Lasuren Langzeittest

Winfried Mueller :: reintechnisch.de :: Start: 26.06.2011 :: Stand: 29.02.2016

Im Juni 2009 begann ich mit einem Langzeit-Test für Außenlasuren. Mich beschäftigten dabei einige Fragen. Zum ersten wollte ich wissen, ob es starke Unterschiede zwischen den Lasuren unterschiedlicher Hersteller gibt. Wenn man herumfragt oder in Foren recherchiert, werden zwar immer wieder Empfehlungen ausgesprochen. Diese widersprechen sich jedoch stark, es scheint sich kein einheitliches Bild herauszubilden. Ist die Einschätzung dann vielleicht doch nur subjektiv und objektiv gibt es nur wenig Unterschiede zwischen den Herstellern?

Die zweite Frage, die mich beschäftigte, war der Unterschied im Verhalten von Dünn- und Dickschichtlasuren.

Die dritte Frage war für mich besonders spannend: Wie schneiden die Produkte der Naturfarbenhersteller gegenüber den konventionellen Herstellern ab? Konventionelle Hersteller greifen auf chemisch stark veränderte Hochleistungs-Materialien zurück, gepaart mit Bioziden, um Schimmelpilzen und Mikroorganismen entgegenzuwirken und lange haltbare Beschichtungen zu kreieren. Haben gegen solche "Hightech-Waffen" Naturfarbenhersteller überhaupt eine Chance, was Haltbarkeit angeht? Muss man vielleicht bei Öko in Kauf nehmen, dass die Anstriche nicht sonderlich lange halten? Oder stimmt es, was manche behaupten, dass Anstriche von Naturfarbenherstellern sogar wesentlich bessere Eigenschaften haben und die ganze moderne Farbenindustrie in Wirklichkeit schlechtere Produkte hat, aber in der Werbung uns das blaue vom Himmel verspricht?

Eine letzte Frage, die mich beschäftigte: Bringen Biozide in Außenlasuren tatsächlich große Verbesserungen? Sie sind ja giftig und belasten die Umwelt. Wenn man auf sie verzichten könnte, wäre das ökologisch sinnvoll.

Spannende Fragen, auf die ich eine Antwort wollte.

Der Teststand

Der Teststand ist frei bewittert mit einem Winkel von 45 Grad. Die einzelnen Testbretter sind aus Kiefer und etwa 90x270 mm groß bei 18mm Dicke. Sie waren gehobelt und wurden mit Korn 120 angschliffen. Der Stand ist nach Süden hin ausgerichtet. Weil Bäume und Häuser die Sonne teilweise behindern, kann man von etwa 4-6 Stunden täglicher direkter Sonnenbestrahlung ausgehen.

Auch der Dachüberstand aus einem senkrechten Zinkblech wurde für Tests benutzt. Hier wurde die jeweilige Lasur dünn aufgebracht. Bei Blech kann man besser beobachten, wie eine Lasur erodiert und abwittert. Hier werden die Quell- und Schwindbewegungen und weitere Einflüsse vom Holz eleminiert.

Die Testkandidaten

Die Lasuren und Öle wurde nach Herstellervorgaben verarbeitet. In den meisten Fällen wurde keine Grundierung vorgenommen, weil von dem Hersteller nicht spezifiziert.

Der Test wurde mit unterschiedlichsten Farben/Lasurtönen gemacht. Das hatte praktische Gründe. Proben von Lasuren musste ich ja möglichst günstig besorgen. Die meisten Lasuren wurden als Sonderposten über Ebay eingekauft, aber auch einige Bekannte halfen mir mit Lasur-Resten aus. Diese Basis ist nicht optimal, einerseits können manche Produkte bereits recht lange gelagert gewesen sein, andererseits kommt es bei Lasuren stark auf den Farbton an. Manche Farbtöne verhalten sich sehr gutmütig und sind langlebig, andere Farbtöne machen Probleme. Trotzdem ließen sich mit weiteren Beobachtungen und Gegenproben zahlreiche Erkenntnisse untermauern.

Die untere Reihe der Testbretter wurde am 26.07.2009 montiert. Die obere Reihe dann am Ende August/Anfang September.

Untere Reihe von links nach rechts

NummerProduktFarbeSystemAufträge
01PNZ ColorölhellblauÖl-Wasser Mittelschicht2
02Osmo LandhausfarberoyalblauÖl-Wachs Decklack2
03Auro Lasur 160dunkelrotÖl-Wasser Dickschicht3
04ConsolancremeweißAlkyd-Wasser Decklack2
05PNZ HolzwachsantikweißÖl-Wachs-Wasser Mittelschicht2
06Natural LasurnussÖl Dünnschicht2
07Osmo EinmallasurnussÖl-Wachs Dickschicht1
08Leinöl + Pigment umbraumbraÖl Dünnschicht2
09Ohne Behandlungkeine--
10Leinöl BiopinkeineÖl-
11Livos Kaldet (grundiert mit Firnis)Öl Dünnschicht1+3
12Osmo HolzdeckfarbeweißÖl-Wachs Decklack3
13Brillux Grund 835, Fensterlack 860weißAlkyd Decklack1+2
14Tungöl KremerkeineÖl2
16Leinos 810/840 DecklackultramarineÖl Decklack1+3

Obere Reihe von links nach rechts

NummerProduktFarbeSystemAufträge
20Sikkens Cetol HLSEiche dunkelAlkyd Dünnschicht3
21Natural TerrassenölDouglasieÖl2
22Clou YachtlackfarblosAlkyd-Urethan Lack5
23Xyladecor Dekor-LasurblauAcryl-Wasser Dickschicht3
24PNZ Holz-LasurgrauÖl-Wasser Dickschicht2
25Sadolin PinotexnussAcryl-Wasser Dünnschicht3
26Sadolin ClassicnussAlkyd Dünnschicht3
27Sadolin SolidPalisanderAlkyd Dickschicht2
28Sadolin ExtraEiche rustikalAlkyd Dickschicht2
29Xyladecor HolzschutzlasurnussAlkyd Dünnschicht3
30Xyladecor FensterlasurMahagoniAlkyd Dickschicht2
31Xyladcor Dickschicht UV-LasurBucheAlkyd Dickschicht2
32Gori 33mahagoniAcryl-Wasser Dünnschicht3
33Gori 44 Plusoregon pineAlkyd-Wasser Dünnschicht3
34Remmers HK-LasurnussAlkyd Dünnschicht3
35Ultranature Holz-LasurnussÖl Dickschicht3
37Steinert DrachenölfarblosÖl2

Verzerrende Einflüsse

Wie schon oben geschrieben, hatten viele Lasuren schon eine längere Lagerzeit hinter sich. Meine Erfahrung ist, dass Alkyd- und Ölsysteme recht unkritisch sind, was längere Lagerzeiten angeht. Bei wasserbasierten Systemen hingegen kann eine Verkeimung einsetzen oder andere chemische Prozesse, die die Qualität mindern. Auro 160 war nicht überlagert, Xyladecor Decor-Lasur war recht wahrscheinlich überlagert, die Sadolin-Produkte waren ok, ebenso PNZ und Consolan. Es gab bei der Verarbeitung bei keinem Produkt Anzeichen von Qualitätsmängeln.

Einen großen Einfluss auf die Haltbarkeit hat die Art der Bewitterung und diese ist je nach Anwendungsfall völlig verschieden. Kann ein Holz z.B. schlecht abtrocknen, bilden sich verstärkt Schimmelpilze. Ein ständig wasserbelastetes Teil leidet sehr schnell, weil auch die Quell- und Schwindbewegungen stark sind. Meine Testbedingungen waren einerseits durch die Vollbewitterung und die Sonne (UV) recht massiv einwirkend, andererseits konnten die Bretter auch recht gut abtrocknen.

Die Farben der Lasuren spielen eine große Rolle. Die unterschiedliche Haltbarkeit kann mitunter darauf zurückzuführen sein. Wobei man durch genaue Beobachtung schon solche Effekte von anderen Effekten trennen kann. Ich habe hier den Eindruck, dass besonders bei den naturnahen Pigmenten große Unterschiede zu beobachten sind. So schneiden dunkelbraune Farbtöne von Naturfarbenherstellern in der Regel gut ab (Pigment Umbra), dunkelblaue Farbtöne hingegen schneiden oft wesentlich schlechter ab (Pigment Ultramarine). Bei Herstellern, die auf moderne/synthetische Pigmente und Farbstoffe zurückgreifen, scheint es diese Unterschiede weniger zu geben (z.B. die getestete Osmo Landhausfarbe in blau, die eine ausgezeichnete Standzeit hat).

Die einzelnen Test-Bretter verhalten sich natürlich auch sehr unterschiedlich, je nachdem, wie das Holz gewachsen ist und welcher Teil des Stammes es war. Solche Effekte muss man bei der Beurteilung berücksichtigen. Bei Kiefer kann austretendes Harz die Oberflächenschicht zerstören, wodurch dann verstärkt Wasser eindringen kann.

Erste Eindrücke nach 2 Monaten (Oktober 2009)

Nach ein paar feuchten Tagen zeigten sich bereits im Oktober 2009 starke Auffälligkeiten bei einigen Proben. Auch was das Quellverhalten angeht, so verhalten sich die Bretter unterschiedlich. Einige Bretter sind so stark gequollen, dass die 5mm Abstand zum Nachbarbrett aufgebraucht sind und die Bretter so direkt aneinander stoßen. Ein paar Bretter sind auch schon gerissen.

Stark mitgenommen sieht Probe 05 (PNZ Wachs weiß) aus. Überall sieht man dunkle Verfärbungen durch Pilze, die Oberfläche ist stärker aufgequollen und rissig.

Das rohe Holz (09) ist mittlerweile in den weichen Bereichen stark angegraut. Auch gibt es punktförmige dunkle Verfärbungen durch Pilze.

Mit Leinöl (10) und Tungöl (14) behandeltes Öl ist hingegen noch nicht vergraut. Ein paar dunkle Punkte durch Pilze gibt es aber auch hier.

Zwischen der Holzdeckfarbe von Osmo (12) und dem Brillux Fensterlack (13) fällt auf, dass Osmo wesentlich stärker verschmutzt. Die Neigung, Schmutz auf der Oberfläche anzusammeln, ist also bei Osmo stark vorhanden. Beide Hölzer arbeiten aber recht wenig, genauso wie auch bei Osmo Landhausfarbe (02) oder Consolan (04). Das spricht für eine recht dichte Beschichtung.

Der Leinos Decklack 840 (16) hingegen ist recht offenporig, das Holz arbeitet stark. Das Holz ist mittlerweile an mehreren Stellen gerissen.

Remmers HK-Lasur (34) fällt ebenso durch eine sehr offenporige Oberfläche mit kaum Schichtbildung auf. Das Brett arbeitet auch sehr stark, es haben sich zahlreiche Risse gebildet.

Ergebnisse Filmbeständigkeit nach 2 Jahren (06/2011)

Die Filmbeständigkeit habe ich durch eine dünne Schicht auf einem senkrecht angebrachten Zinkblech getestet, welches ebenso frei bewittert wurde (siehe Bild ganz oben, die obere Dachleiste). Neben den Lasuren habe ich hier auch die Haltbarkeit diverser Öle getestet.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle Produkte konventioneller Hersteller eine gute Filmbeständigkeit aufweisen. Nach 2 Jahren sind bei allen getesteten Produkten keine Abwitterungserscheinungen zu erkennen. Der Film ist also durchweg gut intakt und meist leicht glänzend auf der Oberfläche, was für wenig Erosion spricht. Auch eine Versprödung oder abblättern ist nicht zu erkennen. Hier braucht es wesentlich längere Zeiträume, um den Zerfall zu beobachten. Auch diverse getestete Klarlacke (Clou, Liberon, Oli) halten sich gut.

Bei nahezu allen Naturfarbenprodukten hingegen sind stärkere Zerfallserscheinungen des Filmes zu beobachten. Am schlechtesten schneiden hier nachvollziehbar die nicht pigmentierten Öle ab. Viele Öle sind bereits nach einem Jahr abgewittert, manche Öle schafften es auch 1,5 Jahre. Auffällig gut haltbar sind die farblosen Öle von Osmo. Das Osmo Hartwachsöl ist zwar oberflächlich erodiert, die Schicht ist aber durchweg intakt. Auch das Osmo Klaröl zeigt nach 2 Jahren kaum Erosionserscheinungen und ist vollständig intakt. Hier muss aber auch erwähnt werden, dass Osmo natürliche Grundstoffe vermutlich stärker modifiziert und damit nicht den Anspruch vieler anderer Naturfarbenhersteller hat.

Erstaunt hat mich Natural: Das Terrassenöl witterte recht schnell ab. Das farblose Öl war nach einem Jahr schon vollständig weg, das Pigmentierte hielt etwa 6 Monate länger. Auch das Natural Finish-Öl schuppte nach etwa einem Jahr ab. Das Natural Möbelöl und Parkettöl hingegen, welche ja für innen gedacht sind, waren wesentlich besser. Eine Vermutung ist, dass die hohen Harz-Anteile vom Terrassenöl und Finishöl die Alterungsbeständigkeit herabsetzen. Diese Theorie hatte ich auch schon im Internet gefunden und auch bei anderen Ölen ist es ähnlich: Auro Pursolid ist ohne Harze und hielt über 1,5 Jahre recht gut, Livos Naturöl-Siegel mit recht viel Harzanteil, fing nach etwa 1 Jahr auch schon an, abzuschuppen. Eine deutlich erhöhte Haltbarkeit hatte der Natural Wetterschutz, der wohl nicht sichtbare kleinste Pigmente enthält. Nach 2 Jahren war er zu 50 % abgeschuppt.

Diese Betrachtung nur am Rande, sie ist wenig praxisrelevant. Öle für den Innenbereich sind der schädigenden UV-Strahlung ja wesentlich weniger ausgesetzt. Ausnahme sind evtl. Fensterbänke oder Fensterrahmen bei Südseite, wo täglich viel Sonne drauf scheint.

Auffällig war noch: Rustins Teaköl wird oft nachgesagt, ein ausgezeichnetes Außenöl zu sein. Der Filmtest zeigt hingegen eher unterdurchschnittliche Ergebnisse. Innerhalb eines Jahres war der gesamte Film abgewittert. Auffallend positiv war hingegen Owatrol, welches nach gleichem Zeitraum noch keinerlei Abwitterung erkennen lässt. Bleibt abzuwarten, wie sich Owatrol weiter verhält.

Bei den pigmentierten ölbasierten Produkten schneidet Osmo auch wieder sehr gut ab, sowohl die Landhausfarbe, wie auch die Lasur. Osmo ist kein Naturfarbenhersteller, versucht aber trotzdem, so weit es geht, ökologisch sinnvoll zu produzieren. Als Basis werden hier auch Pflanzen-Öle eingesetzt, wie bei den Naturfarbenherstellern. Biozide enthalten beide Produkte nicht. Nach 2 Jahren Bewitterung sehen die Schichten völlig intakt aus.

Tungöl wird gegenüber Leinöl eine wesentlich höhere Standzeit im Außenbereich nachgesagt. Ganz ähnlich soll es mit Leinöl-Standöl sein. Ich konnte hier aber keine eindeutigen Ergebnisse ermitteln. Tungöl war nach 1,5 Jahren zu 20% abgeschuppt, wohingegen Leinöl-Firnis einheitlich erodierte. Nach 2 Jahren waren beide abgetragen. Das Standöl neigte auch eher zum abschuppen und war nach 2 Jahren zu 90% abgetragen. Es war aber auch wegen der Konsistenz dicker in der Schicht.

