Admins Weblog 2011

Winfried Mueller, www.reintechnisch.de

Schärfe Einstellung bei TFT-Monitoren

Permalink

Windows 7 eine scharfe Schriftdarstellung beizubringen, ist nicht einfach. Eigentlich wird die Schrift ja absichtlich unscharf dargestellt, um Pixeligkeit zu verbergen. Je nach Hardware ist das aber alles andere, als benutzerfreundlich und man wünscht sich sein Windows 2000/XP zurück. Das Auge versucht ständig, scharf zu stellen und schafft es nicht. Das überfordert mit der Zeit und ist unergonomisch.

Als ich nun alle möglichen Tricks befolgt hatte, die man zu dem Thema im Internet findet, war der Bildschirm immer noch nicht scharf. Zufällig fand ich die Ursache dafür heraus: Neuerdings erzeugen verschiedene TFT-Monitore selber eine unscharfe Darstellung. Wenn man sich durch das Menü des Monitors hangelt, findet man es irgendwo. Dieser letzte Schritt fehlte mir, die Schärfe war hier zu gering eingestellt. Mir ist aber auch aufgefallen: Stellt man den Wert zu hoch, so hat man einen anderen unangenehmen Effekt: Hinter schwarzer Schrift auf grauem Hintergrund gibt es helle Streifen. Das erkennt man z.B. gut bei der Schrift von Fensterrahmen oben. Bei meinem Samsung Syncmaster 943B Monitor scheint ein Wert von 68 optimal.

Klar auch, dass eine Überlagerung von 2 Unschärfe-Quellen zu schlechten Ergebnissen führen kann. Hier müssen beide System (Windows + Monitor) optimal aufeinander abgestimmt sein.

Tasten umbelegen

Permalink

Bei einem Lenovo-Notebook hatte ich ein großes Problem mit der Tastenbelegung. Direkt neben den Cursortasten lagen 2 Spezialtasten, mit denen man auf die vorherige oder folgende Webseite wechseln konnte. Also das, was man mit den Browserbuttons Vor/Zurück macht. Nun konnte man versehentlich beim Scrollen darauf kommen. Öfters passierte es, dass ich in einem Wiki oder Forum einen Text schrieb und dann versehentlich auf diese Tasten kam. Der ganze eingetippte Text war damit weg. Das ist sehr ärgerlich. Mittlerweile hat auch Lenovo erkannt, dass so eine Tastenbelegung nicht gut ist und hat bei neueren Geräten diese Tasten mit PgUp und PgDown belegt.

In einem ersten Anlauf montierte ich die Tastenköpfe erstmal ab. Jetzt kam ich auf die Idee, dass es doch bestimmt ein kleines Tool gibt, womit man Tasten umbelegen kann. Und tatsächlich gibt es das, nennt sich SharpKeys. Das ist ein kleiner Assistent, mit dem man die Tasten neu belegt und er schreibt die Infos dann dauerhaft in die Registry. Man kann sowohl in einer Liste die Taste auswählen wie auch die betreffende Taste drücken (über Button "Type Key"), er übernimmt dann den ermittelten Tastenwert. Dann drückt man einfach die Taste, die stattdessen ausgelöst werden soll und schon hat man eine geänderte Tastenbelegung. Links steht immer die Originalbelegung, rechts die zu ersetzende.

Funktioniert unter Windows 7, Vista, XP und Windows 2000. Zur Installation und Neubelegung braucht es Adminrechte.

Weblink:

Drucker Installationsprobleme: Brother MFC-7460DN

Permalink

Brother-Drucker zählen zu den soliden Arbeitstieren, nicht sonderlich schick oder ausgeklügelt, aber sie tun ihren Dienst. Also hab ich mal einen Multifunktionslaser vom Typ MFC-7460DN gekauft. Die erste Sache, die mir unangenehm auffiel war das Lüftergeräusch. Wer etwas auf leise Lüfter achtet, wird mit diesem Gerät nicht glücklich und sollte sich sowas nicht auf den Schreibtisch stellen. Blöd ist hier vor allem der lange Nachlauf - nachdem der Drucker bereits nach wenigen Minuten in den Energiesparmodus gegangen ist, dauert es noch 10 Minuten, bis er in den Ruhezustand geht und so lange läuft der Lüfter! Technisch eigentlich unnötig, aber man kann diese Zeit nicht herunterstellen. Sobald man also eine Kopie oder einen Ausdruck macht, hat man wieder mindestens 10 Minuten Lüftergeräusch. Das es auch anders geht, zeigen andere Hersteller. Zumal Brother 1 Euro mehr für einen leisen Lüfter und entsprechend dämpfende Befestigung hätte investieren können.

