Stromsparen im Haushalt
von Winfried Mueller, www.reintechnisch.de, Start: 01.04.2000, Stand: 12.01.2010
Energie zu sparen, ist sinnvoll und kostensparend zugleich. Einmal im Jahr sollte man einen Energie-Check machen. An vielen Ecken lässt sich sparen, weil Energiefresser sich eingeschlichen haben. Wer hier ein Bewusstsein und Achtsamkeit entwickelt, kann schnell mal 50-100 Euro im Jahr sparen.
Im folgenden möchte ich aufzeigen, wie Sie sinnlosem Energieverbrauch auf die Schliche kommen.
Steckernetzteile - die kleinen Schmarotzer
Viele technische Geräte werden heutzutage mit sogenannten Steckernetzteilen ausgeliefert. Tendenz steigend. Hierbei besteht der Netzstecker aus einem schwarzen Kasten, in dem ein Transformator eingebaut ist. Für Hersteller ist diese Art der Stromzufuhr bequem und kostensparend. Für den Anwender sind diese Steckernetzteile oft unpraktisch und permanente Stromfresser. Sie verbrauchen immer Strom, ob ein Gerät eingeschaltet ist, oder nicht.
Ein Beispiel: Eine Schreibtisch-Halogenlampe wird über ein großes Steckernetzteil mit Energie versorgt. Schaltet man die Lampe aus, bleibt das Netzteil weiterhin in Betrieb. Dabei verbraucht es immer noch 5 Watt. Die Lampe hat also einen Verbrauch von etwa 44 Kwh im Jahr, auch wenn sie nie eingeschaltet ist. Das sind derzeit etwa 7 Euro (16ct/KWh).
Bei einem Steckernetzteil bleibt es jedoch nicht. In einem typischen Haushalt findet man oft ein dutzend solcher Teile: Schnurlostelefone, Anrufbeantworter, Ladegeräte, Akkustaubsauger, Akkubohrmaschine, elektrische Zahnbürste, Telefonanlagen, Radios oder Computerperipherie.
Manche Geräte nutzen auch ein externes Netzteil - ein schwarzer Kasten, der zwischen Gerät und Steckdose geschaltet ist. Hier gilt das Gleiche, wie für Steckernetzteile.
Bei so vielen Geräten kann man also durchaus 20-50 Euro im Jahr sparen, wenn man diese abschaltet, sobald Geräte nicht mehr in Benutzung sind.
Was tun? Manche Geräte lassen sich nicht abschalten, wie bspw. Anrufbeantworter oder Schnurlostelefone. Hier lässt sich oft nicht sparen. Es sei denn, man bastelt sich ein spezielles effizientes Netzteil, welches gleich mehrere Geräte auf einmal versorgt. Das ist aber nur was für Versierte.
Sparen könnte man aber auch dort: Schnurlostelefon, Anrufbeantworter, Telefonanlage, DSL-Modem müssen Nachts nicht unbedingt laufen. Man könnte alles per Zeitschaltuhr abschalten.
In diesem Zusammenhang: Wer ISDN hat, hat auch einen sogenannten NTBA. Diese Box wird benötigt, um die ISDN-Signale aufzubereiten. Es kann sein, dass dieser NTBA über ein Kabel mit Strom versorgt wird. Oft ist dies aber gar nicht nötig. Hier lässt sich also sparen, wenn man das Stromkabel einfach entfernt. Ob das im konkreten Fall funktioniert, muss man ausprobieren oder mit einem Fachmann klären.
Viele Geräte mit Steckernetzteil müssen nicht ständig mit Strom versorgt werden. Hier sollte man die Steckernetzteile entweder aus der Steckdose ziehen oder aber eine Steckdosenleiste mit integriertem Schalter verwenden. Wenn das Gerät nicht gebraucht wird, kann man die gesamte Leiste ausschalten. Dann fließt wirklich kein Strom mehr.
Bei Computern bietet sich diese Vorgehensweise besonders an. Dort gibt es ja einige Geräte, die permanent Strom verbrauchen. Auch der Computer selbst, verbraucht oft noch Strom, wenn man ihn ausgeschaltet hat. Mit einer schaltbaren Steckdosenleiste lassen sich hier alle Geräte vom Netz trennen.
