Blog MaskenBasteln Aktuell

Winfried Mueller :: reintechnisch.de

26.11.2020 :: Atemprobleme durch Schaumstoff FFP2 (3M Aura)

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Ich hab mich gewundert, warum ich durch manche FFP2 Masken öfters mal schlecht Luft bekomme. Ich empfand das Tragen dann als richtig unangenehm und war froh, wenn ich sie wieder absetzen konnte.

Bei selbst gebauten Masken hatte ich dieses Problem bisher nie, die tragen sich angenehm, obwohl sie vom Atemwiderstand teils höher sind.

Jetzt bin ich dem Phänomen auf die Spur gekommen. Im obigen Bild sieht man eine 3M Aura Maske. Diese ist im Nasenbereich mit einem Schaumstoff ausgestattet. Eigentlich eine gut Idee. Hochwertige Masken haben in der Regel so einen zusätzlichen Schaumstoff, der im kritischen Nasenbereich für eine sichere Abdichtung sorgt.

Was man hier aber auch sieht: Der Schaumstoff ist relativ breit, bei der Aura sind es 25mm mittig. Allerdings ist das eine Maske aus dem Jahr 2005, kann sein, dass die aktuell verändert wurde. Bei einer Dräger X-Plore 1900 ist der Schaumstoff mit 15mm deutlich schmaler.

Durch diesen breiten Schaumstoffrand passiert es nun, dass die Nase nicht nur recht weit oben Druck bekommt. Sie bekommt auch 25mm tiefer noch Druck. Wenn man jetzt mal selber probiert, was passiert, wenn man recht weit oben und recht weit unten auf die Nase Druck gibt, wird sofort klar: Unten verschließt es die Nasenlöcher, so dass man nur noch schlecht Atmen kann. Oben hingegen drückt man nur auf Knochen.

Genau dieses Gefühl war es auch, was mich störte: Meine Nasenlöcher waren nicht richtig offen.

Jetzt fragt man sich natürlich, ob den Entwicklern solch einer Maske das nicht aufgefallen ist. Ich denke, es kommt sehr stark auf die Nasenlänge und Nasenform an, ab welcher Höhe es Probleme gibt. Vielleicht war das schon der beste Kompromiss, den man machen konnte.

Bei der Aura wird der Effekt durch ein weiteres Designmerkmal vestärkt: Das Nasenblech sitzt nicht nahe am Rand, es ist 15mm (bis Mitte Blech) entfernt, geht also auch in Richtung Nasenspitze und drückt dann in einem Bereich, der die Nasenlöcher schon leicht schließen lässt.

Eine Chance zur Korrektur hat man noch: Man muss die Maske möglichst weit hoch zur Nasenwurzel ziehen. In Kombination mit einer Brille ist das allerdings auch nicht so leicht.

Bei der Dräger X-Plore 1900 ist dieses Maß auch etwas unkritischer, hier liegt das Nasenblech mit 10mm Abstand vom Rand (bis Mitte Blech). Allerding gibt die Dräger von oben leicht Druck auf meine Nase, was ich auch als etwas störend empfinde. Sie hat in diesem Bereich eine Verstärkung. Die Nasenlöcher bleiben allerdings gut frei.

Bei einer Uvex silv-Air C 2210 steht der recht stabile Schaumstoff senkrecht und drückt sich dann beim Aufsetzen an der Nase etwas weg. Dieses Design sorgt bei meiner Nase nach 30 min schon für deutliche Schmerzen. Erst wenn ich einen großen Teil dieses Schaumstoffs wegschneide, ist sie auch längere Zeit benutzbar.

All das zeigt nochmal, wie schwierig es ist, eine Maske zu konstruieren, die wirklich auf jedes Gesicht gut passt. Es lohnt sich, zahlreiche Modelle auszuprobieren, um eine optimale Maske für sich zu finden. Oder man findet Möglichkeiten, wie man eine Maske anpassen kann. Es zeigt auch, dass es oft an Kleinigkeiten hängt, ob eine Maske als angenehm oder unangenehm empfunden wird. Wenn man die herausfindet, findet man vielleicht auch eine Lösung.

Weblinks:

25.11.2020 :: Test Maske 3M 9501+ FFP2

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Wenn man sich nach FFP2 Masken umschaut, findet man in Deutschland sehr viel das Kaffeefilter-Design mit der senkrechten Naht. Die meisten dieser Masken sind Nonames und stammen aus China. Genaugenommen sind es oft KN95 Masken und keine FFP2. Ersteres ist die chinesische Norm, die aber weitgehend mit der europäischen FFP2 Norm übereinstimmt. In den letzten Monaten haben in Deutschland aber auch einige Firmen Maschinen aufgebaut. Auch hier wird überwiegend dieses Maskendesign genutzt.

Das Design ist deshalb so beliebt, weil es produktionstechnisch sehr einfach umzusetzen ist. Diese Masken können extrem günstig produziert werden. Ein geschnittenes Vlies wird einmal umgeklappt und dann verschweißt. Seitlich werden noch Gummis aufgeschweißt und oben ein Nasenbügel aufgeklebt. Fertig ist die Maske. Schaumstoff zur Nasenabdichtung oder weitere Teile zur Optimierung des Dichtsitzes findet man hier nicht.

Fast alle diese Masken haben Ohrgummis, die sehr beliebt bei den Nutzern sind. Denn Ohrgummis sind deutlich praktischer, als Gummis, die man über den Hinterkopf/Nacken zieht.

Alle diese Masken sind nach meiner Erfahrung eine Kompromisslösung, die nicht optimal funktioniert. Fast nie sitzen diese Masken wirklich dicht. Ein Grund ist das zu weiche Nasenblech. Das wird aber deshalb so weich gewählt, weil man die Maske so wieder gut zusammenklappen kann. Hierbei wird das Nasenblech mittig und 180 Grad geknickt. Auch das alleine ist schon ein Problem, weil das Material dort schnell ermüdet, wenn man die Maske mehrfach zusammenfaltet. Aber selbst schon bei der ersten Benutzung ist der Draht oft zu weich, um wirklich abzudichten.

Jetzt wollte ich mal wissen, wie es der Branchenprimus 3M hinbekommt. Interessant ist, dass 3M zwar so eine Maske im Programm hat, diese aber nach meinen Recherchen gar nicht in der EU angeboten wird. Diese scheint nur für den asiatischen Raum produziert zu werden. Alle 3M Masken, die in der EU das FFP2 Zertfikat haben, haben keine Ohrgummis. Das bestätigt meine Annahme, dass mit Ohrgummis der Zug auf die Maske zu gering ist, um wirklich gut abzudichten. Die Ohren halten nur geringen Zug über längere Zeit aus.

Der Test dieser Maske ist etwas ernüchternd, denn auch 3M bekommt es nicht zufriedenstellend hin. Das Nasenblech ist etwas stabiler, als bei zahlreichen anderen getesteten Masken. Das ist schon mal gut. Es besteht aus Aluminium, Breite 4,8mm, Länge etwa 87mm, Dicke 0,5mm. Mit etwas Mühe bekomme ich den Nasenbereich dicht. Aber schon nach kurzer Zeit muss ich nachkorrigieren. So richtig dicht bleibt es dort nicht über längere Zeit. Das ist auch deshalb ungünstig, weil man als Brillenträger dann schnell wieder beschlagene Gläser hat.

Die Gummis sind wesentlich dicker, als die üblichen China-Masken. Es ist ein Flachgummi mit 7,5mm Breite und 1mm Dicke. Flachgummis sind nach meiner Erfahrung nicht optimal für die Ohren, noch dazu in dieser Breite. Vom Zug her sind sie schon sehr kräftig für Ohrgummis. Auch sind sie für meinen Kopf relativ kurz gehalten, womit ich sie stärker dehnen muss. Das führt dazu, dass sie so an den Ohren ziehen, dass ich Segelohren bekomme. Es ist auch so unangenehm, dass ich diese Maske keine 30min lang tragen könnte. Asiaten haben kleinere Köpfe, vielleicht ist sie darauf optimiert. Ansonsten ist sie von der Größe aber stimmig für mich. Die Größe ist auch z.B. ganz ähnlich zur Atemious-Maske aus Deutschland.

Seitlich und am Kinn liegt die Maske bei mir gut an. Auch die Nase passt gut rein, soweit ist das stimmig.

Die Filterleistung ist wie erwartet gut, habe ich mit dem Süßstofftester geprüft. Zumindest kann ich eine Billig-Kopie damit ausschließen. Es ist absolut kein Süßstoff zu schmecken, was bei FFP2 auch so ist.

Der Atemwiderstand ist in Ordnung, da kann man längere Zeit gut Luft durch bekommen bei leichten Tätigkeiten. Auch mehrere Etagen Treppensteigen war für mich ok.

Hinreichend stabil beim Sprechen ist sie auch, die 2 zusätzlichen länglichen Prägungen beidseitig machen das Material fester.

Preislich ist sie derzeit für etwa 4-5 Euro am deutschen Markt zu bekommen.

Fazit: Ich wollte nochmal Klarheit haben, ob diese Maskenform überhaupt gute Ergebnisse erzielen kann. Das scheint nicht der Fall zu sein, es bleibt wohl für die meisten Träger ein Kompromiss. Eine Maske, die wg. Randundichtigkeiten erheblich an Schutzwirkung verliert, macht wenig Sinn oder kann gar gefährlich werden. Die Ohrgummis sind für mich viel zu stramm, auch das macht sie unbenutzbar für meine Kopfgröße. Es ist möglich, dass sie gut und sicher auf kleineren Köpfen passt. Hier könnte es dann auch sein, dass sie dicht abschließt. Das hängt ja z.B. auch davon ab, wie gut die Nase von Natur aus "gepolstert" ist. Wer das Nasenblech verstärkt, kann auch bei dieser Maske gute Dichtigkeit erreichen.

