Heizkostenverteiler Know-How

Start: 27.01.2020 :: Stand: 29.01.2020 :: reintechnisch.de

Grundsätzliches

Elektronische Heizkostenverteiler (EHKV) sind die kleinen Erfassungsgeräte, die man an vielen Heizkörpern sieht. Früher hatte man dafür Verdunstungsröhrchen, die heute nur noch selten im Einsatz sind.

Der Name dieser Geräte sagt aus, wofür sie da sind: Die Heizkosten mehrerer Wohneinheiten sollen fair untereinander aufgeteilt werden. Fair heißt hier verbrauchsabhängig. Mieter, die viel Energie verbrauchen, sollen auch enstsprechend mehr bezahlen.

Technisch gesehen erfassen diese Geräte die in den Raum abgegebene Wärmemenge (Q). Q ergibt sich aus Leistung * Zeit, Q = P*t. Die Geräte zeigen allerdings keine konkrete Wärmemenge an, sie zählen lediglich Einheiten, die einer bestimmten Wärmemenge entsprechen. Man spricht auch von verbrauchsproportionalen Einheiten.

Theoretisch könnte man die Einheiten in eine normierte Wärmemenge umrechnen, praktisch ist das aber nicht relevant. Man will ja nur wissen, welcher Anteil der Gesamt-Wärmemenge an einem Heizkörper abgegeben wurde. Damit wird auch klar: Das System funktioniert nur, wenn an jedem Heizkörper identische Geräte montiert sind, die genauso zählen.

Damit das System funktioniert, muss noch die Wärmeabgabe des Heizkörpers berücksichtigt werden. Der Heizkostenverteiler kann nämlich nur die Heizkörpertemperatur erfassen, weiß aber erstmal nichts darüber, wie leistungsfähig der konkrete Heizkörper ist.

Der sogenannte Bewertungsfaktor (KQ) bezieht die Leistung des Heizkörpers mit ein und erst darüber erhält man wirklich ein Maß für die Wärmemenge. Neben KQ kommt noch ein kleiner Korrekturfaktor KC hinzu, der den thermischen Übergangswiderstand zum Heizkostenverteiler berücksichtigt. Hier hat man einen gewissen Temperaturabfall. KGes = KQ * KC.

Es gibt Heizkostenverteiler, die mit einer sogenannten Einheitsskala erfassen. Diese wissen nichts über die Größe des Heizkörpers, ähnlich wie bei den Verdunsteröhrchen. Wenn z.B. eine Stunde lang 60 Grad Heizkörpertemperatur gemessen werden, zählen sie eine Einheit weiter. Später muss in der Abrechnung jeder Zählerwert noch mit dem Bewertungsfaktor multipliziert werden. Ein Heizkörper, der doppelt so viel Wärmemenge gegenüber einem anderen abgibt, hat demzufolge auch den doppelten Bewertungsfaktor.

Beispiel:

  • Heizkörper A 500 Watt: 20 Zähleinheiten * Bewertungsfaktor 0,5 = 10 skalierte Einheiten
  • Heizkörper B 1500 Watt: 20 Zähleinheiten * Bewertungsfaktor 1,5 = 30 skalierte Einheiten

Skalierte Einheiten können dann direkt für die Kostenaufteilung verwendet werden. Gäbe es nur diese beiden Heizkörper und die Gesamtheizkosten lägen bei 40 Euro, hätte Heizkörper A 10 Euro verbraucht, Heizkörper B 30 Euro.

Es gibt auch Heizkostenverteiler, bei denen der Bewertungsfaktor gleich bei Installation einprogrammiert wird (produktskaliert, Produktskala oder Produktenskala). Das hat den Vorteil dass die Einheiten wirklich sofort ein Maß für die Wärmemenge sind. Egal wie groß die unterschiedlichen Heizkörper sind, die Werte sind vergleichbar und sagen mir als Verbraucher direkt etwas über den jeweiligen Verbrauch eines Heizkörpers. Ein kleiner Heizkörper, der 3 Einheiten an einem Tag verbraucht hat, hat die gleiche Wärmemenge abgegeben, wie ein großer Heizkörper, der z.B. in einer Stunde 3 Einheiten verbraucht hat. Damit sind die Einheiten direkt ein Maß für die Kosten. Man kann dann sagen, dass pro Einheit z.B. mit etwa 15 Cent Kosten zu rechnen ist. Wie es konkret ist, variiert natürlich je nach Hersteller des Gerätes. Bei einigen produktskalierten Geräten ist die Einheit auf etwa 1 KWh festgelegt.

Wieviel Cent man pro Einheit etwa rechnen muss, kann man durch seine Heizkostenabrechnung ermitteln: Gesamtheizkosten / erfasste Einheiten aller Heizkörper.

