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05.02.2010 :: Gelatine vor Beize
Auf Hammerl.com findet man zum Thema beizen einen interessanten Tipp. Das Problem ist oft, dass die Beize unterschiedlich ins Holz aufgesaugt wird und dann ein eher fleckiges Beizbild ergibt. Hammerl schlägt vor, mit einer Gelatinelösung vorzubehandeln: 30 g Gelatinepulver auf 1 Liter Wasser und damit einstreichen. Vermutlich ein altes Rezept der Geigenbauer.
Die Idee, mit irgendwas vorzuarbeiten, findet man auch woanders. Ich hab mal ein Video gesehen, wo mit einem verdünnten Klarlack vorgearbeitet wurde. Klarlack hat allerdings den Nachteil, dass er nicht mehr angelöst wird. Wird hingegen auf Gelatine eine Beize aufgetragen, wird diese wieder leicht angelöst und kann Farbstoff aufnehmen. Sie bildet also keine völlig undurchlässige Absperrung.
Im Buch "Das Beizen, Schleifen und Polieren" von 1891 (siehe books.google.de) findet man auch ein Rezept, wo der Beize direkt Gelatine hinzugefügt wird.
18.09.2009 :: Schichtdicke und Härte bei Ölprodukten
Ich habe die letzten Tage die Härte von verschiedenen Holzölen im getrockneten Zustand getestet. Dabei ist mir ein Phänomen aufgefallen: Die Härte der Schicht ist stark abhängig von der Schichtdicke. Trägt man ein Öl dünnst z.B. auf einer Glasplatte auf, kann es recht hart werden. Wird gleiches Öl wesentlich dicker aufgetragen, bleibt es relativ weich - auch noch nach Wochen. Von der Schichtdicke hängt also entscheidend ab, wie hart die Schicht wird. Und das ist dann auch entscheidend, will man unterschiedliche Öle miteinander vergleichen.
Hier hat man dann das Problem, gleiche Schichtdicken zu erzeugen. Dickere Öle tendieren dazu, dickere Schichtdicken zu erzeugen. Bei einem Öl, was durch Lösemittel sehr dünnflüssig gehalten ist, gelingt ein dünnster Auftrag sehr leicht. Dies war auch der Grund, warum ich mich vor einiger Zeit noch hab täuschen lassen. So empfand ich z.B. dass Auro PurSolid als wesentlich weicher, als das lösemittelhaltige Auro Hartöl. Das lag aber nur an der größeren Schichtdicke des Testauftrages auf eine Glasplatte. Man bekam das PurSolid gar nicht so dünn aufgetragen. Erst als ich es 1:1 mit Lösemittel verdünnte, war ein dünner Auftrag möglich und dann war der getrocknete Film erstaunlich hart.
Der Grund mit der stark abnehmenden Härte bei ölhaltigen Produkten scheint zu sein, dass das Öl vor allem Sauerstoff braucht, um sich zu vernetzen. Und mit zunehmender Schichtdicke kommt kein Sauerstoff mehr an den unteren Bereich der Schicht. Dort vernetzt (polymerisiert) der Film dann nur unvollständig und bleibt weich. Man kennt das ja auch, wenn man mal Öl extrem zu dick aufträgt: Obendrauf bildet sich eine Runzelhaut und darunter liegt noch das flüssige Öl, was auch lange Zeit noch flüssig bleibt.
Nun könnte man meinen, nach ein paar Wochen wird der Film dann schon komplett durchpolymerisieren. Dem ist aber nicht so. Dickere Ölschichten habe ich schon über Jahre beobachtet, sie wurden nicht hart.
Bis ich letztens eine gegenteilige Beobachtung machte: Ein Öl, was auch im ausgehärteten Zustand sehr weich blieb, hatte ich auf eine Metallplatte im Freien aufgetragen. Dort strahlte über ein paar Wochen intensiv die Sonne drauf. Und hier war ich dann sehr erstaunt, wie aus der vormals sehr weichen Schicht eine sehr harte Schicht wurde.
