Vitamin D

www.reintechnisch.de :: Start: 23.08.2015 :: Stand: 18.03.2017

Vitamin D ist ein wichtiger Mikronährstoff mit einer Besonderheit: Auch bei ausgewogener Ernährung nehmen wir viel zu wenig davon über die Nahrung auf. Vitamin D wird vielmehr in unserer Haut gebildet. Über die UV-B Strahlung des Sonnenlichtes. Deshalb nennt man es auch das Sonnenvitamin.

Ein Mangel an Vitamin D kann zu gefährlichen und irreversiblen Mangelerscheinungen führen, die oft erst nach vielen Jahren auffallen. Besonders unsere Knochen sind gefährdet, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden begünstigt. Ebenso viele chronische Erkrankungen, wie Fibromyalgie, MS, Rheuma, Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen und Diabetes.

Lange Zeit nahm man an, dass Vitamin D lediglich für gesunde Knochen wichtig ist, denn hier erkannte man schon vor 100 Jahren, dass ein Mangel zu schweren Knochenerkrankungen führt (Rachities und Osteomalazie).

In den letzten Jahren wurde sehr viel über das Sonnenvitamin geforscht und man erkannte, dass es eine viel größere Rolle spielt, als bisher angenommen.

Die Empfehlungen, wie hoch der Vitamin D Spiegel im Blut sein soll, haben sich in den letzten Jahren aufgrund vieler Studien weit nach oben verschoben.

Deutlich wurde auch: Deutschland ist ein Vitamin D Mangelgebiet. 90% aller Bundesbürger sind nach aktuellen Daten des Robert Koch Institutes in allen Altersklassen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt! Dies liegt einfach daran, dass wir aufgrund der Entfernung zum Äquator keine optimale Besonnungs-Situation haben, um genügend Vitamin D aufzubauen. Bedenkt man nun noch die Lebensumstände vieler Menschen, die vorwiegend in Räumen arbeiten, wird das Mangelproblem noch deutlicher.

Weil Vitamin D derzeit ein sehr populäres Thema ist, muss man auch aufpassen, wie fundiert Aussagen darüber sind. Es wird derzeit sehr viel Geld mit dem Thema verdient und das lockt auch falsche Heilsversprecher an. Auch sind derzeit einige Wissenschaftler sehr euphorisiert und erhoffen sich vielleicht mehr, als Vitamin D wirklich leisten kann. Zumindest sind viele Hoffnungen an Vitamin D noch lange nicht wissenschaftlich genügend abgesichert.

Auf der anderen Seite sind die wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse über Vitamin D in den letzten 20 Jahren förmlich explodiert und viele Ärzte sind bei diesem Thema nicht auf dem aktuellen Stand. Dem Vitamin D Status wird dann zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Kennwerte kompakt

  • Optimaler Blutstatus: 40-60ng/ml = 100-150nmol/l
  • Mangel nach neuesten Erkenntnissen: < 30ng/ml = 75nmol/l
  • Umrechnung: ng/ml * 2,5 = nmol/l
  • Vitamin D Synthese in der Haut in Deutschland:
    • April-September
    • möglichst in der Zeit von 11-16 Uhr
    • Außerhalb dieser Zeiträume nur wenig Vitamin D Produktion über die Haut!
    • Wenn möglich, erst 4-6 Stunden nach Sonnenbad duschen/baden
    • In den Sommermonaten nach Möglichkeit 2-3 mal wöchentlich für gute Vitamin-D Produktion über die Haut sorgen.
    • Je mehr Hautfläche besonnt wird, um so besser.
    • Wolken dämpfen UV-Strahlung und damit Vitamin D Bildung stark
  • Besonnung (ohne Sonnenschutzcreme) für optimale Vitamin D Produktion:
    • Hauttyp 2: 10-20 Minuten (helle Haut, die schnell rot wird)
    • Hauttyp 5-6: 30-60 Minuten (dunkelhäutig)
    • Hautrötung ist ein sicheres Zeichen für zu langes Sonnenbad. Vermeiden wegen Hautkrebsgefahr!
    • Im Frühling/Herbst Zeiten etwa verdoppeln
  • Umwandlung Vitamin D im Körper: Vitamin D > 25-OH-D > 1,25-(OH)2-D bzw. Colecalciferol > Calcidiol > Calcitriol

