Stiografie Referenz Aufbauschrift

Ein experimentelles Kurzschriftsystem

www.reintechnisch.de :: Start: 24.12.2018 :: Stand: 25.12.2018

Status

Erster Entwurf in 12/2018. Praxiserprobung folgt in den kommenden Monaten.

Einführung

Die Stio-Grundschrift definiert ein recht simples System, mit der man jeden Text in Kurzschrift schreiben kann. Der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der Normalschrift kommt vor allem durch vereinfachte Zeichen zustande. Aber auch durch zusätzliche Konzepte, wie das Weglassen doppelter Buchstaben oder das man so schreibt, wie man spricht. Das System ist einfach, weil man hauptsächlich nur einen schmalen Satz an neuen Buchstaben lernen muss. Um diese sicher und zügig zu schreiben, braucht es dann vor allem Übung.

Die Aufbauschrift möchte die Schreibgeschwindigkeit und Effizienz noch mal deutlich erhöhen. Dies gelingt vor allem dadurch, dass man für häufig vorkommende Wörter der deutschen Sprache Kürzel definiert. Kürzel bestehen im einfachsten Fall aus einer Aneinanderreihung wichtiger Zeichen des Wortes, genauso wie man es in der Normalschrift auch macht. Es gibt hier aber auch weitere Konzepte, z.B. die Einführung neuer Buchstaben oder Zeichenmuster. Hier tauchen also Zeichen auf, die sich mit dem Wissen der Grundschrift nicht interpretieren lassen. Der Vorteil neuer Zeichen ist die Kürze und auch schnelle Lesbarkeit. Der Mensch ist sehr gut in der Lage, Muster zu erkennen. Neue Muster müssen natürlich auch wieder gelernt und geübt werden.

Die Aufbauschrift ist wesentlich umfangreicher, was das Auswendiglernen von neuen Schreibmustern angeht, ob nun neue Zeichen oder Zeichenkombinationen. Es ist damit eine Fleißaufgabe. Der Grund dafür ist, dass die deutsche Sprache doch recht viele häufig vorkommende Wörter hat.

Günstig ist aber, dass man hier in kleinen Schritten lernen kann. Man kann sich immer wieder 5-10 Kürzel in den Fokus holen, diese über die nächsten Wochen verinnerlichen und im Alltag nutzen, bis sie wirklich sitzen. Und dann sucht man sich die nächsten Kürzel, die für einen besonders viel Sinn ergeben.

Die Aufbauschrift ist universell gehalten. Hier werden nur Kürzel für Wörter definiert, die in allen Texten häufig vorkommen, also z.B. und, auch, oder, er, der, die, das usw. Daneben gibt es häufig vorkommende und zum Teil sehr lange Wörter, die im jeweiligen Einsatzgebiet auftauchen. Hier ist es notwendig, dass jeder für sich eigene Kürzel definiert für Wörter, die in seinem Fach- oder Themengebiet wichtig sind.

Die Aufbauschrift macht immer wieder Freude, weil man so unmittelbar spürt, wie viel Schreibarbeit man sich durch neu gelernte Kürzel sparen kann. Es ist die Freude an der Efizienz, die so unmittelbar spürbar wird. Das hilft sehr, motiviert dranzubleiben.

Design-Prinzipien

  • Für zusätzliche universelle Buchstaben werden 1,5 stufige Zeichen eingeführt. Diese reichen über den gesamten Schreibraum, also von +1 bis -1/2. Im einfachsten Fall werden bereits bekannte Schriftzeichen genutzt und in der Höhe einfach erweitert. Es können aber auch neue Zeichen geschaffen werden. Neue Zeichen sind universell nutzbar, aber auch kostbar, weil es nicht so viele davon gibt. Sie sollten nur für besonders häufige Silben oder Wörter genutzt werden.
  • Der Schreibraum von +1 Stufe bis -1/2 Stufe soll weiterhin erhalten bleiben. Insofern gibt es keine 3-stufigen Zeichen, wie bei Stiefo.
  • Wo konzeptionell möglich und sinnvoll, werden Kürzel aus Stiefo verwendet. Das erleichtert den Umstieg von Stiefo zu Stio. Außerdem sind die Stiefo-Kürzel gut durchdacht und lange Zeit praxiserprobt.