Dies zeigt, die Polymerisation geht fortwährend weiter und starke UV-Strahlung und Wärme sorgen dafür, dass das wesentlich schneller abläuft. Fehlt diese, geht die Polymerisation dickerer Schichten so langsam vonstatten, dass die Schicht noch lange Zeit - Jahre oder gar Jahrzehnte - weich bleibt.
Eine ähnliche Beobachtung hab ich auch bei Leinos Decklack 840 gemacht. Nach Auftrag ist der relativ weich. Er lässt sich auch nicht gerade dünn verstreichen. Nach mehreren Monaten Sonneneinstrahlung ist die Oberfläche nun wesentlich härter geworden. Im Innenraum hingegen ist er auch nach Jahren noch genauso weich geblieben.
Es gibt übrigens auch Öle, die dick aufgetragen noch relativ hart werden und sich damit untypisch verhalten. Am deutlichsten ist mir das beim Natural Finish-Öl aufgefallen. Vermutlich liegt es an einem erhöhten Einsatz von Harzen.
18.09.2009 :: Arbeitsplattenöl von Biofa
Biofa ist ein etablierter Naturfarbenhersteller, der auch schon seit vielen Jahren am Markt ist. Bisher hatte es sich noch nicht ergeben, dass ich mal Öle von denen getestet habe. Jetzt hab ich mal das Arbeitsplattenöl getestet, welches man recht günstig in der 200ml Flasche bekommt - gerade mal 5,60 Euro beim Naturbaumarkt.
Das Öl ist lösemittelfrei, das ist ökologisch schonmal sehr gut. Es ist auch nicht wasserbasiert und verarbeitet sich damit gut. Für ein lösemittelfreies Öl ist es erstaunlich dünnflüssig. Das Öl ist trüb, vermutlich weil auch Mikrowachse mit enthalten sind. Man sollte es auch gut schütteln, man sieht deutlich, dass sich am Boden Stoffe absetzen.
Der Hersteller schreibt, dass es auf Lebensmittelverträglichkeit erfolgreich geprüft wurde. Insofern ein Öl, was man gut in der Küche für Arbeitsplatten oder Brettchen einsetzen kann.
Der Geruch geht typisch in Richtung Leinöl, etwas streng. Nach Trocknung ist der Geruch aber relativ schnell weg.
Mein erster Eindruck auf einer Probe ist gut. Ein Auftrag auf einer Glasplatte zeigt eine gute Härte der getrockneten Schicht. Der Verbrauch ist relativ gering. Die nächsten Wochen werde ich mal weitere Tests machen.
An lösemittelfreien Ölen findet man noch nicht so viel am Markt. Mir fällt da hauptsächlich noch Auro PurSolid, Auro Arbeitsplattenöl oder Kreidezeit Pure Solid ein. Auch Livos hat was im Programm. Die wasserbasiert-lösemittelfreien Öle, wie z.B. von Biopin, sind nicht ganz so meine Vorliebe.
28.08.2009 :: Neues Öl für Badmöbel
Livos hat ein neues Öl speziell für Möbel im Badezimmer auf den Markt gebracht: LINN Badmöbelöl Nr. 1703
Es soll nach 3 Aufträgen eine recht gute wasserbeständige Oberfläche bieten. Bei bisherigen Ölen wie Kunos, gab es wohl Probleme bei Zahnpasta mit Sodiumbicarbonat oder Natriumbicarbonat. Die greifen die Oberfläche an. Das neue Öl soll dagegen beständig sein.
Hier das Merkblatt: Merkblatt LINN Badmöbelöl Nr. 1703
25.08.2009 :: Branchenriese Akzo Nobel
Ich bin erstaunt, was mittlerweile alles vom weltweit größten Hersteller für Farben - Akzo Nobel - stammt. Gerade im Bereich Außenlasuren verbirgt sich dieser Hersteller hinter zahlreichen Marken. Mit der Übernahme von ICI-Paints 2007 gehört z.B. Xyladecor nun auch zu Akzo Nobel.
