Stiografie Blog - mein experimentelles Kurzschriftsystem

30.10.2018 :: Vorsilbe ver-

Die Vorsilbe ver- kommt recht häufig im Deutschen vor. Hier lohnt sich eine Abkürzung, die ich auch gleich 1:1 aus Stiefo übernehmen kann. Es ist ein ganz kleiner Kringel, den man gegen den Uhrzeigersinn schreibt.

Oben hab ich etwas vergrößert gezeigt, wie man ihn schreibt. Das braucht etwas Übung, weil das ungewohnt gegenüber der Langschrift ist. Man bleibt fast auf der Stelle stehen mit dem Bleistift. Es ist fast nur ein Punkt, den man da schreibt.Man kann den noch deutlich kleiner schreiben, wie ich es hier gemacht habe. Wichtig ist lediglich, dass man ihn noch als Punkt erkennt. Der Schweif muss nicht nach oben laufen, tut es aber in den meisten Fällen, weil typisch ein Konsonant folgt. Bei Verein ist es aber ein Vokal, weshalb es da gleich von waagerecht nach unten geht. Bei Verordnung ebenso.

Das Wort "Verein" hätte man mit dem Kürzel "ein" noch kürzer schreiben können. Dann sähe es so aus:

18.10.2018 :: Zitat des Tages

17.10.2018 :: Zitat des Tages

17.10.2018 :: Vorsilben ge- / aus-

Die Vorsilben ge- und aus- lassen sich konzeptionell direkt aus Stiefo übernehmen. In dieser Hinsicht macht es denke ich Sinn, alles von Stiefo zu übernehmen, was konzeptionell passt. Auch schon deshalb, um das Umgewöhnen von dem einen in das andere System zu vereinfachen.

Für "ge-" wird ein kurzer waagerechter Strich zum ersten Zeichen geführt. Bei "aus-" ist es ein langer waagerechter Strich. Bei halbhohen Zeichen ist er folglich auf halber Höhe, bei einstufigen Zeichen auf ganzer Höhe.

Diese Vereinbarung funktioniert nur wirklich als echte Vorsilbe. Mitten im Wort ist es nicht zu gebrauchen. Mitunter kann man etwas tricksen. Hat man z.B. das Wort "Mit-ge-nommen", könnte man das Kürzel für "mit" getrennt schreiben und dann das Wort "ge-nommen" mit entsprechendem Vorsilben-Kürzel für "ge-".

08.10.2018 :: Zitat des Tages

08.10.2018 :: Kürzel für "mit"

Für "mit" hab ich jetzt das Kürzel genommen, was ich zuvor eigentlich für "ein" verwenden wollte - eine halbhohe "1". Für "mit" passt dieses Zeichen gut, weil "mit" fast immer am Wortanfang aufaucht. Die halbhohe "1" lässt sich ja nur am Wortanfang nutzen, weil sie sich im Wort nicht von einem "t" unterscheidet. Man kann aber, wie bei damit eine kurze Unterbrechung machen, dann passt es auch. Oder man schreibt es in solchen Fällen ganz aus.

Interessant die Kopplung bei "Miteinander" kommen die neuen Kürzel "mit" und "ein" direkt hintereinander. Danach dann auch ein Vokal, der sich aber stimmig abbilden lässt, ohne ein Mitlautzeichen verwenden zu müssen. Bei "damit" hab ich mal die Kurz- und die Langform geschrieben.

03.10.2018 :: Neuer Buchstabe "ein"

Ich experimentiere gerade in meinem modifizierten System (Stio) mit einem neuen Buchstaben. Die Buchstabenfolge "ein" kommt relativ häufig in Texten vor, da liegt es nahe, dafür einen eigenen Buchstaben einzuführen. Der könnte an vielen Stellen für Kürze sorgen.

Zuerst hatte ich die Idee, das Wort "ein/eine" durch eine halbhohe "1" zu ersetzen. Damit schrieb ich und es gefiel mir sehr gut. Für alle Worte, wo "ein-" am Anfang stand, klappte das sehr gut. Nur im Wortinneren lies sich das nicht schreiben, weil der Buchstabe dann identisch mit dem "t" ist. Ok, man hätte eine kleine Unterbrechung im Schreifluss machen können, wie man das auch an manch anderer Stelle in der Stiefo-Aufbauschrift tut. Aber hierfür war mir der Buchstabe zu wichtig, ich wollte dass er ein vollwertig-kompatibler Buchstabe wird.

Eine andere Lösung musste her. Ich überlegte lange drauf rum, wie sich die Situation verbessern lässt. Dann kam ich auf die Idee, eine normalhohe "1" zu schreiben, die aber eine halbe Stufe nach unten rutscht. Und das scheint nun eine verwechselungssichere Lösung zu sein.

In Abgrenzung zum "ti" sieht man die Seitwärtsbewegung, erst dann geht es nach unten. Beim "ein" gehts sofort nach unten.