Bei Druckern sollte man jedoch eines beachten: Erst den Drucker selbst ausschalten, dann die Steckdosenleiste. Es gibt nämlich Tintenstrahldrucker, die nach dem erneuten Einschalten sonst eine komplette Druckkopfreinigung machen. Man wundert sich dann, warum die Patrone mal wieder leer ist, obwohl man kaum gedruckt hat. Jede Reinigung verbraucht einiges an Tinte.
Von Zeit zu Zeit sollte man checken, ob alle eingestöpselten Geräte in so einer Steckdosenleiste auch tatsächlich benutzt werden. Geräte mit Steckernetzteil, die man nur selten benutzt, stöpselt man lieber aus. So spart man nochmal, während die Steckdosenleiste eingeschaltet ist. Ich hatte z.B. monatelang meinen Zweitdrucker mit eingeschaltet, den ich die ganze Zeit nicht nutzte.
Eine elektrische Zahnbürste braucht nicht ständig geladen zu werden. Das ist eh schädlich für die Akkus. Hier ist es besser, z.B. alle 3 Tage das Gerät für einen halben Tag am Netz zu haben. Man muß da etwas experimentieren, um herauszufinden, wie oft und wie lange die Zahnbürste geladen werden muß. Vorteilhaft für den Akku ist es, wenn die Zahnbürste vor erneutem Laden fast entladen ist. So hält der Akku am längsten.
Stromsparen beginnt beim Gerätekauf. Man findet oft Geräte, die ohne diese nervigen Steckernetzteile auskommen. Geräte mit eingebautem Netzteil, haben oft einen echten Netzschalter, der komplett vom Netz trennt.
Standby-Geräte
Es gibt einige Geräte, die nicht wirklich vom Stromnetz getrennt werden, wenn man sie abschaltet. Entweder, weil noch Elektronik weiterversorgt werden muss oder aber, weil es billiger in der Herstellung ist, keinen echten Netzschalter zu spendieren.
Beim Fernseher z.B. gibt es einen Standbymodus, wo die Empfängerelektronik der Fernbedienung weiter mit Strom versorgt wird. Das ist nötig, damit man mit der Fernbedienung das Gerät einschalten kann.
Auch hier lässt sich einiges sparen. Oft braucht man die Standbyfunktion nicht bzw. es lohnt sich, auf diesen Komfort zu verzichten. Man kann einen Fernseher komplett ausschalten und ihn dann wieder ohne Fernbedienung direkt am Gerät einschalten. Das spart mitunter bis zu 10 Euro pro Jahr.
Viele Geräte verbrauchen auch permanent Strom, obwohl dieser gar nicht benötigt wird. Das ist bspw. bei Stereoanlagen oder kleinen Radios oft der Fall. Auch neuere Computer haben keinen echten Netzschalter mehr. Diese Geräte verbrauchen dann in der Summe auch Strom in der Größenordnung von 5-10 Euro pro Jahr.
Deshalb gilt auch hier: Eine schaltbare Steckdosenleiste trennt das Gerät vom Netz und spart somit Strom.
Ob ein Gerät im ausgeschalteten Zustand Strom verbraucht, lässt sich nachmessen. Hierfür gibt es z.B. bei Conrad Elektronik für ca. 25 Euro Verbrauchsmeßgeräte. Mitunter kann man auch vom Stromanbieter leihweise ein solches Gerät bekommen.
Kostengünstige Beleuchtung
Reintechnisch lässt sich in diesem Bereich viel sparen. Es gibt natürlich viele andere Entscheidungskriterien, welches Licht man verwenden möchte. Billiges Licht ist mitunter nicht so angenehm, angenehmes Licht ist oft teurer.
Die Lichtausbeute von Leuchtstofflampen oder Stromsparlampen ist am höchsten. Mit weitem Abstand folgen dann Halogenlampen. Normale Lampen mit Glühfaden haben die schlechteste Lichtausbeute.
Was man hier aber wissen sollte: Die Bündelung von Licht spielt eine ebenso große Rolle, damit es dort ankommt, wo man es braucht. Oft werden z.B. Energiesparlampen ohne Bündelung genutzt. Eine Halogenlampe mit Bündelung könnte so z.B. mit der gleichen Energie einen Schreibtisch genauso gut ausleuchten.