Es könnte möglich sein, dass es sich bei meiner getesteten Maske um eine Fälschung handelt. Das solche Masken grundsätzlich gefälscht werden, sieht man am Link unten. Bei meiner Maske deutet aber nichts darauf hin, dass sie gefälscht ist. Wenn aber etwas gefälscht wird, dann sind es in der Regel die großen Markenhersteller.

Kleines Detail: Die meisten Masken dieser Bauart sind oben gefaltet, haben also dort keine Schweißnaht. Diese Maske hingegen ist unten im Kinnbereich gefaltet und hat damit oben und vorne die Schweißnaht.

Weblinks:

23.11.2020 :: Gefährlicher Einmal-Mund-Nasenschutz

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Gestern zufällig gesehen: Ein deutscher Hersteller von Einmal-Mund-Nasenschutzen. Das Material war auf den Fotos so dünn, dass man eine Lampe halbtransparent hindurchsehen konnte. Wie kann das sein? Normal bestehen Einmal-Mund-Nasenschutze aus 3 Lagen. Die mittlere Lage ist die entscheidende Filterschicht (Meltblown), die äußeren Lagen dienen der mechanische Stabilität (Spinnvlies).

Vermutlich gab es einen Mangel an Meltblown-Material, zumindest fehlte bei diesen Masken die entscheidende mittlere Schicht. Die Vermutung des Rezensenten kommentiert der Hersteller dann damit, man könne besonders gut hindurchatmen. Na prima, ohne Maske kann man noch besser atmen.

Fakt ist, dass die Filterwirkung des Materials von solchen Masken normal sehr gut ist. Da liegt man von der Filtereffizienz im Bereich 90-95% bei 1µm Partikelgröße. Verzichtet man aber auf die entscheidende mittlere Lage, rutscht man auf Werte von 30-40% runter.

Natürlich verliert man bei Einmal-Mund-Nasenschutzen viel Wirkung aufgrund des undichten Sitzes, so dass man real eher von einer Gesamteffizienz von 50-70% ausgehen kann. Aber durch eine fehlende Filterschicht gehts dann noch viel weiter runter, da ist man dann nur noch bei 15-20%.

Wenn also Einmal-Mund-Nasenschutze verwendet werden, sollte man unbedingt auf solche mit medizinischer Zulassung achten. Die oben erwähnten Masken werden nämlich nur als Community-Masken verkauft. Eine Zulassung erkennt man an der Bezeichnung "medizinische Gesichtsmaske" oder "medizinische OP-Maske" und dann die Norm EN 14683. Diese Masken sind derzeit problemlos am Markt verfügbar und nur unwesentlich teurer, als nicht zertifizierte Ware.

22.11.2020 :: Kela Masken

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Ein weiterer deutscher Hersteller von Einmal-Masken...

21.11.2020 :: Maskenstabilisierung - Mähfaden

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Die Maske im Luna-Schnitt braucht je nach Material noch Stabilisierung, damit sie beim Einatmen nicht vor den Mund zieht. Das ist ein wichtiges Thema bei allen dicht anliegenden Masken, die auch eine hohe Filterwirkung haben.

Bisher stabilisierte ich die Masken mit einem quer eingelegten Kabelbinder, der genau auf Länge geschnitten wird. Man benutzt hier sozusagen nur das Nylonband. Ich habe in einem Restpostenladen (Action.com) recht weiche Kabelbinder gefunden, die sich optimal dafür eignen.

Mitunter reicht diese Stabilisierung aber noch nicht aus, es braucht nach oben und unten noch etwas. Hierfür habe ich jetzt mit Mähfaden von Rasentrimmern experimentiert.

Das Mähfaden-Material hab ich schon seit Wochen herumliegen, ich hatte nur noch keine gute Idee, wie ich eine einfache Verbindung herstelle, die jeder mit Hausmitteln einfach hinbekommt.

Sowohl Mähfaden wie auch Kabelbinder bestehen aus dem selben Kunststoff: Nylon bzw. Polyamid. Damit liegt eine Verschweißung nahe.

So richtig einfach geht das mit dem Verschweißen aber nicht. Ein erster Versuch, wie das obige Bild zeigt, machte ich mit einem Sturmfeuerzeug. Aber das erwies sich als ungünstig, zu schnell sind beide Materialien zu heiß. Der Prozess ist zu schlecht steuerbar.

In einem nächsten Schritt versuchte ich es mit einem kleinen 15W Lötkolben. Als Spitze nahm ich 2mm Aludraht und klopfte den mit einem Hammer vorne flach. 3mm Kupferdraht wäre vermutlich besser gewesen, weil stabiler und besser wärmeleitfähig. Die Temperatur lässt sich dabei gut über die Länge der Spitze steuern. Je länger, um so weniger Wärme kommt vorne an.

Mit Klammer fixiere ich erstmal Mähfaden und Kabelbinder. Ich arbeite auf einer Silikonmatte, die temperaturbeständig ist.

Aus einem 2-3 mm dicken Stück Buchenholz hab ich mir einen kleine Aufdrückspatel gebastelt. Mit einer kleinen Schlüsselrundfeile ist am unteren Ende eine Senke eingefeilt. So kann ich den Mähfaden sicher halten und auf den Kabelbinder drücken.

Den Lötkolben schiebt man nun zwischen Kabelbinder und Mähfaden, schmelzt damit beide Materialien an, zieht die spitze raus und drückt sofort kräftig mit dem Holzspatel. Ganz zügiges Arbeiten ist wichtig, weil das aufgeschmolzene Material in Bruchteilen einer Sekunde wieder erstarrt.

Nach einigen Übungsgängen klappte das ganz gut und war haltbar. Welche Form man nun aufbringt, da gibt es viele Variationsmöglichkeiten. Ich hab als zweiten Versuch mal diese Form gewählt:

Also 4 Schweißpunkte. Danach wird der Kabelbinder noch auf Länge geschnitten, in dem man ihn in die Maske legt und Maß nimmt. An beiden Enden knipse ich mit einem feinen Seitenschneider noch die Ecken weg und verrunde durch kurzes Anschmelzen der Enden mit einem Feuerzeug.

So sieht das Endergebnis aus:

Wenn man genauere Maße für den Mähfaden herausgefunden hat, kann man sicherlich auch noch Vorlagen auf Papier bringen, über die man wiederholgenau die Längen und Schweißpunkte findet.

Der Mähfaden stammt übrigens auch aus einem Restpostenladen (Thomas Philipps). Er ist 1,6mm dick, was ich für recht optimal halte. Etwas dünner könnte auch noch gut funktionieren. Mähfaden bekommt man auch bei Ebay, Amazon und in jedem Baumarkt. Es sollte einfacher runder Faden ohne Schnickschnack sein.

Neben Trimmerschnur gibt es natürlich auch transparente Nylonschnur aus dem Dekobereich. In meiner Kindheit haben wir für ähnliche Zwecke Angelsehne genommen, die es bis 1mm Dicke gab, aber mittlerweile scheint Angelschnur sehr viel flexibler zu sein. Aber weiß, vielleicht gibt es auch brauchbare Angelschnur.

Beim Verschweißen können giftige Dämpfe entstehen, auf Absaugung und Frischluftzufuhr achten.

Weblinks:

15.11.2020 :: Maskentest in "Der Beobachter"

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Ein kleiner Maskentest aus der Schweiz

14.11.2020 :: Deutsche Maskenproduktion - SWS-Medicare

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SWS-Medicare ist ein weiterer Hersteller, der FFP2-Masken und Einmal-Mund-Nasenschutze in Deutschland produziert. Diese Masken werden lt. Hersteller auch an das Bundesgesundheitsministerium geliefert.

Weblinks:

14.11.2020 :: Technimask - Masken von TechniSat

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TechniSat ist ein bekannter Hersteller für Satelitten-Schüsseln und Receiver. Wie so manch andere Firma in der Corona-Krise, haben sie ihre Know-How in der Kunststoff-Verarbeitung genutzt und eine eigene Maskenproduktion in Deutschland aufgebaut. Neben Einmal-Mundschutzen werden auch FFP2 Masken produziert. Alle laufen unter der Marke TechniMask.

Produziert werden sie am Standort Schöneck im Vogtland. Das Meltblown-Vlies stammt von TechniForm in der Eifel. Auch diese Produktionsanlage wurde ganz neu aufgebaut. TechniForm ist Teil der Techniropa Holding, unter der auch TechniSat eingegliedert ist. Man produziert sozusagen vom Material bis zur Maske innerhalb der Unternehmensgruppe und ist damit völlig unabhängig von Zulieferern.

Preislich können sie derzeit mit Ware aus China mithalten. Die FFP2 ist mit 2 Euro pro Stück sogar sehr günstig.

Weblinks:

14.11.2020 :: Zwei neue Studien Wirksamkeit von Masken

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Es tut sich was in der Erforschung der Wirksamkeit von Masken:

Wichtige Erkenntnisse:

  • Ansteckungsgefahr wird vor allem gesenkt, wenn Infizierte die Maske tragen. Das kennt man auch aus der Werkstatt so: Staub sollte möglichst früh an der Quelle abgesaugt werden, damit der erst gar nicht in den Raumluft gerät. Bei Corona gehts darum, dass möglichst wenig Aerosole in die Luft gehen.
  • Infektiöse Aerosole werden durch die Maske umgelenkt. Sie breiten sich damit weniger im Raum aus. Höhere Konzentrationen sind allerdings im unmittelbaren Umfeld von Infizierten zu erwarten. Dies unterstreicht nochmal, dass Maske alleine kein Ersatz für Abstand ist. 1 Meter um Infizierte ist ein Gefahrenbereich. Mit Maske kann die Konzentration um eine infizierte Person sogar höher sein, als ohne Maske.
  • Beidseitiges Maskentragen verringert Aerosolaufnahme auf unter 10%. Dies bestätigt die hohe Wirksamkeit von Masken.
  • Erst die Kombination von Maske, Abstand halten und lüften von Innenräumen führt zu Erfolg.