Der Decklack 840 von Leinos ist ein Sonderfall. In der Farbe Ultramarine ist er sehr anfällig und wittert stärker ab. Eine zweite Probe in braun ist da schon wesentlich besser. Und trotzdem erkennt man an der matten Oberfläche deutliche Erosionserscheinungen.

Ähnlich ist es mit Auro 160 - eine Probe in Ultramarine wittert deutlich stärker ab, als die Probe in dunkelrot. Die dunkelrote ist nach 2 Jahren noch fast durchweg in Ordnung, zeigt aber auch eine matte Oberfläche. Die blaue Oberfläche ist schon zu etwa 30% abgeschuppt.

Livos Kaldet war noch gut intakt, aber die Oberfläche ist deutlich erodiert. Ganz ähnlich, wie die Natural Lasur.

Gut gehalten hat sich die wasserbasierte PNZ-Lasur in altgrau. Die Schicht ist vollständig intakt. Auch hier ist zu vermuten, dass PNZ Produkte zwar auf natürlichen Ölen basieren, diese aber stärker modifiziert sind.

Ergebnisse Filmbeständigkeit nach 4 Jahren (08/2013)

Lacke und Lasuren vieler konventioneller Lasuren auf Alkyd- und Acrylbasis sind weiterhin völlig intakt und makellos: Consolan weiß, Consolan braun, Sikkens Cetol HLS, Xyladecor Dekorlasur blau, Sadolin Pinotex, Gori 44, Gori33, Xyladecor Tür+Fensterlasur, Sadolin Extra, Sadolin Classic, Xyladecor 2in1, Remmers Aidol.

Sadolin Solid in Palisander fällt aus der Reihe, ist schon deutlich (30%) abgeschuppt.

Xyladecor UV-Lasur Buche beginnt gerade, mit kleinen Bläschen, womit ein Abschuppen in der Regel beginnt.

Clou Yachtlack zeigt erste Abwitterungserscheinungen, etwa 10% klein Abblätterungen. Ebenso hatte ich hier Clou Holzsiegel im Test, allerdings um 1 Jahr später und damit 3 Jahre alt: Hier lösen sich auch schon 5% der Beschichtung auf.

Auro Lasur 160 in rot ist zu 40 % abgeschuppt, Auro Lasur in ultramarine ist stark abgewittert, kaum noch Schicht.

Livos Kaldet hat zwar nur noch ganz wenig Schichtdicke, wittert aber sehr einheitlich ab, ohne abzublättern. Ganz ähnlich sieht es mit der Natural Holzlasur aus.

Osmo Landhausfarbe ist immer noch zu 100% erstklassig. Ebenso PNZ-Holzlasur und Ultranature Holzlasur.

Von Osmo hatte ich noch das Hartwachsöl und die Klar-Öl Lasur im Test, beides transparente Öle, wobei ersteres eigentlich nur für Innen gedacht ist. Das Hartwachsöl war nach 3 Jahren etwa 30% abgewittert. Für ein Öl schon erstaunlich gut, viele andere Öle waren nach 1-2 Jahren vollständig abgewittert. Die Klar-Öl Lasur war nach 4 Jahren noch zu 90% vorhanden.

Auch Owatrol-Öl hatte ich im Filmtest, es schneidet auch wesentlich besser in der Beständigkeit ab, als viele andere Öle. Nach 3 Jahren war es nur zu 10% abgewittert.

2 Öle, die für innen gedacht sind, schnitten auch recht haltbar ab: Zweihorn NPO nach 3 Jahren noch vollständig intakt und Oli Projektöl in nuss, was selbst nach 4 Jahren noch vollständig intakt ist.

Wichtig ist, dass diese Film-Abwitterungstests lediglich zeigen, wie sich der Film durch UV- und Witterungseinflüsse verändert. Das ist nur ein Parameter von vielen, weshalb man hieraus nicht zu viel ableiten sollte.

Ergebnisse Proben nach 2 Jahren (06/2011)

Zu jeder Probe gibt es ein Bild, links im Neuzustand im Juni 2009, rechts nach 2 Jahren im Juni 2011.

Probe 01: PNZ-Coloröl


PNZ Coloröl Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Das Coloröl verhält sich wie eine deckende Farbe. Es ist auf Basis Öl-Wachs in Wasser emulgiert, biozidfrei. Auffällig war, dass die Oberfläche schon nach wenigen Wochen recht rissig wurde. Ich führe das darauf zurück, dass das Coloröl kaum ins Holz eindringt, also nur oberflächlich das Holz bedeckt. Gleichzeitig dringt wohl auch Wasser durch die Schicht. Interessant ist, dass es zwar nach einigen Monaten schon recht mitgenommen aussah, dieser Zustand sich dann aber nicht weiter verschlechterte. Der Endzustand ist noch recht akzeptabel und nicht renovierungsbedürftig.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Auf der Oberfläche hatte sich dünn Schmutz abgesetzt und etwas grüne Algen waren vorhanden. Die Oberfläche ist schwer zu reinigen, weil recht rau. Nach Reinigung erkennt man etwa 10% der Fläche, die keine Beschichtung mehr hat. Rückseite vollständig intakt.


PNZ Coloröl 07/2013

Probe 02: Osmo Landhausfarbe


Osmo Landhausfarbe Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Osmo Landhausfarbe (Öl-Wachs-Lösemittel, biozidfrei) hat sich bemerkenswert gut geschlagen. Die Oberfläche sieht fast wie am ersten Tag aus. Kaum Schmutzablagerungen, keine schwarzen Pilzverfärbungen, nur ein sehr kleiner Riss unten links. Die Beschichtung hält Wasser recht gut vom Holz weg, was an geringem Quellverhalten zu beobachten war. Die Beschichtung ist vollkommen intakt.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Auf der Oberfläche hat sich nur sehr wenig Schmutz abgesetzt, der sich sehr leicht herunterwaschen lies. Ein paar ganz kleine Stellen gibt es, an denen die Beschichtung runter ist. Rückseite vollständig intakt.


Osmo Landhausfarbe 07/2013

Probe 03: Auro Lasur 160


Auro Lasur 160 Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Auro Lasur 160 ist eine Öl-Wasser Emulsion, biozidfrei. Sie hat sich recht gut gehalten. Die Oberfläche ist noch gut intakt. Ein paar kleine schwarze Punkte zeigen etwas Pilzbefall. Das Holz ist unter der Lasur deutlich vergraut.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Auf der Oberfläche hat sich nur sehr wenig Schmutz abgesetzt, der sich sehr leicht herunterwaschen lies. Die Beschichtung ist noch intakt, aber das Holz ist unter der Lasur mittlerweile recht dunkel verfärbt, was man deutlich sieht.


Auro Lasur 160 07/2013

Probe 04: Consolan


Consolan Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Consolan ist eine Wetterschutzfarbe (deckend) auf Alkyd in Wasser emulgiert. Sie ist biozidhaltig. Die Ergebnisse sind erstklassig, es gibt keinerlei Beanstandungen. Verfärbende Pilze sind keine zu finden. Der kleine hellbraune Fleck unten mittig entstand durch ein Stück rostendes Metall, was einige Tage darauf lag. Die Anschmutzung der Oberfläche ist gering. Das Quellverhalten des Holzes ist auch gering.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Auf der Oberfläche hatte sich einiges an Schmutz gesammelt. Dieser konnte recht gut entfernt werden. Die Beschichtung ist noch komplett intakt.


Consolan 07/2013

Probe 05: PNZ-Holzwachs


PNZ Holzwachs Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

PNZ-Holzwachs ist auf Öl-Wachs-Wasser Basis, biozidfrei. Es verhält sich ähnlich, wie das Coloröl, dringt also nur wenig in die Oberfläche ein und bleibt recht durchlässig. Dadurch war auch hier nach wenigen Wochen eine rissige Oberfläche zu beobachten und unter der Lasur vergraute das Holz recht schnell. Das machte bei der weißen Lasur schon nach kurzer Zeit eine sehr unschön aussehende Oberfläche. Interessanterweise veränderte sich dieser Zustand dann aber nicht mehr wesentlich. Ein Abblättern ist nicht zu beobachten.

Probe 06: Natural Lasur


Natural Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Natural Lasur ist auf Ölbasis mit Lösemittel verdünnt, biozidfrei. Sie ist recht dünnflüssig und hinterlässt so gut wie keine Film auf der Oberfläche. Das Holz bleibt damit recht offenporig, Wasser kann recht gut eindringen, aber genauso gut wieder ausdünsten. Streicht man über die Oberfläche, ist direkt das Holz spürbar. Die Färbung ist noch gut erhalten. Es gibt lediglich ein paar kleine Fraßpuren von Wespen. Unterhalb der unteren Schraube wurde zusätzlich Natural Wetterschutz aufgetragen, was zu einer deutlichen Schichtbildung führt. Etwa 1,5 Jahre sah dieser Bereich sehr gut aus, es war eine dünne glänzende Schicht auf dem Holz. Mittlerweile blättert diese Schicht allerdings partiell ab, ein Renovierung wäre nötig. Hier zeigt sich, dass mehr nicht unbedingt besser ist. Zusätzlichen Wetterschutz würde ich nach dieser Erfahrung nicht für Fassaden oder Zäune verwenden, jedoch an allen Bauteilen, die keine starken Quellbewegungen machen sollen.

Die dunklere Färbung im rechten Bereich ist noch eine feuchte Stelle - kurz vor dem Foto hatte es geregnet.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Es war relativ wenig Verschmutzung auf der Oberfläche, lies sich auch gut reinigen. Die braune Färbung ist noch gut vorhanden. Einige wenige kleine Stellen mit Wespenfraß.


Natural Lasur 07/2013

Probe 07: Osmo Einmallasur


Osmo Einmallasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Osmo Einmallasur ist ein lösemittelhaltiges Öl-Wachs-Gemisch, biozidfrei. Ich war skeptisch, ob ein Auftrag tatsächlich ausreicht, hab es für diesen Test aber absichtlich dabei belassen. Die Lasur ist im Grunde deckend, durch den einmaligen Auftrag gab es aber Bereiche, wo die Schichtdicke so dünn war, dass das hellere Holz noch durchschimmerte. Nach 2 Jahren ist das Holz nachgedunkelt, die Oberfläche erstaunlich gut und makellos. Sie ist etwas matter, was auf etwas Erosion hindeutet. Ein paar wenige Harzdurchschläge sieht man. Ein klein wenig verfärbender Pilzbefall ist zu erkennen, fällt durch die dunkle Farbe aber kaum auf. Ein kleiner Riss unten rechts ist im Holz entstanden.

Der leichte Schatten im unteren Bereich ist noch etwas Restfeuchtigkeit vom Regen.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Wenig Schmutz und lies sich auch gut abwischen. Die Oberfläche ist schon recht deutlich erodiert, so dass die Schichtdicke so abgenommen hat, dass man an verschiedenen Stellen das Holz durch die normal deckende Lasur durchsieht. Wäre eigentlich jetzt ein Zeitpunkt, zu renovieren. Stört aber auch noch nicht, wenn man das nicht macht.


Osmo Einmallasur 07/2013

Probe 08: Leinölfirnis + Pigment umbra gebrannt


Leinölfirnis+Pigment umbra gebrannt Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Hier habe ich Leinölfirnis (Biopin) mit dem Pigment umbra gebrannt (Kremer-Pigmente) gemischt. Das Verhalten und der Zustand ist ganz ähnlich, wie die Natural-Lasur: Eine offenporige Oberfläche, die Wasser aufnimmt und wieder abgibt. Das Holz ist inzwischen deutlich gedunkelt. Die Färbung der Oberfläche ist gut intakt. Ein paar minimale Fraßpuren durch Wespen gibt es auch hier.

Hier zeigt sich, dass diese recht preiswerte ökologische Variante durchaus gute Ergebnisse liefert. Nicht geeignet ist diese Variante für maßhaltige Holzkonstruktionen, die also möglichst wenig quellen und schwinden sollen.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Ergebnis ähnlich, wie Natural Lasur: Lässt sich gut reinigen, recht wenig Schmutz und noch gute Braunfärbung erkennbar. Ein klein wenig Wespenfraß.


Leinölfirnis + Pigment umbra gebrannt 07/2013

Probe 09: Rohes Holz


Rohes Holz Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Für Vergleichszwecke wurde eine Holzprobe roh belassen. Das Holz vergraute nach ein paar Monaten, wird aber regelmäßig im Frühling/Sommer massiv durch Wespen abgefressen. Das führt zu einem nicht zu vernachlässigenden Verlust an Holzsubstanz.

Nachtrag 06.07.13: Auch die Rückseite war relativ schnell nach etwa einem Jahr vergraut. Auf der Rückseite haben sich mittlerweile auch grüne Ablagerungen durch Algen und weiße Ablagerungen durch Pilze gebildet. Jährlich immer wieder stärkerer Wespenfraß.


Unbehandeltes Holz 07/2013

Probe 10: Leinöl Firnis


Leinöl Firnis Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Das Leinöl Firnis (Biopin) schützte das Holz in den ersten Monaten vor Vergrauung. Während das rohe Holz schon grau war, hatte diese Probe noch ihre Ursprungs-Holzfarbe. Doch die Vergrauung wird nicht wirklich lange aufgehalten. Bei feuchtem Wetter dauert es hier auch nur ein paar Wochen länger, und das Holz ist auch hier grau. Wespen machen sich genauso dran zu schaffen, wie an rohem Holz. Einzinger Unterschied ist die Rückseite, die ja kein Wasser abbekommt. Diese ist beim rohen Holz ebenfalls grau, bei dem geölten Holz aber noch in der Ursprungs-Holzfarbe.

Nachtrag 06.07.13: Hier zeigt sich ein klarer Unterschied zum unbehandelten Holz: Die Rückseite ist nach nunmehr 4 Jahren immer noch in der ursprünglich honigfarbenen Kieferfarbe und nicht mit Algen oder Pilzen besiedelt. Auch diese Oberfläche mögen Wespen sehr gerne.


Leinöl Firnis 07/2013

Probe 11: Livos Kaldet Lasur


Livos Kaldet Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Die Livos Kaldet Lasur basiert auf Öl und Lösemittel, biozidfrei. Hier wurde zuerst mit Leinölfirnis grundiert. Die Lasur hinterlässt eine sehr dünne Oberflächenschicht, die etwas das Wasser abhält. Das Holz ist inzwischen deutlich nachgedunkelt, die Schicht etwa aberodiert, aber trotzdem noch gut in Ordnung. Es gibt ein paar punktförmige schwarze Verfärbungen durch Schimmelpilze. Im Bereich des Astes ist die Lasur wegerodiert.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Wenig Schmutz, lässt sich gut reinigen, Lasur ist schon ziemlich wegerodiert, braune Färbung aber noch vorhanden. Ein paar Spuren von Wespenfraß.


Livos Kaldet Lasur 07/2013

Probe 12: Osmo Holzdeckfarbe weiß


Osmo Holzdeckfarbe weiß Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Die Osmo Holzdeckfarbe basiert auf Öl-Wachs-Lösemittel ohne Biozid. Auffällig war die starke Verschmutzung der Oberfläche nach recht kurzer Zeit. Dieser Schmutz ist oberflächlich und lässt sich wegwischen, wurde aber absichtlich nie gereinigt. Die Schicht selber ist gut intakt.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. War stärker verschmutzt, Reinigung ging mäßig gut. Nach Reinigung stellte sich heraus, dass der Zustand nicht so gut wie gedacht ist: Teilweise so stark aberodiert, dass das Holz zum Vorschein kommt. Jedoch kein Abblättern, sondern eher gleichmäßig Schichtreduktion. Überarbeitung wäre damit einfach.