Ob man Stromsparlampen oder Leuchtstofflampen einsetzt und wenn ja, wo überall, dafür gibt es keine einfache Empfehlung. Elektrosmog-Sensible fühlen sich oft von der elektromagnetischen Störstrahlung beeinträchtigt. Andere meinen, dass das unnatürliche Spektrum des Lichtes solcher Lampen den Organismus belastet. Es gibt aber auch viele, die eine helle tageslichtähnliche Beleuchtung durch Leuchtstofflampen als angenehm empfinden.
Ich habe mich dafür entschieden, im Büro und Wohnzimmer Halogen zu benutzen. Also dort, wo ich mich längere Zeit aufhalte. Im Keller, Bad, Flur usw. benutze ich dagegen Stromsparlampen oder Leuchtstoffröhren.
Bei Stromsparlampen gibt es viel billigen Schrott. Lampen, die nach wenigen Betriebsstunden kaputt gehen. Und auch die Lichtfarbe ist bei billigen Lampen oft unangenehm. Es lohnt sich deshalb, Markenprodukte zu kaufen, vor allem kennt man dort die Qualität. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Osram gemacht, die ja auch Marktführer in diesem Bereich sind. Weitere große Hersteller sind General Electric und Philips.
Angeblich sollen Stromsparlampen nicht für Bereiche geeignet sein, wo Licht oft ein- und ausgeschaltet wird. Ich kann das nicht bestätigen. Selbst nach 10 Jahren Einsatz ist noch keine Osram Energiesparlampe bei mir kaputt gegangen, die als Flur- oder Kellerbeleuchtung oft geschaltet wird.
Stromsparlampen verbrauchen etwa nur 1/5tel der Energie gegenüber herkömmlichen Glühlampen, also 20 %.
Die Frage, ob Halogen- oder normale Glühlampe, kann man klar mit Halogen beantworten. Diese verbrauchen etwa nur halb soviel Energie, wie normale Glühlampen. Es gibt sie als Netzspannungsausführung, die mit 230 V betrieben werden, und als Niedervoltlampen, die man meist mit 12 Volt betreibt.
Niedervoltlampen sind meist effizienter, als Hochvoltlampen. Bei der Gesamtenergiebilanz spielt jedoch der Wirkungsgrad des Transformators beim Niedervoltsystem eine große Rolle. Gute Ringkerntrafos kommen über 90% Wirkungsgrad, diese werden jedoch in Billiglampen nicht verbaut. Schlechte Trafos haben vielleicht nur 60 - 70 % Wirkungsgrad. Gute elektronische Vorschaltgeräte haben Wirkungsgrade um die 90 %.
In den letzten Jahren gibt es einen Trend hin zu Hochvoltlampen-Halogenlampen. Sie sind praktisch, günstig und platzsparend, weil sie keinen Transformator benötigen. Die kleinen Bauformen, ähnlich wie die Niedervoltlampen, gibt es erst seit wenigen Jahren. Leider werden alle mir bekannten Lampen bei weitem nicht so hell betrieben, wie die Niedervolt-Halogenlampen. Dies erkennt man an einer deutlich gelberen Leuchtfarbe. Damit verliert man aber wieder an Wirkungsgrad. Manche dieser Hochvolt-Halogenlampen haben dann kaum einen höheren Wirkungsgrad, als gewöhnliche Glühlampen. Osram spricht immerhin von bis zu 30% mehr Licht gegenüber herkömmlichen Glühlampen, was allerdings sehr schwammig formuliert ist.
Bei Hochvolt-Halogenlampen sollte man vorsichtig sein, weil die gerne mal explodieren und dann Glassplitter herumfliegen können. Dies gilt besonders für Billigprodukte, wie ARD-Ratgeber 2004 getestet hat. Am besten kauft man hier auch Lampenkonstruktionen, die ein Schutzglas haben. Grund für die Explosion ist ein Lichtbogen, der sich zwischen den Enden der defekten Glühwendel bilden kann. Bei Niedervolt-Halogenlampen ist dies wegen geringerer Spannung und Strom sehr selten, aber auch nicht ausgeschlossen. Auch hier macht also ein Schutzglas Sinn.