Am Wortanfang behalten ich den kleinen Schrägstrich der "1" bei, im Wort verschwindet er, weil er ja durch den Anstrich überdeckt ist oder beides eins ist. Am Wortanfang könnte man diesen Strich auch weglassen, es wäre eindeutig. Mit Ausnahme des Wortes "ein", was sich klar vom Komma unterscheiden soll. Das Komma wollte ich ja beim modifizierten System beibehalten.

In der Liste der Beispielwörter habe ich die neue Kurzform links und die bisherige lange Form in Klammern geschrieben.

In der DEK-Kurzschrift gibts übrigens auch ein Zeichen für die Buchstaben "ein".

Ich hab mal eigene Texte analysiert: Bei einem Text von 30000 Wörtern kam ich etwa auf 3000 Silben mit "ei", davon waren immerhin etwa die Hälfte mit einem "n" dahinter, also "ein". Es zeigt, dass "ei" im Deutschen recht häufig vorkommt und die Kombination "ein" vermutlich die häufigste "ei"-Kombination mit 3 Buchstaben ist.

26.09.2018 :: Bestimmte Artikel

Braucht es überhaupt für der/die/das/dem/den/des jeweils eigene Kürzel? In anderen Sprachen, gibts dafür nur einen Artikel. In Holland ist es einfach das "de". Und in der Tat kann man das in fast alle deutsche Texte einsetzen und der Text bleibt noch verständlich und lesbar. Beim "das" ist es noch etwas anders, weil es häufig als Konjunktion und nicht als Artikel genutzt wird.

Es kommt auch immer darauf an, ob man etwas wortwörtlich stenografieren will oder ob es nur auf den Sinn ankommt. Gehts nur um den Sinn, wird man wohl alle bestimmten Artikel durch ein Wortzeichen ersetzen können.

29.07.2018 :: 1000 häufigste Wörter

Hier eine Liste mit den 1000 häufigsten Wörtern in durchschnittlichen deutschen Texten. So eine Liste kann helfen, die Wörter herauszufinden, für die sich Abkürzungen lohnen. Je häufiger ein Wort geschrieben wird, um so mehr kann sich eine Abkürzung lohnen. Noch dazu, wenn es Wörter mit recht viel Buchstaben sind.

09.04.2018 :: Übungsstand

Habe die letzten 2 Wochen täglich etwa eine A5 Seite in modifizierter Stiefo geübt. Zumindest schreibend, zum Lesen bin ich weniger gekommen. Ich merke aber, wie das Lesen flüssiger wird. Eine Problematik fällt mir derzeit beim Lesen auf: 2 Konsonanten werden ja relativ dicht aneinander geschrieben. Hängt ein "e" zwischen 2 Konsonanten, lässt man ein klein wenig mehr Raum. Und genau dieser Unterschied erscheint mir noch recht schwer umzusetzen. Diese Regel ist nämlich etwas schwammig bzw. man kann sie nur schwammig umsetzen. Die Grenze, was noch dicht aneinander ist und was schon so weit ist, dass es ein "e" darstellt, lässt sich nach meinem Gefühl schwer erlernen. Und das bremst dann auch immer wieder beim Lesen aus, wenn nicht richtig klar wird, ob da nun ein "e" steht oder nicht. Ich übe derzeit beim Schreiben, alle "e" Räume etwas zu dehnen. Eine besondere Schwierigkeit ist auch ein "r", auf dem ein Konsonant folgt. Damit der letzte Bogen vom "r" klar erkennbar ist, darf man keinen extrem kurzen Zwischenraum machen. Aber dann verwechselt man es auch schnell mit einem "e" dazwischen. Hier ist also nochmal einiges an Feintuning beim Schreiben wichtig.

Hier merke ich auch: Lieber wäre mir eine eindeutigere Schrift, wo sich die Klarheit aus eindeutigen Schriftzeichen ergibt und nicht aus der Art, wie weit man Abstände macht. Das würde als Anfänger zumindest wesentlich erleichtern. Und diesen Aspekt darf man nicht unterschätzen: Eine Schrift, die am Anfang recht kompliziert erscheint, wird schnell aufgegeben. Es ist frustrierend, wenn Lernfortschritte sich nur sehr zögerlich einstellen. Aber ich denke, das mit dem "e" ist noch machbar, wird sich schon einspielen.

Das Schreiben geht mittlerweile auch flüssiger. Wörter, die ich öfter verwende, kann ich schon zügig schreiben. Trotzdem brauche ich für eine A5 Seite bestimmt noch 30 Minuten. Mit lesen und einigen Experimenten wirds dann täglich etwa 1 Stunde Übungszeit.

Im Alltag verwende ich die Schrift schon für meine tägliche todo-Liste. Und wenn mir in Besprechungen langweilig ist, übe ich auch gleich mal etwas das Schreiben.

Die modifizierte Stiefo hat sich ganz gut bewährt. Bisher traten keine Konflikte auf, wo sich etwas nicht schreiben lässt, weil ein systematischer Fehler drinstecken würde. Alles ok. Ich experimentiere derzeit noch mit einigen Vereinfachungen der Vokale in bestimmten Situationen.

