Steno Know-How

Ein paar Grundlagen für die Entwicklung von Kurzschriften und Kürzungen.

Häufige Wörter

  • Top30: die, der, und, in, zu, den, das, nicht, von, sie, ist, des, sich, mit, dem, dass, er, es, ein*, ich, auf, so, auch, als, an, nach, wie, im, für
  • Weitere: man, aber, aus, durch, wenn, wen, nur, noch, werden*, bei, haben*, wir, was, sein*, welch*, sind, oder, zur, um, mir, über, ihm, dies*, ihr*, uns, da, zum, doch, vor, mich, ihn, du, mehr, am, denn, nun, unter, sehr, selbst, schon, hier, bis, dann, ihnen, alle, wieder, mein*, gegen, vom, ganz*, einzelnen, wo, muss, ohne, können*, ja, jetzt, immer, wohl, sondern, weil, nichts, alles, viel, also, soll*, lass*, machen*, weiter*, recht, etwas, kein*, ob, dir, allen, groß*, müss*, erst*, mal, einmal, dich, allein, während, ander*, damit, gar, euch, konnt*, deren, zwischen, woll*, denen, dessen, sagen, bin, gut, darauf, weiß, gewesen, bald, weit, solche, eben, beiden, sehen, lang*, wer, zwar, dort, komm*, heute, derselben, vielleicht, etwa, seit, bereits, möcht*, dürf*

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Wichtige Vorsilben

Vorsilben auch als alleinstehendes Wort

  • ab
  • an
  • auf
  • aus
  • bei
  • da
  • durch
  • ein
  • er
  • fort
  • für
  • gegen
  • her
  • hin
  • hinter
  • in
  • los
  • mit
  • nach
  • pro
  • über
  • um
  • unter
  • viel
  • vor
  • weg
  • wieder
  • zu

Vorsilben ausschließlich als Vorsilbe

  • ant-
  • anti-
  • be-
  • ent-
  • ex-
  • inter-
  • ge-
  • kon-
  • rück-
  • un-
  • ur-
  • ver-
  • zer-

Vorsilben, die man zusammenfassen kann

  • ant/ent

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Wichtige Endungen

Endungen auch als alleinstehende Wörter

  • bar
  • er
  • es
  • falls
  • haft
  • los
  • mal
  • schaft

Endungen ausschließlich als Endung

  • en
  • em
  • et
  • ion
  • ismus/ismen
  • keit
  • lich
  • heit
  • nis
  • sam
  • tum/tüm*
  • ung
  • tät/etät/ität

Endungen, die man zusammenfassen kann

  • heit/keit/tät/etät/ität (siehe Stolze-Schrey)

Nicht veränderbare (nicht flektierbare) Wörter

  • aber
  • als
  • auch
  • auf
  • bei
  • bevor
  • bis
  • damit
  • darum
  • denn
  • deshalb
  • dort
  • ehe
  • falls
  • gern
  • hier
  • immer
  • in
  • insofern
  • insoweit
  • mit
  • nachdem
  • neben
  • ob
  • obwohl
  • oder
  • oft
  • sehr
  • seit
  • seitdem
  • sobald
  • sodass
  • sofern
  • solange
  • soviel
  • soweit
  • trotzdem
  • über
  • und
  • unter
  • während
  • wegen
  • weil
  • wenn
  • weshalb
  • wie
  • zumal