Kürzel für Endungen

Abkürzungen bei Endungen sind recht effektiv. So kann man mit recht wenigen neuen Kürzungsregeln eine Menge Zeit/Aufwand beim Schreiben sparen.

Bei den Endungen habe ich mich an der Stiefo-Aufbauschrift II orientiert mit einigen eigenen Erweiterungen oder Modifikationen.

Der kleine Punkt bei "-lich" ist eine rechts drehende kleine Schleife. "-ung" ist wie ein "u". Eine Unterscheidung braucht es in der Regel nicht, es gibt so gut wie keine Wörter, die sowohl mit "u" wie auch mit "-ung/-igung" enden können.

"-keit/-igkeit" endet eine ganze Stufe höher, dies ist eindeutig, es gibt keine Verwechselungsgefahr.

"-heit" ist wie "-keit", jedoch wird wieder eine Punktschleife am Anfang gemacht. Braucht man überhaupt eine Unterscheidung zwischen "-heit" und "-keit/-igkeit"? In vielen Fällen wohl nicht, aber weil auch Stiefo beides genau so unterscheidet, hab ich es so übernommen.

"-ion" wurde ebenso aus Stiefo übernommen, wo ein langer waagerechter Strich ein "o" ist. Ist in Stio mit nichts anderem verwechselbar. "-ig/-isch" ist aus Stiefo übernommen, wo es ein "i" ist. In Stio auch nicht verwechselbar mit was anderem.

"-los" schreibt man als linksdrehende Punktschleife. Solch kleine Schleifen muss man etwas üben, man findet sie aber auch in vielen anderen Kurzschriftsystemen, z.B. DEK und Stiefo-Aufbauschrift. Der lange waagerechte Strich ist in Stiefo das "o", in Stio mit nichts anderem zu verwechseln.

"-nis" ist ein tiefergestelltes "s". In Stiefo ist Tieferstellung und kurze Verbindung ja mit "i" assoziiert.

Interessant ist die Frage bei allen Endungen, wie man sie erweitert: Wie macht man z.B. aus "Unstimmigkeit" die Mehrzahl "Unstimmigkeiten"? In der Aufbauschrift gibts darauf eine simple Antwort: Macht man (fast überall) gar nicht. Endungen "e/en/er/es" werden fast immer als überflüssig angesehen, weil sich aus dem Kontext schon ergibt, was gemeint ist. Das ist übrigens der Grund, warum Stiefo zwischen den Artikeln der/die/das unterscheidet. Man hätte durchaus auch ein Wort dafür nehmen können, z.B. "de", wie in Holland. "De Stuhl steht auf de Boden!" kann jeder lesen und verstehen. Aber die Artikel sagen einem auch oft, ob Ein- oder Mehrzahl, es heißt ja z.B. "der Stuhl" und "die Stühle. Insofern hat man sich in Stiefo diese Sprach-Information bewahrt. Manche Endungen lassen sich aber trotzdem auch mit nachfolgenden Zeichen koppeln, ein "n" lässt sich z.B. an "-keit" dranhängen. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wo es unabdingbar ist und wo man darauf verzichten kann.

Mitunter ist es so, dass Endungen hintereinander gehängt werden müssen. Das ist z.B. bei der Endung "-lich" der Fall. Beim Wort "Herzlichkeit" hat man die Endung "-lich" gefolgt von "-keit". An die Endung "-lich" lässt sich problemlos jedes andere Zeichen ankoppeln, insofern ist es kein Problem, "-keit" hinten anzuhängen. Allerdings muss man aufpassen, das "-lich" nicht mit dem Buchstaben "s" verwechselt wird. Es muss deutlich flacher geschrieben werden. Auch sollte die Punktschleife kleiner sein, als die Schleife, die man beim "s" machen würde.