Ein großes Problem kam dann bei der Installation der Treiber. Ich wollte nicht per USB anschließen sondern den Drucker übers Netzwerk einbinden. Also hab ich die Netzwerkinstallation angeschubst. Diese Installation lief aber auf einem XP-System nicht sauber durch. Es kam die wenig aussagekräftige Fehlermeldung "Die Argumente sind ungültig". Zweimal. Echt nervig, wenn man im Fehlerfall durch nichtsaussagende Fehlermeldungen im Regen stehen gelassen wird. Ein erneuter Durchlauf brachte den gleichen Fehler. Eine saubere Deinstallation aller Brothertreiber mit dem Deinstallations-Tool und erneuter Versuch der Installation brachte auch nichts.

Die Hotline von Brother war erstaunlicherweise recht gut und schnell erreichbar und schien mir für Standardprobleme auch recht geschult. Hier aber gab es auf diese Fehlermeldung auch nur eine Antwort, die mit meinem Problem nichts zu tun hatte. Wir kamen dann aber gemeinsam auf die Idee, dass ich zuerst mal das USB-Setup vollständig durchlaufen lasse und dann einfach dem USB-Drucker einen neuen Anschluß unterschiebe, der auf den TCP-IP Port des Druckers verweist. Das klappte auch, nun konnte ich zumindest schon einmal drucken. Gleiches ging auch für den Scanner. Leider funktionierten aber diverse Werkzeuge nicht, wie z.B. das Controlcenter, weil dies wohl von einem USB-Setup ausging und nicht übers Netzwerk zu griff.

Irgendwann deinstallierte ich dann nochmal alles und versuchte nochmal das Netzwerk-Setup. Und diesmal funktionierte es! Wie das? Ich vermute, es lag an dem noch vorhandenen TCP-Port, den ich manuell eingerichtet hatte (Start > Drucker und Faxgeräte, Menü Datei > Servereigenschaften > Anschlüsse, Hinzufügen > Standard TCP/IP Port). Irgendwie stolperte die Installation wohl über diesen Punkt. Das es an der Installation des Druckertreibers liegen musste, hatte ich schon vorher herausgefunden, nachdem ich die Installation immer weiter reduzierte, bis nur noch der Druckertreiber übrig blieb und auch hier dann der Fehler auftrat.

Diese ganze Rumfummelei mit unzähligen Installationen und Deinstallationen hat mich 6 Stunden Zeit gekostet. Ich vermute, dass die Treiber vom Hersteller für Windows XP nicht sauber durchgetestet wurden. Wenn man mal marktübliche Stundensätze von 50-70 Euro ansetzt, dann hat die Einrichtung mehr gekostet, als der Drucker selbst.

Ein paar Tipps, was man machen kann, um solche Widrigkeiten zu umgehen:

  • Geräte erst kaufen, wenn sie mindestens 6-12 Monate schon am Markt sind
  • Bewertungen z.B. bei Amazon aufmerksam durchlesen, ob sich Problembereiche eines Produktes herauskristallisieren.
  • Nicht die Original-CDs zur Installation benutzen, die sind meist veraltet, beinhalten also Fehler, die später ausgemerzt wurden. Besser erstmal die aktuellen Treiber von der Hersteller-Homepage herunterladen. Mitunter fehlt aber diverse Software im Internet-Download, die man dann nur auf der CD findet. Diese dann nachinstallieren, falls man sie überhaupt benötigt.
  • Ein Testsystem mit einem frisch aufgesetzen Betriebssystem ist gold wert, um Probleme zu erkennen, die sich aufgrund eines irgendwie defekten Betriebssystems ergeben. Am besten hat man ein Image mit einer Windows-Grundinstallation, die man mal schnell aufspielen kann.
  • Grundsätzlich Virenscanner, zusätzliche Software-Firewall und ähnliche Software bei der Installation deaktivieren. Diese greifen tief ins System ein, überwachen permanent und verhindern manche Installationsschritte. Zudem können Hersteller ihre Software nicht in Bezug auf Kompatibilität all solcher Softwaretools hin testen.
  • Finger weg von billiger Hardware, bei der jeder Cent eingespart wurde. Hier erlebt man nicht selten schlecht getestete Treiber.
  • Sich Zeit nehmen und nicht mal eben schnell einen Treiber installieren. Treiber greifen tief ins System ein und deshalb kann es hier auch zu gravierenden Problemen kommen. Aufgrund von Hektik vergisst oder übersieht man wichtige Dinge. Manchmal kann schon ein hektischer Klick zu viel eine Installationsroutine durcheinander bringen.
  • Keine Vorführgeräte o.ä. kaufen, besser originalversiegelte Ware. Es ist nicht selten, dass Produkte zurückgegeben werden, weil sie irgendwelche sporadischen Fehler zeigt. Kommt diese wieder in den Handel, ist man der Dumme, der dann wieder jede Menge Zeit damit verbringt, Merkwürdigkeiten zu verstehen, um schlussendlich dann auch wieder das Gerät zurückschicken zu müssen. Gerade die Billigstanbieter im Internet handeln gerne mit Warenrückläufern, insofern kaufe ich nie bei den billigsten Läden.
  • Wenn möglich, erstmal Firmware-Updates der Geräte machen. Veraltete Firmware (Steuerungs-Software, die auf dem Gerät läuft) kann noch zahlreiche Bugs enthalten.
  • Die Qualität von Hotlines ist sehr unterschiedlich, es besteht aber die Chance, bei gut bekannten Bugs schnell Hilfe zu bekommen.
  • Fast alle Druckerhersteller haben Deinstallationswerkzeuge, mit denen man alle Treiberreste rückstandslos entfernen kann. Dies ist wichtig, damit eine Neuinstallation überhaupt zum Erfolg führen kann. Man findet diese Werkzeuge auf den Download-Seiten der Hersteller. Von Hand sollte man nicht nur den Drucker entfernen, sondern auch unter Datei > Servereigenschaften > Treiber den entsprechenden Treiber.
  • Hat man mehrere Geräte eines Herstellers an einem Computer, kann es sinnvoll sein, erstmal alle Treiber zu deinstallieren, falls die Einrichtung des neuen Gerätes nicht klappt. Es kann sein, dass ältere Treiber eines Herstellers die korrekte Installation des neuen Gerätes blockieren.
  • Möglichst Geräte kaufen, die weit verbreitet sind. Je mehr Menschen etwas benutzen, um so schneller werden für den Hersteller Probleme erkennbar und um so mehr Unterstützung findet man auch im Internet. Mit Exoten steht man oft alleine auf weiter Flur. Keiner weiß was, nicht mal die Hersteller-Hotline kennt die Probleme. Anhand von Rezensionen im Internet erkennt man die Verbreitung von Geräten.
  • Nicht alles, was beworben wird, funktioniert auch. Viele Geräte haben zusätzliche Funktionalitäten als Verkaufsargument, die aber nicht richtig durchentwickelt und getestet sind. Alles, was die Masse der Anwender nicht benutzt, enhält oftmals Fehler.
  • Neben der Möglichkeit, die Installation benutzergeführt über die Installations-CD zu machen, funktioniert fast immer auch der von Windows vorgegebene Weg (z.B. über Start > Drucker und Faxgeräte > Neuer Drucker oder bei diverser Hardware über den Gerätemanager). Man muss dann nur die Treiberdateien des Herstellers finden, entweder in einem Unterverzeichnis auf der Installations-CD oder herunterladbar im Internet.

Windows 7: Immer noch Schriftgrößenproblem

Permalink

Ich hatte gehofft, dass mit Windows 7 das Schriftgrößenproblem endlich mal gelöst ist, was seit Windows 95 existiert. Doch manche Probleme scheint man nicht ausmerzen zu können.

Es geht konkret darum: Je mehr Pixel pro Zoll ein Bildschirm hat - je höher er also auflöst, um so kleiner wird zwangsläufig die Darstellung einer Schrift und auch der Grafiken. Hat man z.B. zwei Monitore mit identischer Auflösung (z.B. 1024x768 Pixel), wobei aber einer nur halb so groß ist, ist die dargestellte Schrift auch halb so groß.