Elektronische Heizkostenverteiler zeigen in einem kleinen LCD-Display in der Regel mehrere Werte an. Alle paar Sekunden schaltet das Display um und zeigt den nächsten Wert. Was nahezu alle Verteiler anzeigen, ist der aktuelle Zählerwert der laufenden Abrechnungsperiode und auch den Zählerwert der vorherigen Abrechnungsperiode. In der Regel schalten die Zähler beim Übergang vom 31.12 auf den 1.1 des neuen Jahres um, archivieren also den Zählerstand des letzten Jahres und stellen den aktuellen Zählerwert auf 0 zurück.

Hier zeigt sich auch: Die Heizkostenverteiler haben eine Uhr, die ab Werk gestellt wird und dann 10 Jahre lang halbwegs genau laufen muss, wobei Abweichungen von wenigen Stunden keine Rolle spielen.

Elektronische Heizkostenverteiler können über eine optoelektronische Schnittstelle per Auslesekopf ausgelesen werden. Das ist die einfachste Form der jährlichen Ablesung, wobei hier ein Ableser in die Wohnung kommen muss.

Die meisten heute am Markt verfügbaren Geräte haben eine Funkanbindung, hier wird mehrmals täglich der aktuelle Stand an eine Zentrale im Haus gefunkt. Diese Zentrale gibt die Daten dann an die Server des Abrechnungsanbieters weiter, z.B. über das Mobilfunknetz. Oder ein Ableser kommt ins Haus und kann sich alle Daten einer jeden Wohnung an der Zentrale (Sammelstelle) abholen. Das erspart aufwändiges Einzelablesen in jeder Wohnung. Die Heizkostenverteiler selbst können per Funk nicht empfangen und man kann sie deshalb auch nicht von Außen zum Senden anregen. Sie senden stur zu festen Zeitpunkten.

Typisch wird z.B. nur alle 4 Stunden einmal kurz gesendet, das spart Strom. Bei Geräten mit sogenanntem Walk-By Telegramm muss öfters gesendet werden. Dieses Feature ermöglicht einem Ableser, sozusagen im Vorbeigehen die Daten aller Geräte zu empfangen, ein zentraler Sammler im Haus ist hier nicht nötig. Damit das klappt, muss jedes Gerät in kurzen Zeitabständen senden, damit die ablesende Person nicht lange warten muss. Typisch sind hier Intervalle von 2 Minuten. Um Strom zu sparen, wird dieses Walk-By Telegramm typisch nur Mo-Fr von 8-18 Uhr versendet.

Versorgt werden die elektronischen Verteiler in der Regel mit einer 3V Lithiumbatterie. Mit den typischen 1000mAh muss extrem energiesparend umgegangen werden, denn sie sollen etwa 10 Jahre mit dieser Batterie durchhalten. Real wird einiges an Sicherheit draufgerechnet, so dass sie oft 15-20 Jahre mit einer Batterie durchhalten. Regulär werden sie nach 10 Jahren gegen neue Geräte ersetzt.

Technisch sind elektronische Heizkostenverteiler recht simpel aufgebaut, sie sollen ja billig in der Herstellung sein. Die Geräte kosten um 20 Euro, enthalten ist ein kleiner, sehr energiesparender Microcontroller, ein 32KHz Uhrenquarz, ein LCD-Display, 2 Temperatursensoren, eine Batterie und ggf. noch die Optoelektronik bzw. der Funksender.

Ab wann zählen die Geräte? Bei den üblichen 2-Sensorgeräten braucht es einen bestimmten Temperaturunterschied zwischen Heizkörper- und Luftsensor. Typisch sind hier 3-5 Grad, je nach Hersteller. Zusätzlich muss die Heizkörpertempeatur über einer bestimmten Schwelle liegen (z.B. 23 Grad). Unterhalb dieser beiden Schwellen zählen die Geräte nicht. Steigt die Heizkörpertemperatur über eine Schwelle, wird auf jeden Fall gezählt, auch wenn die 4 Grad Differenz nicht erfüllt sind (Techem schreibt z.B. >31 Grad).

Bei 1-Sensorgeräten wird erst ab einer bestimmten Heizkörpertemperatur gezählt (z.B. 28 Grad), eine Differenzmessung können diese Geräte ja nicht machen. Die Schwelle liegt hier höher, damit sie im Sommer nicht zählen, wo die Raumtemperatur problemlos 28 Grad erreichen kann. Das sie im Sommer über 28 Grad anfangen zu zählen, nimmt man als vernachlässigbaren Fehler in Kauf. Manche Geräte können auch Sommer erkennen und heben hier die Schwelle automatisch an. Jeder EHKV hat ja eine Uhr an Bord, über die auch die Monatsinformation verfügbar ist.