Vitamin D - was man drüber wissen sollte

  • Vitamin D wird über die Haut gebildet. Je mehr Hautfläche besonnt wird, um so mehr Vitamin D wird gebildet.
  • Es braucht nicht viel Zeit, um genügend Vitamin D zu bilden. Bei hellen Hauttypen reichen schon 5-15 Minuten Zeit bei optimalem Sonnenstand.
  • Sonnenschutzcremes reduzieren die Vitamin D Bildung um den Lichtschutzfaktor! Hohe Lichtschutzfaktoren verhindern sozusagen die Vitamin D Bildung. Die Warnungen der Dermatologen vor Hautkrebs haben oft dazu geführt, das Menschen sich fast völlig vor dem wichtigen UV-B Licht abgeschirmt haben.
  • Für Vitamin D Bildung braucht es also kurze Zeiträume möglichst ohne Sonnenschutz. Auf der anderen Seite dürfen wir wg. eines Hautkrebsrisikos nicht zu lange ungeschützt in der Sonne bleiben.
  • Die Sonnendosis, bis man leicht errötet, heißt minimale Erythemdosis und wird mit 1 MED bezeichnet. Für genügend Vitamin D Bildung reicht eine Zeit von 25-50% dieser Dosis. Bei heller Haut (Hauttyp 1-2) entspricht das ungefähr 10-15 Minuten bei Mittagssonne. Man sollte zur Hautkrebsprävention immer unter 1 MED bleiben. Dunklere Hauttypen brauchen entsprechend mehr Zeit, um auf 0,25-0,5 MED zu kommen (z.B. 30-40 Minuten bei Hauttyp 5-6).
  • Zur ausreichenden Bildung von Vitamin D wäre eine Strategie, sich zuerst ein paar Minuten ohne Sonnenschutzmittel zu besonnen und sich erst dann durch einen hinreichend hohen Lichtschutzfaktor zu schützen. Hautrötungen sind immer ein Zeichen zu hoher UV-Dosen.
  • Für die Bildung von Vitamin D braucht es hinreichend viel UV-B-Strahlung. Und die ist in Deutschland nur von etwa April-September gegeben. Und dann auch nur zu Tageszeiten, wo die Sonne hoch genug steht, typisch von 11-16 Uhr. Als Faustformel gilt: Der eigene Schatten muss kürzer sein, als man selbst ist. Am besten um die Mittagszeit mal ein paar Minuten sonnen.
  • Über die Nahrung nehmen wir in der Regel nur sehr wenig Vitamin D auf. Lediglich Lebertran und fetter Fisch könnten unseren Bedarf vollständig sättigen (20g Lebertran täglich oder 400g Hering/Aal/Lachs). 2Kg Avocado, 5Kg Pilze, 5Kg Hühnerei oder 10Kg Butter würden auch reichen. Das kann natürlich keiner essen und wäre auch völlig ungesund.
  • Im Körper wird ein Vitamin D Depot aufgebaut. Ist dieses Depot optimal aufgebaut, kommt man auch durch den Winter, in dem man ja kaum Vitamin D aufnimmt. Trotzdem kann es am Ende dieser "Durststrecke" schon zu stärkerem Vitamin D Mangel kommen. Dies gilt um so mehr, weil wir in Deutschland nur selten unser Depot im Sommer wirklich optimal auffüllen können. Das gespeicherte Vitamin D hat ungefähr eine Halbwertszeit von 3-6 Wochen. Damit wird auch klar, dass wir nicht jeden Tag Vitamin D aufnehmen müssen.
  • Das Depot kann nur langsam aufgebaut werden, auch wenn man hohe Mengen Vitamin D zuführt. Vitamin D ist nämlich nur eine Vorstufe, die im Körper in eine speicherbare Form umgewandelt wird (25-OH-D). Und dieser Umwandlungsprozess ist mengenmäßig limitiert. Der Körper wandelt also täglich nur eine bestimmte maximale Menge um. Bei einem Mangel wird man von etwa 3-4 Monaten ausgehen müssen, bis dieser sich durch Vitamin-D Zufuhr ausgeglichen hat.
  • Wurde die Bildung von Vitamin D in der Haut durch Sonne aktiviert, sollte man die nächsten 4-6 Stunden nicht duschen. Dadurch werden Vorprodukte der Vitaminbildung aus der Haut ausgewaschen und die Menge der Vitamin D Produktion reduziert.
  • Für eine optimale Auffüllung seines Depots braucht es von April-September mindestens 2-3 Tage pro Woche optimale Besonnung z.B. des Oberkörpers. In der Regel ist das aufgrund bewölkter Tage in Deutschland gar nicht realisierbar.
  • Wer dauerhaft einen hohen Vitamin D Spiegel aufrecht erhalten will, der nach Expertenmeinung vor vielen Erkrankungen schützen kann (40-60ng/ml), kommt man in unseren Breiten in aller Regel nicht um eine regelmäßige Einnahme eines Vitamin D Präparates herum.