Hier mal eine Auflistung, mit welchen Folgeendungen - nach meinen Recherchen - bei welchen Endungen zu rechnen ist:

Endung-e-en-es-er-st-ste-sten
-lichjajajajajajaja
-ung-ja-----
-keit-ja-----
-heit-ja-----
-ion-ja---jaja
-ig/ischjajajaja-jaja
-losjajajaja-jaja
-nisjajaja----
-schaft-ja-----
-haftjajajaja-jaja
-maljajajaja---
-tum--jaja---
-ismus-------
-ismen-------

Hier können wir dann auch prüfen, was möglich wäre, wollte man diese Endungen mitschreiben. Bei -lich ist alles möglich, es ist hinten mit jedem Zeichen koppelbar. Bei -ung können wir problemlos ein "n" anhängen. Es hat dann eine Doppelbedeutung "un" oder "ungen", was sich aber beim Lesen schnell auflösen sollte. Bei -keit, -heit, -schaft lässt sich auch ein n anhängen, welches 1/2 Stufe höher hängt. Bei -ion ist durchaus vorstellbar, auch beliebige Buchstaben noch hinten anzuhängen. Gleiches gilt für -ig/isch und -los. Bei -nis wäre vorstellbar, unterhalb der Grundlinie noch ein e, en oder es anzuhängen. Bei -haft sind -en, -es, -er gut anhängbar, eine halb Stufe über normal. Ein -e braucht es vermutlich nicht, weil sich da Klarheit aus dem Satz ergibt. Ebenso sind die Steigerungsformen an den Vorwörtern am, der, die, das zu erkennen. Bei -mal lässst sich ein en, es und er anhängen.

"-schaft" wurde aus Stiefo übernommen, ist eindeutig und mit nichts verwechselbar.

"-haft" ist eine Eigenkreation, die sich anbot. Es gibt doch zahlreiche Wörter, die mit "-haft" enden. Auch Stiefo Aufbauschrift II kennt so eine Endung, ist aber etwas komplizierter.

"-mal" ist eine Eigenkreation sowohl als Endung wie auch als einzelnes Wort zu gebrauchen. Stiefo kennt sowas nicht.

"-tum" ist ein tiefergestelltes "t", damit auch eine gute Gedächtnisbrücke. Abweichend von Stiefo, weil hier so nicht darstellbar.

"-ismus" ein tiefergestelltes M als einzigartiges Muster, was mit nichts anderem verwechselbar ist. Die halbe Tiefstellung ist im Rahmen der Möglichkeiten bei Stio. Bei "-ismen" ist es das Selbe, nur noch eine Schleife unten dran, die ein folgendes "en" andeutet.

Kürzel für Vorsilben

Bei den Vorsilben ist es ähnlich wie bei den Endungen: Es gibt im Deutschen viele Wörter, die mit gleichen Vorsilben beginnen. Hier lässt sich richtig Schreibarbeit sparen, wenn man für die wichtigsten Vorsilben Kürzel hat.

"ver-" ist eine linksdrehende Punktschleife mit Schweif. Man kann es problemlos mit halb- oder einstufigen Zeichen koppeln. Es wird immer nahe der Grundlinie geschrieben.

"ge-" ist ein kurzer Strich, der in variabler Höhe angesetzt wird. Er ist auf der Höhe des Ansatzpunktes des nächsten Zeichens, also eine halbe oder ganze Stufe von der Grundlinie entfernt.

"aus-" ist ähnlich, nur hat man hier einen langen Strich.

"mit-" ist auch als Vorsilbe und einzelnes Wort schreibbar. Es lässt sich hinten problemlos mit anderen Zeichen koppeln. Davor allerdings nicht, es muss also immer das erste Zeichen bleiben. Hat man Wörter wie z.B. "damit", schreibt man "da-mit" getrennt, aber nahe beieinander. Würde man vorne koppeln, gäbe es Doppeldeutigkeit mit "t".

"ein-" ist ein neues Zeichen, was bis in den Vokalraum reicht, also 1/2 Stufe unter die Grundlinie. Es ist von Zeichen aus der Grundschrift klar unterscheidbar. Es kann vorne und hinten gekoppelt werden und bleibt dabei eindeutig. Man kann also auch z.B. "Verein" damit schreiben. Es ist also nicht nur Vorsilbe, es kann als einzelnes Wort, als Nachsilbe oder innerhalb eines Wortes stehen. Man könnte aus sagen, es ist ein vollwertiges Zeichen, wie z.B. "cht" aus der Grundschrift.

"er-" ist aus Stiefo übernommen. Hier wird etwas getrickst. Eigentlich ist es das Selbe, wie der Aufstrich am Anfang, der in der Grundschrift für "e-" steht. Nun liegt aber z.B. "Ewachsen" und "Erwachsen" phonetisch so nahe beieinander, dass man mit der Doppelbedeutung gut klar kommt. Steht also am Anfang eines Wortes "er-", schreibt man nur "e-" und spart sich das folgende "r".