Osmo Holzdeckfarbe weiß 07/2013

Probe 13: Brillux Fensterlack


Brillux Fensterlack Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Ein klassischer Fensterlack auf Alkydharzbasis mit entsprechender Grundierung, biozidfrei. Hier zeigte sich gegenüber Osmo vor allem, dass die Oberfläche nicht zur Verschmutzung neigt. Die Lackoberfläche ist sehr gut erhalten, lediglich im oberen Bereich hat das Holz einen kleinen Riss bekommen.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. War stärker verschmutzt, aber nicht so stark, wie Osmo Holzdeckfarbe. Reinigung ging mäßig gut. Nach Reinigung stellte sich heraus, dass der Zustand nicht so gut wie gedacht ist: Mehrere Streifen, wo vielfach schwarze Punkte zu sehen sind. Ist typisch, wenn aufgestellte Holzfasern in der Beschichtung sind, an denen dann bei Schichterosion zuerst dunkle Verfärbungen auftreten. Der Lack ist also auch hier schon gut wegerodiert, was ich so nicht erwartet hätte. Jedoch auch hier kein Abblättern. Die Schichtstärke ist aber noch deutlich stärker, als Osmo Holzdeckfarbe.


Brillux Fensterlack weiß 07/2013

Probe 14: Tungöl


Tungöl Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Diese Probe ist mit reinem Tungöl behandelt. Es verhielt sich in Sachen Vergrauung ganz ähnlich, wie die Probe mit Leinöl-Firnis. Auch sonst gibt es kaum Unterschiede. Wespen wollte in diesem Frühling erstmal nicht dran und bedienten sich zuerst an den Proben mit rohem Holz und der mit Leinöl-Firnis. Doch eine Woche später, war dann auch diese Probe dran und wurde gut oberflächlich abgekaut. Auf der Unterseite gleiches Resultat, wie bei Leinöl: Diese ist noch vollständig in der Holz-Ursprungsfarbe.

Nachtrag 06.07.13: Hier zeigt sich ein klarer Unterschied zum unbehandelten Holz: Die Rückseite ist nach nunmehr 4 Jahren immer noch in der ursprünglich honigfarbenen Kieferfarbe und nicht mit Algen oder Pilzen besiedelt. Tungöl und Leinölfirnis unterscheiden sich hier aber nicht erkennbar. Auch diese Oberfläche mögen Wespen sehr gerne.


Tungöl 07/2013

Probe 16: Leinos Decklack


Leinos Decklack Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Hierbei handelt es sich um einen lösemittelbasierten Öllack. Dieser hat ziemlich versagt. Die Schicht ist stark aberodiert und vollständig durchzogen von Mikrorissen. Sie wirkt völlig ausgewaschen und ist matt. Etwas kann man die schlechten Eigenschaften dem Ultramarine-Pigment zuschreiben. Gleicher Lack in braun schlägt sich wesentlich besser, erodiert aber auch merklich.

Die Verarbeitung des Lackes ist nicht sonderlich gut, so entstehen z.B. stärkere Pinselstriche, die nicht verlaufen.

Nachtrag 01.07.13: Die Probe wurde heute demontiert. Dieser Lack hat sich im bewitterten Bereich nicht bewährt, war stark wegerodiert. Allerdings hat Leinos auch darauf hingewiesen, dass dieser Lack nur für den geschützten Außenbereich geeignet ist. Interessant wäre gewesen, wie der Lack sich verhalten hätte, wenn man die Oberfläche jährlich dünnst (Lappen) mit Leinölfirnis oder einem Standöl aufgefrischt hätte. Die Rückseite hat noch einen gewissen Glanz, ist also nur wenig aberodiert. Der Farbeindruck ist uneinheitlich, teilweise ist das Blau gelblich-braun verfärbt. Auch feinste dunkle Punkte sind teilweie entstanden. An einer Seite hat sich ein weißer Pilz angelagert.

Probe 20: Sikkens Cetol HLS Dünnschichtlasur


Sikkens Cetol HLS Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Sikkens Cetol HLS ist eine Dünnschichtlasur, die eine deutliche, leicht glänzende Schicht auf der Oberfläche hinterlässt, insofern man, wie empfohlen, 3x behandelt. Dies wurde hier im Test auch gemacht. Sie ist recht dünnflüssig und zieht somit recht gut ins Holz ein, was für einen guten Verbund zwischen Holz und Lasur sorgt.

Die Lasur hat sich recht gut bewährt. Die Schicht ist nahezu vollständig intakt. Links unten sieht man leichte Harzausblühungen der Kiefer. Unter der Lasur ist das Holz vergraut, teilweise recht stark.

Die Lasur ist biozidhaltig.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Relativ wenig Verschmutzung aber die Oberfläche ist recht rau und lässt sich nicht gut reinigen. Lasur ist noch größtenteils auf der Oberfläche, aber Holz darunter ist stärker vergraut. Etwa 10% sind nicht mehr von Lasur überdeckt.


Sikkens Cetol HLS 07/2013

Probe 21: Natural Terrassenöl Lärche


Natural Terrassenöl Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2010

Natural Terrassenöl in Lärche pigmentiert. Hier wurde der Versuch bereits nach einem Jahr im Juni 2010 abgebrochen, daher stammt auch das rechte Bild nach einem Jahr Bewitterung. Anfangs sah noch alles sehr gut aus. Das Öl ist recht harzreich und bildet eine Schicht auf dem Holz. Diese war in den ersten Monaten auch gut intakt und hielt Wasser davon ab, ins Holz einzudringen. Als dann aber der Herbst und Winter kam, bei dem das Holz relativ lange immer wieder der Feuchtigkeit ausgesetzt war, vergraute die Oberfläche stark und es entstanden auch viele schwarze Punkte (Bläuepilz). Zudem war nach dem einen Jahr etwa 2/3 der Schicht wegerodiert. Daraufhin machte ich ein neues Testholz fertig, um die Ergebnisse ein zweites mal zu verifizieren. Dieses ist jetzt auch etwa 1 Jahr bewittert.


Natural Terassenöl Juni 2011 nach 1 Jahr Bewitterung

Die Oberfläche wirkt matt, es sind aber bisher nur wenige Stellen völlig wegerodiert. Insgesamt wirkt es wesentlich besser, trotzdem ist auch hier jetzt eine Nachpflege dringend nötig.

Hier zeigt sich, dass eine jährliche Nachpflege unbedingt nötig ist. Und eine Vergrauung kann das pigmentierte Öl auch nicht aufhalten, maximal etwas verzögern.

Nachtrag 01.07.13: Die zweite Probe, die ja mittlerweile 3 Jahre alt ist, wurde demontiert. Die Oberfläche ist deutlich und gleichmäßig erodiert. Es gibt nur noch eine hauchdünne Schicht. Etwa 10% liegen gleichmäßig verteilt offen. Der Farbeindruck ist mittelbraun. Rückseite: Noch glänzende und gut intakte Oberfläche. Holz hat hier auch unter der Lasur noch seine gelbliche Färbung. Ein schmaler (5-10mm) Randbereich ist mit fein verteilten Punkten von einem Pilz dunkel verfärbt.


Natural Terrassenöl 2010-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Probe 22: Clou Yachtlack


Clou Yachtlack Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Hier zeigt sich schön: Der Lack an sich hat eine sehr gut beständige Oberfläche. Er glänzt noch gut und ist überwiegend intakt. Das Holz darunter wird sehr gut vor Feuchtigkeit geschützt, es vergraut auch nicht. Für Kiefer typisch ist die Kontrastverstärkung von Früh- und Spätholz durch UV-Licht-Einwirkung.

Jetzt aber kommt die unschöne Seite: Sobald irgendwo die Lackschicht defekt ist, zieht Wasser ins Holz unter den Lack. Diese Stellen verfärben sich dunkelgrau. Hier sind es 4 Fehlstellen, links übereinander 3 Stück und rechts unten ein recht langer Bereich, der an einer scharfen Kante entstand. Solche Kanten sind besonders gefährdet im Außenbereich, weil hier der Lack dünn wird. Die anderen Fehlstellen können z.B. durch herabfallende Steine, durch Vögel oder andere Tiere entstanden sein. Man kann Holz im Außenbereich nie so schützen, dass keinerlei mechanische Defekte in der Oberflächenschicht entstehen.

Werden Fehlstellen schnell beseitigt, kann die Verfärbung verhindert werden. Hierzu müsste man aber regelmäßig inspizieren.

Positiv ist: Der Clou Yachtlack hat eine wirklich gute Beständigkeit im Außenbereich. Er blättert nicht ab, wurde nicht rissig oder porös und auch die Oberfläche wurde nicht aberodiert, wurde also nicht matt.

Nachtrag 01.07.13: Die Probe wurde entfernt, der Verfall schritt sehr schnell weiter, so das mittlerweile 90% der Oberfläche vergraut ist. Der Lack ist an vielen Stellen aufgerissen und blättert ab. Interessant auch die Rückseite: Bei vielen anderen Proben war die gut intakt, hier aber nicht. Die Lackschicht ist zwar fest haftend und ohne Risse, jedoch gibt es eine fein gepunktete Vergrauung über große Bereiche hinweg.


Clou Yachtlack 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Hier hat sich gezeigt, das Klarlack im Außenbereich nicht sehr lange hält und vor allem durch den starken Kontrast der Fehlstellen recht schnell ein sehr unschönes Bild entsteht. Und es zeigt sich, wie schnell der Verfall fortschreitet, wenn er erstmal begonnen hat. Mag sein, dass andere Klarlacke das noch etwas besser können, aber das grundsätzliche Problem bleibt: Irgendwann wird die Oberfläche mechanisch verletzt, dann dringt Wasser ein und das Holz vergraut dort. Das eindringende Wasser sorgt für Quellung, womit der Lack weiter aufreißt und sich von der Oberfläche löst.

Probe 23: Xyladecor Dekor-Lasur


Xyladecor Dekor-Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Diese biozidfreie wasserbasierte Kunstharzlasur machte zunächst einen sehr guten Eindruck. Nach einem Jahr war die Oberfläche noch vollkommen intakt und makellos. Doch jetzt nach 2 Jahren sieht die Schicht sehr mitgenommen aus und ist an vielen Stellen aufgerissen. Hier ein Detailfoto, was dies besser verdeutlicht:

Es gibt viele Stellen, wo durch Risse Feuchtigkeit ins Holz gekommen ist und wo sich auch schwarze Pilze anlagern. Die Quellbewegungen des Holzes scheinen die Oberfläche weiter zu zerstören.

Nachtrag 01.07.13: Probe wurde demontiert, nachdem die Oberflächenschicht mittlerweile ziemlich zerstört war. 20 % sind vollständig abgewittert, der Rest der Schicht blättert ab und neigt zum Zusammenschrumpfen, wodurch Risse in der Schicht breiter werden. Die Schicht wirkt matt. Die Rückseite ist vollständig in Ordnung mit dem typischen Glanz der frischen Beschichtung.


Xyladecor Dekor Lasur 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts:Rückseite

Probe 24: PNZ Holz-Lasur


PNZ Holz-Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Die PNZ-Holzlasur besteht aus natürlichen Ölen, die in Wasser emulgiert sind. Der hier verwendete Farbton grau ist deckend, streng genommen ist es also eher eine Farbe und keine Lasur.

Das Produkt hat sich gut gehalten, die Oberfläche ist komplett intakt. Sie neigt lediglich durch ihre matte Oberfläche dazu, das sich Schmutz und grüne moosartige Organismen ansammeln. Das ist jedoch nur oberflächlich und kann entfernt werden.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Lässt sich durch die raue Oberfläche schlecht reinigen. Nach Reinigung zeigten sich vielleicht 10% der Oberfläche, wo keine Lasur mehr auf der Oberfläche war. Jedoch kein abblättern und keine losen Schichten.


PNZ Holzlasur 07/2013

Probe 25: Sadolin Pinotex


Sadolin Pinotex Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Sadolin Pinotex ist eine biozidfreie wasserbasierte Lasur. Sie machte innerhalb des ersten Jahres einen sehr guten Eindruck. Der Film war vollständig intakt. Jetzt nach 2 Jahren sieht die Oberfläche recht mitgenommen aus. Es gibt zwar weiterhin Bereiche, wo der Film vollständig intakt ist, aber auch zahlreiche Bereiche, wo der Film aufriss, Wasser eindrang und schwarze Verfärbungen entstanden. Neben rissartigen Oberflächendefekten gibt es auch zahlreiche punktförmige defekte, was durch austretende Harze entstanden sein könnte. Hier nochmal eine Detailaufnahme:

Bereiche, wo Risse in der Oberfläche entstanden sind, quellen bei Regen recht stark auf. Das könnte ein Indiz sein, dass die Lasur nur unmittelbar auf der Oberfläche liegt und nicht tiefer einedrungen ist.

Nachtrag 01.07.13: Probe wurde demontiert. Schicht noch zu 90% vorhanden, aber stark angegegriffen. Schicht wirkt matt, platzt auf und schrumpft. Viele Bereiche durch Löcher in der Lasur dunkel verfärbt. Rückseite: Vollständig und gut intakt. Keinerlei dunkle Verfärbungen.


Sadolin Pinotex 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Probe 26: Sadolin Classic


Sadolin Classic Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Sadolin Classic ist eine biozidhaltige, lösmittelbasierte Dünnschichtlasur. Der Film wirkt durchweg noch intakt. Unter dem Film gibt es besonders im linken unteren Bereich dunkle Verfärbungen.

Nachtrag 01.07.13: Probe entfernt. 80% der Oberflächenschicht noch vorhanden. Schicht deutlich erodiert. Kein abblättern. Ein klein wenig Wespenfraß. Rückseite vollständig und gut intakt. Keine Verfärbungen durch Pilze.


Sadolin Classic 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Probe 27: Sadolin Solid


Sadolin Solid Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Sadolin Solid ist eine biozidhaltige Dickschicht-Alkydharz Lasur. Das Holz ist an zahlreichen Stellen rissig geworden und Wasser dringt ein. Schwarze Verfärbungen entstehen an diesen Stellen. Auf dem Bild ist das durch die dunkle Farbe der Lasur nicht so gut sichtbar. Die dunkle Farbe könnte aber auch dafür verantwortlich sein, dass das Holz stärker gearbeitet hat und dadurch auch Risse entstanden. Denn bei Sonne wird es besonders heiß. Auch gibt es zahlreiche kleine rissförmige und auch punktförmige Defekte. Ansonsten wirkt die Oberfläche aber noch recht intakt.

Nachtrag 01.07.13: Probe entfernt. Oberfläche wirkt matt mit deutlichen Erosionerscheinungen. Jedoch ist die Fläche noch durchweg dunkelbraun, es liegt also überall noch ein Lasurfilm drauf. Etwa 30% der Oberfläche sind stark durch dunkle Pilze besiedelt, die aber bei dem Farbton nicht auffallen. Ein paar ganz kleine Stellen sind ohne Beschichtung. Es gibt keine Stellen, wo sich die Lasur gelöst hätte und abblättern würde. Die Rückseite ist völlig intakt und wirkt frisch.

