Blog zum Langzeit-Bewitterungstest

Hier kommen chronologisch Neuigkeiten zum Projekt Lasuren-Langzeit-Test rein.

30.09.2016 - Neue Probe: Natural Lasur H2

Ich hatte noch einen freien Platz auf dem Teststand (oben links). Vor 2 Jahren hab ich eine Probe von Natural bekommen - die damals noch recht neue wasserbasierte Lasur (H2). Ebenso hatte ich noch den Wetterschutz H2, auch wasserbasiert. Beides hab ich jetzt zu einer neuen Probe verarbeitet. Das ist Probe 93 im Langzeitlasurentest 3.

29.08.2016 - Test Filmbeständigkeit

Von jeder Lasur kommt eine Probe senkrecht auf ein Zinkblech. Hiermit will ich herausfinden, wie beständig die Lasur selbst gegenüber Witterungseinflüssen ist. Senkrecht deshalb, weil ich nur UV- und Regen testen möchte und so recht sicher Vogelkot ausschließe. Denn der macht jeder Lasur und jedem Lack sehr zu schaffen.

  • Seit Mitte 2008 bewittert und noch gut (8 Jahre):
    • Consolan weiß
    • Consolan braun
    • Leinos Lack 840 (Oberfläche matt)
  • Seit Mitte 2009 bewittert und noch gut (7 Jahre):
    • Oli Projektöl nuss
    • Osmo Landhausfarbe schwarz
    • Sikkens Cetol HLS Eiche
    • PNZ Lasur altgrau
    • Gori 44
    • Gori 33

Die meisten Öle, die chemisch nicht weiter modifiziert sind, sind nach 1-3 Jahren abgewittert. Öle, die stärker pigmentiert sind, halten deutlich länger, wittern aber auch kontinuierlich ab, wirken also relativ schnell matt.

Interessant eine Probe: Paraloid B72 ist ein transparentes Acrylat, was in Museen gerne verwendet wird. Es soll sehr langzeitstabil sein. Das bestätigt sich hier auch. Die Probe aus 2010 ist noch völlig intakt.

Die meisten konventionellen Lasuren auf Alkyd- oder Acrylbasis verhalten sich im Filmtest erstklassig. Es gibt aber auch ein paar Ausnahmen, die mittlerweile stark erodiert oder völlig abgewittert sind:

  • Xyladecor Tür+Fensterlasur Mahagoni (09/09)
  • Xyladecor Lasur 2in1 (09/09)
  • Xyladecor UV-Lasur Buche (09/09) (komplette abgewittert)
  • Sadolin Solid Palisander

Das ist schon auffällig, dass es hier vor allem Xyladecor trifft. Und noch dazu einige Dickschichtlasuren, bei stärkere Filmstärke. Sikkens Cetol HLS als Dünnschichtlasur ist hingegen noch völlig intakt. Interessant auch, dass die Xyladecor Lasur Dekor in blau (08/2009) noch völlig intakt ist.

26.08.2016 - Neue Proben

Alle neuen Proben sind jetzt montiert. Infos dazu stelle ich jetzt unter LasurenLangzeitTest3 zusammen.

Meinen Bewitterungsstand musste ich auch an einer Stelle reparieren. Eine Querlatte hatte an einer Stelle von Anfang an einen Risse. Dort war immer wieder Wasser eingezogen, weshalb das Holz dort ziemlich morsch wurde. Ich hab ein fast durchgehendes Loch von losem Holz herausgeschabt, vielleicht so 2x7cm groß. Dies wurde mit Epoxy von innen gestrichen und dann mit einem Gemisch aus Holzspänen und Epoxy gefüllt. Testweise habe ich Buchenspäne genommen. Man meint, das wäre keine gute Idee, aber ich hatte das schonmal gemacht und gute Erfahrungen gemacht. Das Epoxy umschließt die Buchenspäne so, dass keine Gefahr mehr besteht. Danach dann geschliffen und neu lasiert mit Auro 160. Damit wurde das ganze Gerüst damals schon behandelt. An einigen Stellen, wo die Lasur recht belastet war und die Oberfläche porös, habe ich mit Biopin Fensterladenöl nachgeölt (hatte ich rumliegen). Das dringt recht gut in die Risse ein.

08.08.2016 - Zahlreiche neue Proben

Ich bin gerade dabei, zahlreiche neue Proben zu fertigen. Es werden insgesamt vermutlich 13 Stück werden. Sikkens, Remmers, Innoskins, Clou und Alpina sind bei den neuen Proben dabei.

Ich hab jetzt schonmal damit begonnen, zahlreiche alte Proben herunterzunehmen, von denen ich keine Erkenntnisse mehr erwarte. Einige Proben aus 2009 sind mittlerweile auch so verrottet, dass sie auseinanderbrechen. Diese Proben haben sich damit sowieso erledigt.

An einer Stelle hat die Holzkonstruktion meines Teststandes auch gelitten. Das Holz hatte dort von Anfang an einen Riss und um diesen Riss ist das Holz jetzt verrottet. Hab den Bereich ausgeschabt und werde den mit gefülltem Epoxy auffüllen. Ist dann auch gleich ein schönes Testobjekt, um solche Reparaturen zu beobachten.

Alle Proben, die hier im Blog auftauchen, wurden ja nach dem eigentlichen ersten Test gemacht. Diese werden nun nochmal gut zusammengefasst auf eine neue Seite ausgelagert, die hier entsteht.

Für die neuen Proben, die 2016 auf den Teststand kommen, gibts dies Seite: LasurenLangzeitTest3

08.08.2016 - Osmo UV-Schutzöl Vergrauungsbeginn?

Ui, was sehe ich da, als ich mal sehr genau hinschaute: Sind das schon allererste Spuren beginnender Vergrauung? Es gibt da so ein paar ganz kleine dunkle Punkte auf der Oberfläche. So fängts ja in der Regel an. Einige davon ließen sich testweise mit etwas Wasser wegwischen, sind also nur oberflächlich. Bei anderen bin ich mir nicht so sicher, will aber jetzt auch möglichst nicht so viel dran rumwischen, um den Test nicht zu beeinflussen.