Halogendeckenstrahler (indirektes Licht) werden typisch mit 300W oder 500W Halogenstäben ausgeliefert. Damit sind sie ziemliche Stromverschwender. Dimmt man diese dann runter, wird die Lichtausbeute enorm schlecht. Kurz, man bezahlt viel Geld für wenig Licht. Hier ist es besser, Halogenstäbe mit weniger Leistung einzusetzen, insofern die Lampe dies zulässt (Manche Dimmer kommen damit nicht zurecht). Ich benutze seit geraumer Zeit einen 150W Halogenstab, die Helligkeit ist völlig ausreichend.
Zum Thema Dimmen: Gedimmte Lampen haben eine sehr geringe Lichtausbeute. Vielleicht ist es möglich, stattdessen Lampen mit geringerer Leistung zu verwenden. Man kann ja auch mehrere Lampen benutzen, eine für helles Licht mit einer starken Lampe und eine für Schummerlicht mit einer schwachen Lampe.
Wie stark die Effizienz bei einer gedimmten Lampe zurückgeht, zeigt folgende Tabelle. Dabei wurde ein 150 Watt Halogenstab eines Deckenfluters gedimmt und die Beleuchtungsstärke bei 60cm Abstand gemessen.
| Aufnahmenleistung(W) | Bel.-Stärke (Lux) | Effizienz Lux/Watt |
| 150 | 1030 | 6.87 |
| 140 | 915 | 6.54 |
| 130 | 770 | 5.92 |
| 120 | 640 | 5.33 |
| 110 | 515 | 4.68 |
| 100 | 410 | 4.10 |
| 90 | 315 | 3.50 |
| 80 | 235 | 2.94 |
| 70 | 165 | 2.36 |
| 60 | 110 | 1.83 |
| 50 | 65 | 1.30 |
| 40 | 35 | 0.88 |
| 30 | 13 | 0.43 |
Hier zeigt sich, dass bei 90 Watt nur noch die Hälfte der Effizienz erreicht wird. Ein 90 Watt Halogenstab würde also bei gleichem Energieverbrauch doppelt so hell sein.
Zwei Argumente gibt es fürs Dimmen: Zum einen schafft ein gelber werdendes Licht eine angenehme Atmosphäre, zum anderen halten Glühlampen länger, wenn sie gedimmt werden. (Für Halogen stimmt das nur begrenzt.)
Ich glaube nicht, dass Dimmen lohnenswert ist, um die Haltbarkeit der Lampen zu vergrößern. Wahrscheinlich werden die erhöhten Stromkosten den Vorteil wieder auffressen.
Bei Niederspannungs-Halogensystemen mit Reflektorlampen muss man die richtige Auswahl der Lampenleistung und des Abstrahlwinkels treffen. Um ein ganzes Zimmer auszuleuchten kann es günstiger sein, Lampen ohne Reflektor einzusetzen, weil sich so das Licht besser verteilt. Es gibt da z.B. Leuchten mit weißem, matten Glasschirm, die das Licht gleichmäßig im Raum verteilen. Man kann auch kombinieren: reflektorlose Lampen zur Grundausleuchtung des Zimmers und Reflektorlampen, um bestimmte Bereiche besonders auszuleuchten.
In einem konkreten Anwendungsfall war unser Wohnzimmer mit 4 Stück 35 Watt/12V/38 Grad Niedervolt-Halogenstrahlern ausgeleuchtet. Der Transformator nahm dabei etwa 180 Watt auf. Ersetzt wurde das System durch eine Niederspannungs-Halogenleuchte mit effizientem Ringkerntrafo und 2 Halogenlampen ohne Reflektor. Stattdessen hat die Leuchte mattweise Lampenschirme, die das Licht angenehm im ganzen Raum verteilen. Für die normale Raumbeleuchtung reichen jetzt 2x20 Watt, wobei der Trafo etwa 45 Watt aufnimmt. Mitunter wird noch gedimmt, so dass nur noch 30-35 Watt vom System aufgenommen werden. Nur für Lesezwecke gibt es eine weitere leistungsstarke Reflektorlampe mit 50 Watt/12V/38 Grad. Diese erzeugt ein Licht, welches viel heller, als zuvor ist (1300 Lux bei 1m Abstand).