Im Schichttest auf dem Blech blättert diese Lasur mittlerweile deutlich ab, die meisten anderen Lasuren auf Acryl- und Alkydbasis hingegen halten weiterhin gut durch.

Probe 28: Sadolin Extra


Sadolin Extra Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Auch hier handelt es sich um eine biozidhaltige Dickschicht-Alkydharz Lasur. Einerseits ist der Film noch gut intakt, andererseits ist er auf der linken Seite stark von verfärbenden Pilzen befallen. Meist handelt es sich dabei um punktförmige Verletzungen der Oberflächenschicht, was auf Harzaustritt zurückzuführen sein könnte. Auch gibt es ein paar rissförmige Verletzungen des Films. An einigen wenigen Stellen blättert die Lasur bereits ab. Unter der Lasur hat sich an einigen Stellen das Holz grau verfärbt.

Nachtrag 06.07.13: Probe demontiert. Schicht noch zu etwa 80% vorhanden. Überall stark verfärbt. Blättert teilweise in kleinen Stücken ab. Schicht überall rissig, wo Wasser eindringt und für Verfärbungen sorgt. Rückseite zu 70% vollständig und gut intakt. Ein Bereich (links unten mit Sicht von oben) dunkel verfärbt. Dies ist die einzige Probe, die teilweise morsch geworden ist. Große Teile der linken Kante sind morsch. Hier scheint durch mehrere Risse Wasser eingedrungen zu sein und durch die recht dichte Beschichtung konnte es sich dort lange halten. Holz ist hier so weich, dass man es mit dem Fingernagel herausbrökeln kann.


Sadolin Extra 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Probe 29: Xyladecor Holzschutzlasur


Xyladecor Holzschutzlasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Xyladecor Holzschutzlasur ist eine biozidhaltige, lösemittelbasierte Dünnschicht-Alkydharz Lasur. Auffällig an dieser Lasur ist, dass sie sehr dünn eingestellt ist, recht gut ins Holz einzieht und kaum eine Oberflächenschicht hinterließ. Die Oberfläche blieb recht matt. Im Gegensatz z.B. zu Sikkens Cetol HLS oder Sadolin Classic, die eher eine dünne glänzende Schicht bildeten, die man deutlich auf dem Holz erkennt.

Das Holz ist nach 2 Jahren jetzt deutlich grau unter der Lasur geworden, jedoch ziemlich gleichmäßig. Es gibt keine auffälligen Verfärbungen, die Oberfläche wirkt also sehr gleichmäßig. Das deutet darauf hin, dass die Oberfläche recht offenporig bleibt.

Die Lasur wirkt mittlerweile recht ausgewaschen und an einigen Stellen blättert sie ab oder ist wegerodiert.

Nachtrag 01.07.13: Probe entfernt. Die Schicht ist zu etwa 20% vollständig abgetragen. Der Rest ist matt mit nur noch wenig Schichtstärke. Keine Schichten, die abblättern, stattdessen erodierendes Verhalten. Die Rückseite ist vollständig intakt. Auch keine teilweisen dunklen Verfärbungen, was vermutlich an der recht diffussionsoffenen Oberfläche liegt. Bei den abgetragenen Stellen vermutete ich zuerst Erosion und Abwitterung, wahrscheinlicher ist aber Wespenfraß (Besten Dank an Herrn Schneider, der mir diesen Tipp gab, weil auch selber bei sich bei dieser Lasur beobachtet.).


Xyladecor Holzschutzlasur 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Nachtrag 15.07.13: Das Produkt ist unter diesem Namen nicht mehr im Handel. Das Nachfolgeprodukt heißt jetzt Xyladecor Holschutz-Lasur 2 in 1.

Probe 30: Xyladecor Tür- und Fensterlasur


Xyladecor Tür- und Fensterlasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Xyladecor Fensterlasur ist eine biozidfreie, lösmittelhaltige Dickschichtlasur auf Alkydharz-Basis. An diesem Beispiel sieht man schön, wie stark die Farbwirkung von der Holzfarbe abhängt. Das frische gelbe Holz sorgt für ein kräftig-strahlendes Rot. Mittlerweile ist das Holz unter der Lasur aber deutlich vergraut, so dass eine ganz andere Farbwirkung entsteht. An einigen Stellen ist das Holz unter dem Film deutlich stärker vergraut, wodurch ein ungleichmäßiges Bild entsteht. Besonders rechts oben ist starker schwarz-verfärbender Pilzbefall zu sehen. An ein paar ganz wenigen Stellen ist die Lasur abgeblättert. Im Regen erkennt man gut, dass viele lange Risse im Film sind. Diese sind auch durch eindringende Pilze schwarz verfärbt. Unten rechts gibt es auch etwas grünlichen Belag.

Diese Lasur wird übrigens vom Hersteller mit "Bis zu 5 Jahre Wetterschutz" beworben. Und auch mit "UV-Schutz, damit die Farbbrillanz lang erhalten bleibt."

Nachtrag 01.07.13: Probe entfernt. Schicht zu etwa 90% noch vorhanden. Kein abblättern. Zu 40% durch dunklen Pilz verfärbt. Oberfläche matt mit deutlichen Erosionserscheinungen. Rückseite noch vollständig und gut intakt. Etwa 20% durch Pilz dunkel verfärbt.


Xyladecor Tür-Fensterlasur 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts:Rückseite

Probe 31: Xyladecor Dickschicht UV-Lasur


Xyladecor Dickschicht UV-Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Diese Lasur ist nach 2 Jahren arg mitgenommen. Entlastend muss beachtet werden, dass es sich um eine wenig pigmentierte Lasur im Farbton Buche handelt. Sie wird aber als "extrem UV-beständig - auch helle Farbtöne auf der Wetterseite" beworben. Genau das wollte ich mal wissen, ob das gelingt, deshalb auch die helle Farbauswahl. Auch wird sie mit "Bis zu 7 Jahre Wetterschutz" beworben. Das Fazit ist ernüchternd: Die Oberfläche ist großflächig punktartig zerstört, wo schwarze Pilzverfärbungen entstehen. An vielen Stellen ist der Film unterwandert und hat sich grau oder dunkelgrau verfärbt. Es gibt einige wenige Stellen, die noch gut intakt sind und wo die ursprüngliche Holzfarbe erhalten geblieben ist. Hierdurch ergibt sich aber auch ein sehr ungleichmäßiges Oberflächenbild.

Bei der Lasur handelt es sich um eine dickschichtige, biozidhaltige, lösemittelbasierte Alkyd-Lasur.

Nachtrag 01.07.13: Probe wurde demontiert. 20% der Oberfläche ohne Beschichtung, Lasur blättert in kleinen Stücken ab, die komplette Beschichtung ist überall nur noch wenig haltbar und defekt. Rückseite: 20% sind leicht dunkel verfärbt, der Rest ist vollständig intakt.


Xyladecor UV-Lasur 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Probe 32: Gori 33


Gori 33 Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Gori 33 ist eine dünnschichtige wasserbasierte Acryllasur ohne Biozide. Diese Lasur zieht recht gut ins Holz ein und bildet kaum einen Film auf dem Holz. Es ensteht also kein glänzender Film, sondern eher eine matte Oberfläche.

Die Oberfläche wirkt immer noch sehr gleichmäßig, wenn auch deutlich vergraut. Die Vergrauung ist aber einheitlich über die ganze Fläche, was eine gewisse Offenporigkeit vermuten lässt. Bei Regen erkennt man dies auch deutlich. Die Beschichtung ist vollständig intakt, es ist nichts abgeblättert oder soweit aberodiert, dass Holz sichtbar wäre. Ein paar Risse im Holz haben zu ein dunkleren Verfärbung geführt, die aber bei der dunklen Grundfarbe kaum auffallen.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. War wenig verschmutzt, Reinigung ging gut, wenn auch die Oberfläche etwas rau ist. Probe mittlerweile sehr viel dunkler durch Holzvergrauung aber Oberflächenbeschichtung noch weitgehend intakt.


Gori 33 07/2013

Probe 33: Gori 44+


Gori 44+ Lasur: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Gori 44 ist eine dünnschichtige, lösemittelbasierte, biozidhaltige Alkydlasur. Hier wollte ich auch mal wieder einen hellen Farbton ausprobieren. Anfangs sah alles sehr vielversprechend aus. Nach einem Jahr war die Holzfarbe noch schön erhalten. Doch dann baute sie relativ schnell ab und die Oberfläche vergraute immer mehr. Nach 2 Jahren blätterte sie dann auch noch an zahlreichen Stellen ab. Die rechte Seite erscheint im Bild dunkler, weil sie hier durch vorherigen Regen noch feucht ist. Hierdurch zeigt sich auch der starke farbliche Unterschied zwischen trockenem und nassen Holz. Die Oberfläche ist auch durchweg rissig, wodurch überall Wasser direkt ins Holz eindringt.

Beworben wird diese Lasur mit "Micro-Moleküle auf Alkydharzbasis dringen tief ins Holz ein und sorgen für bessere Wirksamkeit und längere Haltbarkeit." Dies war jetzt nicht beobachtbar, wobei man auch hier sagen muss, dass es sich um einen sehr hellen, wenig pigmentierten Farbton handelt. Es ist eigentlich illusorisch zu glauben, dass man mit so einer Dünnschichtlasur das Holz längere Zeit vor Vergrauung schützen kann. Das abblättern zu diesem Zeitpunkt überrascht jedoch etwas. Hier schneidet die Gori 33 deutlich besser ab. Oder liegt das lediglich am anderen Farbton oder sonstigen Effekten?

Nachtrag 01.07.13: Probe demontiert, weil Oberfläche mittlerweile weitgehend zerstört und Holz vergraut. Etwa 40% sind vollständig abgewittert, könnte teilweise auch Wespenfraß sein. Interessant die Rückseite: Diese ist fast vollständig intakt und noch schön orange. Lediglich an einer Stelle gibt es sehr dunkle Verfärbungen. Das ist auch wieder typisch für solche recht dichten Lasuren: Dringt Wasser irgendwo ein, entstehen dort Nester, die längere Zeit feucht bleiben und deshalb stärker durch verfärbende Pilze belagert werden.


Gori 44 2009-2013 Links: Vorderseite Rechts: Rückseite

Probe 34: Remmers Aidol HK-Lasur


Remmers Aidol HK-Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Hierbei handelt es sich um eine dünnschichtige, lösemittelbasierte, biozidhaltige Alkydharz-Lasur. Auffallend war bei Applikation, dass die Lasur gut ins Holz einzieht und keine sichtbare Schichtbildung entstand. Es zeigte sich auch recht schnell bei Bewitterung, dass diese Lasur sehr offenporig ist, Wasser also gut eindringen, aber auch wieder gut abtrocknen kann. Dies sorgte mit der Zeit für eine gleichmäßige Vergrauung, weshalb das Holz nun etwas dunkler wirkt. Das rechte Bild täuscht etwas, weil es noch etwas feucht vom letzten Regen war. Es fiel auch auf, dass das Holz recht stark arbeitete - auch ein Indiz für die sehr offenporige Oberfläche.

Die Oberfläche ist vollkommen intakt. Sie wirkt fast wie eine ölbasierte Lasur, z.B. wie Probe 06 Natural Lasur. Das Holz ist durch die Offenporigkeit von Rissen durchzogen.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Reinigung funktioniert gut, wenig Verschmutzung. Oberfläche noch weitgehend einheitlich braun gefärbt. Noch recht gut intakt.


Remmers Aidol HK Lasur 07/2013

Probe 35: Ultranature Lasur


Ultranature Lasur Links: Juni 2009 Rechts: Juni 2011

Die Ultranature ist eine ölbasierte, lösemittelhaltige, biozidfreie Lasur. Für eine ölbasierte Lasur etwas ungewöhnlich war die stärkere Schichtbildung - ganz anders als z.b. die Lasur von Natural, die keine erkennbare Schicht hinterlässt. Die Lasur ist auch recht deckend und versteckt das Holz fast vollständig.

Man sieht auch hier deutlich die Vergrauung des Holzes unter der Lasur, was zu einem anderen Farbeindruck führt. Die Oberfläche ist in einem guten, vollständig intakten Zustand. Dunkel verfärbende Pilze findet man fast nicht. Unten rechts ist Harz an einem Ast stärker ausgetreten, was sich aber nicht sonderlich nachteilig auswirkte. Ein auffällig langer Riss geht links von oben nach unten durchs Holz, am Riss findet man aber keine Auffälligkeiten.

Nachtrag 06.07.13: Die Probe wurde heute das erste mal mit Wasser+Spülmittel gereinigt. Wenig Verschmutzung und lässt sich gut reinigen. Oberfläche vollständig intakt, sieht sehr gut aus. Bei dieser Lasur bin ich am meisten positiv überrascht, weil von einem eher wenig bekannten Hersteller, der hauptsächlich für Baumärkte produziert. Wenn man genauer hinschaut, steht hinter Ultranature die Reincke Naturfarben GmbH, die vor ein paar Jahren auch Leinos übernommen hat. Leinos wiederum ist eine recht bekannte Marke im Bereich Naturfarben.


Ultranature Lasur 07/2013

Probe 37: Steinert Drachenöl


Steinert Drachenöl Links: Juni 2010 Rechts: Juni 2011

Das Steinert Drachenöl basiert auf natürliche Harzen und Ölen, nicht pigmentiert. Es ist ein recht schichtbildendes Öl, was für Kettensägen-Skulpturen entwickelt wurde. Es wurde abweichend von den anderen Proben erst im Juni 2010 bewittert, die Testzeit betrug also nur 1 Jahr.

Auf der einen Seite zeigt sich, dass unpigmentierte Öle keine Vergrauung aufhalten können. Weil das Öl aber eine relativ dichte Schicht auf der Oberfläche bildet, entstand nach ca. 6 Monaten ein sehr ungleichmäßiges Oberflächenbild: Immer mehr Stellen, bei denen die Oberflächenschicht durchdrungen ist und die grau werden. Der Rest hingegen noch voll in Holzfarbe.

Die unbewitterte Rückseite ist noch vollständig intakt und in Holzfarbe.

Nachtrag 01.07.13: Probe demontiert. Die Oberfläche ist komplett vergraut, durch Wespenfraß sieht man auch teilweise die Ursprungsholzfarbe wieder durch. Interessant die Rückseite, diese ist vollständig intakt und in der Ursprungs-Holzfarbe. Ganz ähnlich, wie Leinöl-Firnis oder Tungöl, jedoch mit etwas mehr Schichtbildung, die Wasser weniger eindringen lässt.

Bemerkenswerte Produkte

Einige Produkte sind mir positiv aufgefallen oder haben mich überrascht. Diese möchte ich hier nochmal zusammenfassen.

Osmo ist mir in vielerlei Hinsicht positiv aufgefallen. Von der Osmo Einmallasur, die ich auch wirklich nur einmal gestrichen habe, hätte ich diese positiven Eigenschaften nicht erwartet. Das war insofern erstaunlich, weil diese Lasur bei Stiftung Warentest nur mit befriedigend abgeschnitten hat. Ich habe diese Lasur auch bei einem Gartenzaun eingesetzt und sie bewährt sich gut. Hervorzuheben ist, dass dies trotz Verzicht auf Biozide gut funktioniert, zumindest bei den hier eingesetzten dunklen Farbtönen (Nuss und Ebenholz/schwarz hatte ich getestet).

Die Osmo Landhausfarbe - ebenfalls ohne Biozide - hat sich auch erstaunlich gut bewährt.