Eigentlich erwarte ich ja, dass innerhalb von einem Jahr die Oberfläche partiell vergrauen wird. Alles andere würde mich sehr positiv überraschen. Eigentlich kann eine so transparente Beschichtung, die noch dazu relativ dünnschichtig ist, nicht längerfristig funktionieren.

Ich hab ja extra die biozidhaltige Version dieses Öles genommen, um für optimale Bedingungen für längere Haltbarkeit zu sorgen. Wenn die nur 1 Jahr durchhält, braucht man die biozidfreie Version gar nicht mehr zu testen. Länger wird die dann auch nicht halten.

06.08.2016 - Interessante Erkenntnis über Leinöl-Firnis

Ich hatte 2009 3 Vergleichsproben gemacht: Probe 09 war rohes Holz ohne jegliche Behandlung. Probe 10 war mit Biopin Leinöl-Firnis behandelt und Probe 14 mit Tungöl. Ich fragte mich, ob das im Außenbereich irgendeinen Unterschied macht.

Die ersten Beobachtungen waren erstmal etwas ernüchternd: Die geölten Proben ergrauten auch ziemlich schnell und brachten in dieser Hinsicht kaum Verbesserungen.

Etwas anderes wird aber jetzt sehr deutlich: Auch nach jetzt 7 Jahren nehmen die geölten Proben wesentlich weniger Feuchtigkeit auf und sind regelmäßig schneller abgetrocknet, als die ungeölte Probe. Dabei verhalten sich Tungöl und Leinöl-Firnis ganz ähnlich. Dadurch, dass das rohe Holz so dauerhaft mit mehr Feuchtigkeit zu kämpfen hat, ist diese Probe mittlerweil ziemlich verrotet. Würde ich diese Probe abnehmen, könnte ich sie mit Hand zerbrechen und das Holz zerbröseln. Die geölten Proben hingegen sind von der Substanz noch sehr stabil. Und das ist ungefähr schon seit 2-3 Jahren so.


Bild vom 5.7.15 - Die linke Probe (09 rohes Holz) ist nach einem Regen noch sehr feucht, die rechte Probe (10 Leinöl-Firnis) ist bereits lange wieder abgetrocknet. Links sieht man auch gelbe-orangene Pilze, die auf der Oberfläche wachsen. Die blasen sich kräftig auf, wenn es regnet. Ist es trocken, sieht man sie gar nicht.

31.05.2016 - Bild

Hiermal ein seitliches Bild von Probe 76 (Jotun Benar) und 77 (Osmo UV-Schutzöl). Man sieht hier den Glanz von Jotun Benar. Auch wenn es sich Öl nennt, ist es im Grunde ein Lack, der eine dickschichtige Oberfläche hinterlässt. Das UV-Schutzöl ist auch schichtbildend, aber mit wesentlich dünnerer Schicht, die auch eher matt ist.

29.02.2016 - Neue Proben

Bereits im September waren schon zahlreiche neue Proben fertig, ich bin aber erst jetzt dazu gekommen, die auf den Prüfstand zu nehmen. Hierzu mussten einige andere Proben vom Prüfstand.

Vom Prüfstand entfernt:

  • 01. PNZ-Coloröl aus 6/2009 - Die Oberfläche war schon länger kaputt und das Holz sehr rissig. Hat sich die letzten Jahre wenig verändert. Neue Erkenntnisse waren nicht zu erwarten.
  • 62. Biopin-Yachtlack aus 7/2013 - Die Probe war ja schon 06/2015 recht kaputt. Die Risse im Lack haben sich auf der gesamten Oberfläche fortgesetzt.
  • 06. Natural-Lasur aus 6/2009 - War inzwischen weitestgehend abgewittert, neue Erkenntnisse sind nicht mehr zu erwarten.
  • 11. Livos Kaldet aus 6/2009 - Ebenso größtenteils abgewittert, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
  • 32. Gori 33 Mahagoni aus 6/2009 - Die Oberfläche war weitestgehend abgewittert, das Holz sehr rissig und schon stärker geschädigt. Gori 33 hat sich ja sehr gut bewährt. Ich äußere aber mal eine These: "So lange die Oberfläche noch gut intakt ist, funktionieren diese wasserbasierten Aryllasuren recht gut. Wenn die Oberfläche aber recht weit abgewittert und porös geworden ist, gibt es kaum noch Schutz. Bei ölbasierten Systemen scheint das anders. Diese dringen tiefer in die obigen Holzschichten ein. Selbst wenn sie oberflächlich abgewittert sind, bieten sie noch Schutz im Holz und sorgen für weniger Feuchtigkeitsaufnahme." Das klingt logisch und deckt sich mit meinen Beobachtungen. Ob sich diese These wirklich bewahrheitet, müsste experimentiell überprüft werden.

Bei den Proben, die neue auf den Teststand gekommen sind, gibt es einige halbe Proben. Ich hatte nur kleine Probetütchen von Osmo, die nicht gereicht hätten. Gleichzeitig hatte ich nicht viel Platz auf dem Teststand. So hab ich einen Kompromiss gewählt: Die untere Hälfte und die obere Hälfte des Testbrettes enthalten unterschiedliche Proben. Das hat ganz gut funktioniert. Gleichzeitig wurde die Rückseite bei diesen Proben einheitlich mit Osmo Landhausfarbe gestrichen, auch wieder, weil nicht genügend Inhalt in den kostenlosen Osmo Probetütchen war.

Diesmal hab ich alle Proben auch gewogen. Mir ist im Laufe der Tests aufgefallen, dass das mal wichtig sein kann, um die Holzzerstörung bewerten zu können. Natürlich muss man später das Holz für die Bewertung erst wieder auf Ausgleichsfeuchte in Innenräumen heruntertrocknen.