Kann man über die Temperatur der Heizkörper überhaupt auf die Wärmemenge schließen? In gewissem Maße ja, wobei das Verfahren auch recht anfällig für Fehler ist. Eine Heizung gibt eine definierte Wärmemenge z.B. nur dann ab, wenn die Luft frei zirkulieren kann. Schon dann, wenn ein Handtuch auf dem Heizkörper liegt, verändert sich die Situation. Ein Heizkörper wird auch wesentlich weniger Energie abgeben, wenn Luft im System ist. Dann bleibt der Heizkörper unten fast kalt. Auch ist die Umgebungstemperatur entscheidend, weil die Heizkörperleistung am Temperaturgefälle hängt. Die abgegebene Leistung ist bei einem 10 Grad kalten Raum wesentlich größer, als bei einem 25 Grad warmen Raum.

Die aktuellen Heizkostenverteiler haben in der Regel 2 Temperaturfühler. Einer misst die Temperatur der Heizung, der andere die Temperatur der Umgebungsluft. Wobei dieser Luftsensor im Gehäuse verbaut ist, er misst also sehr nahe an der Heizung und nicht in der Raummitte. Durch Messung der Umgebungsluft kann die abgegebene Wärmemenge aber wesentlich präziser gemessen werden.

Wer englischsprachige Literatur recherchiert, dort heißen EHKV "heat cost allocator".

Heizkostenverteiler müssen nicht geeicht oder regelmäßig überprüft werden. Lediglich die Normen machen Vorgaben, was die geforderte Genauigkeit angeht, die auch über die normale Nutzungsdauer von 10 Jahren eingehalten werden muss.

Heizkostenverteiler vergleichbar?

Liefern Heizkostenverteiler unterschiedlicher Hersteller ähnliche Werte? Erst einmal nein, weil jeder Hersteller eine andere Skala hat. Sie zählen also unterschiedlich schnell und nicht irgendwie normiert.

Allerdings: Wenn Heizkostenverteiler irgendwie Sinn machen sollen, müssen sie möglichst genau die reale Wärmemenge erfassen und über verbrauchte Einheiten darstellen. Alle Hersteller müssen so gut es geht, den realen Verbrauch erfassen. Sie müssen dies auch durch Prüfungen nachweisen. Die Einheiten sind also bei allen Herstellern immer proportional zur Wärmemenge. Zumindest im Rahmen erlaubter Abweichungen, genaueres regelt die Norm EN834.

Wenn dem so ist, dann muss auch ein linearer Zusammenhang zwischen den Ergebnissen von Heizkostenverteilern unterschiedlicher Hersteller bestehen. Anzeigewert Gerät1 * Faktor X = Anzeigewert Gerät2 müsste dann gelten. Selbst wenn das eine Gerät den Bewertungsfaktor berücksichtigt und das andere Gerät den Einheitswert ausgibt, ändert das nichts. Es steht immer ein Faktor zwischen beiden Geräten, der sich bei korrekter Messung nie verändert.

Real wird jeder Hersteller viele spezielle Kompensationen vornehmen und bestimmte Zustände anders erkennen und bewerten. Gerade wenn Heizungen abgedeckt werden und die normalen Leistungsparameter nicht mehr so gelten, kann es sein, dass unterschiedliche Hersteller diese Situation anders bewerten. Dann kann es zu größeren Abweichungen kommen. Im Standardfall eines frei arbeitenden Heizkörpers, wo auch die Luft vor den Heizkostenverteilern frei vorbeiströmen kann, sollten die Werte recht gut korrelieren.

Beispiel: Manche Hersteller erkennen einen Wärmestau, wenn also der Sensor für die Raumluft einen zu hohen Wert hat. Je höher dieser Wert, um so weniger würde der EHKV ja zählen. Allerdings ist es unglaubwürdig, dass der Innenraum wärmer als z.B. 25 Grad ist. In so einem Fall schalten sie dann einfach auf Einfühlerbetrieb um, ignorieren also die Temperatur am Raumluftsensor und gehen von einem normierten Wert von 21 Grad aus. Wann und wie ein Hersteller auf solche Zustände reagiert, ist unterschiedlich.

Ein weiteres Beispiel: Um Fremdwärme wie Sonneneinstrahlung klar vom Heizbetrieb zu unterscheiden, prüft der EHKV, ob die Erwärmung typisch für einen normalen Aufheizvorgang ist. Wie das konkret geschieht, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.

Wer einem Heizkostenverteiler nicht vertraut und Vergleichsmessungen machen will, kann das mit einem zusätzlichen Gerät machen, welches in der Nähe des anderen Verteilers angebracht wird. Der Heizkörper sollte aber frei von störenden Einflüssen sein.