Ab und zu nehme ich mir aus der Aufbauschrift ein paar Kürzel hinzu, die das Schreiben wesentlich vereinfachen. Das sind derzeit -ung, -lich, -heit/keit, -ion, und.

23.03.2018 :: Beispiel modifizierte Stiefo

Beispieltext modifizierte Stiefo, wie ich sie am 21.03.2018 beschrieben habe. Ich komme jetzt gut voran, diese modifizierte Schrift schneller zu schreiben. Ich empfinde sie deutlich einfacher und alltagstauglicher.

Hier zeigt sich gut, dass diese Form etwas mehr Platz braucht, als Normalschrift. Aber sie ist deutlich weniger dicht, es gibt viel weniger Bewegungen, die Buchstaben sind stark vereinfacht. Das sorgt dafür, dass man nach meiner bisherigen Einschätzung problemlos Faktor 2-3 mal schneller schreiben kann, wenn genug Praxis vorhanden ist. Gleichzeitig ist es weniger anstrengend, so zu schreiben.

In einer Aufbaustufe wird man natürlich noch viele Kürzel entwickeln, was die Schreibgeschwindigkeit nochmal deutlich verbessert und den Schreibaufwand reduziert. Die meisten Kürzungsideen aus Original-Stiefo wird man auch hier übernehmen können.

21.03.2018 :: Ein neues System muss her

Die letzten Wochen übte ich immer mal wieder Stiefo und wollte mich durchbeißen. Es war ja schon einiges an Frust bei mir da, dass ich nicht so vorankomme, wie geplant.

Immer wieder kam der Impuls bei mir auf, ein neues System zu finden oder zu entwerfen, was irgendwie einfacher ist oder was ich zügiger lernen und im Alltag einsetzen kann. Ich laß mich nochmal in diverse Systeme ein, die mir aber durchweg nicht zusagten. Außerdem wären die letzten 8 Monate Stiefo völlig umsonst gewesen.

Ich experimentierte dann damit, in die normale Schreibschrift Stiefo-Elemente zu integrieren, aber das erwies sich auch als kein guter Weg. Zumindest war das, was mir einfiel, nicht befriedigend, so dass ich diese Idee wieder aufgab und weiter normales Stiefo übte. Normalschrift und Stiefo sind konzeptionell einfach zu weit auseinander und kaum kompatibel.

Irgendwann war viel Frust vor allem über eine Unschönheit bei Stiefo da: Vokale werden ja durch Höhenversatz kodiert. Und so läuft einem die Schrift nach oben oder unten und man braucht recht große Zwischenräume auf dem Papier. Das macht Stiefo als Alltags-Schrift in meinem Anwendungsgebiet zu einem echten Problem. Diese Eigenart wurde mir immer mehr zuwider. Außerdem erscheint mir das auch sehr schwer erlernbar, weil es so weit weg von den normalen Schriftkonzepten ist. Sowohl beim Schreiben wie beim Lesen merkte ich, wie mir diese Hoch-Tiefstellung Probleme bereitet und mich geistig stark fordert.

Ich war dann wirklich an dem Punkt, wo ich nicht mehr wollte, weil das alles keinen Sinn mehr machte. Das Thema Stiefo wollte ich begraben.

Dann kam ich nochmal auf eine Idee: Gibt es eine Möglichkeit, Stiefo so zu modifizieren, dass man auf diese Hoch-Tiefstellung verzichten kann? Das wäre total genial. Und das motivierte mich dann wieder, mich mit Stiefo und dieser Idee weiter auseinanderzusetzen.

Relativ schnell entwickelte sich daraus ein System, was super funktionierte. Alle Vokale werden jetzt über bestimmte Formen abgebildet, die sich alle unterhalb der Grundlinie befinden. Ich dachte mir dafür einige einfache Formen aus, die man schnell schreiben kann. Ingesamt brauchte es 7 Formen, um alle in Stiefo üblichen Vokale zu ersetzen. Das U und das E ersetzte ich nicht, weil hier kein Höhenversatz vorhanden ist.

Ich schreibe jetzt seit 3 Tagen mit diesem neuen System, was ich sehr schnell gelernt hatte. Und ich merke, wie viel einfacher das alles ist und wie ich nun vor allem immer auf einer Zeile schreiben kann. Damit kann ich es jetzt auch gut in meinem Alltag einsetzen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das System wirklich in allen Fällen konsistent ist, aber es ist ein erster "Experimental-Prototype", mit dem ich die nächsten Wochen arbeiten werde.

(bei "Nicht" ist ein Fehler drin, da steht "icht" Der Anstrich hätte eine halbe Zeile höher gemusst. Im letzten Satz steht "neun" statt "neuen", aber das ist eine sinnvolle Vereinfachung. Hier aber auch ein Fehler "System" hätte mit dem Buchstaben "st" geschrieben sein müssen.)