Neu auf den Prüfstand gekommen (28.02.2016):

  • 72. (halbe Probe oben) Osmo Landhausfarbe weiß, zweimal wie Datenblatt, 206,8g
  • 73. (halbe Probe unten) Osmo Öl-Lasur Nuss, zweimal wie Datenblatt, 206,8g
  • 74. (halbe Probe oben) Osmo Öl-Lasur Kiefer, zweimal wie Datenblatt, 209,2g
  • 75. (halbe Probe unten) Osmo Einmallasur Kiefer, dünn zweimal, 209,2g
  • 76. Jotun Benar, glänzend mit UV-Schutz, grundiert mit Visir, dann 3 Anstriche Jotun, 208,05g
  • 77. Osmo UV-Schutzöl 420 extra (biozidhaltig), 2 Anstriche lt. Datenblatt, 207,05g
  • 78. Auro Classic Lasur 930-19 Orangerot, 3x gestrichen (deckender Charakter), 209.2g
  • 79. Auro Classic Lasur 930-09 dunkelblau, 3x gestrichen (deckender Charakter), 217,30g

Die Auro Classic Lasur ist bei beiden eingesetzten Farben nahezu deckend. Auch die beiden Osmo-Lasuren in Kiefer sind nahezu deckend. Das transparente Osmo UV-Schutzöl lässt das Holz in heller Naturfarbe. Ich bin mir dabei aber ziemlich sicher, dass das nicht lange gut geht. Auf diese Probe bin ich so richtig gespannt. Ebenso gespannt bin ich auf die Probe Jotun Benar, die eine leicht orangene Pigmentierung hat. Jotun ist ein norwegischer Hersteller. Man liest im Internet viel über die erstklassige Qualität von Jotun-Produkten. Transparente Beschichtungen sind ja im Außenbereich oft nicht lange haltbar, ich bin gespannt, wie es sich hier mit Jotun verhält.


Teststand 01/2014 mit alten und neuen Proben. Um Bild zu vergrößern: Rechte Maustaste, Bild anzeigen.

29.02.2016 - Zwischenstand

Ich hatte 09/2014 nochmal eine Probe von Natural-Terrassenöl in Lärche auf den Teststand genommen. Von natural-farben.de erfuhr ich, dass die Rezeptur optimiert wurde und erhielt auch eine Probe. Mittlerweile sind fast 2,5 Jahre vorbei und ich hab mir gestern mal die Probe angeschaut. Die Oberfläche wirkt noch sehr gut, wesentlich besser, als ich das von den vorherigen Proben gewohnt war. Es gibt keinerlei Abblätterungen. Natürlich ist durch die Diffusionsoffenheit das Holz vergraut und wirkt jetzt viel dunkler, als beim Start des Testes.


Natural-Terrassenöl nach 2,5 Jahren

Eine weitere Terrassenöl-Probe stammt aus 7/2013 und ist das Bondex Hartholz-Öl Universal Außenöl. Mittlerweile sind das mehr als 3,5 Jahre. Auch diese Probe sieht noch recht gut aus. Technisch gesehen ist das ein gut haltbares Terrassenöl.

Die Probe 61 Epoxidharz/Yachtlack aus 7/2013 sieht weiterhin sehr gut aus. Fast durchgängig ist die originale Holzfarbe erhalten geblieben. Allerdings gibts einen Defekt in der Oberfläche rechts unten, wo Wasser reinzieht und wo es dann vergraut. Dieser Defekt ist bstimmt schon 1-2 Jahre vorhanden. Bei reinen Lacken kenne ich es so, dass so ein Defekt dann sehr schnell große Flächen unterwandert, was hier nicht der Fall ist. Trotzdem hat er sich inzwischen auf etwa 1x3cm ausgedehnt.

Probe 63 mit Gori 55 von 07/2013: Grundsätzlich noch gut intakte Oberfläche, allerdings links unten ein kleiner Bereich, wo kleine schwarze Pünktchen entstehen. Das ist das Resultat von aufgestellten Holzfasern, die durch Erosion der Beschichtung nun an die Oberfläche kommen und sich dort durch Mikroorganismen schwarz verfärben.

Probe 50 mit Gori 88 Lasur von 07/2013: Grundsätzlich noch intakte Oberfläche, aber beim genauen Hinsehen erkennt man, das das Holz unter der Beschichtung an vielen Stellen anfängt, zu vergrauen. Dort ist der Farbeindruck dann ein Stück dunkler. Betrifft vielleicht 30% der Oberfläche.

02.06.2015 - Biopin Wetterschutzlasur Kiefer

Probe 66, ursprünglich in einem ockergelben Holzton. Davon ist nun nach 2 Jahren fast gar nichts mehr übrig. Auf der Oberfläche hatte sich ja die ganze Zeit ein starker schwarzer Belag gebildet. Ich vermute, das war die Reaktion der Biozide im Film, die Mikroorganismen abgetötet haben und die dann als schwarzer Film zurückblieben.

Ich hab den mittig mal abgewischt, hier zeigt sich aber: Auch unter der Verschmutzung ist das Holz unter der Lasur weitestgehend vergraut. Damit verhält es sich ganz ähnlich, wie bei der Auro 160 Lasur in ähnlichem Farbton. Wobei bei Auro diese schwarze Verschmutzung auf der Oberfläche nicht entstand, vermutlich weil hier keine Biozide enthalten sind. Die Auro 160 Probe, die mit Leinölfirnis vorbehandelt wurde (70), sieht etwas besser aus, da gibts noch Bereiche, die nicht vergraut sind.

Trotzdem: Es zeigt mal wieder, solche Farbtöne sind sehr schwierig, die meisten Lasuren versagen hier recht schnell bei Vollbewitterung.

02.06.2015 - Biopin Wetterschutzfarbe

Biopin Wetterschutzfarbe in weiß (68) nach jetzt 2 Jahren. Hab mal einen Bereich mit Lappen gesäubert, um zu gucken, ob die Beschichtung schon angegriffen ist. Das Ergebnis sieht noch sehr gut aus, alles nur oberflächliche Verschmutzung.

02.06.2015 - Consolan gesäubert

Hab mal einen mittleren Bereich von Consolan mit Lappen abgewischt. Mich interessierte, was nur oberflächliche Verschmutzung ist und wo die Beschichtung selber angegriffen ist. Zu meinem Erstaunen ist die Beschichtung noch außergewöhnlich gut intakt. Nach so langer Bewitterungszeit von mittlerweile 6 Jahren ist das ein wirklich herausragendes Ergebnis.