Hier der direkte Link zur japanischen Studie "Effectiveness of Face Masks in Preventing Airborne Transmission of SARS-CoV-2":

14.11.2020 :: Seide für Mundschutz?

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Lässt sich Seide für einen Mundschutz verwenden? In vielen Publikationen wird vor allem Baumwolle empfohlen, Seide findet man kaum. In einer Material-Studie im April 2020 wurde die Filterwirkung von Seide getestet. 4-lagig sah das Ergebnis recht gut aus, hier erreichte man eine Filtereffizienz > 80% im Bereich von 10nm - 10µm. In der Studie findet man leider keine genaueren Spezifikationen, um was für einen Seidenstoff es sich handelte.

Ich hab jetzt mal eigene Tests mit dünnen Seidentüchern gemacht, wie sie für die Seidenmalerei genutzt werden. Diese haben ein Gewicht von Ponge 5, was 21,55 g/m² entspricht (1 Ponge = 4,31g/m²). Es ist also ein sehr leichtes und dünnes Gewebe. Mit der Schieblehre gemessen hat es eine Dicke von etwa 0,06mm. Unter dem Mikroskop wirkt das Gewebe nicht sehr dicht gewebt, die Zwischenräume zwischen den Fäden sind teilweise so groß, wie der Faden dick ist, typisch im Bereich von 30-60µm.

Hier ist dann auch zu vermuten, dass der Atemwiderstand recht gering sein wird. Die Messung bestätigte dies, er liegt bei 4-5 Pa @32 l/min und 50cm². Damit kann man recht viele Lagen Seide aufeinanderlegen bei immer noch geringen Atemwiderständen. Eine Messung von 8 Lagen ergab einen Atemwiderstand von 30 Pa. Bis etwa 50 Pa kann man noch von sehr leicht atembar sprechen.

Die Filterwirkung bei 8 lagig ist mit dem Süßstofftester schon ganz brauchbar. Man schmeckt noch deutlich Süße, hat aber schon einen mittleren Schutz, der vielleicht bei 70% Filtereffizienz liegt. Ähnlich wie 3 lagig Baumwolle. Das ist deutlich unter dem, was in der Studie gemessen wurde. Insofern gehe ich davon aus, dass dort eine dichtere und stärkere Seide vermessen wurde.

Ein Hauptnachteil von Seide ist die Waschbarkeit. Man sollte sie eigentlich nur bei 30 Grad waschen. Das wird auch der Hauptgrund sein, warum nie Empfehlungen für den Maskenbau aufkamen.

Nun ist es aber so, dass viele Waschempfehlungen eher niedrig ausgelegt sind, damit das Gewebe möglichst lange hält. Auch limitieren vor allem die Farbstoffe die Waschtemperatur. Bei höheren Temperaturen bluten sie aus.

Im Internet hab ich herausgefunden, dass Seide vom Material her durchaus eine 60 Grad Waschtemperatur verträgt. Da gilt für ungefärbte Seiden. Dieser wichtige Fakt führt nun dazu, dass Seide doch wieder im Rennen ist, wenn es um Mundschutze geht.

Der Faserdurchmesser der Seide liegt bei 12-24 µm, ganz ähnlich wie Baumwolle oder auch Kunstfasern. Insofern wird sie auch ähnlich von der Filterwirkung sein.

Seide ist also grundsätzlich für Mundschutze geeignet, vor allem die ungefärbte Seide. Wer also Seide als Material mag, kann die nutzen. Im Innenbereich der Maske könnte es vorteilhaft sein, wenn man diese besser auf der Haut verträgt.

Wenn es nur um die Vermeidung von Tröpfcheninfektionen geht, kann man mit Seide sehr dünne und leichte Masken bauen, die sich sehr gut atmen lassen. Das könnte Menschen helfen, die sich mit höheren Atemwiderständen schwer tun. Ab 2 Lagen Ponge 5 wäre das vorstellbar.

Eine gewisse Stabilisierung wird man im Maskenaufbau brauchen, sonst zieht einem das feine Seidengewebe schnell vor Mund und Nase.

Wenn es auch um deutliche Aerosolfilterung geht, bräuchte es deutlich mehr Lagen oder Seidenstoffe, die deutlich dicker sind. Tendenziell sollte man steifere Seidenstoffe auswählen.

Es könnte sein, dass man auch farbige Seide findet, die bei 60 Grad gewaschen oder zumindest übergossen werden kann. Das hängt sehr von den verwendeten Farbstoffen ab. Vorstellbar ist auch, dass man nur bei 40 Grad wäscht. Einige Studien deuten darauf hin, dass das hinreichend ist, weil das Corona-Virus durch die Tenside zerstört wird. Man könnte nachträglich auch noch mit trockener Wärme behandeln, z.B. bei 70-80 Grad in einem Sterilisator oder Trockenschrank. Auch ein Bügeleisen könnte zusätzliche Sicherheit geben, das wurde ja auch schon häufiger empfohlen. Stufe 1 reicht da mit etwa 100 Grad schon aus.

Bedenken sollte man, dass Seide mechanisch sehr empfindlich ist. Bleibt man irgendwo hängen, können schnell Löcher entstehen. Das ist besonders wichtig, wenn die Seide eine filternde Eigenschaft haben soll.

Kombinationen sind mit Seide auch gut vorstellbar. Hierbei dient die Seide dann z.B. nur als recht luftdurchlässige Innenschicht, die hautsympathisch ist. Dann hat man eine Mittellage aus einem sehr gut filternden Material, z.B. ein Meltblown-Vlies wie Pulmanova. Außen dann vielleicht auch nochmal Seide oder ein anderes luftiges Material, wie z.B. Coolmax Light (Aktivstoffe) oder ein Netzgewebe.

13.11.2020 :: Mund-Nasenschutz von Hengst MNS03

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Hengst ist bekannt durch hochwertige Filter im Automobilbereich. Jetzt hab ich gelesen, dass die eine eigene Maskenproduktion in Deutschland aufgebaut haben. Es geht hier um einfache Einweg-Mund-Nasenschutze mit der Bezeichnung MNS03. Preislich sind die recht attraktiv, bei Hygi z.B. 16,56 Euro für 50 Stück.

Nachtrag 23.11.2020: Ich konnte die Masken testen. Sie funktionieren wie viele typische Einmal-Mund-Nasenschutze und erwähnenswerte Eigenheiten. Mittig befindet sich eine Meltblown Schicht, was auch zu erwarten war. Testweise habe ich eine Maske mal bei 90 Grad handgewaschen und dann nochmal über dem Süßstofftester geprüft. Die Filterwirkung ist erhalten geblieben. Der Nasendraht ist genauso weich, wie bei vielen anderen Masken auch und damit ein Schwachpunkt. Ich bekomme sie im Nasenbereich nicht vernünftig dicht, so dass die Brille beschlägt. Ich habe mal testweise 2mm Aludraht eingezogen, das funktioniert dann recht gut.

13.11.2020 :: Masken Magazin

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Ein Maskenmagazin, was aktuelle Entwicklungen im Maskenmarkt zeigt:

Über die Hintergründe und die Motivation dieser Homepage findet man leider nichts. Vermutlich geht es hauptsächlich darum, Amazon-Links zu positionieren, an denen man verdient.

08.11.2020 :: Materialstudien

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In diesem Dokument habe ich die wichtigsten Material-Studien der letzten Monate zusammengefasst:

01.11.2020 :: Minderwertige FFP2 Masken auch in Apotheken

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In Deutschland sind noch Milliarden FFP2-Masken in diversen Lagern, die ungeprüft und z.T. minderwertig sind. Es wird natürlich versucht, diese über alle möglichen Kanäle noch zu vertreiben. Am ehesten werden sie m.M. auf Portalen wie Ebay oder Amazon auftauchen. Aber selbst in Apotheken findet man nicht konforme Ware, wie ich letztens selber erlebt habe. Diese Masken hatten keine CE-Kennzeichnung, auch Hersteller und Herstelldatum fehlten, eine Anleitung gab es auch nicht. Solche Masken kann man verkaufen, darf sie aber nicht als FFP2-Schutzmaske ausweisen.

Hier einige Infos dazu:

01.11.2020 :: Hauptproblem dichter Maskensitz

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In letzter Zeit sieht man deutlich mehr Menschen mit FFP2-Masken. Das ist bei steigenden Fallzahlen eine gute Idee, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Leider fällt mir immer wieder ein Hauptproblem auf: Die Masken werden nicht wirklich dicht getragen. Und vermutlich fehlt es hier an einem Verständnis für diese Problematik. Viele glauben an eine hohe Sicherheit einer FFP2-Maske und haben überhaupt nicht im Blick, dass die beste FFP2 nichts nützt, wenn sie nicht gut mit dem Gesicht abdichtet.

Das erste Problem ist also, dass überhaupt nicht darauf geachtet wird, den Nasenbügel wirklich gut auszuformen, dass er dicht sitzen kann. Bartträger müssen auch davon ausgehen, dass eine Maske sehr viel Luft seitlich durchlässt, insofern die Maske nicht direkt auf der Gesichtshaut anliegt. Ein Bart muss ab, will man eine wirkliche Wirkung durch FFP2-Masken haben.

Das nächste Problem ist eine nicht passende Größe der Maske. Leider gibt es viele FFP2 Masken nur in einer Einheitsgröße. Es gibt Masken-Konstruktionen, die unterschiedliche Gesichtsgrößen gut ausgleichen können. Leider kann es die weit verbreitete "Kaffeefilter-Maske" nicht sonderlich gut. Da hab ich schon viele Träger gesehen, bei denen die Maske einfach zu groß ist. Dann ist sie unten oder oben 1-2 cm offen, dort kann die Luft dann ungehindert einströmen.

