aus der Bekleidungsbranche im eher höheren Preissegment.

Den Mundschutz von van-Laack fand ich dann auch recht schnell in diversen Supermärkten, z.B. Edeka, Netto oder auch in der DM-Drogerie. Preislich sehr günstig, 5 Stück um 10-12 Euro. Es ist der sehr verbreitete Schnitt mit Mittelnaht.

Testweise habe ich mal welche gekauft. Mir erscheint das ein recht rundes Produkt. Da wurde vieles richtig gemacht:

  • 3 lagiger Stoff mit einer Kombination von 3 unterschiedlichen Stoffen. Innen 60% Baumwolle, 40% Polyester antibakteriell, Mitte 50% Polyester / 50% Polyamid, Außen 65% Polyester /35% Baumwolle. Innen ist Jersey, außen und mitte ist normales, nicht dehnbares Material. Innere und mittlere Lage Ökotex 100. Außen Bluesign zertifiziert, ist ein Stoff, den van-Laack auch für hochwertige Hemden verwendet.
  • Alle Lagen sind mittig zusammengenäht, so dass die gut miteinander verbunden bleiben und nicht vor den Mund ziehen.
  • Obwohl 3 Lagen, lässt sich sehr gut durch atmen.
  • Rundherum schön mit Band eingefasst.
  • Die Gummis gehen bequem über die Ohren. Das Gummimaterial ist weich genug, dass es nicht drückt.
  • Der Schnitt ist so, dass er für viele Kopfgrößen passt. Die Maske sitzt auch recht gut, liegt überall recht gut an.
  • Sauber vernäht und gefertigt. Bei dem Preis schon außergewöhnlich gut.
  • Waschbar bis 60 Grad (30 mal waschen soll er verkraften).
  • Vernünftige Produktinfos beigepackt.

Einen großen Haken gibt es: Das Teil hat, wie viele andere, keinen Nasendraht. Damit zieht viel Luft im Bereich der Nase in Richtung Augen. Vor allem Brillenträger haben dann ein Problem. Hier muss dann selber nachgebessert werden.

Von der Größe her hat man sich eher daran orientiert, dass es auch großen Kopfgrößen noch passt. Man könnte auch sagen, die Maske ist Größe L. Eigentlich wäre es gut, der Hersteller würde auch noch M und S herstellen. Was sich aber recht leicht anpassen lässt, sind die Gummibänder. Man macht einfach einen Knoten rein. Alternativ trennt man die Gummis auf und näht sie kürzer zusammen. Die Gummis sind original auch nur zusammengenäht, die Naht befindet sich im Tunnel, kann man herausziehen.

Ist der Kopf zu klein, ragt der Stoff zu weit zu den Ohren. Dann kann die Maske auch nicht mehr gut im Seitenbereich anliegen. Bei kleinen Ohren ist der Seitenbereich auch zu breit geschnitten, hier kräuselt sich dann der zusammengeschobene Stoff. Am Besten probiert man es einfach mal aus.

Von der Filterwirkung hab ich sie mit dem Süßstofftester getestet. Da geht schon einiges, es sind ja immerhin auch 3 Lagen Stoff. Trotzdem kommt natürlich einiges an Süßstoff durch, man kann das z.B. nicht mit Masken aus Evolon vergleichen. Dafür ist sie aber auch wesentlich besser zu atmen. Im Moment bei dem geringen Infektionsgeschehen scheint es eh sinnvoll, den Kompromiss eher in Richtung gute Atembarkeit zu verschieben. Gerade für Menschen, die den ganzen Tag beruflich mit Maske arbeiten müssen.

Alles in allem eine klare Empfehlung, falls man das Nasendrahtproblem noch selber lösen kann.

Der Hersteller verkauft auch direkt selber in verschiedenen Stoffvarianten, allerdings zu wesentlich höheren Preisen, als bei den Discountern.

Etwas nachdenken musste ich, wie der Hersteller es hinbekommen hat, alle 3 Lagen mittig mit einer Naht zu fixieren, ohne das man von außen die Naht sieht. Die Lösung ist genial einfach: Alle 6 Teile werden aufeinandergelegt und dann zuerst die Mittelnaht gemacht. Die Reihenfolge von unten nach oben muss sein: Außen - Außen - Mitte - Innen - Innen - Mitte. In dieser Form vernäht sieht man von innen keine Naht. Wendet man nun den untersten Außenstoff ganz noch oben, wird auch die Naht außen verdeckt, sie wandert nach innen. Die ganzen Außennähte werden dann über das Einfassband gemacht und an beide Enden ein Tunnel umgeschlagen. Sehr gut durchdacht, finde ich. Da waren wirklich Könner am Werk. Die große Herausforderung für Hersteller ist ja vor allem, eine Lösung zu finden, die so einfach ist, dass man sie effizient in großen Stückzahlen nähen kann. Viele Selbstbauanleitungen, die man im Netz findet, sind da völlig ungeeignet, weil viel zu aufwändig.

Weblinks:


05.06.2020 :: Gekaufte Masken für Brillenträger oft unbrauchbar

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Mittlerweile bekommt man fast überall Community-Masken aus Stoff zu kaufen. Nahezu alle Drogerien und Supermärkte haben da etwas im Angebot. Preislich liegen die Stoffmasken zwischen 2-8 Euro.

Es gibt mittlerweile wirklich gut geschneiderte Masken, die durchaus empfehlenswert sind. Ein Problem haben aber fast alle: Die Hersteller verzichten auf den Draht für den Nasenbereich. Und damit sind solche Masken für Brillenträger nahezu unbenutzbar. Die warme und feuchte Luft wird so über die Nase nach oben weggeatmet, trifft die Brillengläser, welche dann beschlagen. Drückt man den Bereich um die Nase mit Daumen und Zeigefinger an, beschlägt die Brille nicht mehr.

Der Draht verkompliziert für die Hersteller vieles. Ohne Draht sind die Masken auch so schön simpel für den Anwender. Man kann sie zusammenknüllen und in die Hosentasche stecken und auch das Waschen geht ohne Draht besser. Die Schneiderein kennen sich mit Stoff aus, aber nicht mit Drähten. Die müssten über Kanäle beschaffen werden, die neu sind und sie müssten auch von der Produktsicherheit bewertet werden. Das alles sind Gründe, warum derzeit einfach darauf verzichtet wird.

Neben dem Brillenproblem bleibt natürlich, dass man bei so einer offenen Stelle vermutlich 50% der Luft völlig ungefiltert ein- und ausatmet. Das reduziert die Wirksamkeit einer Maske stark.

Da bleibt nur, selber nachzubessern, falls man auf gekaufte Masken zurückgreifen will. Wer eine Nähmaschine hat, näht einen Tunnel von ca. 8-10cm Länge und 8-10mm Breite oben auf den Nasenbereich und schiebt dann einen Draht ein.

Als Draht hat sich Alu-Flachdraht 5x1mm bewährt. Alternativ geht auch 2mm Aludraht. Man kann auch aus Alublech einen Streifen schneiden, dann aber gut entgraten. Zur Not tut es auch etwas Garten-Bindedraht im Bereich von 0,5-0,8mm. Ist er zu weich, verdrillt man einfach 2 Dräht. Wer Elektroinstallationskabel (NYM) mit 1,5mm² rumliegen hat, kann auch hier einen Kupferdraht herausschneiden. Oder man nimmt vom Toastbrot einen Verschlussclip.


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