02.06.2015 - Biopin Yachtlack

Probe 62 vom 6.7.2013 hab ich heute mal oberflächlich mit feuchtem Lappen gesäubert. Ich sah nämlich zahlreiche Risse, die ich näher inspizieren wollte. Nach Säuberung zeigte sich deutlich, dass überall im Lack Risse entstanden sind. In einer Art, wie ich das von anderen klaren Beschichtungen so nicht kenne.

Man kann das nun in 2 Richtungen deuten: Einerseits könnte der Lack selber durch UV zerstört worden sein, so dass er rissig wurde. Andererseits ist es ein Öllack, der nicht ganz diffusionsdicht ist. Es könnten also auch die Quellbewegungen des Holzes sein, die den Lack irgendwann haben reißen lassen. Weil diese Risse vor 3 Monaten noch nicht da waren, vermute ich stark eine Zerstörung durch UV. Denn in den letzten Wochen hat die Sonne an einigen Tagen recht intensiv geschienen. Risse durch Diffusionsoffenheit wären schon viel früher entstanden.

Interessant ist, dass die Risse bisher nicht stärker unterwandert wurden. Der dünnflüssige Lack ist also recht gut mit dem Untergrund verankert.

Gegenüber dem Clou Yachtlack schneidet er etwas schlechter ab. Zwar hatte Clou nach 2 Jahren auch diverse Fehlstellen, aber nicht diese großflächigen Risse. Clou neigte aber stärker zu Unterwanderung, was auch wieder logisch ist, denn der Clou Lack ist sehr viel dickflüssiger und dringt damit lange nicht so gut in den Untergrund ein. Ich würde mal sagen: Die Filmbeständigkeit von Clou scheint wesentlich besser, das Eindringverhalten hingegen ist bei Biopin besser.

03.05.2015 - Filmbeständigkeit

Nebenher hatte ich mal 2 Tests gemacht, wo ich auch praktisch bestätigt haben wollte, was man so liest. Es heißt, Epoxidharz ist nicht sehr UV-beständig, besonders die 5Min-Epoxidharze. Auf der anderen Seite soll Paraloid B72 sehr langzeitbeständig sein. Das ist ein reines Acrylharz, was in Museen verwendet wird, lässt sich z.B. in Aceton auflösen.

Hier mal ein Bild von beiden Proben, die 5/2010 aufgebracht wurden (Südseite, senkrecht, 4-6 Stunden direktes Licht pro Tag):

Man sieht deutlich, dass der Epoxidharz (5min Epoxy von r-g.de) sich stark ins gelb-bräunliche verfärbt hat, die Oberfläche schon stark erodiert ist, sich also von der Oberfläche her auflöst. Die hauchdünne Schicht Paraloid B72 hingegen zeigt keinerlei Veränderungen.

Hier noch ein Bild mit Epoxidkleber E von r-g.de. Das ist ein langsam härtender Epoxidharz mit 90min offener Zeit. Der hat sich nicht ganz so stark verfärbt, ist nicht so stark aberodiert, löst sich aber an den Rändern vom Untergrund ab.

Hier auch noch als Nachtrag ein Bild von der Consolan-Probe 04, die ich bei der letzten Auswertung schuldig geblieben bin.

Das meiste ist nur oberflächliche Verschmutzung, die sich herunterwaschen ließe.

Hier auch noch die Probe 63 mit Gori 55 von 07/2013, also nach fast 2 Jahren. Sieht grundsätzlich noch gut aus.

Unten links sieht man einen kleinen Bereich vieler schwarzer Punkte. Ein typisches Phänomen, wo sich beim Streichen zahlreiche Holzfasern aufgestellt haben, deren Köpfe nun frei liegen und von Pilzen befallen werden. Das ist normalerweise ein Indiz für Schichterosion. Wenn die Schicht erodiert, werden die hochstehenden Fasern zuerst freigelegt. Warten wir mal ab, was weiter passiert.

22.03.2015 - Zwischenstand

Einen kleinen Zwischenstand einiger Proben. Im Herbst und Winter leiden die Proben immer besonders, weil sie lange Zeit feucht sind. Irgendwann zieht irgendwo Wasser ein und dann verfärben sich gerade klar lackierte Proben schnell.

Die linke Probe 61 (seit 07/2013) mit Epoxy + Clou Yachtlack hat sich recht gut gehalten. Allerdings hat es unten rechts auch leicht die Beschichtung an einer Stelle beschädigt, wodurch auch immer. Und da fängt es jetzt an, grau zu werden. Hier wird die Schicht auch unterwandert und die Vergrauung entwickelt sich dort recht schnell weiter.

Die rechte Probe 62 (seit 07/2013) ist Biopin Yachtlack. Diese gammelt unten schon ganz deutlich, Wasser ist von dort ins Holz eingezogen und sorgt für Vergrauung. Einige der dunklen Punkte weiter oben gehen auch schon durch die Beschichtung durch und werden recht bald auch dort für stärkere Vergrauung sorgen. Damit verhält die Probe sich ähnlich, wie auch Clou Yachtlack. Man müsste wohl jährlich nachlackieren, um kleinste Fehlstellen wieder auszubessern.

Die Probe 50 mit Gori 88 Lasur (seit 07/2013) schlägt sich ganz gut. Bisher noch keine Auffälligkeiten.

Bei Probe 51 (07/2013) handelte es sich um unbehandelte wasserfest verleimtes OSB 3 von Glunz. Natürlich sind die Fasern oberflächlich stärker aufgequollen und lösen sich hier auch. Der Gesamtverbund ist aber noch gegeben und die Platte ist weiterhin belastbar. Für weniger bewitterte Außenbereiche kann man damit durchaus arbeiten, was auch meine Beobachtungen verschiedener Objekte im Umkreis bestätigen.