  • Seinen eigenen Vitamin D Status kann man über einen Bluttest ermitteln lassen. Hierzu wird in der Regel 25(OH)-D Parameter gemessen, weil dieser am aussagekräftigsten ist. Das ist das Vitamin-D, was schon über die Leber verstoffwechselt wurde. Dieser Bluttest muss in der Regel selbst bezahlt werden und kostet etwa 20-30 Euro. Optimale Werte liegen bei 40-60ng/ml, entspricht 100-150nmol/l. Werte kleiner 20ng/ml (50nmol/l) gelten nach aktueller Forschung als ausgeprägter Mangel. Bei der Intepretation seines Blutwertes muss man die Jahreszeit mit berücksichtigen. Im September sollte der Stand am höchsten sein, im März aufgrund des Mangels an Sonnenlicht der Wintermonate am niedrigsten. Ich halte es für sehr wertvoll, seinen Vitamin D Status zu kennen, der sich aus den normalen Lebensgewohnheiten ergeben hat, bevor man anfängt, Supplemente zu nehmen. Denn dies kann auch Auskunft darüber geben, ob über die Jahre vielleicht schon Mangelerkrankungen entstanden sind.
  • Es gibt immer wieder Arztpraxen, die über die Lichtempfindlichkeit des abgenommenen Blutes in Bezug auf Vitamin D Bestimmung nichts wissen. Einfallendes Licht kann zu falschen Werten führen! Eine gute Methode, die Probe vor Licht zu schützen, ist das Einwickeln in Alufolie. Oder sie kommt sofort in einen lichtdichten Behälter.
  • Was ein Mangel ist, wird in der Fachwelt derzeit stark diskutiert und man ist sich uneins. Das RKI bezeichnet z.B. Wert < 5ng/ml erst als schwerwiegend, Werte < 10ng/ml als moderaten Mangel und Werte < 25ng/ml als milden Mangel. Damit ist das RKI weit unter den Einschätzungen führender Vitamin D Forscher wie z.B. Michael F. Holick. Im aktuellen Dörner (Klinische Chemie und Hämatologie; 2013) wird ein Referenzbereich von 15-60ng/ml angegeben. Hier widerspricht der untere Referenzwert auch den neuesten Erkenntnissen. Das Labor im Endokrinologikum hat einen Referenzbereich von 25-47ng/ml, spricht an anderer Stelle aber auch von 30-40ng/ml für einen optimalen Vitamin-D Status, was die Propyhlaxe von Knochenbrüchen angeht.
  • Beim Vergleich von Vitamin D Spiegeln im Blut immer auf die Einheit achten! ng/ml * 2,5 = nmol/l. Und µg/l entspricht natürlich ng/ml. Ebenso darauf achten, welcher Wert gemessen wurde. In aller Regel ist es der 25(OH)-D Wert, selten wird zusätzlich noch der 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D Wert gemessen, dieser wird in pg/ml bzw. ng/l angegeben. Normbereich ist hier je nach Quelle so um 20-100 pg/ml.
  • Um Mangelerkrankungen in unseren Breitengraden (Deutschland) vorzubeugen, wird mittlerweile von vielen Experten empfohlen, Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Vorsichtige Empfehlungen sprechen von 800-1000 IE pro Tag. 800 IE wäre auch die neue empfohlene orale Tagesdosis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei fehlender Synthese über die Haut. Diese Empfehlung steht derzeit im starken Widerspruch zu Egebnissen führender Vitamin D Forscher. Mengen bis 4000 IE täglich werden von vielen Forschern als sicher genannt, einige gehen sogar bis 10.000 IE hoch. Bei ausgeprägtem Mangel reichen Dosen von 1000 IE täglich in der Regel nicht aus, um innerhalb weniger Monate auf einen adäquaten Wert zu kommen. Einige Studien zeigen auch, dass 1000 IE nicht ausreichen, um überhaupt auf einen ausreichenen Vitamin D Spiegel zu kommen, wenn über das Sonnenlicht kaum Vitamin D gebildet werden kann.
  • Vitamin D Supplemente können auch in höheren Dosen z.B. wöchentlich genommen werden. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hat derzeit Dekristol 20000 IE Kapseln, wovon man typisch alle 1-2 Wochen eine einnimmt und damit umgerechnet etwa 1500-3000 IE am Tag zu sich nimmt. Kosten dann etwa 1-2 Euro pro Monat. Dekristol ist ein verschreibungspflichtiges Medikament.