Bei den Kaffeefilter-Masken ist ein weiteres Problem, dass fast alle ein zu weiches Nasenblech haben. Auch mit viel Mühe gelingt es nicht, das so zu biegen, dass es dauerhaft dicht abschließt. Es gibt einfach zu schnell wieder nach und weitet sich auf.

Ein weiteres Problem ist psychologischer Natur: Eine nicht dicht sitzende Maske atmet sich viel leichter. Also ist die Verlockung groß, die Maske so zu nutzen, dass sie schön komfortabel ist. Insofern freut man sich über eine nicht dicht sitzende Maske. Hier ist ein Bewusstsein wichtig, dass so eine Maske nicht sonderlich schützt. Dem Grund, warum man FFP2 trägt, wird man nicht gerecht. Besonders bei FFP2-Masken, die sich relativ schwer atmen, ist die Verlockung groß. Einige dieser Kaffeefilter-Masken gehören dazu.

Physikalisch wirken sich leider schon kleine Löcher sehr stark auf die Filtereffizienz aus. Wer z.B. den Nasenbügel gar nicht anpasst, wird aus den 95% Filterwirkung bei eher 30-50% landen. Selbst kleine Undichtheiten, die man kaum noch spürt, können schon dafür sorgen, dass 10-20% der Luft am Filter vorbei ziehen.

Viele günstige FFP2-Masken sind vom Material her ungünstig. Dies muss viele Eigenschaften miteinander kombinieren. Filterwirkung ist nur eine Eigenschaft. Für einen guten Dichtsitz rundherum braucht es zahlreiche weitere Material-Eigenschaften. Das erfüllen viele billige China-Masken nicht.

Insofern meine Empfehlung:

  • In gute FFP2-Masken investieren. Diese findet man bei den altbekannten Markenherstellern, die auch schon lange vor der Corona-Krise Atemschutzmasken produziert haben: 3M, Moldex, Uvex, Drägerwerk, Honeywell. Meine Empfehlung: 3M VFlex und 3M Aura. Preislich liegt man derzeit bei 4-12 Euro pro Maske. Derzeit findet man sie vor allem im Internet. Auf seriöse Verkäufer achten, denn es sind Fälschungen im Umlauf.
  • Nur Masken ohne Ventil kaufen, sonst gefährdet man andere durch ungefilterte Ausatemluft.
  • Masken mit Gummis zum Hinterkopf können durch den höheren Anpressdruck besser abdichten, als Masken mit Ohrgummis. Deshalb haben die meisten geprüften Masken Gummis, die zum Hinterkopf und Nacken gehen. Auch wenn Ohrgummis praktischer sind, für den Schutz sind sie ungünstig.
  • Testen, welche Maske zu meinem Gesicht passt. Falls verschiedene Größen verfügbar, auch diese testen.
  • Masken mit niedrigem Atemwiderstand bevorzugen. Das ist komfortabler und reduziert auch die Gefahr, dass Fremdluft am Filter vorbei gezogen wird.
  • Nasendraht vor dem ersten Gebrauch mit Hand vorbiegen und dann wirklich sorgsam so nachbiegen, bis der Nasenbereich sicher abdichtet.
  • Masken nach Gebrauch so lagern, dass sich der Nasendraht nicht mehr verbiegt. Hierfür eine kleine Plastik- oder Blechbox nutzen. (z.B. Kaffeepad-Dosen)
  • Beim Aufsetzen achtsam darauf achten, dass die Maske überall richtig sitzt.
  • Dichten Sitz prüfen, in dem man einige Male tiefer ein- und ausatmet und darauf achtet, ob irgendwo an den Rändern Luft entweicht.
  • Wer es genau wissen will: Mit Zahnarztspiegel seitlich rundherum testen, ob dieser beim Ausatmen beschlägt. Dies ist ein Indiz, dass die Maske an dieser Stelle nicht richtig abdichtet. Wer einen Süßstofftester hat, kann auch damit testen, in dem die Ränder mit Süßstoff-Aerosol beaufschlagt werden.

Weblinks:

23.10.2020 :: Material-Studie Masken

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Eine Materialstudie von Frank Drewnick, Julia Pikmann, Friederike Fachinger, Lasse Moormann, Fiona Sprang & Stephan Borrmann, publiziert am 8. Oktober 2020 im Journal Aerosol Science and Technology.

16.10.2020 :: Haarspange zur Stabilisierung

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Beim Luna-Maskenschnitt funktioniert bisher die Stabilisierung mit einem Stück Kabelbinder am Besten, welcher quer über die ganze Maske innen gelegt wird. Seitlich wird er in die Taschen der Falten hineingeschoben, so dass er dort hinreichend fixiert ist. Die Enden werden mit einem Feuerzeug leicht verrundet, so dass er den Stoff nicht kaputt macht.

Dies alleine reicht manchmal nicht aus. Das merkt man, wenn einem die innere Lage zu nahe zum Gesicht kommt. Gerade wenn die Maske etwas knittrig ist, kann das schnell passieren. Ich suchte also nach einer zusätzlichen Stabilisierung.

In der DM-Drogerie gab es nette herzförmige Haarspangen. Die Herzform ist günstig, weil somit etwas breiter. Man kann sie wunderbar auf das Stück Kabelbinder mittig aufclipsen. Damit wird vor allem mittig unten der Stoff deutlich besser auf Abstand gehalten. Bisher funktioniert das gut.

30.09.2020 :: Maskentest KN95 Shenyang Xinguan Medical

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Letztens kaufte ich eine Maske im typischen Kaffeefilter-Design. Sie wurde im Restpostenladen Jawoll für 2,49 Euro angeboten.

Interessant ist das aufgedruckte Herstellungsdatum: 22.04.20 Damals waren Masken ja überall vergriffen und jeder suchte händeringend nach solchem Equipment. Wie kann es sein, dass aus dieser Zeit jetzt Bestände auftauchen?

Ein erster Test offenbarte ein wenig Eigengeruch, der Anfangs erstmal etwas störte. Er ist aber noch in einem akzeptablen Bereich.

Wie fast immer bei diesen Masken: Das Nasenblech, was hier aus Alu ist und ganz außen aufgeklebt wurde, ist viel zu weich. Damit bekommt man den Nasenbereich nicht dicht.

Das erste Atemgefühl offenbarte ein Problem: Die Maske atmet sich viel zu schwer. Ich hatte noch keine FFP2-Maske auf, die sich so schwer atmen lies. Man sah es auch an der starken Zusammenfaltung während des Einatmens.

Hier passt auch der Atemwiderstand nicht mit der restlichen Konstruktion zusammen. Die Maske sitzt viel zu locker, um bei diesem Atemwiderstand wirklich einen sicheren Dichtsitz hinzubekommen. An der Nase dichtet sie wegen dem weichen Nasenblech nicht ab. Ohrgummis können perse keinen hohen Druck aufbauen, sonst würden sie drücken. Der ganze Maskenschnitt tendiert dazu, nur recht wenig Dichtvermögen zum Gesicht hin aufzubauen. Da darf so eine Maske dann auch nur wenig Atemwiderstand haben.

Wenn ich die Maske wirklich dicht rundherum andrücke, steigt der Atemwiderstand nochmal ganz deutlich. Ein Indiz, das recht viel Luft an der Maske vorbei zieht. Ich schätze, 1/3 der Luft geht nicht durch den Filter.

Der Süßstofftester bescheinigt hingegen beste Ergebnisse, was das Maskenmaterial selbst angeht, wenn man also die Maske mit den Fingern dicht drückt. Ohne das Dichtdrücken zieht an den Seiten so viel Fremdluft ein, dass man stark den Süßstoff schmeckt.

das Material habe ich dann aufgeschnitten. Es besteht von außen nach innen aus folgenden Lagen:

  • Spinnvlies
  • Meltblown 1
  • Meltblown 2
  • Polstervlies
  • Spinnvlies

Außergewöhnlich sind die 2 Lagen Meltblown. Damit wird wohl eine sehr gute Filterleistung erzielt, allerdings auch der hohe Atemwiderstand. Masken, die ich mir bisher angeschaut hatte, hatten fast immer nur eine Meltblown-Schicht.

Ansonsten ist die Verarbeitung ordentlich. Die Gummis sind fest verschweißt und die restlichen Verschweißungen sind in Ordnung.

Die in Europa üblichen Kennzeichnungen fehlen komplett. Auf der Maske selbst ist keinerlei Aufdruck, auf der Tüte gibt es kein CE-Zeichen und kein Haltbarkeitsdatum. Allerdings ist, wie oben geschrieben, das Herstellungsdatum vermerkt, die Filtrationsleistung ist mit 95% angegeben, was der chinesischen Norm KN95 entspricht. KN95 entspricht wiederum etwa FFP2. Einen Hersteller findet man auch: Shenyang Xinguan Medical Equipment Co. Ltd. in China.

Fazit: Auch wenn die Masken nahezu gleich aussehen, es gibt große Unterschiede in der Benutzbarkeit. Gerade der hier sehr hohe Atemwiderstand macht das Tragen über längere Zeit kaum möglich. Der undichte Sitz macht alle Bemühungen um eine hohe Filterleistung zunichte. Dies zeigt auch wieder: Materialien mit sehr hoher Filterleistung können für das Gesamtergebnis den gegenteiligen Effekt haben. Je schwer sich eine Maske atmen lässt, um so größer werden die Leckagen durch schlechten Dichtsitz. Der Anteil an ungefilterter Fremdluft steigt stark an.

30.09.2020 :: Formaldehyd in steifen Materialien wie Tüll

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Wenn man nach steifen Materialien Ausschau hält, um Masken zu stabilisieren, ist Tüll naheliegend. Es gibt sehr steifen Tüll, der für Balletkostüme (Tutu) verwendet wird, die einen guten Stand haben müssen.