Will man hingegen offiziell Wohnungen mit Heizkostenverteilern ausstatten, müssen alle Geräte vom gleichen Bautyp sein. Durch identisch arbeitende Geräte reduzieren Faktoren, die zu einer falschen Erfassung des Verbrauchs führen können.

Achtung: Wer gebrauchte Heizkostenverteiler kauft, sollte welche mit Einheitswert kaufen, die also alle gleich skaliert sind. Kauft man nämlich Heizkostenverteiler, in denen ein Bewertungsparameter einprogrammiert ist, läuft jeder Verteiler anders, je nachdem, welcher Bewertungsfaktor hinterlegt ist. Man weiß noch nichtmal den Faktor, weil dieser oft nicht angezeigt wird. Diese Regel gilt zumindest, wenn man mehrere Geräte kauft, die man auch untereinander vergleichen will.

Einbau-Position

So als Richtmaß werden die Geräte bei Standard-Heizkörpern der Länge nach etwa mittig eingebaut. Der Höhe nach sitzt das Gerät mittig bei 75% der Heizungshöhe. Bei recht flachen Heizkörpern sitzt er in der Mitte.

Die genaue Position ist bei jedem Hersteller in einer Datenbank hinterlegt.

Temporärer Anbau

Möchte man für Vergleichsmessungen temporär einen weiteren Heizkostenverteiler anbringen, lassen sich diese recht gut ankleben. Der Grundkörper besteht aus einem Aluprofil. Dieses wird bei Flachheizkörpern normalerweise angeschraubt über Stehbolzen, die angeschweißt werden. Mit Heimwerkermitteln ist das nicht machbar.

Was gut funktioniert, ist eine Verklebung mit MS-Polymerklebstoffen oder auch mit Silikon. Diese Kleb-/Dichtstoffe bleiben elastisch, so dass man sie später auch wieder gut entfernen kann.

Wichtig bei der Verklebung ist, dass die Alugrundplatte wirklich gut angedrückt wird, damit der Wärmeübergangswiderstand gering bleibt. Sonst käme es zu Messfehlern. Bewährt hat sich, eine Art Brücke aus Holzleisten zu bauen, welche mit starken Magneten an der Heizung gehalten wird. Mittig dieser Brücke sitzt eine Schraube (z.B. M3), die dann auf die Grundplatte bei der Verklebung drückt. Man kann diese so feinjustieren, dass ein maximaler Druck auf die Platte wirkt. Es braucht recht starke Neodymmagnete, wie man sie z.B. in Festplattenlaufwerken findet. Diese können 5-10 Kg halten. Oder Scheiben-Neodymmagnete ab 20x7mm kaufen.

Für die Demontage bietet sich ein Stemmeisen an, mit dem man die Grundplatte wieder herunterhebelt. Oder man baut sich aus einem dicken Schraubendreher eine Art Hebel. Hierfür die vorderen 10-15 mm des Flachschraubendrehers um 90 Grad abwinkeln. Das geht nur, wenn man das Material vorher ausgeglüht hat. Später dann wieder in Wasser abschrecken, um das Material wieder zu härten.

Für Vergleichsmessungen sollte man immer Heizkostenverteiler gleichen Typs verwenden, also Einfühlergeräte oder Zweifühlergeräte.

Bewertung des Heizkörpers

Mittlerweile gibt es hundertausende verschiedene Heizkörper. Jeder Typ muss vom Hersteller vermessen sein, um richtige Bewertungsparameter für jeden Heizkörper zu ermitteln. Früher hatten die Installateure noch ein Handbuch mit allen gängigen Heizkörpern. Heute ist die Sache zu komplex, so dass jeder Messdienst seine eigenen Experten hat, die am Computer über Datenbanken den genauen Heizkörpertyp und die dafür passenden Parameter ermitteln.

Für Standardheizkörper kann man grob die Leistung selber ermitteln. Hierfür gibt es Tabellen, die man im Internet finden kann. Die Leistung wird hier in Watt angegeben bei einer bestimmten Vorlauftemperatur.

Eine Tabelle findet man z.B. hier:

Infos zur Bewertung von Minol:

Hat man elektronische Heizkörperverteiler mit einprogrammierten Bewertungsfaktoren, kann man diese zumindest vergleichend ermitteln. Hierzu lässt man alle Heizungen unter Volllast für z.B. 4 Stunden laufen und notiert sich die Zunahme an Einheiten. Zeigt eine Heizung den doppelten Wert, weiß man, dass diese doppelt so hoch bewertet wurde. Anhand der Bauform kann man dann schauen, ob das plausibel ist.

Leider zeigen die meisten Heizkostenverteiler den Bewertungsfaktor nicht im Display an.