  • Supplemente für tägliche Einnahme wären z.B. Vigantoletten 1000 IE oder Vitamin D3 Hevert mit 1000 IE. Diese sind freiverkäuflich über Apotheken zu beziehen. Von Ergänzungsmitteln aus nicht sicheren Quellen, wie sie bei manchen Versandhändlern angeboten werden, würde ich dringend abraten. Hier gab es schon Präparate, die extrem überdosiert waren. Man muss hier wissen, dass Nahrungsergänzungsmittel, im Gegensatz zu Medikamenten, kaum überwacht werden. Auch fehlt es an einem strengen Qualitätsmanagement.
  • Umrechnung: 40IE = 1µg Vitamin D. Empfohlene 800 IE = 20µg.
  • Die Mengen Vitamin D in Multivitaminpräparaten orientieren sich oft an den alten Tages-Referenzdosen von 200IE, was bei einem Vitamin D Mangel völlig unzureichend ist.
  • Bei einer optimalen Besonnung können an einem Tag etwa 10.000-20.000 IE Vitamin D über die Haut gebildet werden. Wenn man jedoch wg. des Hautkrebsrisikos deutlich unter 1 MED Besonnungszeit bleibt und von 25% besonnter Körperfläche ausgeht, erreicht man nur etwa 4000-5000 IE. Alte Menschen (über 70) erreichen typisch nur noch die Hälfte.
  • Bei längerfristigem Mangel an Vitamin D sollte man auch auf ausreichend Calcium achten. Bei Supplementen ist meist Calciumcarbonat enthalten, was nur dann optimal absorbiert wird, wenn man zuvor etwas gegessen hat. Calciumcitrat soll etwas besser aufgenommen werden und nach einigen Studien bessere Effekte z.B. auf die Knochen haben. So richtig belegt scheint das aber nicht. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, nicht übermäßig Calcium zu sich zu nehmen, weil zu große Mengen sich ungünstig auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Die maximal empfohlene Gesamtmenge Nahrung+Supplement liegt bei 1000-1500mg Calcium am Tag. Auch sollte Calcium-Magnesium in ausgeglichener Menge von etwa 2:1 - 3:1 aufgenommen werden. Hauptlieferant für Calcium aus der Nahrung sind Milchprodukte, die allerdings zu wenig Magnesium enthalten und auch von einigen Menschen nicht gut vertragen werden. Calciumreiche Mineralwässer können auch für ausgeglichenes Calcium sorgen. So hat z.B. Gerolsteiner Medium/Classic 348 mg/l Calcium. Die meisten Mineralwässer haben allerdings nur geringe Mengen an Calcium.
  • Vitamin K spielt auch eine große Rolle im Zusammenhang mit Vitamin D und Knochengesundheit. Evtl. macht auch hier eine Supplementierung Sinn. Vitamin K liegt als K1 oder K2 vor. Angeblich soll Vitamin K2 in der Form MK7 am besten vom Körper verwertet werden können. Dafür gibt es jedoch keine fundierten Nachweise.
  • Die Synthese von Vitamin D über die Haut lässt mit dem Alter nach. Alte Menschen können also nicht mehr so viel Vitamin über die Sonne produzieren. Wer dann auch noch relativ selten in der Sonne ist, muss besonders auf seinen Vitamin D Spiegel achten.
  • Es gibt Stoffwechselstörungen, bei denen der Körper kein Vitamin D in seiner aktiven Form bilden kann. Hier kann es also trotz Sonne und Vitamin Supplementierung zu einem Mangel kommen. Dieses Problem kann durch eine Blutuntersuchung erkannt werden.
  • Es gibt ein paar wenige Erkrankungen, bei denen kein Vitamin D supplementiert werden darf, z.B. Sarkoidose oder Hyperkalzämie.
  • In europäischen Supplementen steckt meist Vitamin D3, in den USA wird hingegen häufig Vitamin D2 (Ergocalciferol) verkauft. Neuere Studien bestätigen beiden Sorten eine ähnliche Wirkung. D2 ist auf pflanzlicher Basis, D3 ist meist tierischer Herkunft (Wollfett, Fisch), kann aber auch pflanzlich sein.
  • Im Internet findet man Empfehlungen von hochdosiertem Vitamin D hoch bis zu 100.000 IE pro Tag. Die Wirkungen dieser extrem hohen Dosen sind m.W. wenig erforscht und damit riskant. Stattdessen werden große Heilsversprechen gemacht, die ich für äußerst zweifelhaft halte.