Möchte man nun doch eine größere Darstellung, so lässt sich das unter Windows 7 unter Systemsteuerung > Darstellung > Anzeige > Benutzerdefinierte Textgröße festlegen. Problem ist dabei aber, dass die Dialoge und die Steuerelemente (Buttons usw) nicht größer werden. Resultat ist, dass Schriften aus dem darstellbaren Bereich rauslaufen und nicht mehr lesbar sind. Das führt dann zu unbenutzbaren Dialogen.

Diese undurchdachte Vergrößerung der Darstellung ist ein Erbe von älteren Windows-Versionen. Wollte man es korrekt machen, müsste natürlich alles vergrößert werden - Dialogfenster, Steuerelemente, Icons, Grafiken und Schriften. Das geht wohl unter Windows 7 dann auch, wenn man das Häkchen "dpi Skalierung im stil von windows xp verwenden" rausnimmt. Das scheint aber z.B. in der Windows 7 Starter nicht zu funktionieren, weil hier keine Aero-Oberfläche verfügbar ist, die es dazu wohl braucht. Auch sonst gibt es ja immer wieder Situationen, wo man die Aero-Oberfläche nicht haben will, z.B. um schmalbrüstige Rechner nicht zu sehr zu belasten. Hier ist man also wieder in einer Sackgasse und der einzige Workaround heißt: Benutze bei der Skalierung nur 100% und lebe mit den zu kleinen Schriften. Alles andere führt früher oder später zu Inkompatibilitäten.

Aber selbst wenn Aero aktiviert ist und man den alten Windows-XP Stil ausschaltet, gibt es noch technische Hürden. Wenn das Betriebssystem nun nämlich alle Grafiken hochskaliert, wirken diese pixelig und verwaschen. Man bräuchte eigentlich Grafiken, die selber eine höhere Auflösung haben. Aber woher soll ein Betriebssystem die nehmen, wenn die Anwendung sie nicht anbietet? Es braucht also Anwendungssoftware, die damit umgehen kann und entsprechend höher aufgelöste Grafiken und Steuerelemente zur Verfügung stellt. Damit ist die Verantwortung bei den Software-Entwicklern und die gehen nicht selten den Weg des geringsten Widerstandes und verzichten ganz auf diese Funktionalität. Nach dem Motto: "Viele andere machen es auch nicht, das ist eh ein kaputtes Feature, was in der Praxis nicht richtig funktioniert und deshalb nicht genutzt wird." Und so hält sich das Problem wohl noch viele Jahre. Das ist ungefähr so, wie die frühere Unsitte, dass Programme Administratorrechte brauchen, um lauffähig zu sein. Mittlerweile sieht es hier aber schon wesentlich besser aus.

Eine Möglichkeit gibt es noch: Man kann eine sinnvolle Einstellung machen, die für die meisten Programme funktioniert. Programme, die sich nicht korrekt verhalten, kann man unter Eigenschaften > Kompatibilität von der DPI-Veränderung ausnehmen.

Mein Tipp: Will man mit diesem Sumpf nicht in Berührung kommen, wählt man am besten einen Monitor, der eher geringe Pixel pro Zoll hat. Also große Monitore mit geringer Auflösung. Ein 19 Zoll Monitor mit altem 4:3 hat z.B. ein gutes Verhältnis. Bei Notebooks kann man oft zwischen mehreren Displayvarianten wählen, die bei gleichen Abmessungen unterschiedliche Auflösungen haben.

Manche gehen auch den Weg und stellen eine abweichende Auflösung ein, die also nicht der realen Auflösung des Displays entspricht. Dies führt aber zu schwammiger bzw. verwaschener Darstellung. Manchmal ist das aber der einzig sinnvolle Kompromiss, um allen technischen Anforderungen und dem Benutzer gerecht zu werden.

Die optimale Schriftgröße liegt nach Ergonomierichtlinien irgendwo zwischen 2,5-3,2 mm, hängt natürlich auch vom Sehvermögen des Benutzers ab. Schrift in Büchern ist auch oft ca. 2,5mm hoch - ein Wert, der sich als massenkompatibler Kompromiss seit vielen Jahren bewährt hat.

<< | Übersicht | Archiv 2009 >>