Manipulationssicherheit

Die Hersteller müssen sich bei Heizkostenverteilern viel Gedanken um Manipulationssicherheit machen. Die Verlockung ist groß und mit entsprechend krimineller Energie versucht manch ein Mieter, das System zu überlisten, um seine Heizkosten zu verringern. Dass er damit direkt seine Mitbewohner betrügt, ist vielen nicht klar. Denn schlussendlich werden alle Heizkosten auf alle Mieter verteilt.

Alle Geräte haben einen Demontage-Schutz. Man müsste Plomben zerstören, um sie zu demontieren. Neuere Geräte überwachen auch elektronisch die Demontage und geben solche Versuche per Funk an die Zentrale weiter.

Manipulation von Temperaturen werden auch überwacht. Hier versucht jeder Hersteller durch viele Maßnahmen, Manipulationsversuche zu erkennen, die dann auch über Funk an die Zentrale weitergegeben werden können.

Fehlerüberprüfung in der Abrechnung

Ein Thema, was häufig auftaucht, ist bei Mietern der Verdacht auf Abrechnungsfehler. Beim Einsatz von Heizkostenverteilern sind in der Tat zahlreiche Fehlerquellen denkbar. Damit kann es zu einer übermäßigen Belastung von Heizkosten kommen. Was kann man als Mieter hier tun?

Ein paar Möglichkeiten

  • Erstmal täglich möglichst zum gleichen Zeitpunkt die aktuellen Zählerwerte ablesen und auf Plausbilität prüfen. Man weiß ja ungefähr, wie viel man in welchem Raum geheizt hat, diesen Verbrauch müssen die Verteiler auch abbilden. Hierbei kann man sich allerdings auch sehr verschätzen. Nur wenn die Heizungen unter Volllast laufen, kann man über die Zeit ungefähr Abschätzungen treffen. Im Gegensatz dazu kann ein Heizkörper, der nahezu kalt wirkt (z.B. nur 5 Grad über Raumtemperatur), trotzdem beträchtliche Verbräuche haben, wenn er den ganzen Tag läuft. Man verschätzt sich hier.
  • Wichtig ist, dass man herausfinden muss, ob der Heizkostenverteiler Einheitsskala oder Produktskala anzeigt. Bekommt man keine Infos darüber, kann man es gut testen, wenn man von der Baugröße 2 sehr unterschiedliche Heizkörper hat. Beide Ventile der Heizkörper dreht man voll auf Stufe 5 auf, notiert den Zählerwert und wartet dann z.B. 3 Stunden. Jetzt liest man beide Verteiler erneut ab. Haben beide Zähler etwa gleich viel weiter gezählt, hat man recht wahrscheinlich eine Einheitsskala (=alle Verteiler zählen bei gleicher Temperatur gleich schnell). Sind die Werte stärker unterschiedlich, hat man eine Produktskala (=Verteiler zeigen den echten Verbrauch an). Wichtig bei dem Test ist, dass die Zimmertemperatur ähnlich hoch sein sollte.
  • Ob die Geräte Produktskala oder Einheitsskala haben, sollte immer über die Heizkostenabrechnung erkennbar sein. Werden die Einheiten direkt als Maß genommen, ist es eine Produktskala. Wird hingegen jeder Heizkörper mit einem eigenen Faktor multipliziert, ist es eine Einheitsskala.
  • Hat man Geräte mit einer Produktskala und Zweifel, ob die Bewertungsfaktoren korrekt hinterlegt sind, kann man erstmal das Grunddatenblatt mit den Bewertungsfaktoren vom Vermieter anfordern. Im Internet findet man Tabellen, welche Heizkörper bei welcher Baugröße etwa welche Leistung haben. Die Leistungen kann man nun mit den Bewertungsfaktoren vergleichen. Ein Heizkörper mit der doppelten Leistung müsste z.B. auch den doppelten Bewertungsfaktor haben. Es gibt Heizkostenverteiler, die im Display auch den Bewertungsfaktor anzeigen.
  • Möchte man überprüfen, ob die auf dem Grunddatenblatt vermerkten Bewertungsfaktoren tatsächlich auch in den produktskalierten Geräten einprogrammiert wurden, kann man die Heizkörper gegeneinander vergleichen. Hierzu muss die Zimmertemperatur etwa gleich sein und auch die Vorlauftemperatur etwa gleich. Das lässt sich leicht mit einem IR-Thermometer prüfen. Nun dreht man den ersten Heizkörper voll auf und wartet dort, bis der Verteiler gerade eine Einheit weiter geschaltet hat. Jetzt die Uhrzeit aufschreiben. So mit jedem Heizkörper verfahren. Nach vielleicht 4 Stunden wartet man nun am ersten Heizkörper, bis er wieder gerade eine Einheit weiter geschaltet hat und schreibt nun Uhrzeit und verbrauchte Einheiten auf. So verfährt man mit jedem weiteren Heizkörper. Mit diesen Rohdaten kann man nun die Einheiten/Minute berechnen (Einheiten / Gesamt-Minuten). Diese Werte müssen nun im selben Verhältnis stehen, wie die Bewertungsfaktoren der Heizung.
  • Sind die Heizungen komplett abgestellt, kann man prüfen, ob der Zähler auch nicht zählt. Hierfür darf die Temperatur im Raum aber nicht zu stark absinken, weil irgendwann der Frostschutz das Thermostat doch öffnet. Das dürfte aber erst bei Temperaturen unter 10 Grad der Fall sein. Auch den Sommer über sollte man prüfen, dass die Heizkostenverteiler nicht zählen. Am Besten monatlich die Werte notieren.
  • Achtung: Auch ausgestellte Termostatventile können öffnen, wenn man das Fenster öffnet und sehr kalte Luft über das Ventil strömt. Dann öffnet der Frostschutz.
  • Heizkörper, die über ein Einrohrsystem angeschlossen sind, können auch bei abgedrehtem Ventil noch ein wenig Wärme abgeben. Insofern zählt hier dann auch der Heizkostenverteiler. Es ist hier technisch oft nicht vermeidbar, dass diese Heizungen ständig etwas Heizenergie in den Raum abgeben.
  • Fehler können auch auftreten, wenn die Heizkostenverteiler in anderen Wohnungen Fehler haben oder gar manipuliert wurden. Bei solchen Fehlern ist es schwer, einen Nachweis zu erbringen.
  • In der Heizkostenabrechnung kann man prüfen, ob man über dem Durchschnitt aller Wohneinheiten liegt und ob das mit den eigenen Heizgewohnheiten übereinstimmt.
  • Bei Verdacht, dass die Heizkostenverteiler irgendwie falsch zählen, kann man Vergleichszähler anbringen. Siehe hierzu den oberen Abschnitt "Temporärer Anbau". Auch wenn andere Zähler anders zählen, es sollte einen gleichbleibenden Umrechnungsfaktor geben. Bei Vergleichsmessungen dafür sorgen, dass die Heizung frei arbeiten kann, also nicht abgedeckt wird.
  • Man kann prüfen, ob die richtigen Zähler an den richtigen Heizkörpern angebracht wurden. In der Abrechnung sollte stehen, welche Zählernummer zu welchem Heizkörper gehört. Die Heizkostenverteiler zeigen im Display oft eine Zählernummer an. Auch kann man über die in der Abrechnung gelisteten Verbräuche des Vorjahres eine Zuordnung machen. Die Vorjahresverbräuche sind ja noch in den Zählern gespeichert.
  • Welche Energiemenge in KWh ungefähr eine Einheit bei einer produktskalierten Anzeige ausmacht, kann man über die Heizkostenabrechnung ungefähr ermitteln. Das geht aber nur, wenn dort der Gesamtverbrauch und die Gesamteinheiten vermerkt sind. Gesamtverbrauch (in KWh) / Gesamteinheiten = Verbrauch pro Einheit (in KWh). Bei aktuellen Techem-Geräten sind es z.B. etwa 2KWh. Über die Energiemenge, die in die Wohnung eingebracht wird, kann man diverse Überschlagsrechnungen machen, ob Werte plausibel sein können.