Besonnungstabelle

Um eine Vitamin-D Dosis von 1000IE über die Haut zu synthetisieren, benötigt man bei Hauttyp 2 und 25 % besonnte Körperfläche folgende Besonnungszeiten in Minuten:

Zeit/MonatFebMärzAprMaiJunJulAugSepOktNov
10:00843223131113183371118
11:0055201388811184291
12:00431697668132891
13:004516865571125120
14:007620865571128-
15:00-361076681446-
16:00--149881124--
17:00--321612122050--

(Zeit: Mitteleuropäische Sommerzeit, Ort: Dortmund N51,5 E7,4, Himmel:unbewölkt, Mitte des Monats)

Um einen guten Vitamin-D Spiegel aufrecht zu erhalten, braucht ein Erwachsener etwa 2000-4000 IE. Die Zeiten müssen also entsprechend verdoppelt bis vervierfacht werden. Dabei ist zu beachten, dass Nachmittags die Intensität von Stunde zu Stunde schnell abnimmt. Bei Hauttyp 4-5 Werte ungefähr verdoppeln.

Die angegebenen Zeiten entsprechen ungefähr 0,2 MED bei Hauttyp 2. 1 MED wäre die Dosis, wo es zu einer Rötung der Haut kommt. Man sollte immer unter 1 MED bleiben und auch daran denken, dass im Frühling die Haut erst wieder an die Sonne gewöhnt werden muss.