Begriffe

  • Konsonanzen - Sind aufeinanderfolgende Konsonanten. In Steno ist es interessant, ob man häufig vorkommende Konsonantenfolgen findet, weil man hierfür dann Kürzungen entwickeln kann. Viele Steno-Systeme nutzen diese Form von Kürzung z.B. in dem neue Buchstaben für eine Konsonanz eingeführt werden. In Stiefo sind es z.B. die Konsonanzen ng/nk, nd/nt, st, sp, pf, ch, cht, sch. Weitere häufig vorkommenden Konsonanzen sind z.B. rt (wie in dort), ns (wie in uns), mpf (wie in stampfen), schm (wie in schmerz), schw (wie in schwer), zw (wie in zwischen). Neben Konsonanzen sind auch die Begriffe Konsonantenverbindung und Mitlautverbindung gebräuchlich.
  • Punktschlinge, Punktschleife - Eine Schleife, die so klein ist, dass sie nur als Punkt sichtbar ist. Weil sie schnell zu schreiben ist, machen viele Stenosysteme Gebrauch davon. Punktschlingen können rechts oder links herum geschrieben werden. Oft wird durch den natürlichen Schreibfluss eine Richtung diktiert.
  • Kreisschlinge - Eine kreisrunde Schleife, die unterschiedliche Größe haben kann. Kreissschlingen können rechts oder links herum laufen. Für eine korrekte Schreibweise ist die Richtung wichtig. Auch die Größe ist für die Bedeutung wichtig.
  • Langschrift - Im Gegensatz zu Steno wird die normale Schrift als Langschrift bezeichnet. Mitunter bezieht es sich auch auf die normale Kurrentschrift, also unsere gebräuchliche Schreibschrift.
  • Buchstaben und Zeichen - Buchstaben sind eindeutig identifizierbare Zeichen, die also eine bestimmte Form haben und für einen Buchstaben im Alphabet bzw. ein Phonem/Laut. In Steno gibt es aber auch viele Zeichen, die nicht für einen Buchstaben stehen, sondern für eine Zusammenfassung von Buchstaben oder als Kürzel für ganze Wörter. Zeichen können auch Indikator für einen Kontext sein und so einen Hinweis geben, wie man etwas Nachfolgendes interpretiert.
  • Kürzel - Sind Zeichen, die für ein Wort stehen. Im einfachsten Fall ist es ein Buchstabe, der alleinstehend für ein bestimmtes Wort steht. Weiterhin sind neue Zeichen möglich, die für ein Wort stehen. Kürzel werden mitunter auch als Sigel oder Siegel bezeichnet.
  • Kürzungen - Bei Kürzungen werden Informationen weggelassen, die nach normaler Regel geschrieben würden. Im einfachsten Fall sind es Abkürzungen wie in der Langschrift, wo auf wenige Buchstaben gekürzt wird, die das Wort enthält. Kürzungen müssen erlernt werden, können in einem gewissen Maße auch beim lesen erraten werden, weil die noch vorhandenen Buchstaben Hinweise darauf geben, um welches Wort es sich handelt. Mitunter haben sich Regeln des Weglassens etabliert, die sich von der Langschrift unterscheiden. Kürzung und Abkürzung wird in der Regel synonym verwendet. In älteren Schriften wird auch von Abbreviaturen gesprochen. Achtung: Mitunter wird in Lehrbüchern nicht sauber zwischen Kürzung und Kürzel differenziert.
  • Anstrich - Der Verbindungsstrich von einem Buchstaben zum nächsten. Anstriche haben in zahlreichen Stenosystemen Bedeutung bei der Vokalkodierung. Je nach Länge und Winkel wird damit ein entsprechender Vokal kodiert. Die Idee dahinter: Man spart sich extra Zeichen für Vokale und nutzt die ohnehin notwendige Verbindung zwischen Konsonanten, in dem man hier Vokale kodiert. Das führt zu einer schreibschnellen Schrift.
  • schreibflüchtig - Ein etwas missverständlicher Begriff im Steno-Umfeld. Schreibflüchtig meint etwas, was sich schnell schreiben lässt. Man kann es intuitiver mit schreibschnell oder schreibflüssig bezeichnen. Das Wort schreibflüchtig findet man vor allem in älteren Schriften.