Die farblosen Öle von Osmo sind äußerst filmstabil, was der Filmtest auf einem Blech zeigte. Das macht das Osmo Hartwachsöl zu einem Kandidaten für die Innenflächen von Fensterrahmen. Dort hat man ja auch im Innenbereich mit erhöhter UV-Belastung zu rechnen. Wegen der guten UV-Stabilität kann ich mir auch einen Außeneinsatz vorstellen, z.B. bei Gartenmöbeln - falls man mal kein Außenöl griffbereit hat.

Beim Filmtest hat mich auch das Owatrol Öl überrascht. Habe ich diesem Produkt bisher keine sonderliche Bedeutung beigemessen und es für ein gewöhnliches Halböl gehalten. Der Film ist aber wesentlich beständiger, als man das von nicht modifizierten natürlichen Ölen kennt.

Die wasserbasierte PNZ Holzlasur ist zwar etwas schmutzanfällig, hat mich aber durch ihre gute Haltbarkeit ebenso überrascht. Auch der Filmtest hat hier erstklassige Ergebnisse gezeigt.

Die Sikkens Cetol HLS hat sich als Dünnschichtlasur mit deutlich versiegelnder Schichtbildung gut bewährt. Bei den offenporigen Dünnschichtlasuren ist die Remmers Aidol HK-Lasur am offensten und hat sich bestens bewährt. Xyladecor Lasur hat sich hier auch gut bewährt, was ich wegen negativer Kritik in manchen Foren nicht erwartet habe.

Erstaunlich fand ich die Ergebnisse der Gori 33, weil es sich hier um eine wasserbasierte und biozidfreie Lasur handelt, die zudem für Kinderspielzeug und Innenräume freigegeben ist. Die Beständigung selbst nach 4 Jahren Vollbewitterung ist sehr gut. Auch die Verarbeitung ist durch ihre thixotrope Einstellung erstklassig. Sie punktet damit vielseits und macht sie zu einem interessanten und recht universellen Produkt.

Bei offenporigen ökologischen Oberflächen auf Ölbasis ist die Natural-Lasur ein gutes Produkt. Sie zieht vorzüglich ins Holz ein und färbt gut ein.

Erstaunt hat mich, dass auch ein pigmentiertes Leinölfirnis sehr gut funktioniert und damit ein ökologischer Preistipp ist.

Bei diesen nicht schichtbildenden Ölvarianten muss allerdings beachtet werden, dass Wespen eine Gefahr darstellen können. Diese knabbern gerne an offenen Holzoberflächen herum, im Test gab es aber nur einige wenige Fraßpuren.

Die Auro 160 hat als wasserbasiertes, stärker schichtbildendes Ölprodukt mit konsequenter ökologischer Ausrichtung recht gut abgeschnitten, trotz dem Verzicht auf Biozide. Durch die recht stabile Schicht gibt es z.B. keine Probleme mit Fraßpuren. Durch die recht diffusionsoffene Schicht vergraut natürlich das Holz unter der Lasur, weshalb man mit hellen Farbtönen im voll bewitterten Bereich recht schnell mit dunklen Verfärbungen rechnen muss. Um hier mal einen Gegencheck zu machen, wurde mit der hellen Farbe ocker-gelb ab 7.2013 ein neuer Test begonnen.

Die Ultranature Lasur ist auch eine schichtbildende ölbasierte Lasur, aber auf Lösemittelbasis. Sie hat mich in ihrer Haltbarkeit sehr positiv überrascht, vor allem weil ich es von diesem Produkt nicht erwartet habe. Auch nach 4 Jahren ist die Beschichtung noch erstklassig und zählt damit zu den besten stärker schichtbildenden Produkten im Test. Und das auch ökologisch einwandfrei und ohne Biozide.

Nicht ökologisch ausgerichtet, aber gute Ergebnisse brachte bei diesem Test auch die Consolan Wetterschutzfarbe. Gegenüber der Osmo Landhausfarbe kann man hier allerdings irgendwann Probleme mit abblätternden Schichten bekommen, was die Renovierung schwierig macht. Wenn so beschichtete Flächen aber regelmäßig nachgepflegt werden, sollte auch Consolan langfristig gut funktionieren. Mehrere Leser bestätigten mir auch gute Langzeit-Erfahrungen mit Consolan. Nach 4 Jahren waren jedenfalls noch keine Anzeichen für abblätternde Schichten zu erkennen, die Oberfläche war vollständig intakt.

Wenn es um Klarlack im Außenbereich geht, so hat Clou Yachtlack in den ersten 2 Jahren gut abgeschnitten. Auch der Filmtest zeigte beste Ergebnisse. Mit Klarlack behandelte Flächen im Außenbereich müssen aber gut gewartet werden, weil durch kleinste Fehlstellen schnell Wasser eindringt und dann mit starken Verfärbungen zu rechnen ist. Dann geht der Zerfallsprozess der Oberflächenbeschichtung ganz schnell vonstatten, wie die Probe zeigte. Nach 2 Jahren sah sie noch ganz gut aus, aber es entstanden erste Defekte. Nach 4 Jahren war das Holz fast vollständig vergraut und der Lack blätterte überall ab.

Abschließende Bewertung

Beim Test der Filmbeständigkeit auf einer Metallplatte fiel klar auf: Produkte auf Basis natürlicher Öle, Harze und Wachse erodieren relativ schnell ab. Unpigmentierte Produkte waren oft schon nach 1 Jahr aberodiert, pigmentierte Produkte hatten schon deutlich an Schichtdicke verloren und einige waren nach 2 Jahren auch schon aberodiert.

Hier gibt es in der Tat große Fortschritte bei den modernen Beschichtungen sowohl auf Acryl- wie auch auf Alkydharzbasis (teilweise auch Alkyd-Urethan z.B. Clou Yachtlack). Diese zeigten durchweg nach 2 Jahren keinerlei Erosionserscheinungen, auch nicht die unpigmentierten Klarlacke. Auch nach 4 Jahren waren die meisten Beschichtungen auf dem Testblech noch vollständig intakt.

Aus der Reihe fallen Produkte zweier Hersteller (Osmo und PNZ), die sich auch recht naturnah einstufen und auf Basis natürlicher Rohstoffe produzieren, die aber vermutlich diese Grundstoffe stärker modifizieren. So kann man aus natürlichen Ölen z.B. Alkydharze herstellen. Dies könnte erklären, warum trotz natürlicher Grundstoffe die Haltbarkeit der Schicht wesentlich besser war.

Der Test zeigte allerdings deutlich, dass gute Filmbeständigkeit noch lange keine gute Holzbeschichtung ausmacht.

Diverse Dickschichtlasuren zeigten klar, dass die Idee nicht aufgeht, Holz möglichst dick und dicht zu beschichten. Holz widersetzt sich stark diesen Versuchen der Oberflächenabdichtung. Durch Quell-Schwindbewegungen reißen solche Beschichtungen auf, Wasser dringt ein, Pilze siedeln sich an und verfärben Fehlstellen. Dampfdruck und austretende Harze zerstören die Oberfläche, auch hier dringt wieder Wasser ein und Verfärbungen treten auf. Fehlstellen können durch mechanische Belastungen entstehen (Tiere, Steine etc.). Schichten können von Wasser unterwandert werden und kann dann nur wieder schwer entweichen. Folge können Holzschädigungen und vermehrtes Pilzwachstum sein, mit entsprechender dunkler Verfärbung. Außerdem sorgt die Unterwanderung dafür, dass sich die Beschichtungen lösen, sie blättern ab. Auch die chemische Belastung z.B. durch Vogelkot sollte man nicht unterschätzen.

Hier zeigte sich auch, dass die Dickschichtprodukte diverser Hersteller sich nicht sonderlich unterschieden. Die Hauptproblematik bleibt, dass eine Abdichtung einer Holzoberfläche nur schwer dauerhaft gelingt.

Hier muss allerdings auch erwähnt werden, dass die meisten Dickschichtlasuren nicht grundiert wurden, weil es der Hersteller nicht in seinen Merkblättern erwähnt hatte. Es handelte sich vor allem um Heimwerkerprodukte, die auf Einfachheit in der Verarbeitung optimiert sind. Bei Profi-Produkten wird in der Regel immer mit einer dünnflüssigen Grundierung behandelt, womit die Ergebnisse deutlich besser ausfallen dürften.

Die Praxis kennt aber auch auch viele Beispiele: Fenster und Türen, die erstklassig mit Dickschichtlasuren behandelt werden, können über lange Zeit überstehen. Besonders dann, wenn sie vor Regen geschützt sind und vor allem, wenn regelmäßig wartet. Die Beschichtung muss regelmäßig kontrolliert und Schadstellen ausgebessert werden. Auch die regelmäßige Auffrischung der Oberfläche macht Sinn, um der Erosion entgegenzuwirken und Mikrorisse zu schließen (z.B. Sikkens Pflegemilch, mitunter sind auch dünnschichtige Lasuren nutzbar, die man evtl. noch weiter verdünnt). Problematisch ist allerdings ein regelmäßiges dickschichtiges Überpinseln, weil dann zu dicke Schichten entstehen, die dann stärker zum Abblättern neigen.

Wegen der Vergrauung des Holzes hat sich gezeigt, dass helle und wenig pigmentierte Lasuren besonders problematisch sind. In Verbindung mit Dickschichtlasuren können schnell stark fleckige Oberflächen entstehen. Da gibt es dann Bereiche, die noch sehr gut geschützt sind, andere, die schon vollständig unterwandert und vergraut sind oder wo Pilze schwarzgrau verfärben.

Dunkle Lasuren hingegen verdecken die dunklen Verfärbungen durch Pilze (Nuss, Palisander).

Bemerkenswert, dass die Proben, die weiß deckend gestrichen wurden, sehr gut abschnitten (Brillux, Osmo, Consolan). Weiß hat den Vorteil, dass das Holz sich weniger erwärmt und damit z.B. keine Harze herausgedrückt werden, die die Schichten beschädigen würden. Auch wenn es aus der Mode gekommen ist, Fenster weiß zu streichen, so scheint es aus technischer Sicht eine vorteilhafte Wahl zu sein.

Das auch schichtbildende, recht dichte Beschichtungen auf Basis natürlicher Harze und Öle problematisch sein können, haben ein paar Produkte aufgezeigt: Ungleichmäßige Verfärbung bei Natural Terrassenöl und Steinert Drachenöl. Ein Teilbereich des Testbrettes der Natural-Lasur, wurde zusätzlich mit Natural Wetterschutz beschichtet. Dieser Bereich zeigte erstmal einen wesentlich besseren Schutz des Holzes - es vergraute nicht so schnell und dort perlte das Wasser auch ab. Nach 2 Jahren blätterte der Wetterschutz jedoch stellenweise ab. Beim Steinert Drachenöl kam es zuerst zu Fleckigkeit, weil Bereiche noch sehr gut durch die Schicht geschützt waren, andere schon deutlich unterwandert wurden. Nach 3 Jahren ist jedoch wieder eine einheitliche graue Fläche entstanden, weil die Schicht inzwischen vollständig unterwandert bzw. wegerodiert ist.

Einige Produkte haben bewiesen, dass eine dünnschichtige, möglichst offenporige Oberflächenbehandlung eine bessere Alternative für Holz ist. Hier hat man zwar mit größeren Quell-Schwindbewegungen und Rissneigung zu rechnen, jedoch schafft man hier keinen problematischen Übergang von offenporigem Holz zu dichter Beschichtung. Die Vorteile sind eine gleichmäßige Oberflächenvergrauung unter der Beschichtung, keine Pilznester, wo stärkere Verfärbungen auftauchen und Wasser kann recht ungehindert aus dem Holz wieder raus, wird also nicht von dichten Schichten gehindert. Gut zu beobachten war dies bei Gori 33, Remmers Aidol HK, Xyladecor Holzschutzlasur, Natural Lasur, Leinölfirnis pigmentiert.

Einige Dünnschichtprodukte haben diese sehr offenporigen Eigenschaften nicht. Sie bilden einen dünnen, aber recht dichten Film aus. Hier entstanden teilweise ähnliche Probleme, wie bei Dickschichtlasuren, z.B. eine fleckige Oberfläche.

Dünnschichtige Produkte haben auch den Vorteil, dass sie abwittern und so recht leicht überarbeitet werden können. Man hat keine dicken abblätternden Schichten, über die man nicht drüberstreichen kann und die bei Renovierung nur schwer zu entfernen sind.

Dünne Schichtdicke bedeutet allerdings auch, dass sie nicht ewig hält. Bei voller Bewitterung sollte in der Regel alle 2-4 Jahre aufgefrischt werden. Dort, wo Bauteile vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind, kann die Standzeit wesentlich länger sein. Wobei viele dünnschichtige und einziehende Produkte verschobene Wartungsintervalle problemlos verzeihen. Sie erodieren langsam immer weiter weg und können jederzeit einfach aufgefrischt werden.

Die Rückseiten der Proben bestätigen auch, wie viel länger geschützte Flächen halten. Es geht hier um die 2 Einflussfaktoren UV-Strahlung und Wasserbelastung. Beide sind auf den Rückseiten stark reduziert. Der Filmhaltbarkeitstest auf einem Blech zeigte ja, dass die meisten modernen Anstrichstoffe auf Alkyd- und Acrylbasis gegenüber UV sehr stabil sind. Acryl scheint da noch etwas besser zu sein, das hat sich aber noch nicht klar bestätigt. Ölbasierte Lacke und Lasuren hingegen erodieren wesentlich schneller durch UV und brauchen dann evtl. früher eine Auffrischung. Wenn es um UV geht, scheinen also moderne Anstrichstoffe überlegen. Wenn es um Wasserbelastung geht, scheinen ölbasierte Produkte überlegen, weil sie nicht so zum abblättern neigen und weniger unterwandert werden. Allerdings vergraut das Holz unter solchen recht diffusionsoffenen Schichten bei Wasserbelastung schneller, weshalb helle lasierende Beschichtungen hier schnell einen unschönen Farbeindruck bekommen.

Bei maßhaltigen Bauteilen, die wenig Quellen und Schwinden dürfen, ist der Einsatz von Dünnschichtlasuren kritisch. So können vollbewitterte Fenster und Türen zu stark arbeiten, so dass sie klemmen, sich verziehen oder nicht mehr richtig abdichten. Konventionelle Dickschichtlasuren hingegen sind wartungsintensiv, besonders dann, wenn nicht regelmäßig gewartet wird und so größere Schadstellen mit abblätternden Lasuren entstehen. Hier könnte eine interessante Alternative der Einsatz von stärker schichtbildenden ölbasierten Produkten sein, z.B. Osmo Landhausfarbe, die Auro Lasur Aqua oder die Lasur von Ultranature. Auch nicht getestete Leinölfarben oder Standölfarben gehören dazu. Sie neigen nicht so zum abblättern und können so gut überarbeitet werden. Im Test waren sie in der Haltbarkeit besser, als konventionelle Dickschichtlasuren. Allerdings dürfen sie nicht über konventionelle Lasuren gestrichen werden, sie brauchen saugfähiges rohes Holz.