Jetzt habe ich Rückmeldung bekommen, dass einige dieser Tülle mit Formaldehyd belastet sind. Im ersten Moment war das für mich unerklärlich. Doch die Messprotokolle, die ich sah, zeigten ganz deutliche Ausschläge.

Mit etwas Recherche wurde klar, dass wohl zur Versteifung des Materials Melaminharz eingesetzt wird. Und Melaminharz ist dafür bekannt, dass es Formaldehyd ausdünstet. Genauer sind es wohl Melamin-Formaldehyd-Kondensationsharze. Auch in der Möbelindustrie kennt man dieses Problem bei bestimmten Leimsorten (Phenol- Harnstoffharze). Früher haben Span- oder OSB-Platten viel Formaldehyd abgegeben, dies wurde erst in den letzten Jahren deutlich reduziert. In der Stoffindustrie scheint man darauf nicht so sehr zu achten, hier scheint die Überwachung und auch die Aufgeklärtheit der Käufer noch nicht so weit zu sein.

Formaldehyd möchte man natürlich nicht in Masken haben, weil dies schon in geringen Konzentrationen die Atemwege reizen kann. Aber auch grundsätzlich gilt Formaldehyd als ein Problemstoff, den man sich am Besten überhaupt nicht (zusätzlich) in seine Umgebung holt, weil es als wahrscheinlich karzinogen eingestuft ist.

Eine gewisse Menge Formaldehyd ist übrigens immer in der Umgebungsluft, schon deshalb, weil z.B. Holz ganz natürlich Formaldehyd enthält und ausdünstet. Irgendwas wird sich in jedem Haushalt finden, was Formaldehyd ausdünstet und auch durch Rauchen wird Formaldehyd freigesetzt und aufgenommen.

Neben Tüll könnte es sein, dass auch aus anderen Geweben, die steifer gemacht wurden, Formaldehyd ausdünsten kann.

26.09.2020 :: Maskentest: Atemious Pro FFP2

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Im preiswerten FFP2-Masken Segment hat sich vor allem eine Bauform durchgesetzt: Es sind die zusammenfaltbaren Masken mit einer mittleren Schweißnaht, die ähnlich wie ein senkrecht stehender Kaffeefilter aussehen. Von diesen Masken gibt es unzählige Anbieter auf den typischen Plattformen, wie Ebay oder Amazon. Die meisten Masken sind dabei Chinaimporte. Als Verbraucher weiß man nicht, was die wirklich taugen.

Nach meinen Erfahrungen gibt es hier wirklich große Qualitätsunterschiede. Obwohl als FFP2 verkauft, ist die Filterwirkung weit weg davon. Und Zertifikate, so las ich letztens, sind oft gefälscht.

Auf der Suche nach Orientierung ist mir jetzt ein deutscher Hersteller aufgefallen. Es ist die Firma https://www.univent-medical.de. Die Homepage scheint schnell zusammengestrickt, außer dem Zertifikat und der Firmenadresse findet man keine weiteren Informationen. Die Firma selbst hat sich wohl früher mit Luftfilter-Technologie beschäftigt.

Die Prüfung auf FFP2 Konformität fand in der Türkei statt. Auf einer Homepage fand ich auch folgenden Hinweis: "Aufgrund der hervorragenden Qualität unserer atemious PRO FFP2 Masken werden diese auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bezogen." (Quelle: https://www.masecori-shop.de/beauty-health/medizin-labor/mundschutz/atemious-komfort-vlies-ffp2-atemschutzmaske-made-in-germany-mit-zertifikat_7004476_7076)

Meine Maske hab ich bei Ebay gekauft, man findet sie aber auch in manchen Medizin- und Hygiene-Shops.

Die Maske verfügt über die Merkmale, die es für eine Konformität braucht:

  • Normen, CE, Hersteller, Bezeichung, Haltbarkeitsdatum auf der Maske aufgedruckt
  • Beiliegende Anleitung mit Hersteller, Konformitätsbewertung, Nutzungs-Instruktionen, geprüfte Normen. Prüfgrundlage ist die EN149:2001+A1:2009.

Soweit macht das schonmal einen seriösen Eindruck. Dann kam der Filtertest mit dem Süßstofftester. Das funktioniert wirklich erstklassig. Wie bei anderen FFP2-Masken kann ich keinerlei Süße mehr schmecken.

Unter dem Mikroskop kann man die Lagen gut sehen. Außen jeweils eine Spinnvlieslage, innen eine Polsterlage aus Vlieswatte und dann sieht man auch klar die Meltblown-Filterschicht.

Geruchlich ist die Maske fast neutral, ein klein wenig Eigengeruch ist spürbar, was mich aber nicht störte.

Fast alle Masken dieser Bauart haben aber einen Schwachpunkt: Das Nasenblech ist zu dünn ausgelegt. Das ist hier auch der Fall. Weil die Maske gefaltet geliefert wird, ist das Blech in der Mitte um 180 Grad geknickt, womit es dort schon geschwächt ist. Ich habe versucht, es sehr sorgfältig für meine Nase zu formen, es gelang mir aber nicht, einen wirklich dichten Abschluss hinzubekommen. Das erkannte ich schon daran, dass die Brille beschlug. Drückte ich leicht mit Daumen und Zeigefinger am Nasenbereich zusammen, war das Beschlagen weg.

Auch im Süßstofftester zeigte sich, dass im Nasenbereich so viel Luft einströmt, dass man deutlich Süße schmeckt. Da geht dann die Gesamt-Filterleistung schnell von 94% auf 70-80 % runter. Und man hat den störenden Effekt beschlagener Brillen.

Hier kommt es aber sehr auf die Nasenform an, ob das mit dem dünnen Blech noch klappt.

Bei solchen Masken ist auch die Gesichtsform von großem Einfluss. Bei kleinen Gesichtern wird die nicht nicht anliegen. Ich hab in Supermärkten Träger solcher Masken gesehen, wo im Kinnbereich etwa 15mm Luft war. Das bringt dann natürlich gar nichts mehr, was die aerosole Filterwirkung angeht.

Eigentlich müsste es solche Masken in verschiedenen Größen geben. Diese Maske würde ich eher unter der Größe L einordnen. Notfalls kann man sich damit behelfen, dass man im Kinnbereich eine zusätzliche Naht setzt oder mit irgendeinen Clip absteckt. Die Maske sollte rundherum dicht anliegen, damit sie wirklich ihre Filterwirkung ausschöpft.

Das Nasenblech hab ich dann genauer inspiziert. Es ist eigentlich kein Blech, sonder wie die Verschlussclips von Toastbrot oder Ähnlichem aufgebaut: 2 dünn Stahldrähte sind in einem weichem Plastik (PE) eingebettet. Die Länge beträgt 9cm, die Breite 4,7mm. Die 2 Stahldrähte haben 0,5mm Dicke.

Wer die Maske pimpen will, kann mit einem Skalpel die obere Lage seitlich vom Blech aufschneiden, da reicht ein etwa 6mm breiter Schnitt. Dann lässt sich das Blech herausnehmen und man ersetzt es z.B. durch den bewährten Aluflachdraht 1x5mm, wie hier schon öfter vorgestellt.

Was die Stabilität der Maske angeht, die ist hinreichend gut. Man kann zügig atmen, ohne dass die Maske sich zu stark zusammenzieht.

Was den kompletten Dichtsitz angeht, so muss man bei diesen Masken grundsätzlich sagen: Ohrgummis können wesentlich weniger Druck aufbauen, als Gummis, die über den Hinterkopf gehen. Sonst würden sie schnell an den Ohren drücken. Dieser geringe Druck reicht in der Regel nicht aus, um bei allen Bewegungen einen dichten Sitz zu gewähren. Deshalb sind nahezu alle FFP2-Masken von renomierten Herstellern auch mit 2 Hinterkopfgummis ausgestattet. Im Alltag hingegen sind die Ohrgummis sehr beliebt, weil man sie wesentlich komfortabler auf- und absetzen kann.

Längenanpasser für die Ohrgummis gibt es nicht. Hier könnte man sich selber welche nachrüsten, falls das nötig ist. So könnte man die Gummis auch strammer stellen, so dass der Dichtsitz besser wird.

Die Ohrgummis sind übrigens ordentlich mit der Maske verschweißt, hier hat man bei billigen Masken öfters mal das Problem, dass die abreißen.

Der Atemwiderstand liegt in einem vernünftigen Bereich, so dass man problemlos mit klarkommen sollte. Laut Hersteller liegt der Atemwiderstand bei 170 Pa (@160l/min), zulässig nach Norm sind bei FFP2 300 Pa. Runtergerechnet auf den Ruheatem sind es nur noch 30-40Pa, das ist ein guter Wert, entspricht etwa einer 1-2 lagigen Stoffmaske.

Preislich ist die Maske mit derzeit etwa 2,50-4,00 Euro recht interessant.

Neben Corona-Prävention ist so eine Maske natürlich auch gut für Stäube in Werkstatt oder Garten geeignet.

Wer wirklich hohe Filterwerte aus so einer Maske herausholen will, darf den Nasendraht nicht ständig wieder zusammenfalten. Das ist zwar praktisch, weil man die Maske dann flach in die Tasche stecken kann, sorgt aber nach kurzer Zeit dafür, dass der sowieso schon schwache Draht nur noch wenig gut dichtet. Die Maske passt aber auch ohne Zusammenfaltung recht gut in eine früher mal vorgestellte Kaffee-Pad-Dose.

Fazit: Wie ich sie bei meinem Test wahrgenommen habe, erscheint sie mir als eine günstige Alternative, bei der vieles stimmig ist. Ein Schwachpunkt ist der Nasendraht. Günstig im Alltag sind die Ohrgummis, die aber gleichzeitig Schwachpunkt bei einem guten Dichtsitz sind. Was den dichten Sitz angeht, so ist der z.B. bei einer 3M VFlex oder 3M Aura deutlich besser. Die Maske ist eher Größe L und für kleine Köpfe nicht geeignet. Der Abstand von Nasenwurzel bis Kinn sollte etwa 14-15 cm betragen (gemessen z.b. mit einem Kabelbinder, der über die Nase runter zum Kinn läuft, alternativ ein Bleistift, den man am Ende auf die Nasenwurzel bis zur Nasenspitze legt und dann an der Nasenspitze zum Kinn runterkippt. In diesem Fall sind es 13-14cm).