Die Proben 65/66/67 (07/2013) sind Lasuren von Biopin bzw. ganz rechts die Wetterschutzfarbe. Die Lasuren neigten von Anfang an dazu, schwärzliche Ablagerungen auf der Oberfläche zu produzieren. Vielleicht ein Zusammenspiel mit den enthaltenen Bioziden, die als Filmschutz dienen. Anfänglich konnte man die abwischen, sie waren also nur oberflächlich. Mittlerweile geht das durch die Beschichtung durch und das Holz darunter ist auch an vielen Stellen vergraut. Sah es am Anfang noch so aus, dass die Lasur etwas besser abschneidet als z.B. Auro wasserbasierte Lasur bei hellen Tönen, so ist das Ergebnis inzwischen eher schlechter. Ich vermute, die Lasur wird sich ganz gut halten, wenn nicht so stark bewittert und die Oberfläche schnell wieder abtrocknet. Bei starker Bewitterung, wie hier, zeigen sich Schwächen. Die Wetterschutzfarbe hingegen hat sich noch ganz gut gehalten. Auch ein leichter Grauschleier obendrauf, aber der ist derzeit noch abwischbar. Das sieht man oben, wo eine Schnecke drübergewandert ist und gerne diesen Belag abgeknappert hat.

Im Vergleich dazu die Auro Probe 69, ebenso aus 07/2013. Diese hat nicht so einen stark verfärbenden Oberflächenfilm gebildet, sondern ist mit der Zeit in der Tiefe vergraut. Ich vermute, das liegt daran, dass es keine Biozide gibt, die Schimmelsporen abtöten. Das find ich ehrlich gesagt auch wieder ein Ergebnis, was mich freut, zeigt es doch, dass Biozide in Lasuren oft nicht zu besseren Ergebnissen führen.

Die Probe 70 war die gleiche Auro Lasur, aber mit Leinöl-Firnis vorbehandelt. Hier zeigte sich, dass die Vergrauung des Holzes etwas aufgehalten wird, z.B. oben rechts gut sichtbar. Auch zeigt sich anhand der Schneckenspuren, dass einiges nur oberflächlicher grauer Belag ist, das Holz darunter aber noch die Ursprungsfarbe hat. Bei weniger stark bewitterten Flächen wird das längere Zeit die Vergrauung verschieben. In diesem Fall aber gehts hier nur um ein paar Monate. Das zeigt auch nochmal die Problematik heller Farben bei Lasuren - auf Dauer klappt das nicht und bei starker Bewitterung machts eigentlich keinen Sinn.

Zum Schluss noch ein Bild der Probe 2 - Osmo Landhausfarbe - aus 06/2009, also fast 6 Jahre unter Vollbewitterung. Dafür hat sie sich erstaunlich gut gehalten. Es gibt jetzt einige Risse, an denen die Farbe leicht abblättert. Ansonsten sieht sie noch recht intakt aus, müsste in realen Umgebungen aber schon längst mal aufgefrischt worden sein, um einen langfristig guten Schutz zu gewährleisten. Auch die Probe Consolan hat sich gut gehalten, hab aber gerade kein Bild zur Hand.

07.06.2014 - Filmbeständigkeit

Hab mir heute mal wieder den Beschichtungstest an der Zink-Dachleiste angeschaut. Hier wurden alle möglichen Lasuren und Öle aufgetragen, um die reine Filmbeständigkeit unabhängig vom Holz zu testen. Auch jetzt nach 5 Jahren lässt sich sagen, dass die meisten konventionellen Lasuren recht gut durchgehalten haben. Nahezu alle farblosen Öle waren schon lange abgewittert. Hier mal die wichtigsten Ergebnisse:

  • Consolan ok
  • Leinos Lack 840 braun (ölbasiert) ok, Oberfläche matt
  • Auro 160 Lasur zum größten Teil abgewittert
  • Osmo Hartwachsöl - hat sehr lange durchgehalten, ist aber jetzt nahezu vollständig abgewittert
  • Clou Yachtlack - zu 70% abgeschuppt. Interessant, farblose Lacke scheinen deutlich schneller durch UV zerstört zu werden, als pigmentierte Lasuren
  • Oli Projektöl braun - erstaunlich, noch sehr gut erhalten
  • Livos Kaldet Nuss - gleichmäßig aberodiert, ohne abzuschuppen, extrem dünne Schicht noch vorhanden. Natural Holzlasur ähnlich.
  • Leinöl-Firnis + Pigment braun umbra - gleichmäßig aberodiert, extrem dünne Schicht, aber fast nur noch Pigmente, färbt ab beim anfassen.
  • Osmo Landhausfarbe schwarz - sehr gut, ohne irgendwelche erkennbare Erosionserscheinungen. Deckt sich auch mit den guten Ergebnissen auf dem Holz.
  • Sikkens Cetol HLS - sehr gut
  • Osmo Klaröllasur - 30 % abgeschuppt. Für eine farblose ölbasierte Beschichtung extrem gut.
  • Livos Tunna - vollständig weg. Ist ein ölbasierter Naturfarben-Klarlack. Hier zeigt sich, dass die Haltbarkeit im Freien lange nicht so gut ist, wie bei konventionellen Produkten (Acryl/Alkyd).
  • PNZ-Holzlasur grau - sehr gut
  • Xyladecor Dekor blau, Sadolin Pinotex, Gori 44, Gori 33, Sadolin extra, Sadolin Classic - alle noch ok
  • Ultranature Nuss - sehr gut, was sich auch mit den Ergebnissen auf dem Holz deckt.
  • Remmers Aidol - noch dünne Schicht, wobei die durch die Dünnflüssigkeit schon sehr dünn aufgetragen wurde. Insofern gute Filmbeständigkeit.
  • Clou Holzsiegel (seit 6/10) - 90% abgeschuppt, ganz ähnlich wie Clou Yachtlack
  • Xyladecor Lasur 2 in 1 Dickschicht - nur noch dünnste Schicht, gleichmäßig aberodiert, nicht abgeschuppt
  • Xyladecor Tür+Fensterlasur - dünne einheitliche Schicht, nicht abgeschuppt

03.06.2014 - Zwischenstand Bilder

Fast ein Jahr ist vorbei, seit ich ein paar neue Proben installiert hatte. Da ist es interessant, wie der Zwischenstand ausschaut.