Ohne Leselampe ist der Stromverbrauch also auf 25 % bzw. 1/4 reduziert! Wenn die Leselampe etwa halb so lange an ist, wie das Gesamtlicht, verbrauchen wir so trotzdem noch weniger als die Hälfte. Aufs Jahr umgerechnet kommen wir etwa auf 25-30 Euro Einsparung.
Von Osram gibt es übrigens bei Niedervolt-Halogenlampen eine neue Technologie, die sich IRC nennt. Diese IRC-Lampen sollen bis zu 65 % Kostenersparniss gegenüber herkömmlichen Halogenlampen einfahren. So soll z.B. eine 35 Watt Halogenlampe mit einer 20 Watt IRC-Halogenlampe ersetzt werden können. Auch wenn ich skeptisch bin, ob diese guten Werte wirklich in der Praxis erreicht werden, bleibt doch gewiss ein Stück mehr Lichtausbeute. Mit etwa 4 Euro für eine Reflektorlampe Decostar sind die auch bezahlbar.
Computer Stromkosten senken
Angesprochen hatte ich bereits, den Computer und die Peripherie mit einer Steckdosenleiste komplett zu schalten.
Normale Monitore mit Bildröhre verbrauchen relativ viel Strom. Man sollte hier darauf achten, keine Bildschirmschoner zu verwenden. Bildschirmschoner schonen zwar die Bildröhre, schalten sie aber nicht ab. Bei moderner Hard- und Software ist es möglich, nach einer Zeitspanne der Nichtbenutzung den Monitor in den Standby-Modus zu schalten. Im Standby-Modus verbraucht der Monitor kaum noch Strom. Unter Windows 95/98/2000/XP lässt sich das unter Systemsteuerung-> Anzeige-> Bildschirmschoner-> Energiesparfunktion-> Einstellungen aktivieren. Auch andere Systemkomponenten lassen sich abschalten oder in einen Schlafmodus versetzen, der Strom spart. Leider ist es mitunter so, dass die Stromsparfunktionen zu Konflikten führen. Dies muss man ausprobieren.
Moderne TFT-Bildschirme verbrauchen wesentlich weniger Energie. 20 - 30 Watt sind es nur, gegenüber 50-100 Watt bei Röhren-Monitoren. Bei 200 Arbeitstagen a 8 Stunden und 50 Watt weniger Verbrauch sind das etwa 80 KWh Einsparung im Jahr. Das entspricht etwa 13 Euro weniger Stromkosten im Jahr (bei 16ct/KWh).
Auch bei TFT-Bildschirmen gilt natürlich: Keine Bildschirmschoner, sondern Standby-Betrieb.
Technisch Versierte können bei TFT-Monitoren zusätzlich Strom sparen. Bei den meisten Geräten mit externem Netzteil ist es möglich, den Monitor über das Computernetzteil mit Strom zu versorgen. Das Computernetzteil hat oft große Energiereserven und es arbeitet effizienter, wenn die Last höher ist. Alle mir bekannten TFT-Monitore mit externem Netzteil brauchen 12 V Betriebsspannung, die auch das Computernetzteil bietet. Man braucht sich also nur eine abgesicherte 12 V Stromversorgungsbuchse am Rechner nach außen zu legen, über den man dann den Monitor betreibt. Ob das im konkreten Fall so gemacht werden darf, muss ein Fachkundiger beantworten. Ca. 20 - 30 % Energieeinsparung am Monitor sind damit drin. Auch entfällt ein zusätzliches nerviges Netzteil.
Stromfresser im Auge behalten
Wird Strom in Wärme gewandelt, benötigt man viel Energie. Deshalb sollte man solche Geräte besonders gut im Auge behalten:
- Waschmaschine, Trockner
- Geschirrspülmaschine
- Durchlauferhitzer, Boiler
- Heizlüfter
- Kaffeemaschine
- Wasserkocher
- Herd
Zum einen gilt es, diese effizient einzusetzen. Kaffeemaschinen, die stundenlang den Kaffee warm halten, verbrauchen viel Energie. Besser ist es, eine Thermoskanne zu verwenden. Auf elektrische Heizlüfter sollte man verzichten, wo es geht. Eine Waschmaschine sollte voll beladen sein und evtl. kann man mit 40 Grad anstatt mit 60 Grad waschen. Auf 95 Grad kann man nahezu immer verzichten.