25.09.2020 :: Sendung mit der Maus: FFP-Masken

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Das Video zeigt sehr schön den Unterschied zwischen Stoff und Meltblown-Vlies. Gibt auch Einblicke in die Produktion und den Aufbau von FFP-Masken.

https://www.youtube.com/watch?v=F59fGJf7Xtw

24.09.2020 :: Materialvorstellung: Coolmax Light

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Von Aktivstoffe.de gibt es den Stoff Coolmax Light. Das ist ein Polyesterstoff mit besonderen Eigenschaften. Er trocknet schnell und transportiert Feuchtigkeit gut ab. Coolmax ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Invista (bekannt durch Lycra). Im Handel findet man Coolmax recht häufig bei sportlicher Bekleidung.

Ich hatte das Material schon seit Monaten herumliegen, fand aber noch keine Zeit, mich damit näher zu beschäftigen. Als ich ihn im Atemwiderstandstester vermaß, staunte ich etwas: Wo normaler Jersey-Stoff um die 25 Pa Atemwiderstand hat, hat dieser Coolmax Light nur 4 Pascal. Er behindert den Atemfluss damit so gut wie gar nicht.

Mit 0,45mm ist er nicht sonderlich dünn. Mit 140g/m² für einen Jersey auch im normalen Bereich, Albstoffe Shield wiegt z.B. 183g/m². Waschbar ist das Material offiziell bis 30 Grad, ich hab ihn aber auch schon bei 60 Grad gewaschen. Er ist dabei nicht ausgeblutet. Der Stoff hat einen recht weichen Fall und fühlt sich auch angenehm weich an.

Natürlich filtert das Material bei dem geringen Atemwiderstand auch kaum, es wirkt aber immerhin recht dicht mit feinen Maschen. Ich hab ihn testweise mal 8fach genommen, da lässt es sich immer noch gut durchatmen und die Filterleistung ist dann schon ganz ok.

Für Masken können solche Stoffe trotzdem sehr interessant werden. Nämlich dann, wenn der Stoff nur für das Design zuständig ist und evtl. auch für einen mechanischen Schutz.

Bei der obigen Maske ist genau das gewollt gewesen. Sie besteht aus 3 Lagen. Innen das recht steife Strandmatten-Netzgewirk zur Stabilisierung. Mittig das Pulmanova Premium Material, was extrem gut filtert. Und außen dann der Coolmax-Light, um die Maske aufzuhübschen.

Hier die Schritte, wie ich beim Nähen vorgehe:

  1. Pulmanova nach Schablone ausgeschnitten und Markierungen für Knickkanten mit Edding. Schnitt findet man hier...
  2. Strandmatte etwas größer ausgeschnitten, Oberkante genau gerade geschnitten und genau 15mm unter Oberkante Pulmanova positioniert. Mit Klammern rundherum fixiert.
  3. Einmal rundherum mit Naht fixiert.
  4. Strandmatte bündig geschnitten mit Pulmanova.
  5. Coolmax-Light Stoff untergelegt und grob ausgeschnitten. Oben ca. 20mm Zugabe über Kante Pulmanova. Mit Klammern fixiert.
  6. Coolmax Stoff mit einer Naht rundherum fixiert, Oberkante natürlich nicht.
  7. Oberen Tunnel umschlagen. Coolmax wird noch einmal nach innen umgeschlagen, so dass die Stoffkante innen geschützt liegt. Tunnel nähen.
  8. Linke Naht für den Draht setzen. Draht einschieben (Alu 5mm x 1mm, 100mm lang). Zweite Fixiernaht für Draht setzen. Draht so einschieben, dass möglichst viele Innenlagen zwischen Nase und Draht liegen (Polstereffekt).
  9. Coolmax bündig rundherum abschneiden.
  10. Falten legen und vernähen. Ich prüfe vor dem Vernähen immer noch das Maß Umfang von rechts oben bis links oben. Dafür hab ich mir eine kleine Maßschablone erstellt.
  11. Die untere Falte muss am Rand meist noch etwas abgeschnitten werden, damit die Kante nach dem Nähen bündig liegt.
  12. Schrägband rundherum legen. Beiden Enden ca. 15mm nach innen umgeschlagen. Beide Seiten möglichst gleichmäßig vom Überstand legen. Schrägband alle 40mm mit Klammern halten.
  13. Schrägband von innen nähen. Nicht zu nahe an die Kante gehen, sonst trifft man auf der gegenüberliegenden Seite evtl. das Band nicht mehr. Ca. 2mm Abstand von Kante.
  14. Plastik-Druckknöpfe oben setzen für Gummiband.
  15. Druckknöpfe an Gummiband anbringen. Bei mir ist es 33cm lang. Habe ein 10mm breites Gummiband verwendet.
  16. Anprobe. Draht passend für Nase biegen.

Weblinks:

14.09.2020 :: Transparente Masken

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Letztens las ich, dass wir mit den Masken wohl noch ein paar Jahre klar kommen müssen. Transparente Masken wären da eine große Innovation. So sieht man weiter den Großteil des Gesichts und damit auch die Mimik.

Es gibt derzeit ein paar Projekte, die diese Idee zur Marktreife bringen wollen.

Ein Start-Up aus Köln will die AIO-Maske im November auf den Markt bringen:

Die Leaf Mask ist vom Aufbau sehr ähnlich:

Beide positionieren den Filter unterhalb des Mundes im Kinnbereich. Technisch gesehen ist die größte Herausforderung die relativ kleine Filterfläche, die dort verbleibt. Hier muss man technologisch an die Grenze des Möglichen gehen. In der Regel werden hier Vliesfilter auf Basis von Meltblown Mikrofaservlies verwendet. Leaf erhöht die Filterfläche stark, in dem sie einen Faltenfilter einsetzen.

AIO nutzt einen Flachfilter mit Sandler-Vlies. Das Material ist so ähnlich, wie das hier schon vorgestellte Pulmanova SMS-Material. Das halte ich für gewagt, da bin ich gespannt, ob das reichen wird.

Bei AIO sieht man, dass die Maske nicht unters Kinn läuft, sondern auf dem Kinn aufgesetzt wird. Nach meinen Erfahrungen darf man hier den Mund nicht zu weit aufmachen, sonst rutscht die Maske logischerweise Richtung Mund. Der Vorteil, den so ein Design bringt: Unterschiedlich große Kopfformen wirken sich hier nicht so stark aus, die Maske passt sozusagen besser auf jedes Gesicht.

Das große Problem bei diesen Kunststoff- bzw. Silikonmasken ist die Passform. Man kann keine Passform bauen, die jedem passt. Man müsste mindestens 3 verschiedene Größen anbieten. Und eine nach innen laufende Gummilippe ist wichtig, die viel Spielraum für eine Anpassung an die Gesichtsform bietet. Die AIO-Maske scheint so eine Lippe zu haben, bei der Leaf Mask sieht man keine ausgeprägte Lippe, da hab ich Skepsis, ob die wirklich bei verschiedensten Gesichtern gut abdichtet.

Ein weiteres Thema bei diesen Masken ist die Sprachverständigung. Bei so starrem Material hört es sich ein wenig an, als würde man in eine Blechdose sprechen. Da fehlen zahlreiche Frequenzen und die Sprachqualität leidet.

Ich denke, grundsätzlich ist es möglich, solche Masken zu fertigen, die alle Alltags-Anforderungen erfüllen. Aber gerade in den Details muss viel getüftelt werden, damit es wirklich funktioniert. Ein guter Sitz ist so mit das Wichtigste und hier scheitern viele Hersteller. Ich bin gespannt, wie beide Projekte sich machen werden.

Gerade noch gefunden, die smile-by-ego Maske:

Hierbei handelt es sich nicht um eine filternde Maske, es ist eher ein Spuckschutz oder Tröpfchenschutz. In bestimmten Situationen möglicherweise sinnvoll, aber ohne Filterung ist das Schutzniveau natürlich gering.

10.09.2020 :: Materialprobleme für die Maskenversteifung

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Masken, die gut filtern sollen, erzeugen auch einen deutlichen Unterdruck beim Atmen. Fast alle Materialien, die man so für einen Mundschutz nutzt, sind zu weich, um diesem Unterdruck stand zu halten. Beim Einatmen ziehen sie dann vor den Mund.

Das Problem der Maskenaussteifung beschäftigt mich schon lange und es ist wirklich schwierig, hierfür gute Lösungen zu finden. Eine gute Lösung sollte einfach sein und aus gut beschaffbaren Materialien bestehen. Ebenso muss das Material praktische Belange gut berücksichtigen, darf als nicht zu empfindlich sein. Eine gute Haltbarkeit sollte auch gegeben sein.

Das beste Material, was ich bisher gefunden hatte, waren die steifen Strandmatten, die aus einem Netzgewirk gefertigt waren. Leider lässt die Steifigkeit mit der Zeit nach.

Wenn man sich die Thematik mal genauer anschaut, verhalten sich steife Materialien in der Regel so: Bis zu einem gewissen Punkt verformen sie sich elastisch. An einem Stück Papier lässt sich das gut beobachten. Eine Buchseite biegt sich beim Umblättern, geht dann aber wieder in die Ausgangslage zurück. Das ist elastische Verformung. Hier bleibt man im elastischen Bereich des Papieres. Papier kann man recht häufig im elastischen Bereich verformen, ohne dass sich die Eigenschaften verändern.