Zumindest bei einer Probe mit einer dickschichtigen Lasur gab es nach 4 Jahren morsches Holz. Das ist noch eine etwas dünne Datenlage, aber auch mit anderen Beobachtungen stützt das die These, dass gerade recht diffusionsdichte dicke Schichten dafür sorgen können, Holz innerhalb kurzer Zeit vollständig zu zerstören. Wasser dringt ein, kann nur schwer entweichen und sorgt für lange Phasen hoher Holzfeuchte. Das sind die idealen Bedingungen für holzerstörende Pilze. Wäre die Probe unbehandelt geblieben, wäre sie vermutlich noch vollständig intakt, stattdessen nur oberflächlich vergraut und etwas erodiert. Dickschichtige ölbasierte Farben und Lasuren sind hier auch unkritischer, weil sie recht diffusionsoffen sind.

Der Test zeigt, dass Vollbewitterung von Holz eine starke Belastung darstellt. Gerade die ständige Feuchtigkeitsbelastung durch Regen setzt den Beschichtungen stark zu. Das ist mir besonders in Phasen des Jahres aufgefallen, wo das Holz wochenlang recht feucht blieb, weil es täglich geregnet oder geschneit hat. Nach jedem Winter konnte ich auch starke Verwitterung beobachten, weil hier über längere Zeit das Holz feucht blieb, weil die Sonne fehlte und es so nicht trocknen konnte. Von Frühjahr bis Spätsommer hingegen veränderten sich die Proben in ihrer Erscheinung nur wenig.

Wenn man durch konstruktive Maßnahmen erreichen kann, dass Feuchtigkeit vermieden wird oder sehr schnell wieder abtrocknet, können Beschichtungen wesentlich länger halten. Es ist z.B. nicht ungewöhnlich, dass Holzfenster mit Dickschichtlasur 7-10 Jahre ohne Nachpflege durchhalten können, wenn sie gut behandelt wurden und vor Feuchtigkeit weitgehend geschützt sind.

Der Beobachtungszyklus von 4 Jahren lässt sicherlich schon eine recht gute Beurteilung zu, jedoch ist es auch interessant, wie sich einige Lasuren weiterhin verhalten werden. Es kann durchaus sein, dass Lasuren, die jetzt noch gut aussehen, nach weiteren Jahren sehr geschädigt sind, andere hingegen wesentlich länger durchhalten. Das gilt auch für den Filmtest, hier werden Unterschiede erst nach wesentlich längerer Zeit auffallen.

Die Proben wurden absichtlich in keiner Form gewartet. Auch diese Frage ist natürlich spannend: Was wäre, wenn man Schäden recht kurzfristig beseitigt? Wären dann Lasuren, die jetzt schlecht abgeschnitten haben, doch recht lange haltbar? Typisches Beispiel sind Öllacke, die zwar relativ schnell oberflächlich erodieren, die man aber sehr schnell nachölen kann.

Interessant ist der Vergleich von modernen Anstrichstoffen mit den Beschichtungen von Naturfarbenherstellern. Hier gibt es keinen Gewinner, es gibt aus beiden Lagern Produkte, die ihre Tauglichkeit bewiesen haben. Bei den Naturfarbenherstellern klappte das sogar oft ohne Biozide. Aber auch biozidfreie Produkte von konventionellen Herstellern waren gut im Test. Der Nutzen von Bioziden scheint mir da manchmal zweifelhaft. Sie verhindern weder eine Vergrauung des Holzes unter der Lasur, noch halten sie verfärbende Pilze zurück. Es findet sich im Test kein Zusammenhang, dass biozidhaltige Lasuren deutlich besser abschneiden. Konventionelle Hersteller statten ihre Lasuren in der Regel biozidhaltig aus, weil es in einigen Fällen was bringen könnte und in anderen Fällen zumindest nicht schadet. Das dadurch Umwelt und Verarbeiter unnötig belastet werden, wird hier zu wenig berücksichtigt.

Bei den konventionellen Lasuren gibt es in den letzten Jahren einen Trend von lösemittelbasierten Produkten hin zu wasserbasierten Produkten. Die meisten wasserbasierten Produkte basieren zudem auf Acrylaten, während es bei lösemittelbasierten Produkten Alkydharze dominieren. Hier wäre die Frage dann interessant, ob nun Acryl oder Alkyd das bessere System ist. Und ob wasserbasierte Systeme oder lösemittelbasierte Systeme besser sind. Der Test lässt hier keinen klaren Trend erkennen. So schneidet z.B. Gori 33 als Wasser-Acrylsystem sehr gut ab, Remmers Aidol HK-Lasur als Alkyd-Lösemittelsystem ist aber auch sehr gut. Gori 44plus ist ein Alkyd-Wassersystem und hat nach 2 Jahren schon deutlich geschwächelt, nach 4 Jahren waren 40% abgewittert. Aber auch Consolan ist ein Alkyd-Wassersystem und sieht nach 4 Jahren noch erstklassig aus. Dieser Test war allerdings nicht so designt, um dieser Frage nachzugehen und die Datenbasis dafür ist schlecht. Man müsste vielmehr Produkte ähnlicher Schichtdicke und ähnlicher Farbe, aber unterschiedlicher Systembasis vergleichen.

Was sich hier sagen lässt: Dünnflüssige lösemittelhaltige Produkte, die nahezu immer auf Alkydharzen basieren, ziehen wesentlich tiefer ins Holz ein, als wasserbasierte Produkte.

Das Thema Wespenfraß findet noch viel zu wenig Berücksichtigung, muss aber ernst genommen werden. Was nützt die beste Beschichtung, wenn sie innerhalb eines Sommers zu großen Teilen von Wespen abgefressen wird? Intakte Dickschichtlasuren und Farben scheinen nicht betroffen zu sein. Entweder ist hier der Film beständig genug oder die Wespe erkennt darin keine Nahrungsquelle. Auch ölbasierte Produkte mit deutlicher Schichtbildung wurden in Ruhe gelassen (Auro 160, Ultranature Lasur, Osmo Einmallasur, Leinos Decklack, Osmo Landhausfarbe, Osmo Holzdeckfarbe, Natural Terrassenöl). Das gilt natürlich nur, wenn die Schichten nicht schon deutlich erodiert sind oder schon abblättern.

Bei den eher dünnschichtigen Lasuren gibt es einige, die erstaunlicherweise auch nicht von Wespenfraß betroffen sind:

  • Sikkens Cetol - vermutlich, weil trotz Dünnschicht eine deutliche Schicht auf der Oberfläche noch vorhanden ist.
  • Sadolin Classic - fast keine Fraßpuren
  • Gori 33 - keinerlei Fraßpuren
  • Remmer Aidol HK Lasur - Obwohl ein Produkt, was nahezu keine Schicht bildet, scheinen Wespen das nicht zu mögen. Fast keine Fraßpuren.

Ansonsten sind es gerade die dünnschichtigen Lasuren, die von Wespenfraß betroffen sind. Egal ob konventionelle Lasuren mit Bioziden oder biozidfreie ölbasierte Produkte. Und rohes Holz wird auch gerne abgeknabbert. Ob die Farbe eine Rolle spielt, wäre nochmal ein interessantes Forschungsfeld.

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31.05.2016 - Bild

Hiermal ein seitliches Bild von Probe 76 (Jotun Benar) und 77 (Osmo UV-Schutzöl). Man sieht hier den Glanz von Jotun Benar. Auch wenn es sich Öl nennt, ist es im Grunde ein Lack, der eine dickschichtige Oberfläche hinterlässt. Das UV-Schutzöl ist auch schichtbildend, aber mit wesentlich dünnerer Schicht, die auch eher matt ist.

29.02.2016 - Neue Proben

Bereits im September waren schon zahlreiche neue Proben fertig, ich bin aber erst jetzt dazu gekommen, die auf den Prüfstand zu nehmen. Hierzu mussten einige andere Proben vom Prüfstand.

Vom Prüfstand entfernt:

  • 01. PNZ-Coloröl aus 6/2009 - Die Oberfläche war schon länger kaputt und das Holz sehr rissig. Hat sich die letzten Jahre wenig verändert. Neue Erkenntnisse waren nicht zu erwarten.
  • 62. Biopin-Yachtlack aus 7/2013 - Die Probe war ja schon 06/2015 recht kaputt. Die Risse im Lack haben sich auf der gesamten Oberfläche fortgesetzt.
  • 06. Natural-Lasur aus 6/2009 - War inzwischen weitestgehend abgewittert, neue Erkenntnisse sind nicht mehr zu erwarten.
  • 11. Livos Kaldet aus 6/2009 - Ebenso größtenteils abgewittert, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
  • 32. Gori 33 Mahagoni aus 6/2009 - Die Oberfläche war weitestgehend abgewittert, das Holz sehr rissig und schon stärker geschädigt. Gori 33 hat sich ja sehr gut bewährt. Ich äußere aber mal eine These: "So lange die Oberfläche noch gut intakt ist, funktionieren diese wasserbasierten Aryllasuren recht gut. Wenn die Oberfläche aber recht weit abgewittert und porös geworden ist, gibt es kaum noch Schutz. Bei ölbasierten Systemen scheint das anders. Diese dringen tiefer in die obigen Holzschichten ein. Selbst wenn sie oberflächlich abgewittert sind, bieten sie noch Schutz im Holz und sorgen für weniger Feuchtigkeitsaufnahme." Das klingt logisch und deckt sich mit meinen Beobachtungen. Ob sich diese These wirklich bewahrheitet, müsste experimentiell überprüft werden.

Bei den Proben, die neue auf den Teststand gekommen sind, gibt es einige halbe Proben. Ich hatte nur kleine Probetütchen von Osmo, die nicht gereicht hätten. Gleichzeitig hatte ich nicht viel Platz auf dem Teststand. So hab ich einen Kompromiss gewählt: Die untere Hälfte und die obere Hälfte des Testbrettes enthalten unterschiedliche Proben. Das hat ganz gut funktioniert. Gleichzeitig wurde die Rückseite bei diesen Proben einheitlich mit Osmo Landhausfarbe gestrichen, auch wieder, weil nicht genügend Inhalt in den kostenlosen Osmo Probetütchen war.

Diesmal hab ich alle Proben auch gewogen. Mir ist im Laufe der Tests aufgefallen, dass das mal wichtig sein kann, um die Holzzerstörung bewerten zu können. Natürlich muss man später das Holz für die Bewertung erst wieder auf Ausgleichsfeuchte in Innenräumen heruntertrocknen.

Neu auf den Prüfstand gekommen (28.02.2016):

  • 72. (halbe Probe oben) Osmo Landhausfarbe weiß, zweimal wie Datenblatt, 206,8g
  • 73. (halbe Probe unten) Osmo Öl-Lasur Nuss, zweimal wie Datenblatt, 206,8g
  • 74. (halbe Probe oben) Osmo Öl-Lasur Kiefer, zweimal wie Datenblatt, 209,2g
  • 75. (halbe Probe unten) Osmo Einmalöl Kiefer, dünn zweimal, 209,2g
  • 76. Jotun Benar, glänzend mit UV-Schutz, grundiert mit Visir, dann 3 Anstriche Jotun, 208,05g
  • 77. Osmo UV-Schutzöl 420 extra (biozidhaltig), 2 Anstriche lt. Datenblatt, 207,05g
  • 78. Auro Classic Lasur 930-19 Orangerot, 3x gestrichen (deckender Charakter), 209.2g
  • 79. Auro Classic Lasur 930-09 dunkelblau, 3x gestrichen (deckender Charakter), 217,30g

Die Auro Classic Lasur ist bei beiden eingesetzten Farben nahezu deckend. Auch die beiden Osmo-Lasuren in Kiefer sind nahezu deckend. Das transparente Osmo UV-Schutzöl lässt das Holz in heller Naturfarbe. Ich bin mir dabei aber ziemlich sicher, dass das nicht lange gut geht. Auf diese Probe bin ich so richtig gespannt. Ebenso gespannt bin ich auf die Probe Jotun Benar, die eine leicht orangene Pigmentierung hat. Jotun ist ein norwegischer Hersteller. Man liest im Internet viel über die erstklassige Qualität von Jotun-Produkten. Transparente Beschichtungen sind ja im Außenbereich oft nicht lange haltbar, ich bin gespannt, wie es sich hier mit Jotun verhält.


Teststand 01/2014 mit alten und neuen Proben. Um Bild zu vergrößern: Rechte Maustaste, Bild anzeigen.

29.02.2016 - Zwischenstand

Ich hatte 09/2014 nochmal eine Probe von Natural-Terrassenöl in Lärche auf den Teststand genommen. Von natural-farben.de erfuhr ich, dass die Rezeptur optimiert wurde und erhielt auch eine Probe. Mittlerweile sind fast 2,5 Jahre vorbei und ich hab mir gestern mal die Probe angeschaut. Die Oberfläche wirkt noch sehr gut, wesentlich besser, als ich das von den vorherigen Proben gewohnt war. Es gibt keinerlei Abblätterungen. Natürlich ist durch die Diffusionsoffenheit das Holz vergraut und wirkt jetzt viel dunkler, als beim Start des Testes.


Natural-Terrassenöl nach 2,5 Jahren

Eine weitere Terrassenöl-Probe stammt aus 7/2013 und ist das Bondex Hartholz-Öl Universal Außenöl. Mittlerweile sind das mehr als 3,5 Jahre. Auch diese Probe sieht noch recht gut aus. Technisch gesehen ist das ein gut haltbares Terrassenöl.

Die Probe 61 Epoxidharz/Yachtlack aus 7/2013 sieht weiterhin sehr gut aus. Fast durchgängig ist die originale Holzfarbe erhalten geblieben. Allerdings gibts einen Defekt in der Oberfläche rechts unten, wo Wasser reinzieht und wo es dann vergraut. Dieser Defekt ist bstimmt schon 1-2 Jahre vorhanden. Bei reinen Lacken kenne ich es so, dass so ein Defekt dann sehr schnell große Flächen unterwandert, was hier nicht der Fall ist. Trotzdem hat er sich inzwischen auf etwa 1x3cm ausgedehnt.

Probe 63 mit Gori 55 von 07/2013: Grundsätzlich noch gut intakte Oberfläche, allerdings links unten ein kleiner Bereich, wo kleine schwarze Pünktchen entstehen. Das ist das Resultat von aufgestellten Holzfasern, die durch Erosion der Beschichtung nun an die Oberfläche kommen und sich dort durch Mikroorganismen schwarz verfärben.

Probe 50 mit Gori 88 Lasur von 07/2013: Grundsätzlich noch intakte Oberfläche, aber beim genauen Hinsehen erkennt man, das das Holz unter der Beschichtung an vielen Stellen anfängt, zu vergrauen. Dort ist der Farbeindruck dann ein Stück dunkler. Betrifft vielleicht 30% der Oberfläche.

02.06.2015 - Biopin Wetterschutzlasur Kiefer

Probe 66, ursprünglich in einem ockergelben Holzton. Davon ist nun nach 2 Jahren fast gar nichts mehr übrig. Auf der Oberfläche hatte sich ja die ganze Zeit ein starker schwarzer Belag gebildet. Ich vermute, das war die Reaktion der Biozide im Film, die Mikroorganismen abgetötet haben und die dann als schwarzer Film zurückblieben.

Ich hab den mittig mal abgewischt, hier zeigt sich aber: Auch unter der Verschmutzung ist das Holz unter der Lasur weitestgehend vergraut. Damit verhält es sich ganz ähnlich, wie bei der Auro 160 Lasur in ähnlichem Farbton. Wobei bei Auro diese schwarze Verschmutzung auf der Oberfläche nicht entstand, vermutlich weil hier keine Biozide enthalten sind. Die Auro 160 Probe, die mit Leinölfirnis vorbehandelt wurde (70), sieht etwas besser aus, da gibts noch Bereiche, die nicht vergraut sind.