Optimale Bedingungen zur Heizkostenreduktion

Möchte man nicht mehr bezahlen, als man real verbraucht, sollte man einige Dinge beachten oder optimieren:

  • Heizkörper regelmäßig entlüften. Luft kann die Heizleistung schnell halbieren, man zahlt aber für die volle Leistung!
  • Heizkörper nicht abdecken oder irgendwie einbauen. Je freier die Luft rundherum zirkulieren kann, um so besser. Jedes Möbelstück, was die Konvektion der Luft verringert, sorgt für einen Leistungsverlust.
  • Bei Lüftung Heizkörperventile zudrehen. Noch besser, eine halbe Stunde vor dem Lüften schließen. Denn ist der Heizkörper noch heiß und kalte Luft kommt von außen rein, registrieren die Sensoren einen besonders großen Temperaturunterschied, was mit größerer Wärmemenge assoziiert ist. Außerdem verliert man sowieso viel Energie, wenn Heizkörper noch recht heiß sind und das Fenster offen.
  • Um Überhitzung des Raums zu vermeiden, sollte man bei jedem Heizungsventil die Stellung herausfinden, bei der die gewünschte Temperatur erreicht wird. Die Ventile sind in Wirklichkeit fast immer echte Regler: Sie öffnen bei zu niedriger Temperatur das Ventil, bis die Zieltemperatur erreicht ist. Dann schließen sie das Ventil bzw. reduzieren den Zufluss stark. Die meisten Menschen denken hingegen, es wäre wie ein Wasserhahn, je weiter man aufdreht, um so schneller erwärmt sich die Heizung. In der Regel liegt der Bereich für normale Zimmertemperatur bei Stufe 3 (Heimeier/Oventrop/Buderus).
  • Heizkörper regelmäßig reinigen, besonders bei Flachheizkörpern mit Konvektorblechen. Setzt sich dort Staub ab, kann die Luft schlechter zirkulieren und weniger Wärme transportieren.