Zuerst einmal 4 Proben von Biopin, von links nach rechts: Biopin Wetterschutzlasur Nuss (65), Kiefer (66), Biopin Wetterschutzfarbe nordisch rot (67) und weiß (68).

Mittig hatte ich die 3 linken Oberflächen mal abgewischt. Denn sie zeigten eine starke Verschmutzung, wo ich wissen wollte, ob man die herunterwaschen kann. Sehr wahrscheinlich ist das keine Verschmutzung durch Staub, sondern durch Pilze und Mikroorganismen, die sich auffällig stark auf diesen Produkten ansiedeln. Ganz im Gegensatz zur weißen Wetterschutzfarbe, die ist vollständig weiß, ohne die kleinste Verfärbung. Hier zeigen sich also schon große Unterschiede lediglich durch die Wirkung der Pigmente. Am schlimmsten mitgenommen ist die Probe in Nuss, wo die Vergrauung auch schon tief ins Holz eingezogen ist. Bei er Probe in Kiefer scheint es noch hautpsächlich oberflächlich abwischbar zu sein, ebenso bei nordisch rot.

Dann ein Bild mit folgenden Proben: Epoxy+Clou Yachtlack (61), Biopin Yachtlack (62), Alte PNZ-Probe, Gori 55 Wetterschutzfarbe grau (63), Gori 33 in Kiefer (64).

Epoxy mit Lack bewährt sich sehr gut, keinerlei Auffälligkeiten. Biopin Yachtlack ist oberfächlich etwas mehr angeschmutzt, aber auch vollständig intakt. Mittig hab ich testweise den Schmutz abgewischt, ist wirklich nur oberflächlich. Gori 55 auch vollständig intakt. Gori 33 in Kiefer ist schon stark nachgedunkelt, aber keine unschönen und aufälligen Vergrauungen. Auch dieser Farbton bewährt sich also, wobei Gori 33 in Kiefer von Haus aus schon recht dunkel ist.

Im nächsten Bild interessieren nur die Proben ganz links und ganz rechts. Beides ist Auro im Farbton ocker-gelb. Links direkt (69) und rechts mit vorheriger Grundierung mit Leinöl-Firnis (70).

Man sieht bei der linken Probe, dass die Vergrauung schon stärker das darunterliegende Holz erwischt hat. Bei der rechten Probe ist das alles ncoch recht oberflächlich. Aber auch hier sieht man, helle Lasuren haben bei direkter Bewitterung keine lange Überlebenschance, zumindest was eine schöne Optik angeht. Die mittleren beiden Proben sind übrigens die alten Proben Remmers Aidol HK (links) und Ultranature (rechts).

Was ist mit den anderen Proben? Gori 88 (50) wirkt noch wie am ersten Tag, kaum Veränderungen. Gori 44+ (52) ist mittlerweile ganz heftig fast überall grau. Das Bondex Hartholz-Öl (60) hat sich ganz gut erhalten. Bei beginnenden Vergrauungsprozess sah es recht uneinheitlich aus, mittlerweile ist es einfach durchgängig dunkler. Nach einem Jahr auf jeden Fall ein recht brauchbares Ergebnis. Das Glunz OSB3 ist zwar etwas gequollen, ansonsten hält aber noch alles zusammen, zerbröselt also noch nicht.

24.04.2014 - Interessante Beobachtungen

  • Die Biopin-Proben verhalten sich interessant. Auf der Lasur Nuss und Kiefer hat sich ein sehr auffälliger "Schmutzfilm" gebildet, was ich schon seit längerer Zeit beobachte. Ich vermute, hier haben Pilze versucht, sich anzusiedeln, konnten aber durch den bioziden Filmschutz nicht in die Lasur eindringen. So ein ausprägtes Verhalten hab ich noch bei keiner anderen Lasur beobachtet. Jetzt wollte ich mal wissen, ob das wirklich nur ein oberflächlicher Film ist, den man abwischen kann. Also hab ich mittig einen etwa 7cm breiten Streifen mal mit Wasser und Lappen abgewischt. Bei der Lasur im Farbton Kiefer scheint der Film wirklich noch fast vollständig intakt, so gut wie keine dunklen Verfärbungen sind in den Lasurfilm oder ins Holz gezogen. Nur ein paar kleine, ganz vereinzelte Stellen haben einen schwarzen Punkt im Holz. Beim Farbton Nuss, der ja für Nuss recht hell ist, sieht es nicht so gut aus, hier hat sich das Holz an verschiedenen Stellen schon stärker verfärbt.
  • Interessant auch die Biopin Wetterschutzfarben. Die Oberfläche von weiß verhält sich ganz anders, als von nordisch rot. Die weiße Oberfläche ist noch sehr sauber, aber recht matt. Bisher keine dunklen Verfärbungen. Das nordisch rot hat hingegen eine leicht glänzende Oberfläche, wo auch ein klein wenig "Schmutzfilm" oben drauf ist, der sich aber noch abwischen lässt. Auch hier noch keine Verfärbungen im Film.
  • Sehr interessant ist die Probe, die ich seit Anfang an roh gelassen hatte. Beim Anfassen und drüberstreichen wirkte die irgendwie leicht morsch. Die beiden geölten Proben wirken irgendwie stabiler. Ich dachte darüber nach, ob in der Langzeitbeobachtung eine geölte Probe zwar fast genauso schnell vergraut, aber vielleicht trotzdem wesentlich länger hält. Es ist schwer, so eine These mit den jetzigen Proben stichhaltig nachzuweisen. Auch deshalb, weil Holz ein sehr inhomogener Werkstoff ist. Schon von daher kann die Lebensdauer verschiedener Proben stark unterschiedlich ausfallen. Ich hab mal die Proben gewogen: Roh=199g, Leinöl=280g, Tungöl=293g, Consolan=210g, Auro-Lasur=273g, PNZ-blau=214g, Osmo-blau=230g, Natural-Lasur-Nuss=229g, Leinöl-pigmentiert=292g, Osmo-Einmallasur=227g. Von diesen Gewichten kann man wenig ableiten, aber vielleicht werden die später nochmal wichtig. Was sich aber beim Abschrauben gezeigt hat: Die rohe Probe war auch auf der Rückseite völlig vergraut und einige Pilze waren auf der Oberfläche. Die geölten Proben sind noch nahezu vollständig in ursprünglicher Holzfarbe und ohne jeglichen Pilzbelag.