Beliebte Irrtümer

  • Wenn ich mich gesund ernähre, habe ich auch keinen Vitaminmangel.
    • Bei Vitamin D ist das leider nicht zutreffend. Wir brauchen die Synthese über die Haut durch Sonnenlicht.
  • Wenn ich jeden Tag eine Stunde an der frischen Luft bin, reicht das.
    • Leider nein. In unseren Breitengraden brauchen wir die kräftige Mittagssonne (11-16 Uhr). Und dann auch möglichst unbewölkt. In den Wintermonaten wird kaum Vitamin D über die Haut produziert, die Sonne steht dafür zu flach. Bekommt nur wenig Hautfläche Sonnenlicht, reicht auch das nicht. Und wer sich mit hohem Lichtschutzfaktor schützt, kann auch kein Vitamin D produzieren.
  • Vor jedem Sonnenkontakt auf jeden Fall Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor.
    • Diese Aussage wurde viele Jahre gepredigt. Es ging den Hautärzten um den Schutz vor Hautkrebs. Der Schutz vor Hautkrebs bleibt weiterhin eine wichtige Aufgabe. Allerdings hat man durch diese einseitige Betrachtung vergessen, dass wir auch ein gewisses Maß an UV-Licht brauchen, um eben Vitamin D über die Haut zu produzieren. Haut, die mit hohem Lichtschutzfaktor oder Kleidung geschützt wird, kann kein Vitamin D mehr synthetisieren. Hautrötung ist aber immer ein Zeichen von zu viel UV-Strahlung, die die Entstehung von Hautkrebs begünstigt.
  • Wer gesund lebt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel
    • Will man günstige Vitamin D Werte im Blut aufrecht erhalten, wie sie durch viele Studien bestätigt wurden, dann fällt das in Deutschland gar nicht so leicht. Grund ist, dass die Sonne nur über wenige Stunden im Sommer so steil steht, dass genügend UV-B Strahlung bei uns ankommt. Im Winter wird es noch viel schwieriger, einen guten Vitamin D Status aufrecht zu erhalten. Dann müssten wir uns fast den ganzen Tag draußen aufhalten. Moderne Lebensumstände sorgen dafür, dass wir gar nicht zum richtigen Zeitpunkt lange genug unter freiem Himmel sind. Sonne hinter Glasscheiben hat so gut wie kein UV-B Anteil mehr. Zudem ist unsere Haut oft großflächig durch Kleidung bedeckt. Das alles macht es sehr schwer, über die Haut genügend Vitamin D zu produzieren, insofern man beruflich nicht ständig im Freien arbeitet.
  • Früher hat keiner über Vitamin D Mangel gesprochen, das ist doch nur ein Hype
    • Schon lange bekannt ist, dass starker Vitamin-D Mangel zu akuten Knochenerkrankungen führt. Das ist seit langer Zeit unumstrittenes Wissen. In der Regel entstehen diese massiven Erkrankungen aber nur bei einem extremen Vitamin-D Mangel, kommen also damit auch recht selten vor. Heute weiß man aber, dass bestimmte Zivilisationskrankheiten durch einen schlechten Vitamin-D Status begünstigt werden. Krankheiten, die sich meist über viele Jahre schleichend entwickeln. In den letzten 20 Jahre ist durch viele Studien das Wissen explodiert. Hier gibt es wissenschaftlich gut fundierte Studien, die von der Fachwelt anerkannt sind, wie auch viele Thesen, die noch über Studien überprüft werden müssen. Es gibt allerdings auch unseriöse Spekulationen, die als gesichertes Wissen verkauft werden und die dem Vitamin D magische Heilkräfte auf allen Ebenen unterstellen. Fazit: Es gibt derzeit einen gewissen Hype, aber es gibt auch zahlreiche ernstzunehmende Studien, die die Bedeutung von ausreichend Vitamin D für die Gesundheit nachweisen.
  • Ich nehme regelmäßig ein Multivitamin-Präparat, da ist auch Vitamin D ausreichend enthalten
    • Typisch befinden sich in einem Multivitamin-Präparat nur 50-100% der täglichen Zufuhrdosis einer alten Empfehlung von 200 IE. Bei einem täglichen Bedarf von 2000-4000 IE wird klar, dass diese Menge nur als Notversorgung anzusehen ist, um nicht in einen starken Mangel abzurutschen.
  • Ich esse viel Fisch, da dürfte mein Vitamin D Bedarf gedeckt sein
    • Wer täglich 400g fetten Fisch isst, kann damit tatsächlich seinen Vitamin D Bedarf decken. Die meisten Menschen in Europa essen aber viel weniger Fisch. Außerdem ist nicht jeder Fisch so reich an Vitamin D.
  • Ich nutze regelmäßig ein Sonnenstudio. Damit bin ich auch gut versorgt mit Vitamin D.
    • Vitamin D entsteht über die Haut nur durch UV-B Strahlung. Es gibt Röhren, die fast nur UV-A produzieren. Man bräuchte also auf jeden Fall ein Gerät, wo die Röhren auch genügend UV-B Strahlung abgeben. Dann würde in der Tat auch die Vitamin D Synthese in der Haut angekurbelt. Viele Experten - besonders Hautärzte - raten von einem Solarium-Aufenthalt ab, um sein Vitamin D Status zu verbessern. Hauptsächlich wegen der damit verbundenen Gefahren. Eine Supplementierung über Vitamin D Präparate scheint sinnvoller.

Buchempfehlungen

  • Vitamin D - Die Heilkraft des Sonnenvitamins, Uwe Gröber / Michael F. Holick

Weblinks