Zum anderen sollte man beim Neukauf von Geräten darauf achten, sehr stromsparende Modelle zu kaufen. Bei einer Waschmaschine lassen sich so im Laufe der Jahre einige hundert Euro sparen. Außerdem muss man davon ausgehen, dass die Strompreise steigen werden. Muss eine alte Waschmaschine repariert werden, sollte man überlegen, ob der Neukauf eines sparsamen Gerätes sinnvoller ist.
Bei Durchlauferhitzern sollte man darauf achten, ein elektronisch geregeltes Gerät zu kaufen. Nur diese können bei beliebigen Wassermengen die Temperatur genau regeln. Bei elektromechanischen Geräten kann man oft nur durch Zufuhr von Kaltwasser die richtige Temperatur einstellen, wodurch man mehr Wasser und Strom verbraucht, als nötig. Mit einem elektronisch geregelten Durchlauferhitzer kann man in einem durchschnittlichen Haushalt 1-2KWh Strom einsparen. Mit Wasserersparnis sind das etwa 100-200 Euro pro Jahr. Da amortisiert sich die Umrüstung in wenigen Jahren.
Übrigens: Eine Badewanne gefüllt mit wohltemperierten Wasser braucht ungefähr 5-7 KWh an Strom, was etwa 80 Ct - 1,12 Euro entspricht (16ct/KWh). Kommen noch etwa 200 Liter Wasser hinzu, die etwa 1 Euro kosten. Einmal baden (mit Strom erwärmt) kostet also ungefähr 2 Euro.
Beim Duschen kommt man etwa auf 1 Euro pro 10-15 Minuten inkl. Wasserverbrauch. Dies zeigt eindrücklich, dass elektrisch bereitetes Warmwasser sehr teuer ist.
Kühlschränke und Kühltruhen
Wenn möglich, stellt man Kühltruhen in einen kühlen Raum, z.B. in den Keller. Die Temperatur im Kühlschrank sollte nicht zu kalt eingestellt werden, 7 Grad werden vom Umweltbundesamt empfohlen. Vielleicht kann man sie sogar etwas höher wählen.
Es ist wichtig, dass ein Kühlschrank seine Abwärme auch gut wegtransportieren kann. Deshalb dürfen die Kühlrippen hinten nicht zugestellt oder verbaut sein. Ebenso ist eine Positionierung neben einer Heizung wenig sinnvoll.
Die Kühltruhe und das Gefrierfach sollte regelmäßig abgetaut werden, weil man sonst viel Eis mit kühlt.
Lebensmittel sollten erst abgekühlt in den Kühlschrank gestellt werden.
Wenn man Speisen aus dem Tiefkühlfach auftaut, sollte man das im Kühlschrank machen. Das spart Energie, weil die Wärme im Kühlschrank aufgenommen wird. Der braucht dann weniger Energie zum kühlen.
Beim Neukauf von Kühlgeräten ist es ganz wichtig, energiesparende Modelle zu wählen. Dadurch wird man im Laufe der kommenden Jahre viel Geld sparen. Einige hundert Euro sind durchaus drin.
Gewohnheiten
Viel Energie lässt sich natürlich dadurch sparen, dass man seine Gewohnheiten überprüft und ggf. verändert. Ich lasse z.B. gerne überall das Licht brennen, weil ich wieder mal in Gedanken bin. Ein wenig mehr Achtsamkeit in diesem Bereich, und ich könnte einiges sparen. Im Flur habe ich deshalb schon extra ein Bewegungsmelder-Licht eingebaut, was nach 2 Minuten automatisch ausschaltet.
Wenn man den Wasserkocher für Tee einschaltet, sollte man nur so viel Wasser einfüllen, wie man auch braucht. Beim Kochen kann man die Herdplatten schon früher abstellen und so noch die Restwärme nutzen. Ebenso beim Backofen, dort kann man sich ein vorheizen oft auch sparen. Bei Töpfen und manchmal auch bei Pfannen sollte man Deckel verwenden. So bleibt die Wärme dort, wo sie gebraucht wird. Warmes Wasser braucht man zum Händewaschen meist nur in kleinen Mengen, braucht also keinen starken Strahl minutenlang laufenzulassen. Bei all diesen Dingen geht es lediglich um Achtsamkeit und Gewohnheit.