Trotzdem: Es zeigt mal wieder, solche Farbtöne sind sehr schwierig, die meisten Lasuren versagen hier recht schnell bei Vollbewitterung.

02.06.2015 - Biopin Wetterschutzfarbe

Biopin Wetterschutzfarbe in weiß (68) nach jetzt 2 Jahren. Hab mal einen Bereich mit Lappen gesäubert, um zu gucken, ob die Beschichtung schon angegriffen ist. Das Ergebnis sieht noch sehr gut aus, alles nur oberflächliche Verschmutzung.

02.06.2015 - Consolan gesäubert

Hab mal einen mittleren Bereich von Consolan mit Lappen abgewischt. Mich interessierte, was nur oberflächliche Verschmutzung ist und wo die Beschichtung selber angegriffen ist. Zu meinem Erstaunen ist die Beschichtung noch außergewöhnlich gut intakt. Nach so langer Bewitterungszeit von mittlerweile 6 Jahren ist das ein wirklich herausragendes Ergebnis.

02.06.2015 - Biopin Yachtlack

Probe 62 vom 6.7.2013 hab ich heute mal oberflächlich mit feuchtem Lappen gesäubert. Ich sah nämlich zahlreiche Risse, die ich näher inspizieren wollte. Nach Säuberung zeigte sich deutlich, dass überall im Lack Risse entstanden sind. In einer Art, wie ich das von anderen klaren Beschichtungen so nicht kenne.

Man kann das nun in 2 Richtungen deuten: Einerseits könnte der Lack selber durch UV zerstört worden sein, so dass er rissig wurde. Andererseits ist es ein Öllack, der nicht ganz diffusionsdicht ist. Es könnten also auch die Quellbewegungen des Holzes sein, die den Lack irgendwann haben reißen lassen. Weil diese Risse vor 3 Monaten noch nicht da waren, vermute ich stark eine Zerstörung durch UV. Denn in den letzten Wochen hat die Sonne an einigen Tagen recht intensiv geschienen. Risse durch Diffusionsoffenheit wären schon viel früher entstanden.

Interessant ist, dass die Risse bisher nicht stärker unterwandert wurden. Der dünnflüssige Lack ist also recht gut mit dem Untergrund verankert.

Gegenüber dem Clou Yachtlack schneidet er etwas schlechter ab. Zwar hatte Clou nach 2 Jahren auch diverse Fehlstellen, aber nicht diese großflächigen Risse. Clou neigte aber stärker zu Unterwanderung, was auch wieder logisch ist, denn der Clou Lack ist sehr viel dickflüssiger und dringt damit lange nicht so gut in den Untergrund ein. Ich würde mal sagen: Die Filmbeständigkeit von Clou scheint wesentlich besser, das Eindringverhalten hingegen ist bei Biopin besser.

03.05.2015 - Filmbeständigkeit

Nebenher hatte ich mal 2 Tests gemacht, wo ich auch praktisch bestätigt haben wollte, was man so liest. Es heißt, Epoxidharz ist nicht sehr UV-beständig, besonders die 5Min-Epoxidharze. Auf der anderen Seite soll Paraloid B72 sehr langzeitbeständig sein. Das ist ein reines Acrylharz, was in Museen verwendet wird, lässt sich z.B. in Aceton auflösen.

Hier mal ein Bild von beiden Proben, die 5/2010 aufgebracht wurden (Südseite, senkrecht, 4-6 Stunden direktes Licht pro Tag):

Man sieht deutlich, dass der Epoxidharz (5min Epoxy von r-g.de) sich stark ins gelb-bräunliche verfärbt hat, die Oberfläche schon stark erodiert ist, sich also von der Oberfläche her auflöst. Die hauchdünne Schicht Paraloid B72 hingegen zeigt keinerlei Veränderungen.

Hier noch ein Bild mit Epoxidkleber E von r-g.de. Das ist ein langsam härtender Epoxidharz mit 90min offener Zeit. Der hat sich nicht ganz so stark verfärbt, ist nicht so stark aberodiert, löst sich aber an den Rändern vom Untergrund ab.

Hier auch noch als Nachtrag ein Bild von der Consolan-Probe 04, die ich bei der letzten Auswertung schuldig geblieben bin.

Das meiste ist nur oberflächliche Verschmutzung, die sich herunterwaschen ließe.

Hier auch noch die Probe 63 mit Gori 55 von 07/2013, also nach fast 2 Jahren. Sieht grundsätzlich noch gut aus.

Unten links sieht man einen kleinen Bereich vieler schwarzer Punkte. Ein typisches Phänomen, wo sich beim Streichen zahlreiche Holzfasern aufgestellt haben, deren Köpfe nun frei liegen und von Pilzen befallen werden. Das ist normalerweise ein Indiz für Schichterosion. Wenn die Schicht erodiert, werden die hochstehenden Fasern zuerst freigelegt. Warten wir mal ab, was weiter passiert.

22.03.2015 - Zwischenstand

Einen kleinen Zwischenstand einiger Proben. Im Herbst und Winter leiden die Proben immer besonders, weil sie lange Zeit feucht sind. Irgendwann zieht irgendwo Wasser ein und dann verfärben sich gerade klar lackierte Proben schnell.

Die linke Probe 61 (seit 07/2013) mit Epoxy + Clou Yachtlack hat sich recht gut gehalten. Allerdings hat es unten rechts auch leicht die Beschichtung an einer Stelle beschädigt, wodurch auch immer. Und da fängt es jetzt an, grau zu werden. Hier wird die Schicht auch unterwandert und die Vergrauung entwickelt sich dort recht schnell weiter.

Die rechte Probe 62 (seit 07/2013) ist Biopin Yachtlack. Diese gammelt unten schon ganz deutlich, Wasser ist von dort ins Holz eingezogen und sorgt für Vergrauung. Einige der dunklen Punkte weiter oben gehen auch schon durch die Beschichtung durch und werden recht bald auch dort für stärkere Vergrauung sorgen. Damit verhält die Probe sich ähnlich, wie auch Clou Yachtlack. Man müsste wohl jährlich nachlackieren, um kleinste Fehlstellen wieder auszubessern.

Die Probe 50 mit Gori 88 Lasur (seit 07/2013) schlägt sich ganz gut. Bisher noch keine Auffälligkeiten.

Bei Probe 51 (07/2013) handelte es sich um unbehandelte wasserfest verleimtes OSB 3 von Glunz. Natürlich sind die Fasern oberflächlich stärker aufgequollen und lösen sich hier auch. Der Gesamtverbund ist aber noch gegeben und die Platte ist weiterhin belastbar. Für weniger bewitterte Außenbereiche kann man damit durchaus arbeiten, was auch meine Beobachtungen verschiedener Objekte im Umkreis bestätigen.

Die Proben 65/66/67 (07/2013) sind Lasuren von Biopin bzw. ganz rechts die Wetterschutzfarbe. Die Lasuren neigten von Anfang an dazu, schwärzliche Ablagerungen auf der Oberfläche zu produzieren. Vielleicht ein Zusammenspiel mit den enthaltenen Bioziden, die als Filmschutz dienen. Anfänglich konnte man die abwischen, sie waren also nur oberflächlich. Mittlerweile geht das durch die Beschichtung durch und das Holz darunter ist auch an vielen Stellen vergraut. Sah es am Anfang noch so aus, dass die Lasur etwas besser abschneidet als z.B. Auro wasserbasierte Lasur bei hellen Tönen, so ist das Ergebnis inzwischen eher schlechter. Ich vermute, die Lasur wird sich ganz gut halten, wenn nicht so stark bewittert und die Oberfläche schnell wieder abtrocknet. Bei starker Bewitterung, wie hier, zeigen sich Schwächen. Die Wetterschutzfarbe hingegen hat sich noch ganz gut gehalten. Auch ein leichter Grauschleier obendrauf, aber der ist derzeit noch abwischbar. Das sieht man oben, wo eine Schnecke drübergewandert ist und gerne diesen Belag abgeknappert hat.

Im Vergleich dazu die Auro Probe 69, ebenso aus 07/2013. Diese hat nicht so einen stark verfärbenden Oberflächenfilm gebildet, sondern ist mit der Zeit in der Tiefe vergraut. Ich vermute, das liegt daran, dass es keine Biozide gibt, die Schimmelsporen abtöten. Das find ich ehrlich gesagt auch wieder ein Ergebnis, was mich freut, zeigt es doch, dass Biozide in Lasuren oft nicht zu besseren Ergebnissen führen.

Die Probe 70 war die gleiche Auro Lasur, aber mit Leinöl-Firnis vorbehandelt. Hier zeigte sich, dass die Vergrauung des Holzes etwas aufgehalten wird, z.B. oben rechts gut sichtbar. Auch zeigt sich anhand der Schneckenspuren, dass einiges nur oberflächlicher grauer Belag ist, das Holz darunter aber noch die Ursprungsfarbe hat. Bei weniger stark bewitterten Flächen wird das längere Zeit die Vergrauung verschieben. In diesem Fall aber gehts hier nur um ein paar Monate. Das zeigt auch nochmal die Problematik heller Farben bei Lasuren - auf Dauer klappt das nicht und bei starker Bewitterung machts eigentlich keinen Sinn.

Zum Schluss noch ein Bild der Probe 2 - Osmo Landhausfarbe - aus 06/2009, also fast 6 Jahre unter Vollbewitterung. Dafür hat sie sich erstaunlich gut gehalten. Es gibt jetzt einige Risse, an denen die Farbe leicht abblättert. Ansonsten sieht sie noch recht intakt aus, müsste in realen Umgebungen aber schon längst mal aufgefrischt worden sein, um einen langfristig guten Schutz zu gewährleisten. Auch die Probe Consolan hat sich gut gehalten, hab aber gerade kein Bild zur Hand.

07.06.2014 - Filmbeständigkeit

Hab mir heute mal wieder den Beschichtungstest an der Zink-Dachleiste angeschaut. Hier wurden alle möglichen Lasuren und Öle aufgetragen, um die reine Filmbeständigkeit unabhängig vom Holz zu testen. Auch jetzt nach 5 Jahren lässt sich sagen, dass die meisten konventionellen Lasuren recht gut durchgehalten haben. Nahezu alle farblosen Öle waren schon lange abgewittert. Hier mal die wichtigsten Ergebnisse:

  • Consolan ok
  • Leinos Lack 840 braun (ölbasiert) ok, Oberfläche matt
  • Auro 160 Lasur zum größten Teil abgewittert
  • Osmo Hartwachsöl - hat sehr lange durchgehalten, ist aber jetzt nahezu vollständig abgewittert
  • Clou Yachtlack - zu 70% abgeschuppt. Interessant, farblose Lacke scheinen deutlich schneller durch UV zerstört zu werden, als pigmentierte Lasuren
  • Oli Projektöl braun - erstaunlich, noch sehr gut erhalten
  • Livos Kaldet Nuss - gleichmäßig aberodiert, ohne abzuschuppen, extrem dünne Schicht noch vorhanden. Natural Holzlasur ähnlich.
  • Leinöl-Firnis + Pigment braun umbra - gleichmäßig aberodiert, extrem dünne Schicht, aber fast nur noch Pigmente, färbt ab beim anfassen.
  • Osmo Landhausfarbe schwarz - sehr gut, ohne irgendwelche erkennbare Erosionserscheinungen. Deckt sich auch mit den guten Ergebnissen auf dem Holz.
  • Sikkens Cetol HLS - sehr gut
  • Osmo Klaröllasur - 30 % abgeschuppt. Für eine farblose ölbasierte Beschichtung extrem gut.
  • Livos Tunna - vollständig weg. Ist ein ölbasierter Naturfarben-Klarlack. Hier zeigt sich, dass die Haltbarkeit im Freien lange nicht so gut ist, wie bei konventionellen Produkten (Acryl/Alkyd).
  • PNZ-Holzlasur grau - sehr gut
  • Xyladecor Dekor blau, Sadolin Pinotex, Gori 44, Gori 33, Sadolin extra, Sadolin Classic - alle noch ok
  • Ultranature Nuss - sehr gut, was sich auch mit den Ergebnissen auf dem Holz deckt.
  • Remmers Aidol - noch dünne Schicht, wobei die durch die Dünnflüssigkeit schon sehr dünn aufgetragen wurde. Insofern gute Filmbeständigkeit.
  • Clou Holzsiegel (seit 6/10) - 90% abgeschuppt, ganz ähnlich wie Clou Yachtlack
  • Xyladecor Lasur 2 in 1 Dickschicht - nur noch dünnste Schicht, gleichmäßig aberodiert, nicht abgeschuppt
  • Xyladecor Tür+Fensterlasur - dünne einheitliche Schicht, nicht abgeschuppt

03.06.2014 - Zwischenstand Bilder

Fast ein Jahr ist vorbei, seit ich ein paar neue Proben installiert hatte. Da ist es interessant, wie der Zwischenstand ausschaut.

Zuerst einmal 4 Proben von Biopin, von links nach rechts: Biopin Wetterschutzlasur Nuss (65), Kiefer (66), Biopin Wetterschutzfarbe nordisch rot (67) und weiß (68).

Mittig hatte ich die 3 linken Oberflächen mal abgewischt. Denn sie zeigten eine starke Verschmutzung, wo ich wissen wollte, ob man die herunterwaschen kann. Sehr wahrscheinlich ist das keine Verschmutzung durch Staub, sondern durch Pilze und Mikroorganismen, die sich auffällig stark auf diesen Produkten ansiedeln. Ganz im Gegensatz zur weißen Wetterschutzfarbe, die ist vollständig weiß, ohne die kleinste Verfärbung. Hier zeigen sich also schon große Unterschiede lediglich durch die Wirkung der Pigmente. Am schlimmsten mitgenommen ist die Probe in Nuss, wo die Vergrauung auch schon tief ins Holz eingezogen ist. Bei er Probe in Kiefer scheint es noch hautpsächlich oberflächlich abwischbar zu sein, ebenso bei nordisch rot.

Dann ein Bild mit folgenden Proben: Epoxy+Clou Yachtlack (61), Biopin Yachtlack (62), Alte PNZ-Probe, Gori 55 Wetterschutzfarbe grau (63), Gori 33 in Kiefer (64).

Epoxy mit Lack bewährt sich sehr gut, keinerlei Auffälligkeiten. Biopin Yachtlack ist oberfächlich etwas mehr angeschmutzt, aber auch vollständig intakt. Mittig hab ich testweise den Schmutz abgewischt, ist wirklich nur oberflächlich. Gori 55 auch vollständig intakt. Gori 33 in Kiefer ist schon stark nachgedunkelt, aber keine unschönen und aufälligen Vergrauungen. Auch dieser Farbton bewährt sich also, wobei Gori 33 in Kiefer von Haus aus schon recht dunkel ist.

Im nächsten Bild interessieren nur die Proben ganz links und ganz rechts. Beides ist Auro im Farbton ocker-gelb. Links direkt (69) und rechts mit vorheriger Grundierung mit Leinöl-Firnis (70).

Man sieht bei der linken Probe, dass die Vergrauung schon stärker das darunterliegende Holz erwischt hat. Bei der rechten Probe ist das alles ncoch recht oberflächlich. Aber auch hier sieht man, helle Lasuren haben bei direkter Bewitterung keine lange Überlebenschance, zumindest was eine schöne Optik angeht. Die mittleren beiden Proben sind übrigens die alten Proben Remmers Aidol HK (links) und Ultranature (rechts).