"da-" ist ein hochgestelltes "d". Hochstellung bedeutet in Stiefo "a", womit das Sinn ergibt. Wir schreiben es in Stio alleinstehend und koppeln es nicht. Es lässt sich nämlich nicht so wirklich koppeln. Als Einzelwort kann man es für "da/dar" verwenden.

"an-" wurde von Stiefo übernommen. Weil es hier oben fixiert geschrieben werden muss, können wir es nur mit folgenden einstufigen Zeichen koppeln. Macht aber nichts, halbstufige Zeichen lassen sich gut darunter schreiben. Es lässt sich auch als Einzelwort für "an/am" verwenden.

"inter-" abweichend von Stiefo hab ich hier ein für Stio passenderes Zeichen verwendet, was sich auch gut nachfolgend koppeln lässt. Es wird wie das "ei" recht flach vom Winkel her geschrieben und beginnt mit einer linkslaufenden Punktschleife. Damit kann man es überhaupt erst von einem "ei" am Wortanfang unterscheiden. Falls nach "inter-" ein Vokal kommt, muss man evtl. mit dem Selbstlautzeichen koppeln. Bei "Interesse" hab ich das aber nicht gemacht, weil man es hier intuitiv gut erfassen kann.

"auf-" ist ähnlich "inter-", jedoch ist der Winkel wesentlich steiler. Es lässt sich auch als Einzelwort "auf" verwenden. Vom Stiefo musste ich hier abweichen, weil der Schreibraum in Stio reduzierter ist. Ich finde aber, dass das so recht gelungen ist. Die linkslaufende Punktschleife muss natürlich klein genug sein, um es nicht mit "a" zu verwechseln, wobei "a" aber auch rechtslaufend ist.

"pro-" ist ein spannendes neues Zeichen, ein "p", was direkt unten ins "o" übergeht. Gibt es so in der Grundschrift nicht. Die Silbe "pro" gibts sowohl oft als Vorsilbe, wie auch innerhalb von Worten, z.B. bei "Kom-pro-miss". Von daher optimal, dass es sich von beiden Seiten mit jedem anderen Zeichen koppeln lässt.

"für-" Direkt aus Stiefo übernommen, lässt sich als Einzelwort schreiben, aber auch am Ende mit anderen Buchstaben koppeln. Wird es am Ende benutzt, wie z.B. bei "dafür", schreibt man getrennt, aber eng beieinander.

"nach-" Aus Stiefo übernommen, wie "für", aber wird weiter oben geschrieben. Das Zeichen variiert von der Schreibhöhe. Bei halbhohen Folgezeichen wird es halbhoch geschrieben, bei einstufigen Zeichen recht weit oben im Schreibraum. Als Einzelwort wird es ganz oben geschrieben. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man es vom "für" unterscheiden kann, aber hier ist der Abstand sehr deutlich, ein "für" schreibt man immer unter der Grundlinie.

"um-" ähnlich wie bei "pro-" wurde hier ein neues 1,5 stufiges Zeichen geschaffen. Einstufig wäre es ein "nd/nt". So bekommt es jetzt die neue Bedeutung "um", sowohl als Einzelwort, aber auch als vollwertiges Zeichen beliebig in Wörtern nutzbar.

"vor-" das Zeichen "f" wird hier als 1,5 stufiges Zeichen zum "vor", als Vorsilbe genauso, wie als Einzelwort oder im Wort.

"zer-" das Zeichen "z" wird hier als 1,5 stufiges Zeichen zu "zer-", was nur als Vorsilbe oder im Wort Sinn ergibt. Es ist aber ein vollwertiges Zeichen, was sich von beiden Seiten koppeln lässt.

Kürzel für häufig verwendete Wörter

Für "bei" wurde ein neues 1,5 stufiges Zeichen eingeführt, weil es viele Wörter gibt, in denen die Silbe "bei" auftaucht. Es kann so vielfach genutzt werden.

Einiges ist aus Stiefo übernommen, einiges sind neue Kreationen. In eckigen Klammern stehen Erklärungen, aus welchen Buchstaben es sich zusammensetzt. Viele Abkürzungen funktionieren ja nach dem Prinzip der Langschrift, dass einfach bestimmte Buchstaben zusammengefügt werden.