Dann gibt es natürlich noch all die Dinge, bei denen man zwar sparen kann, die aber auch die Lebensqualität einschränken. Man könnte kürzer duschen, seltener baden usw. Diese Dinge kosten einen Preis und hier muss jeder selber entscheiden, was er/sie sich gönnen möchte.
Zuviel Sparsamkeit kann jedenfalls zu einer zwanghaft unangenehmen Charaktereigenschaft werden, die die Lebensqualität und das gute Miteinander stört.
In solchen Fällen rate ich dazu, in regelmäßigen Abständen mal bewusst zu verschwenden. Es ist sozusagen eine Verschwendungs-Meditation, die einen dazu führen soll, auch Verschwendung wieder annehmen zu können. Lassen Sie doch einfach mal das Flurlicht an oder duschen Sie eine halbe Stunde. Diese Übung sollte man so lange wiederholen, bis man auch Verschwendung wieder ertragen kann.
Ich glaube, der beste Energiesparer ist der, der sich um Sparsamkeit bemüht und nicht der, der Verschwendung hasst.
Energiekostenmessgerät

Wer überprüfen möchte, wie viel Energie seine Elektrogeräte aufnehmen, braucht ein Energiekostenmessgerät. Viele Energieversorger und auch die Verbraucherzentralen stellen sowas leihweise kostenlos zur Verfügung.
Das Gerät wird einfach zwischen Steckdose und Verbraucher geschaltet. Angezeigt werden die momentan aufgenommene Leistung und der Verbrauch in KWh seit Start.
Vorsicht: Es sind billige Energiemessgeräte auf dem Markt, die völlig fehlerhaft messen. Das sind meist Geräte in der Preisklasse von 10-15 Euro. Diese Geräte sind für eine Bewertung des Energieverbrauchs völlig unbrauchbar.
Beispiel: Ein Fernseher hatte eine Standby-Aufnahme von 0,2 Watt. Ein Billigmessgerät maß 10 Watt! Hingegen verbrauchte ein Steckernetzteil 4 Watt, das Billigmessgerät zeigte 0 Watt an! Ich habe schon mehrere solcher billigen Geräte ausprobiert und kann nur von abraten.
Ein Energiekostenmessgerät, was bei mir seit vielen Jahren gut funktioniert, ist von Conrad-Elektronik. Das aktuelle Gerät von Conrad heißt Energy Check 3000 und kostet etwa 25 Euro. Im Bereich unter 5 Watt ist es leider recht ungenau, darüber ist es in nahezu allen Konstellationen recht gut.
Weil viele Energiemessgeräte gerade im Bereich von 0-10 Watt recht ungenau sind, kann man einen Trick anwenden: Man schließt zuerst z.B. eine 60 Watt Glühlampe als Grundlast an. Eine Glühlampe ist eine ohmsche Last, die auch konstant ist, von daher gut geeignet. Jetzt steckt man das Gerät mit dem geringen Verbrauch hinzu und ermittelt die Differenz. Gerade beim Conrad Energy Check 3000 kann man so geringe Leistungen viel genauer ermitteln.
Weblinks
- Aktion No-Energy: Kampagne für weniger Stromverbrauch
- Stromvergleich.de: Den günstigsten Stromanbieter finden
- Stromtarife.de: Weiterer Stromtarif Vergleich
- strom.idealo.de: Weiterer Stromtarif Vergleich
- General Elektrik: Hersteller von Energiesparlampen
- Osram: Hersteller von Energiesparlampen
- Philips: Hersteller von Energiesparlampen
- Conrad: Energiekostenmessgeräte
z.B. Artikel 125320-62 oder 125319-62 - Wikipedia zu Energiesparen
- Wikipedia zu Energiesparlampe
- Wikipedia zu Standby-Modus
- Energiesparinformationen des Landes Hessen
- Heise-News: Stromsparfunktion an Computern werden selten genutzt
- naturstrom.de: Ökostromanbieter
- lichtblick.de: Ökostromanbieter
- ews-schoenau.de: Stromanbieter ohne Atomstrom