Folgende Marken sind Teil des Konzerns:
- Xyladecor
- Dulux
- Consolan
- Sikkens
- Sadolin
- Hammerite
- Zweihorn
- Molto
- Schönox
- Herbol
- Levis
Interessant ist: Ein Mutterkonzern hat z.B. im Bereich Außenlasuren Produkte, die sich direkt gegenseitig Konkurenz machen: Sowohl von Xyladecor, Consolan, Sikkens, Herbol und Sadolin gibt es Holzlasuren. Und doch kann man auch nicht sagen: Ist also alles das Selbe. Einige Produkte sind ja nicht ursprünglich im eigenen Hause entwickelt worden, sondern erst später übernommen. Sicherlich wird es einerseits Bestrebungen geben, ein zentrales Firmen-KnowHow in die Produkte einfließen zu lassen. Und doch sind die Anwender z.B. an die Eigenschaften von Xyladecor gewöhnt, hier kann nicht auf einmal was völlig anderes in der Dose sein. Daneben werden natürlich Produkte auf bestimmte Anwender abgestimmt (Profibereich, DIY/Heimwerker). Auch die Kostenoptimierung spielt eine Rolle: Im Baumarkt z.B. laufen nunmal hauptsächlich die besonders preiswerten Produkte, in denen man dann nicht die teuersten Rohstoffe einsetzen kann.
Neben Akzo-Nobel bleibt noch Dyrup als relativ großer Hersteller. Hier findet man die Marken Bondex (Heimwerker/DIY) und Gori (Profibereich). Wo Akzo Nobel 14 Milliarden Umsatz im Jahr macht, sind es bei Dyrup gerade mal 220 Millionen.
Noch kleiner ist Remmers mit einem Jahresumsatz von etwa 185 Millionen. Remmers ist mit der Marke Aidol im Bereich Lasuren und Lacke bekannt.
Die Meffert AG mit den Marken Düfa, Dinova und Super Nova hat einen Jahresumsatz von etwa 260 Millionen und zählt sich selber auch unter den führenden Farbherstellern in Europa.
Im Heimwerker/DIY Bereich bieten Baumärkte bei Lasuren verstärkt Eigenmarken an. Ein großer Hersteller, der z.B. für Toom, Hellweg, Praktiker, Obi, Globus und Bauhaus produziert, ist die Firma Ostendorf (http://www.jwo.com). Ostendorf generiert auch Umsätze im Milliardenbereich.
Da fällt mir dann noch Alpina ein - jeder kennt sie, die Alpina-weiß Innenraum-Wandfarbe. In letzter Zeit sieht man mehr und mehr Lacke und Lasuren von denen in Baumärkten. Alpina gehört zur Caparol-Firmengruppe (Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung & Co KG). Der Umsatz der Caparol-Firmengruppe liegt bei knapp 1 Milliarde Euro.
18.08.2009 :: Geölt und farbig gestaltet
Geölte Kleinteile farbig zu gestalten, das braucht man z.B. bei Holzfiguren oder Spielzeug. Hierfür könnte man farbige ölbasierte Lasuren oder Lacke einsetzen, gibt es z.B. von Livos oder Naturhaus. Leider gibt es die nicht in kleinen Gebinden und wenn man viele Farben braucht, wird das eine teure Angelegenheit.
Angeregt durch ein Buch über Restauration, hab ich mal mit Aquarellfarben experimentiert. Konkret hab ich welche der Marke "Van Gogh" eingesetzt. Die meisten Wasserfarben sind ganz ähnlich aufgebaut, die Pigmentqualität wird sich aber unterscheiden. Wasserfarben bestehen fast nur aus gepressten Pigmenten mit ganz wenig wasserlöslichem Bindemittel.
Hiermit kann man nur direkt aufs rohe Holz malen und erreicht eine gute Einfärbung. Nach Trocknung kann man dann mit einem Holzöl seiner Wahl ölen. Der Auftrag sollte vorsichtig erfolgen, damit man die Pigmente nicht verwischt. Am besten auftupfen und nach 20-30 Minuten dann wieder abtupfen. So empfindlich war das aber auch nicht, sanfte Wischbewegungen verschmierten nichts.