  • Verstärkung - Zahlreiche Stenosysteme haben mit sogenannten Vestärkungen als zusätzliche Kodiermöglichkeit gearbeitet. Durch eine kräftigeren Druck mit dem Bleistift werden Zeichen verstärkt bzw. hervorgehoben. Diese Hervorhebung hat eine Bedeutung, darüber wird z.B. die Bedeutung des vorangegangenen Vokals festgelegt. Bei neueren Systemen wird darauf oft verzichtet, weil es sich z.B. mit Kugelschreiber nicht schreiben lässt.
  • Selbstlaut - Vokale
  • Mitlaute - Konsonanten
  • Anlaute - Erster Laut eines Wortes. (Bsp Europa = eu, offen = o) Mitunter auch erster Laut einer Silbe oder auch des Wortstammes.
  • Inlaute - Vokale innerhalb eines Wortes/Wortstammes (Bsp Biene = ie). Wortstämme, die mit einem Vokal beginnen oder enden, haben keinen Inlaut, z.B. Frau, oft.
  • Auslaute - Konsonant bzw. Konsonantgruppe am Ende eines Wortstammes (Bsp Buch = ch, Ring = ng). Endet der Wortstamm mit einem Vokal/Vokalgruppe, ist dieser der Auslaut. (Frau = au, ja = a). In Steno haben Anlaut und Auslaut besondere Bedeutung beim Konzept der Vokalkürzung. Der Vokal wird bei vielen Systemen nicht geschrieben, sondern z.B. im Auslaut, also dem folgenden Konsonanten angedeutet werden. Die Andeutung geschieht durch Verstärkung, Hoch-Tiefstellung, Verbindungsweite. Von Auslautvokalisation spricht man, wenn der Auslaut zur Andeutung verwendet wird. Dies ist bei DEK oder Stiefo der Fall. Bei der Anlautvokalisation wird der Anlaut verwendet, also der Konsonant vor dem Vokal. Dies ist beim System Stolze der Fall.
  • Nachlaut - bei mehreren aufeinanderfolgenden Konsonanten der letzte Konsonant.
  • Anstrich/Aufstrich/Abstrich - Aufstrich und Abstrich sagt etwas darüber aus, ob eine Schreibbewegung nach nach oben oder unten geht. Konsonanten werden bei Stiefo mit Abstrichen geschrieben, Vokale oft als Aufstrich. Ein Anstrich ist ein Verbindungsstrich, der zu einem kommenden Zeichen hinführt. Selten wird er auch als Vorstrich bezeichnet (Weizmann 1915).
  • Haarstrich - ein dünner Strich mit wenig Druck.
  • Endungen/Nachsilben/Suffixe - Viele Wörter haben am Ende gleiche Silben. Dies ist für das Stenosystem von besonderer Bedeutung, weil man hier gut kürzen kann. Die genaue Definition von Endung, Nachsilbe und Suffix hat sich im Laufe der Zeit verändert und wird in unterschiedlichen Publikationen auch verschieden verwendet. Im Stenoumfeld wird in der Regel von Nachsilben gesprochen. Wörter können mehrere Nachsilben haben, die hintereinandergehängt sind. So hat das Wort "Endungen" die Nachsilben "ung" und folgend "en".
  • Vorsilben/Präfixe - Silben, die dem Wortstamm vorangestellt sind. Viele Wörter haben gleichlautende Vorsilben, insofern ist hier eine gute Kürzungsmöglichkeit gegeben. Wie bei Nachsilben, kann auch ein Wort auch mehrere Vorsilben enthalten, wie z.B. beim Wort "nachverdichten". Hier hat man "nach-" und "ver-" als Vorsilben.
  • Kopfschleife/Fußschleife - Enthalten Buchstaben Schleifen, so spricht man von Kopfschleife, wenn diese ganz oben ist und von Fußschleife, wenn die unten am Fuße des Zeichens ist.
  • links- und rechtsschräge Zeichen - Zumindest in Stiefo werden Konsonanten linksschräg genannt, wenn man beim Schreiben nach links läuft. Weil Konsonanten immer von oben nach unten geschrieben werden, läuft das Zeichen als unten zurück. Ein linksschräges Zeichen ist also rechtsgeneigt. Rechtsschräg sind Zeichen, wenn sie unten nach rechts laufen, womit sie dann linksgekippt aussehen. Bei Stif ist die Situation genauso. Ein typisches linksschräges Zeichen wäre das "b" in Stif und Stiefo (/). Ein typisches rechtsschräges Zeichen wäre das "j" (\).