Ich war lange am Überlegen, ob ich Punktzeichen aus Stiefo übernehmen sollte. Stio will ja Satzzeichen erhalten, also fällt der Punkt auf Satzzeichenhöhe schonmal weg. Für das Wort "das" hab ich ihn aber mal übernommen. Der Punkt ist so vorteilhaft, weil er sehr schnell geschrieben werden kann. Für "die" und "der" hab ich hingegen die normale Form der Grundschrift beibehalten, weil die schon recht kurz ist. Auch das Wort "erst" ist keine wirkliche Kürzung, sondern setzt sich aus der Vorsilbe "er" und "st" zusammen. Ansonsten stammen zahlreiche Kürzel aus der Stiefo Aufbauschrift.

Bei "gleich" hab ich mal ein Experiment gewagt und Symbolik aus der Mathematik genutzt. Dann auch in Kombination mit "f", was dann zu Vergleich führt. Auf jeden Fall schön kurz und eingängig bzw. leicht erlernbar. Darauf kommts ja in Stio an. Gleiches hab ich für "groß/größer" und "klein/kleiner" gemacht, wobei hier das Symbol in unterschiedlicher Höhe geschrieben wird. Auf der Grundlinie ist es "groß/klein", etwas höher ist es "größer/kleiner" (Steigerung = hochgestellt).

"nächst" setzt sich aus "nex" zusammen. "x"??? Ja, das gibts tatsächlich in der Stiefo-Aufbauschrift. Es ist wie ein "k", aber halbhoch. Bietet sich hier gut an.

Das neue Zeichen für "selbst" und "sonst" stammt auch von Stiefo.

Das Zeichen für "trotz" und "trotzdem" ist eine neue Kreation. Ich fand das sehr interessant, eine einfache Form, die sich doch klar von der Grundschrift unterscheidet, weil das Zeichen am Ende eben nicht zur Grundlinie zurück findet. Auch schön, dass wir bei "trotz-dem" eine Herzform haben, dem konnte ich nicht widerstehen.

Das man viele Zeichen der Grundschrift als Einzelzeichen mit bestimmten Wörtern belegt, ist naheliegend und stammt aus Stiefo. Man kann sie nun auch noch höher oder tieferstellen, wovon Stiefo auch überall Gebrauch macht. In Stio sind wir da etwas eingeschränkt, einstufige Zeichen lassen sich zwar 1/2 Stufe tiefer, aber keine halbe Stufe höher stellen. Wo möglich, habe ich aber Stiefo übernommen.

"ungefähr" ist ein eigenes Zeichen, setzt sich also nicht aus "er" oder was ähnlichem zusammen. Weil für "er" auch ein anderes Zeichen definiert wurde, gibts hier keine Verwechselungsgefahr. Bei "zwar" wird das selbe Zeichen verwendet, aber hochgestellt.

Aufpassen muss man bei "viel" und "vom/von". Bei letzterem wird der Bogen unten bis zur Grundlinie hochgezogen und symbolisiert so ein "o", was ja in "vom/von" drinsteckt. Das war die Idee dabei. Jetzt wirds aber kritisch, wenn man z.B. "viel-fach" koppelt. Im gekoppelten Fall gibt es nur "viel" und kein "von/vom". Letzteres muss als getrennt vom folgenden Wortteil geschrieben werden. Es darf sozusagen nur einzeln stehen.

"vor-aus" lässt sich auch nicht direkt koppeln, das gibt das "aus" nicht so richtig her. Ok, man könnte es machen, da wird die Praxis zeigen, wie es funktioniert.

Für "worden/geworden/würde/wurde" wurden neue Zeichen eingeführt, die aus Stiefo Aufbauschrift stammen. Sie sind nicht uneingeschränkt mit anderen Zeichen vorne/hinten koppelbar, ist vermutlich aber auch nicht nötig.

Für "will/woll" ist das gleiche Zeichen wie für "gegen" genutzt worden, nur tiefgestellt. Auch dies stammt so aus Stiefo. Auch der schräge Strich für "Zeit" stammt aus Stiefo. Lässt sich gut merken, dass aus "zu" die "Zeit" wird, weil eine Stufe höher bei Stiefo auch das "ei" liegt.