Was ist mit den anderen Proben? Gori 88 (50) wirkt noch wie am ersten Tag, kaum Veränderungen. Gori 44+ (52) ist mittlerweile ganz heftig fast überall grau. Das Bondex Hartholz-Öl (60) hat sich ganz gut erhalten. Bei beginnenden Vergrauungsprozess sah es recht uneinheitlich aus, mittlerweile ist es einfach durchgängig dunkler. Nach einem Jahr auf jeden Fall ein recht brauchbares Ergebnis. Das Glunz OSB3 ist zwar etwas gequollen, ansonsten hält aber noch alles zusammen, zerbröselt also noch nicht.

24.04.2014 - Interessante Beobachtungen

  • Die Biopin-Proben verhalten sich interessant. Auf der Lasur Nuss und Kiefer hat sich ein sehr auffälliger "Schmutzfilm" gebildet, was ich schon seit längerer Zeit beobachte. Ich vermute, hier haben Pilze versucht, sich anzusiedeln, konnten aber durch den bioziden Filmschutz nicht in die Lasur eindringen. So ein ausprägtes Verhalten hab ich noch bei keiner anderen Lasur beobachtet. Jetzt wollte ich mal wissen, ob das wirklich nur ein oberflächlicher Film ist, den man abwischen kann. Also hab ich mittig einen etwa 7cm breiten Streifen mal mit Wasser und Lappen abgewischt. Bei der Lasur im Farbton Kiefer scheint der Film wirklich noch fast vollständig intakt, so gut wie keine dunklen Verfärbungen sind in den Lasurfilm oder ins Holz gezogen. Nur ein paar kleine, ganz vereinzelte Stellen haben einen schwarzen Punkt im Holz. Beim Farbton Nuss, der ja für Nuss recht hell ist, sieht es nicht so gut aus, hier hat sich das Holz an verschiedenen Stellen schon stärker verfärbt.
  • Interessant auch die Biopin Wetterschutzfarben. Die Oberfläche von weiß verhält sich ganz anders, als von nordisch rot. Die weiße Oberfläche ist noch sehr sauber, aber recht matt. Bisher keine dunklen Verfärbungen. Das nordisch rot hat hingegen eine leicht glänzende Oberfläche, wo auch ein klein wenig "Schmutzfilm" oben drauf ist, der sich aber noch abwischen lässt. Auch hier noch keine Verfärbungen im Film.
  • Sehr interessant ist die Probe, die ich seit Anfang an roh gelassen hatte. Beim Anfassen und drüberstreichen wirkte die irgendwie leicht morsch. Die beiden geölten Proben wirken irgendwie stabiler. Ich dachte darüber nach, ob in der Langzeitbeobachtung eine geölte Probe zwar fast genauso schnell vergraut, aber vielleicht trotzdem wesentlich länger hält. Es ist schwer, so eine These mit den jetzigen Proben stichhaltig nachzuweisen. Auch deshalb, weil Holz ein sehr inhomogener Werkstoff ist. Schon von daher kann die Lebensdauer verschiedener Proben stark unterschiedlich ausfallen. Ich hab mal die Proben gewogen: Roh=199g, Leinöl=280g, Tungöl=293g, Consolan=210g, Auro-Lasur=273g, PNZ-blau=214g, Osmo-blau=230g, Natural-Lasur-Nuss=229g, Leinöl-pigmentiert=292g, Osmo-Einmallasur=227g. Von diesen Gewichten kann man wenig ableiten, aber vielleicht werden die später nochmal wichtig. Was sich aber beim Abschrauben gezeigt hat: Die rohe Probe war auch auf der Rückseite völlig vergraut und einige Pilze waren auf der Oberfläche. Die geölten Proben sind noch nahezu vollständig in ursprünglicher Holzfarbe und ohne jeglichen Pilzbelag.

04.01.2014 - Zwischenstand

  • Eigentlich wollte ich die neue Probe mit Gori 44+ regelmäßig nachpflegen, um zu gucken, ob man so helle Farbtöne länger erhalten kann. Aber das hat nicht funktioniert, denn der Verfallsprozess geht nicht so schleichend wie ich dachte. Vielmehr braucht es nur ein paar nasse Tage, wo das Holz nicht abtrocknen kann und schon hat man eine Menge dunkler Verfärbungen auf dem Holz. Dann ist es schon zu spät. Hier zeigt sich auch schön, dass die Holzverfärbungen weniger mit der Bewitterungszeit was zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Vorhandensein mehrerer Tage Dauerfeuchtigkeit.
  • Was mich wundert: Die neue Probe Gori 33 im Farbton Kiefer (64) hat sich trotz dem recht hellen Farbton nur links etwas verfärbt, sieht gesamtheitlich noch viel besser aus, als Gori 44+, obwohl die Schichtdicke ähnlich sein dürfte. Gori 33 in Kiefer ist zwar etwas dunkler, als Gori 44+ in Oregon Pine, aber das dürfte nicht der Hauptgrund sein. Da scheint Gori 33 eher günstigere Eigenschaften zu haben.
  • Die neuen Proben Biopin Wetterschutzlasur und Wetterschutzfarbe in rot verhalten sich ähnlich. Auffällig ist, dass dunkle Verfärbungen nicht so tief ins Holz eindringen, sondern eher oberflächlich sind und sich abwaschen. Deshalb ist auf der ganzen Oberfläche mittlerweile ein dunkler Schmutzfilm. An einer kleinen Stelle hab ich getestet, dass er noch herunterwaschbar ist. Ich vermute, dass die enthaltenen Biozide das Schimmelwachstum abtöten und die Restprodukte dann zu diesem Film führen. Interessant auch: Ganz anders verhält sich die weiße Wetterschutzfarbe von Biopin. Sie ist schon von der Oberfläche matt und nicht seidenglänzend. Hier tritt der Effekt eines dunklen "Schmutzfilmes" nicht auf, die Oberfläche ist durchweg unverschmutzt.
  • Die beiden neuen Proben Auro Lasur in ocker-gelb schlagen sich ganz gut. Es gibt einige dunkle Verfärbungen, aber nicht diesen Schmutzfilm, wie bei Biopin. Diese dunklen Verfärbungen scheinen auch tiefer zu gehen. Auffällig ist, dass die zuvor geölte Probe besser aussieht, wie erwartet. Das Öl sorgt vermutlich dafür, dass die Probe weniger Feuchtigkeit aufnimmt und sich deshalb weniger holzverfärbende Pilze ansiedeln.
  • Biopin Yachtlack schlägt sich bisher gut, keinerlei Verfärbungen. Gleiches gilt für die Probe, Epoxidharz+Clou Yachtlack.
  • Neue Probe mit Gori 88 sieht sehr gut und unaufällig aus. Wie zu erwarten: Eine gute Dickschichtlasur sorgt erstmal eine Zeit lang dafür, dass das Holz wirklich ziemlich trocken bleibt, auch bei Dauernässe und sich dann auch erstmal keine Pilze ansiedeln.
  • Bondex Hartholz-Öl hat zahlreiche dunkle Verfärbungen, scheint aber ansonsten gut intakt.
  • Alle alten Proben sind unauffällig.

Teststand 01/2014 mit alten und neuen Proben. Um Bild zu vergrößern: Rechte Maustaste, Bild anzeigen.

16.10.2013 - Zwischenstand

  • Bondex Hartholz-Öl fängt an, zu vergrauen/Bläue. Passiert vor allem dann, wenn es längere Tage regnerisch ist.
  • Auro 160 ocker fängt auch ganz leicht an mit Bläue. Ganz vereinzelte Punkte. Die Probe, die zuvor mit Firnis grundiert wurde, sieht noch makellos aus.
  • Alle Biopin-Proben erstklassig. Bei der Probe Nuss sieht man, dass das Holz leicht aufgequollen ist (Diffusionsoffenheit), ist bei den anderen Proben nicht so.

29.08.2013 - gelbe Pilze

Als es über 1-2 Tage etwas feucht war, habe ich an 2 Proben gelbe Pilze unten stirnseitig entdeckt. Vielleicht so stecknadelkopfgroße Gebilde, recht zahlreich besiedelt. Das betraf das undbehandelte Holz und Sikkens Cetol HLS. Als es wieder trocken war, waren die Pilze fast wie verschwunden. Die scheinen sich bei Feuchtigkeit gut mit Wasser zu füllen und bei Trockenheit völlig in sich einzufallen und sind dann eher braun. Bei allen anderen Proben hab ich solche Pilze nicht entdecken können.

26.07.2013 - Neue Bilder

Von nahezu allen Proben nun auch Bilder, wie sie nach 4 Jahren Bewitterung aussehen.

Achtung: Mir ist dabei aufgefallen, dass die Bilder der Proben Holz roh 09 und Leinöl 10 vertauscht waren. Das wurde jetzt korrigiert.

06.07.2013 - Neue Proben

Nach 4 Jahren sind nun einige neue Proben auf den Teststand gekommen:

  • 60 - Bondex Hartholz-Öl (Universal Außenöl Meranti) - Ein Terrassenöl, was relativ wenig schichtbildend ist und das Holz ganz gut färbt, ohne künstlich zu wirken. (oben 2. Probe von links)
  • Biopin Wetterschutzlasur - wasserbasierte Öllasur, ähnlich wie Auro 160. In den Farben Kiefer (66) und Nuss (65). (oben 8. und 9. Probe von links)
  • Biopin Wetterschutzfarbe - wasserbasierte Ölfarbe. In den Farben weiß (68) und Nordisch Rot (67). (oben 10. Probe von links)
  • 63 - Gori 55 Wetterschutzfarbe - wasserbasierte Acrylfarbe. In der Farbe grau. (oben 6. Probe von links)
  • 64 - Gori 33 Lasur - dünnschichtige wasserbasierte Acryllasur. War schon im ersten Test dabei, ich wollte jetzt aber einen helleren Farbton testen und habe Kiefer gewählt. (oben 7. Probe von links)
  • 50 - Gori 88 Lasur - lösemittelbasiert Mittelschichtlasur auf Alkydbasis. Farbton Kastanie, also relativ dunkel. Gori wirbt mit "Kein Abblättern", da bin ich mal gespannt. Ansonsten sind mir beim ersten Test einige Gori-Produkte positiv aufgefallen, insofern wollte ich in die Richtung mal weiter forschen. (unten 2. Probe von rechts)
  • 69 - Auro 160 - wasserbasierte Öllasur. War schon im ersten Test, aber in einem dunkleren Farbton. Diesmal möchte ich schauen, wie sich ein heller Farbton verhält. Ich vermute, dass es recht bald eine Vergrauung geben wird und damit helle Farbtöne recht bald unschön aussehen. Farbe ist ocker-gelb, sieht in etwa aus, wie frisches Kiefernholz und ganz ähnlich, wie die Biopin Wetterschutzlasur in Kiefer. Auch hier interessiert mich ein Vergleich dieser beiden Produkte. Desweiteren habe ich eine Probe Auro 160 in ocker-gelb (70) gefertigt, die zuvor zweimal mit Leinöl-Firnis behandelt wurde. Mal schauen, ob sich dadurch die Haltbarkeit verbessert. Durch den direkten Vergleich beider Proben lässt sich das gut herausfinden. (oben 1. Probe von rechts mit Leinöl-Firnis, oben 5. Probe von rechts ohne Leinölfirnis)
  • 51 - OSB 3 von Glunz, PU-verleimt, 15mm. Völlig unbeschichtet, mal schauen, wie sich OSB 3 bei Vollbewitterung verhält. Ist ja eigentlich nicht dafür gemacht, trotzdem mal interessant, die Beständigkeit zu testen. (unten 1. Probe von rechts)
  • 62 - Biopin Yachtlack - Ich wollte neben Clou Yachtlack nochmal einen weiteren Yachtlack testen. Der Biopin Yachtlack ist auch ölbasiert, also kein Hightec-Produkt, sondern auf altem Rezept basierend, hauptsächlich natürliche Zutaten, die nicht chemisch verändert wurde. Damit auch recht ökologisch. (oben 4. Probe von links)
  • 61 - Epoxygrundierung + Clou Yachtlack: Mal schauen, ob man die Haltbarkeit einer Klarlackbeschichtung wesentlich verlängern kann, wenn man mit Epoxidharz grundiert. Ein Klarlack über Epoxidharz macht Sinn, weil Epoxidharz nicht sonderlich UV-stabil ist und dann recht schnell erodiert. Epoxidharz dichtet aber sehr gut das Holz ab und bildet eine mechanisch recht strapazierfähige Oberfläche. (oben 3. Probe von links)
  • 52 - Gori 44+: Ein erneuter Test, bei dem ich allerdings mal herausfinden will, wie so eine helle Farbe (oregon pine) abschneidet, wenn man sie regelmäßig inspiziert und nachpflegt. Vermutlich werde ich sie alle 6-12 Monate dünn mit Pinsel einmal auffrischen. (unten 5. Probe von links)

Teststand 07/2013 mit alten und neuen Proben. Um Bild zu vergrößern: Rechte Maustaste, Bild anzeigen.

01.07.2013 - Demontage

Einige Proben wurden jetzt demontiert, weil die Oberfläche so zerstört war, dass keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind. Außerdem brauchte ich Platz für neue Proben.

16.11.2012 - Inspektion

Habe heute mal wieder eine ausführliche Inspektion der Oberflächen gemacht. Nun sind ja insgesamt schon gut 3 Jahre um. Weiterhin sehr gut bewähren sich folgende Produkte: Osmo Landhausfarbe, Auro Lasur Aqua, Consolan, Osmo Einmallasur, Gori 33, PNZ-Holzlasur, Ultranature Holz-Lasur und Remmers Aidol HK-Lasur. Die dünnschichtigen ölbasierten Produkte untereinander wirken ähnlich, sie sind schon deutlich aberodiert und wirken matt auf der Oberfläche, sollten also eigentlich mal aufgefrischt werden. Haben aber immer noch einheitliches Farbbild, nur manchmal kleine Fraßpuren durch Wespen, wo dann das Holz zum Vorschein kommt. Zu diesen Produkten zählen: Natural Lasur, Livos Kaldet, selbst pigmentiertes Leinölfirnis. Interessant ist hier, dass das selbst gemischte Produkt den anderen in nichts nachsteht.

Bei den farblosen Ölen kann man sagen, dass man davon kaum noch was sieht. Die Bretter wirken wie roh. Zumindest auf der bewitterten Seite. Auf der unbewitterten Rückseite ist das Holz noch schön gelb, während das rohe Holz auch dort vergraut ist. Durch das Öl scheint das Holz selber auch weniger zu erodieren, dass fällt vor allem beim Tungöl und beim Steinert Drachenöl auf. Es scheint sich also zu bestätigen, dass Tungöl im Außenbereich etwas besser ist, als Leinöl. Wobei farblose Öle grundsätzlich im Außenbereich wesentlich weniger Wirkung haben, als pigmentierte Öle.

Klarlacke sind bewittert eine Katastrophe, wenn nicht regelmäßig ausgebessert wird. Die Probe mit Clou Yachtlack ist inzwischen zu 50 % unterwandert und vergraut. Überall auf der Oberfläche entstehen kleine Löcher, wo Wasser eindringt und sich dann unter dem Lack ausbreitet. Wer jährlich neu streicht, könnte diesen Prozess evtl. aufhalten. Wo die Lackschicht allerdings intakt ist, ist das Holz auch noch in schön gelblicher Ursprungsfarbe.