Beliebte Irrtümer

  • Behauptung: "Starkes Aufheizen verbraucht mehr Energie, als gleichmäßig mit niedrigeren Temperaturen zu heizen."
    • Heizkostenverteiler sollen so genau es geht, den realen Verbrauch erfassen. Dabei erfassen Sie die Temperatur und können daraus die Wärmemenge berechnen, die vom Heizkörper in die Wohnung abgeben wird. Aus dieser Perspektive ist es vollkommen egal, ob die Wärmemenge kurz und stark in die Wohnung abgegeben wird oder über längere Zeiten mit geringerer Leistung. Grundsätzlich ist die Behauptung also falsch, Heizkostenverteiler berücksichtigen die reale Energie, die in den Raum abgegeben wird, egal wie heiß die Heizung ist. Was lediglich sein könnte: Heizkostenverteiler sind auch fehlerbehaftet, so dass in bestimmten Betriebszuständen mehr, in anderen weniger Fehler auftreten. Moderne elektronische Heizkostenverteiler dürften alle Betriebssituationen recht genau erfassen.
  • Behauptung: "Wenn mein Raum durch andere Wärmequellen zusätzlich aufgeheizt wird, zählt der Heizkostenverteiler schneller und ich zahle mehr."
    • Dem Heizkostenverteiler ist es vollkommen egal, welche zusätzlichen Wärmequellen es im Raum gibt. Er misst immer nur die Wärmemenge, die von der Heizung abgegeben wird. Und diese hängt hauptsächnlich von der Heizkörpertemperatur ab. Einen kleinen Einfluss hat die Raumtemperatur, denn je größer die Temperaturdifferenz zwischen Heizkörper und Raumluft, um so größer die abgegebene Wärmemenge. Bei Einfühlergeräten wird einfach von einer bestimmten Raumtemperatur ausgegangen, z.B. 21 Grad. Liegt die Raumtemperatur real höher, rechnet der Heizkostenverteiler etwas zu viel ab, ist sie niedriger, etwas zu wenig. Heute werden aber fast nur noch Zweifühlergeräte verbaut. Diese messen die Raumtemperatur, womit auch diese richtig berücksichtigt wird.
  • Behauptung: "Obwohl ich das Heizkörperthermostat schon ganz zugedreht habe, zählt der Heizkostenverteiler noch weiter. Obwohl kein warmes Wasser mehr einströmt und ich damit nichts mehr verbrauche, zahle ich trotzdem noch was."
    • In dem warmen Wasser, welches sich im Heizkörper befindet, ist Energie gespeichert. Diese Energie wird noch in den Raum abgegeben, auch wenn ich das Ventil zugedreht habe. Ich verbrauche also noch Energie, die zuvor schon in meine Heizung eingespeist wurde. Und diese erwärmt weiter meinen Raum und ist damit auch ein realer Verbrauch. Deshalb muss sie auch bezahlt werden.
  • Behauptung: "Die Raumtemperatur sollte man nachts und bei Abwesenheit nicht zu tief absenken, weil sonst später zu stark nachgeheizt werden muss, was ingesamt mehr Energie verbraucht."
    • Möchte man bei einem Raum die Temperatur konstant halten, muss genau so viel Energie zugeführt werden, wie Energie durch die Wände nach außen verloren geht. Diese Wärmeverluste sind um so größer, je höher der Temperaturunterschied zwischen außen und innen ist. Je höher die Innentemperatur also ist, um so mehr Heizenergie muss man aufbringen. Umgedreht: Wäre die Innentemparatur = Außentemperatur, muss man gar keine Energie mehr zuführen. Damit wird klar: Den geringsten Energieverbrauch hat man insgesamt, wenn man die Wärmezufuhr vollständig abstellt, sobald man den Raum nicht nutzt. Die Verluste sind dann am Geringsten. Allerdings: Ein zu stark ausgekühlter Raum braucht länger, bis er wieder auf Wohlfühltemperatur aufgeheizt ist. Energetisch bleibt man trotzdem in der Gewinnzone, aber für das persönliche Empfinden kann das unschön sein oder man friert in den ersten Stunden. Auch kann es passieren, dass man die Raumtemperatur deutlich höher wählt, um dem Kälteempfinden von ausgekühlten Fußböden und Wänden entgegenzuwirken. Das wiederum hat energetisch ungünstige Auswirkungen (Hohe Lufttemperatur = höhere Wärmeverluste nach außen). Am Besten findet man hier einen Kompromiss, in dem man Räume nicht stärker als z.B. 16 Grad absenkt. Es gilt, so niedrig wie möglich aber auch so komfortabel, dass man zügig genug hoch heizen kann. Hat man elektronische Thermostate, können diese früh genug automatisch hochheizen, wodurch man dann keinen Komfortverlust hat.