Ganz anders, wenn man Papier knickt. Hier hat man es mit einer plastischen Verformung zu tun. Diese plastische Verformung verändert die Struktur oder das Gefüge. Das sieht man an dem Knick, den man auch nicht mehr entfernen kann. Am Knick selber wird das Material weicher. Wenn man es mehrfach dort knickt, wird es sehr weich und man kann es auch sehr leicht dort zerreißen. Das Material ist dort stark geschwächt worden. Man kann auch von Materialermüdung sprechen.

Wie schnell durch plastische Verformung die Steifigkeit nachlässt, hängt sehr vom Material ab. Stoffe lassen sich sehr oft knuddeln, ohne dass sich die mechanische Eigenschaft der Steifigkeit verändert. Stoffe sind allerdings in der Regel auch wenig steif. Nimmt man hingegen ein etwas stabileres Vlies, bemerkt man recht schnell einen Verlust an Steifigkeit. Nach einer Maschinenwäsche ist es oft schon sehr viel weicher.

Steifere Materialien, die man häufig zerknüllen kann und die trotzdem ihre Steifigkeit behalten, gibt es kaum welche.

Der andere Weg sind elastische Materialien. Ich hatte letztens ein Polstervlies gekauft, was außergewöhnlich elastisch war. Man erkennt es daran, dass es wenig knickempfindlich ist. Das Material springt einfach wieder zurück. Es kann also in weiten Bereichen gebogen und gedrückt werden, ohne dass es sich plastisch verformt. Es hat eine hohe Elastizität. Gleichzeitig hatte es eine gute Standhaftigkeit, so dass es für eine Stabilisierung geeignet wäre. Neopren wäre auch so ein sehr elastisches Material, eine Silikonmatte aus der Küche ebenso. Diese beiden Materialien haben aber recht wenig Standhaftigkeit.

Die Standhaftigkeit wird auch stark beeinflusst von den Materialdicken. Ein 1mm dickes Neopren hat so gut wie keine Standhaftigkeit, ein 4mm Neopren könnte hingegen schon deutlich eine Maske stabilisieren. Bei Materialien wie Scuba oder Air-Mesh nutzt man dies auch, in dem man durch Abstandsgewirke Dicke und damit mehr Stabilität ins Material bringt.

Dünner Schaumstoff ist ein interessantes elastisches Material, was eine gewisse Steifigkeit/Standhaftigkeit mit einer guten Elastizität vereint. Knicke entstehen hier gar nicht. Leider bestehen Schaumstoffe in der Regel aus Polyurethanen und die können durchaus länger Schadstoffe ausdünsten. Teilweise riecht man dies auch. Persönlich würde ich sie nicht für einen Mundschutz nutzen.

Es gibt noch andere Anforderungen, die man bei der Materialsuche immer im Blick haben muss. Zu stark thermisch isolierende Materialien sind z.B. ungünstig, weil man darunter dann schwitzt.

Fazit: Die Suche nach einem guten Material könnte also in beide Richtungen gehen: Entweder ein steifes Material, was lange seine Steifigkeit bewahrt, oder aber ein elastisches Material, was gar nicht erst in die materialbelastende plastische Verformung geht. Bei der Materialsuche müssen auch immer alle anderen Anforderungen im Blick gehalten werden, z.B. thermische Isolierung, Gesundheitsaspekte oder Verfügbarkeit.

Ein Vergleich von Materialien, die ich bisher getestet habe:

  • Pulmanova - Ist von Haus aus stabil genug, ist also Maskenmaterial mit Filterwirkung, was ohne weitere Versteifung stabil ist. Es ist aber davon auszugehen, dass es mit der Zeit auch deutlich weicher wird. Erfahrungen dazu fehlen noch.
  • Vlieseline - Es gibt stabilere Vlieseline-Produkte, z.B. das aufbügelbare S320. Es ist knickempfindlich und wird dadurch auch weicher. Das PES-Vlies ist aber deutlich widerstandsfähiger, als z.B. die PP-Vliese. Langzeiterfahrungen fehlen hier auch noch, aber es dürfte deutlich länger durchhalten. Ganz stabile Vlieseline-Sorten, wie z.B. CS800 dürfen nicht geknickt werden. Durch die Steifheit sinkt aber auch die Gefahr von Knicken.
  • Strandmatten-Netzgewirk - Anfangs gute Stabilität, lässt mit der Zeit aber nach. Vermutlich wird es zu früh zu viel an Stabilität verlieren, um noch gut nutzbar zu sein.
  • Kabelbinder - Dünne Kabelbinder aus PA können eine Maske an einer Linie stabilisieren, was oft schon ausreicht. Das Material hat einen recht weiten elastischen Bereich, man kann es also weit biegen, ohne das Knicke entstehen. Die Dauerhaftigkeit ist gut.
  • Aludraht - Kann man auch zur Stabilisierung verwenden, aber Alu hat kaum Elastizität, verbiegt also recht schnell. Hat sich zur Stabilisierung nicht so gut bewährt. Auch deshalb, weil eine Maske dann sehr starr würde, was ungünstig für das Verstauen in Behältern ist. Sie verbiegen auch schnell, wenn man sie z.B. nur in einer Tüte transportiert.
  • Federdraht - Ähnlich gut geeignet, wie Kabelbinder, aber auch nur eine Stabilisierung über eine Linie und nicht großflächig. Für großflächigere Stabilisierung müsste man den Draht in eine flächige Form biegen, was wieder viel Aufwand wäre.
  • Evolon - Anfangs ist Evolon noch relativ steif und das kann durchaus reichen. Nach wenigen Wäschen wird es aber sehr weich.
  • AMF 80g Vlies - Anfangs recht steif, verliert aber nach 1-2 Wäschen schon sehr viel an Steifigkeit. Allerdings bewahrt es sich auch nach vielen Wäschen noch eine gute Elastizität und Standhaftigkeit. Das könnte reichen.

10.09.2020 :: Materialvorstellung: Veno Meida Thermo-Vliesstoff

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3 Lagen zerlegt, Spinnvlies - Meltblown - Spinnvlies

Mir wurde mal wieder ein interessantes Material "zugespielt". Es nennt sich Meida und stammt von der Firma Veno. Eigentlich ist es eine Thermowattierung für Winterkleidung. Es ist aber keine klassische Spinnvlies-Wattierung, sondern Hightech: Es besteht hauptsächlich aus Meltblown-Vlies, welches aus feinen Mikrofasern aufgebaut ist. Damit kann man mit relativ dünnen Materialien eine recht hohe thermische Isolierung erzielen.

Das Material gibt es in 3 Grammaturen: 50g/m², 120g/m² und 200g/m². Die Bezeichnungen sind MD50sms, MD120sms und MD200sms. Im Internet findet man bei einigen Händlern noch weitere Grammaturen, z.B. MD65sms, MD85sms, MD100sms, MD150sms, MD300sms. Die scheint es grundsätzlich zu geben, findet man aber nicht im Standardprogramm bei Veno.

Das 50g Material wirkt ähnlich wie ein Tempo-Taschentuch. Außen wird es auf beiden Seiten jeweils durch eine hauchdünne Spinnvlies-Schicht geschützt und stabilisiert. Diese ist nur 0,1mm dick und punktverschweißt, womit sie mehr Stabilität bekommt. Dazwischen sind mehrere Lagen Meltblown-Vlies, wobei die Lagen nicht klar voneinander abgegrenzt sind. Sie hängen irgendwie zusammen und zerfleddern, wenn an sie auseinandernehmen will.

Die Isolierwirkung ist schon bei dem recht dünnen Material beeindruckend. Das 50g Material hat eine Dicke von etwa 0,6mm. Das 200g Material ist etwa 2,5mm dick.

Das Grundmaterial selber ist 100% Polypropylen (PP). Es ist Ökotex 100 Klasse 1 zertifiziert (Artikel für Babys und Kleinkinder). Der Hersteller schreibt auch "Für Allergiker geeignet".

Waschbar ist es lt. Hersteller bis 40 Grad, wobei ich keine Gründe sehen kann, warum man es nicht auch bei 90 Grad waschen können sollte. PP verträgt das problemlos und eigene erste Tests waren positiv.

Für Meltblown typisch, perlt Wasser daran ab. Die Fasern sind so fein, dass Wasser nur schwer eindringen kann. Wenn man aber Waschpulver hinzugibt, durchdringt Wasser auch schnell das Material.

Für Masken ist das Material natürlich total spannend, weil Meltblown irre gut filtert. Die Tests mit dem Süßstofftester waren auch erstklassig. Schon beim MD50sms war kein Süßstoff mehr zu schmecken. Bei dem recht dicken Meltblown ist das Ergebnis auch stimmig.

Der Test in Sachen Atemwiderstand bei den gewohnten Parametern (31,7 l/min, 50cm²) ergab:

  • MD50sms - 51 Pa
  • MD200sms - 84 Pa

Damit sind beide noch sehr gut für Masken geeignet. Allerdings muss man sie immer kombinieren und in Kombination sollte man möglichst unter 100 Pa bleiben, wenn man guten Komfort haben möchte.

Das Material selber ist ja mechanisch wenig stabil. Es kann also nur als filternde Mittellage fungieren. Außen wie innen braucht es ein weiteres Material, was für die mechanische Stabilität sorgt. Im einfachsten Fall wäre das ein Stoff oder z.B. das 80g Vlies von AMF. So ein Vlies schützt auch vor sich lösenden Fasern, die man ja nicht einatmen möchte. Das Material neigt zwar wenig zu Faserverlust und ist auch durch ein Spinnvlies geschützt. Trotzdem würde ich hier auf Nummer sicher gehen.

Wie sich die gute Isolierwirkung auf den Tragekomfort einer Maske auswirkt, muss man testen. Es könnte sein, dass man ins Schwitzen kommt.