04.01.2014 - Zwischenstand

  • Eigentlich wollte ich die neue Probe mit Gori 44+ regelmäßig nachpflegen, um zu gucken, ob man so helle Farbtöne länger erhalten kann. Aber das hat nicht funktioniert, denn der Verfallsprozess geht nicht so schleichend wie ich dachte. Vielmehr braucht es nur ein paar nasse Tage, wo das Holz nicht abtrocknen kann und schon hat man eine Menge dunkler Verfärbungen auf dem Holz. Dann ist es schon zu spät. Hier zeigt sich auch schön, dass die Holzverfärbungen weniger mit der Bewitterungszeit was zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Vorhandensein mehrerer Tage Dauerfeuchtigkeit.
  • Was mich wundert: Die neue Probe Gori 33 im Farbton Kiefer (64) hat sich trotz dem recht hellen Farbton nur links etwas verfärbt, sieht gesamtheitlich noch viel besser aus, als Gori 44+, obwohl die Schichtdicke ähnlich sein dürfte. Gori 33 in Kiefer ist zwar etwas dunkler, als Gori 44+ in Oregon Pine, aber das dürfte nicht der Hauptgrund sein. Da scheint Gori 33 eher günstigere Eigenschaften zu haben.
  • Die neuen Proben Biopin Wetterschutzlasur und Wetterschutzfarbe in rot verhalten sich ähnlich. Auffällig ist, dass dunkle Verfärbungen nicht so tief ins Holz eindringen, sondern eher oberflächlich sind und sich abwaschen. Deshalb ist auf der ganzen Oberfläche mittlerweile ein dunkler Schmutzfilm. An einer kleinen Stelle hab ich getestet, dass er noch herunterwaschbar ist. Ich vermute, dass die enthaltenen Biozide das Schimmelwachstum abtöten und die Restprodukte dann zu diesem Film führen. Interessant auch: Ganz anders verhält sich die weiße Wetterschutzfarbe von Biopin. Sie ist schon von der Oberfläche matt und nicht seidenglänzend. Hier tritt der Effekt eines dunklen "Schmutzfilmes" nicht auf, die Oberfläche ist durchweg unverschmutzt.
  • Die beiden neuen Proben Auro Lasur in ocker-gelb schlagen sich ganz gut. Es gibt einige dunkle Verfärbungen, aber nicht diesen Schmutzfilm, wie bei Biopin. Diese dunklen Verfärbungen scheinen auch tiefer zu gehen. Auffällig ist, dass die zuvor geölte Probe besser aussieht, wie erwartet. Das Öl sorgt vermutlich dafür, dass die Probe weniger Feuchtigkeit aufnimmt und sich deshalb weniger holzverfärbende Pilze ansiedeln.
  • Biopin Yachtlack schlägt sich bisher gut, keinerlei Verfärbungen. Gleiches gilt für die Probe, Epoxidharz+Clou Yachtlack.
  • Neue Probe mit Gori 88 sieht sehr gut und unaufällig aus. Wie zu erwarten: Eine gute Dickschichtlasur sorgt erstmal eine Zeit lang dafür, dass das Holz wirklich ziemlich trocken bleibt, auch bei Dauernässe und sich dann auch erstmal keine Pilze ansiedeln.
  • Bondex Hartholz-Öl hat zahlreiche dunkle Verfärbungen, scheint aber ansonsten gut intakt.
  • Alle alten Proben sind unauffällig.

Teststand 01/2014 mit alten und neuen Proben. Um Bild zu vergrößern: Rechte Maustaste, Bild anzeigen.

16.10.2013 - Zwischenstand

  • Bondex Hartholz-Öl fängt an, zu vergrauen/Bläue. Passiert vor allem dann, wenn es längere Tage regnerisch ist.
  • Auro 160 ocker fängt auch ganz leicht an mit Bläue. Ganz vereinzelte Punkte. Die Probe, die zuvor mit Firnis grundiert wurde, sieht noch makellos aus.
  • Alle Biopin-Proben erstklassig. Bei der Probe Nuss sieht man, dass das Holz leicht aufgequollen ist (Diffusionsoffenheit), ist bei den anderen Proben nicht so.

29.08.2013 - gelbe Pilze

Als es über 1-2 Tage etwas feucht war, habe ich an 2 Proben gelbe Pilze unten stirnseitig entdeckt. Vielleicht so stecknadelkopfgroße Gebilde, recht zahlreich besiedelt. Das betraf das undbehandelte Holz und Sikkens Cetol HLS. Als es wieder trocken war, waren die Pilze fast wie verschwunden. Die scheinen sich bei Feuchtigkeit gut mit Wasser zu füllen und bei Trockenheit völlig in sich einzufallen und sind dann eher braun. Bei allen anderen Proben hab ich solche Pilze nicht entdecken können.

26.07.2013 - Neue Bilder

Von nahezu allen Proben nun auch Bilder, wie sie nach 4 Jahren Bewitterung aussehen.

Achtung: Mir ist dabei aufgefallen, dass die Bilder der Proben Holz roh 09 und Leinöl 10 vertauscht waren. Das wurde jetzt korrigiert.