    • Klar muss bei einem ausgekühlten Raum stärker nachgeheizt werden. Das wird gerne als Argument genommen, dass das dann ein hoher Energieverbrauch ist, was sich ingesamt nicht lohnt. Aber was passiert da genau? Ich muss genau die Energie nachheizen, die in der Zeit des Nichtheizens durch Wärmeverluste nach außen verloren ging. Dieser Wärmeverlust ist aber geringer, als hätte ich durchweg geheizt. Der Grund dafür ist der geringere Temperaturunterschied, je kälter es innen wird. Insgesamt verbrauche ich also trotz des stärkeren Nachheizens weniger Energie, als hätte ich durchweg geheizt. Besser vorstellbar ist es mit einem Eimer, der unten ein kleines Loch hat. In einem Fall lasse ich ständig so viel neues Wasser reinlaufen, wie unten herausfließt und halte damit den Füllstand. Im anderen Fall lasse ich über längere Zeit nur das Wasser unten auslaufen. Je geringer der Wasserstand ist, um so weniger fließt durch den geringeren Druck auch durch das Loch. Fülle ich dann z.B. den Eimer nach 30 Minuten wieder auf, verbrauche ich weniger Wasser, als hätte ich den Wasserhahn, wie im ersten Fall, durchweg mit geringer Menge laufen gelassen.
  • Behauptung: "Ein Heizkostenverteiler muss kaputt sein, weil der viel schneller als andere zählt."
    • Die meisten Heizkostenverteiler sind produktskaliert, berücksichtigen also die Leistung des Heizkörpers. Die angezeigten Einheiten sind damit ein Maß für den Verbrauch. Weil größere Heizkörper mehr verbrauchen, zählen hier die Heizkostenverteiler auch schneller. Als Laie lässt sich nur schwer einschätzen, wie hoch die Leistung eines Heizkörpers ist. So können Plattenheizkörper z.B. genauso groß sein, aber 1, 2 oder 3 Platten hintereinander haben. Im Internet findet man aber Tabellen, die einem grob Auskunft darüber geben können, wie viel Leistung ein Heizkörper etwa hat.
  • Behauptung: "Die Heizung ist immer kalt, der Heizkostenvertiler zählt trotzdem."
    • Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, warum dieser Fall eintritt. Eine Möglichkeit ist, das die Heizkörpertemperatur nur ganz wenig über der Zimmertemperatur liegt. Man kann einen Temperaturunterschied von z.B. 5 Grad kaum mit den Händen erspüren. Trotzdem wird auch so eine kleine Wärmemenge gezählt. Auch wenn das Thermostat ganz zugedreht ist, kann es bei defekten Ventilen noch dazu kommen, dass geringe Mengen Wasser durch die Heizung fließen und diese leicht erhitzen. Nachweisen kann man solche geringen Temperaturen gut mit IR-Thermometern. Was auch passieren kann: Wenn man an kalten Tagen lüftet, kann die kalte Luft das Thermostat umströmen. Unterhalb einer bestimmten Temperatur öffnen auch vollständig zugedrehte Thermostate, weil sie die Heizung vor Frost schützen wollen. Dann öffnet das Thermostat kurzzeitig, was dann Verbrauch verursacht.
  • Behauptung: "Heizkostenverteiler zählen langsamer, wenn man sie mit einem Handtuch abdeckt."
    • Bei modernen Zweifühlergeräten würde damit der Innentemperatursensor getäuscht, er geht dann von einer höheren Innentemperatur aus und würde tatsächlich langsamer zählen. Der Effekt wäre aber recht gering. Gleichzeitig gibt es einen Manipulationsschutz, womit alle Temperaturen >25 Grad als Manipulation gewertet werden. Dann wird die Innentemperatur nicht mehr gemessen, stattdessen werden 20 Grad angenommen. Damit hat man dann evtl. den gegenteiligen Effekt und zahlt mehr, als man verbraucht. Auch können Geräte Manipulationen registrieren und an die Abrechnungszentrale weiterleiten. Bei älteren Einfühlergeräten sorgt jede Form von Abdeckung dazu, dass die gemessene Temperatur steigt und damit auch der registrierte Verbrauch.

Abrechnungsunternehmen

In Deutschland teilen sich 4 große Dienstleister den Markt für Heizkostenerfassung: Techem, Ista, Brunata-Metrona und Minol-Messtechnik.

Weblinks