Die Flächengewichte scheinen sich nur auf das Thermo-Meltblown zu beziehen. Die Spinnvliese auf beiden Seiten wiegen jeweils 12g/m². Das MD200sms wiegt also 224g/m², was ich so auch nachwiegen konnte. Das MD50sms wiegt 50g + 12g + 12g = 74g/m².

Fazit: Mit Meida steht ein recht einfach zu beschaffendes Material von hoher Filterqualität von einem deutschen Hersteller zur Verfügung, was auch Nachweise wie Ökotex 100 mit sich bringt. Mit 8-10 Euro pro Meter (MD50SMS) ist es bei 150cm Breite noch recht preisgünstig.

Nachtrag 12.09.2020: Was den Atemwiderstand angeht, hat das Material Schwankungen, was wohl an unterschiedlicher Schichtdicke liegen wird. Die Schwankungen, die ich bisher festgestellt habe, liegen bei 20%.

Nachtrag 12.09.2020: Hatte jetzt auch ein MD100sms zum Testen. Ganz merkwürdig, dieses Material hat mit 95-116 Pa ein höheren Atemwiderstand, als das MD200sms. Der Grund dafür ist im Moment nur schwer nachvollziehbar. Vielleicht handelt es sich um ein älteres Material und einen etwas anderen Produktionsprozess. Die Filtereigenschaften sind aber auch erstklassig. Das MD100sms hat eine Dicke von ca. 0,9mm.

Weblinks:

08.09.2020 :: Materialvorstellung: Pulmanova Basic Encasing

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Nachdem ich hier Pulmanova Premium vorgestellt habe, habe ich heute eine Probe Pulmanova Basic bekommen und vermessen können.

Von der Dicke ist es etwa 0,4mm, die Grammatur liegt lt. Hersteller bei 70g/m².

Der Süßstofftester zeigt auch hier erstklassige Ergebnisse, ich kann keine Süße mehr schmecken.

Beim Atemwiderstandstest allerdings eine kleine Enttäuschung. Es hat bei 50cm² und 32l/min 85 Pa und liegt damit deutlich höher, als Pulmanova Premium (54Pa). Bei dem Wert ist es natürlich noch sehr gut für einlagige Maske geeignet, aber natürlich nicht mehr so komfortabel. Wenn man die Wahl hat, sollte man zu Pulmanova Premium greifen. Geringer Atemwiderstand bringt immer Komfort.

Woran liegts? Pulmanova Basic hat viel dichter liegende Schweißpunkte. Wo geschweißt ist, geht keine Luft mehr durch da Vlies. Damit geht eine Menge Fläche verloren, durch die geatmet werden kann.

Hier ein Bild von beiden Materialien, links Premium, rechts Basic:

05.09.2020 :: Experimente mit Paraloid B72 als Steifappretur

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Ich habe mit dem Thema experimentiert, Stoffe und Vlies steifer zu machen. Diese Eigenschaft ist ja bei Masken wichtig, damit das Material beim Atmen standfest bleibt.

Als Idee kam mir, Paraloid B72 einzusetzen. B72 ist ein Ethyl-Methacrylat Copolymer, ein Acryl-Kunststoff von dem keine schädlichen Emissionen oder ähnliches ausgehen sollten. Kunststoffe auf dieser Basis werden z.B. in der Zahnmedizin eingesetzt. Im Sicherheitsdatenblatt sind auch keine problematischen Hinweise zu finden.

Der Einsatz von B72 hat den Vorteil, dass man hier wirklich einen reinen und klar definierten Kunststoff hat und nicht wie bei Lacken ein Stoffgemisch aus dutzenden Substanzen, die man noch nicht einmal kennt.

B72 wird als Granulat geliefert. Ich habe es in Aceton aufgelöst, und zwar als 10 % Lösung. Diesen sehr dünnflüssigen Lack habe ich dann mit Pinsel auf diverse Stoffe und Vliese aufgetupft und trocknen lassen.

Das Ergebnis der Steifigkeit ist beeindruckend. Aus jedem noch so weich fallenden Stoff bekommt man so ein Material, was ähnlich steif wie Pappe ist.

Interessant dabei: Die Filtereigenschaften selbst von Mikrofasermaterialien wie Evolon blieben vollständig erhalten, soweit ich das hier mit einfachen Mitteln nachweisen kann. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Der Lack ist so dünn, dass er nur ganz dünn auf den Fasern trocknet und nicht viele Fasern miteinander verklebt.

Dann hab ich Waschtests gemacht. Leider ist es so, dass diese große Anfangssteifigkeit schon nach einer Wäsche in der Waschmaschine weg ist. Trotzdem bleibt das Material deutlich steifer als ohne Behandlung, auch nach 10 Wäschen. Auf Kunstfasern funktioniert es etwas besser, als auf Baumwolle.

Insgesamt fand ich es aber schon ernüchternd, dass der Effekt leider nicht besonders waschstabil ist. Ähnliches gilt, wenn man das Material stärker mechanisch belastet, also zusammenknüllt. Dabei bricht vermutlich die recht harte Struktur wieder auf. Würde man hingegen einen sehr elastischen Lack haben, würde einem Aufbrechen entgegengewirkt und es käme nur zu elastischen Verformungen.

Es bleibt also derzeit erstmal nur bei einem interessanten Experiment mit recht begrenzten praktischen Einssatz-Szenarien.

Es gibt übrigens für die Stoffveredlung sogenannte Steifausrüstungen oder Steifappreturen. Im experimentellen Hobbybereich kommt man aber nur schwer an solche Produkte ran. In der Regel basieren sie auf Polyvinylacetat oder Polyvinylalkohol. Einige davon werden recht schnell ausgewaschen, es soll aber auch welche gebe, die sich länger im Material halten. Ein Mittel ist z.B. Sevapret BS.

Polyvinylacetat (PVAC) kann man als Granulat kaufen, z.B. bei kremer-pigmente oder Aurelio-Online. Polyvinylalkohol (PVA) ist auch bei Kremer zu bekommen. Ob man mit diesen Grundstoffen zu irgendwelchen sinnvollen Ergebnissen kommt, könnte man testen.

04.09.2020 :: Materialvorstellung: Pulmanova Premium Encasing

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Ich habs bisher irgendwie übersehen, weil ich mich zu sehr auf Evolon konzentriert hatte. Jetzt bekam ich den Tipp, mal dieses Pulmanova Premium Material zu testen, was in Encasings verwendet wird.

Das Material hab ich jetzt in Augenschein genommen und das erscheint mir ein Volltreffer zu sein:

  • Hygienisch bzw. von gesundheitlichen Aspekten erscheint es mir ideal und gut getestet (z.B. Ökotest). Es besteht auch zu 100% aus Polypropylen, woraus auch z.B. Yoghurtbecher sind.
  • Waschbar offiziell bis 60 Grad. Nach meiner Erfahrung verträgt PP problemlos 90 Grad.
  • Hinreichend langlebig, im Encasing-Bereich wird man das ordentlich getestet haben. Ich vermute, dass das Material 30-50 Wäschen standhält. Allerdings: PP-Vliese sind gegenüber Evolon (PES/PA) lange nicht so langlebig und auch nicht so widerstandsfähig. Auch dei Reißfestigkeit von Evolon ist wesentlich höher. Das sollte aber alles nur eine untergeordnete Rolle bei Masken spielen.
  • Das Material ist mit 0,5-0,6mm schon etwas dicker und hat eine gewisse Eigenstabilität. Man könnte es vermutlich ohne zusätzliche Stabilisierung nutzen.
  • Grammatur ca. 100g/m²
  • Der Atemwiderstand liegt bei 50cm² und 32l/min bei 50 Pa, das ist sehr wenig. Damit lässt sich durch so eine Maske sehr leicht atmen. Auch besteht die Möglichkeit, es für ein gutes Design mit einem Stoff außen zu kombinieren
  • Die Filterwirkung ist so mit das Beste, was ich bisher bei so Ersatz-Materialien gesehen habe. Beim Süßstofftester, kann ich nichts schmecken, das geht also in Richtung FFP2-Niveau. Es ist damit auch besser, als z.B. einlagig Evolon 100.
  • Der Grund für die gute Filterwirkung: Es ist ein SMS-Vlies, hat also eine Meltblown-Schicht mittig, die so extrem gut filtert, dabei aber noch recht durchlässig ist.

Die erste Maske, die ich daraus genäht habe, enthält auch wieder das Netzgewirk innen zur Stabilisierung, was ich hier vorgestellt hatte.

Preislich sind die Pulmanova-Encasings nicht so super günstig, aber je nach Größe des Bezuges kommt man auf unter 10 Euro pro m². Pro Maske umgerechnet kommt man auf gerade mal 40 Cent.

Beim Einkauf sollte man nur die Decken oder Kissen aus dem Material verwenden. Die Matratzenbezüge haben auf der kompletten Oberseite Evolon. Nur die Seiten und die Unterseite sind aus diesem speziellen PP-SMS-Material.

Die Filterwirkung ist für dieses Material auch getestet worden, sie soll bei 1µm Partikeln bei etwa 97,8% liegen.

Neben Pulmanova Premium gibt es auch noch Pulmanova Basic. Das Basic-Material hatte ich noch nicht in der Hand. Es handelt sich aber vermutlich auch um ein SMS-Vlies, hat aber nur 70g/m² Grammatur. Es ist mit 6,65 Euro/m² etwas preisgünstiger.

Weblinks:

02.09.2020 :: Evolon günstig bei Lidl

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Im Lidl-Online-Shop gibt des derzeit Encasings unter der Marke Setex zu einem stark reduzierten Preis:

In der Beschreibung steht, dass es sich um Evolon handelt. Bei einer Größe von 155x220 hat man gut 6 m² Material. Bei 24,36 Euro macht das etwa 4 Euro pro m², was sehr günstig ist.

Um welches Evolon es sich handelt, ist unklar, ich vermute aber Evolon 100, was sich gut für Masken eignet.


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