06.07.2013 - Neue Proben

Nach 4 Jahren sind nun einige neue Proben auf den Teststand gekommen:

  • 60 - Bondex Hartholz-Öl (Universal Außenöl Meranti) - Ein Terrassenöl, was relativ wenig schichtbildend ist und das Holz ganz gut färbt, ohne künstlich zu wirken. (oben 2. Probe von links)
  • Biopin Wetterschutzlasur - wasserbasierte Öllasur, ähnlich wie Auro 160. In den Farben Kiefer (66) und Nuss (65). (oben 8. und 9. Probe von links)
  • Biopin Wetterschutzfarbe - wasserbasierte Ölfarbe. In den Farben weiß (68) und Nordisch Rot (67). (oben 10. Probe von links)
  • 63 - Gori 55 Wetterschutzfarbe - wasserbasierte Acrylfarbe. In der Farbe grau. (oben 6. Probe von links)
  • 64 - Gori 33 Lasur - dünnschichtige wasserbasierte Acryllasur. War schon im ersten Test dabei, ich wollte jetzt aber einen helleren Farbton testen und habe Kiefer gewählt. (oben 7. Probe von links)
  • 50 - Gori 88 Lasur - lösemittelbasiert Mittelschichtlasur auf Alkydbasis. Farbton Kastanie, also relativ dunkel. Gori wirbt mit "Kein Abblättern", da bin ich mal gespannt. Ansonsten sind mir beim ersten Test einige Gori-Produkte positiv aufgefallen, insofern wollte ich in die Richtung mal weiter forschen. (unten 2. Probe von rechts)
  • 69 - Auro 160 - wasserbasierte Öllasur. War schon im ersten Test, aber in einem dunkleren Farbton. Diesmal möchte ich schauen, wie sich ein heller Farbton verhält. Ich vermute, dass es recht bald eine Vergrauung geben wird und damit helle Farbtöne recht bald unschön aussehen. Farbe ist ocker-gelb, sieht in etwa aus, wie frisches Kiefernholz und ganz ähnlich, wie die Biopin Wetterschutzlasur in Kiefer. Auch hier interessiert mich ein Vergleich dieser beiden Produkte. Desweiteren habe ich eine Probe Auro 160 in ocker-gelb (70) gefertigt, die zuvor zweimal mit Leinöl-Firnis behandelt wurde. Mal schauen, ob sich dadurch die Haltbarkeit verbessert. Durch den direkten Vergleich beider Proben lässt sich das gut herausfinden. (oben 1. Probe von rechts mit Leinöl-Firnis, oben 5. Probe von rechts ohne Leinölfirnis)
  • 51 - OSB 3 von Glunz, PU-verleimt, 15mm. Völlig unbeschichtet, mal schauen, wie sich OSB 3 bei Vollbewitterung verhält. Ist ja eigentlich nicht dafür gemacht, trotzdem mal interessant, die Beständigkeit zu testen. (unten 1. Probe von rechts)
  • 62 - Biopin Yachtlack - Ich wollte neben Clou Yachtlack nochmal einen weiteren Yachtlack testen. Der Biopin Yachtlack ist auch ölbasiert, also kein Hightec-Produkt, sondern auf altem Rezept basierend, hauptsächlich natürliche Zutaten, die nicht chemisch verändert wurde. Damit auch recht ökologisch. (oben 4. Probe von links)
  • 61 - Epoxygrundierung + Clou Yachtlack: Mal schauen, ob man die Haltbarkeit einer Klarlackbeschichtung wesentlich verlängern kann, wenn man mit Epoxidharz grundiert. Ein Klarlack über Epoxidharz macht Sinn, weil Epoxidharz nicht sonderlich UV-stabil ist und dann recht schnell erodiert. Epoxidharz dichtet aber sehr gut das Holz ab und bildet eine mechanisch recht strapazierfähige Oberfläche. (oben 3. Probe von links)
  • 52 - Gori 44+: Ein erneuter Test, bei dem ich allerdings mal herausfinden will, wie so eine helle Farbe (oregon pine) abschneidet, wenn man sie regelmäßig inspiziert und nachpflegt. Vermutlich werde ich sie alle 6-12 Monate dünn mit Pinsel einmal auffrischen. (unten 5. Probe von links)

Teststand 07/2013 mit alten und neuen Proben. Um Bild zu vergrößern: Rechte Maustaste, Bild anzeigen.

01.07.2013 - Demontage

Einige Proben wurden jetzt demontiert, weil die Oberfläche so zerstört war, dass keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind. Außerdem brauchte ich Platz für neue Proben.

16.11.2012 - Inspektion

Habe heute mal wieder eine ausführliche Inspektion der Oberflächen gemacht. Nun sind ja insgesamt schon gut 3 Jahre um. Weiterhin sehr gut bewähren sich folgende Produkte: Osmo Landhausfarbe, Auro Lasur Aqua, Consolan, Osmo Einmallasur, Gori 33, PNZ-Holzlasur, Ultranature Holz-Lasur und Remmers Aidol HK-Lasur. Die dünnschichtigen ölbasierten Produkte untereinander wirken ähnlich, sie sind schon deutlich aberodiert und wirken matt auf der Oberfläche, sollten also eigentlich mal aufgefrischt werden. Haben aber immer noch einheitliches Farbbild, nur manchmal kleine Fraßpuren durch Wespen, wo dann das Holz zum Vorschein kommt. Zu diesen Produkten zählen: Natural Lasur, Livos Kaldet, selbst pigmentiertes Leinölfirnis. Interessant ist hier, dass das selbst gemischte Produkt den anderen in nichts nachsteht.

Bei den farblosen Ölen kann man sagen, dass man davon kaum noch was sieht. Die Bretter wirken wie roh. Zumindest auf der bewitterten Seite. Auf der unbewitterten Rückseite ist das Holz noch schön gelb, während das rohe Holz auch dort vergraut ist. Durch das Öl scheint das Holz selber auch weniger zu erodieren, dass fällt vor allem beim Tungöl und beim Steinert Drachenöl auf. Es scheint sich also zu bestätigen, dass Tungöl im Außenbereich etwas besser ist, als Leinöl. Wobei farblose Öle grundsätzlich im Außenbereich wesentlich weniger Wirkung haben, als pigmentierte Öle.

Klarlacke sind bewittert eine Katastrophe, wenn nicht regelmäßig ausgebessert wird. Die Probe mit Clou Yachtlack ist inzwischen zu 50 % unterwandert und vergraut. Überall auf der Oberfläche entstehen kleine Löcher, wo Wasser eindringt und sich dann unter dem Lack ausbreitet. Wer jährlich neu streicht, könnte diesen Prozess evtl. aufhalten. Wo die Lackschicht allerdings intakt ist, ist das Holz auch noch in schön gelblicher Ursprungsfarbe.