Das Öl zieht nun in die Holzoberfläche und in die Pigmente ein. Es wirkt also auch als Bindemittel für die Pigmente. Im Grunde ist das ganz ähnlich, wie pigmentiertes farbiges Öl, nur das hier die Pigmente vorher aufgebracht werden.
Das Ergebnis ist sehr wischfest geworden. Ich denke, das ist auch für den Alltagseinsatz brauchbar.
Ich hab hier ein Öl verwendet, welches etwas harzreicher und leicht schichtbildend ist. Ich denke, das ist gut, um die Pigmente besser zu stabilisieren und eine hauchdünne Schutzschicht zu haben. Als Grundbehandlung hab ich Natural Parkettöl benutzt, danach noch mal Natural Finish-Öl. Alternativ kann ich mir vorstellen, dass Osmo Hartwachsöl, Livos Kunos Naturölsiegel oder Biopin Arbeitsplattenöl auch gut funktionieren. Wasserbasierte Ölprodukte sollte man natürlich nicht verwenden.
Weil die meisten Wasserfarben ungiftig und auch für Kinder freigegeben sind, sollte diese Behandlung auch gesundheitlich unbedenklich sein.
Übrigens: Mit Wasserfarben kann man auch Schadstellen auf Holzoberflächen gut retuschieren. Man kann sich ja jeden Farbton anmischen und so genau den Holzton treffen. Oder sogar Holzmaserungen nachmalen. Neben Öl ist manchmal auch Schellack ein Alternative, um die aufgebrachten Pigmente zu fixieren. So kann man z.B. auch farblich nicht ganz passenden Holzspachtel korrigieren.

Aquarellfarben von "Van Gogh" auf Kiefer. Danach mit Natural Parkettöl und Natural-Finishöl imprägniert und fixiert. Ein erster Test: Total abriebfest.
08.08.2009 :: Sikkens Cetol HLS
Diese Dünnschicht-Lasur hat einen recht guten Ruf. Sikkens (Akzo-Nobel) ist ja einer der Top-Hersteller von Lasuren im Profibereich. Ich hab die jetzt mal für einen Bewitterungstest genutzt. Es ist eine lösemittelhaltige, recht dünnflüssige Lasur. Sie zieht nicht so stark ins Holz ein, wie ich das von ölhaltigen Lasuren her kenne. Nach 3 geforderten Anstrichen hat man eine relativ dünne Schicht auf dem Holz. Wegen der Dünnflüssigkeit sollte man wirklich dünn arbeiten, sonst läuft einem die Lasur weg und es gibt Tropfnasen. Die Lasur ist mit einem Holzschutzmittel versehen, darf also nicht im Innenbereich eingesetzt werden.
Im Moment teste ich verschiedene Lasuren im Außenbereich besonders von Naturfarbenherstellern. Ich wollte aber zum Vergleich konventionelle Hersteller mit dabei haben. Und da bietet sich Sikkens Cetol HLS als vielgelobte Lasur an. Daneben wären verschiedene Lasuren von Gori noch interessant (Gori 88, Gori 33). Auch das allbekannte Xyladecor und Bondex aus dem DIY-Bereich wäre auch nochmal ein Test wert. Die findet man ja in jedem Baumarkt.
Von der Schichtdicke ist Cetol HLS mit Livos Kaldet vergleichbar. Letztere wird ja nach Ölgrundierung auch 3 mal aufgetragen und ist ebenso sehr dünnflüssig.
Die eingesetzte Cetol HLS enthält Dichlofluanid (0.5%) als Holzschutzmittel. Mittlerweile gibt es den Nachfolger, Cetol HLS Plus, welche Tolyfluanid als Holzschutzmittel verwendet. Auch wurde hier wegen neuer Gesetzmäßigkeiten (VOC) die Lösemittelkonzentration runtergesetzt.
08.08.2009 :: Leinos Decklack 840
Mit Leinos Decklack in Spinell-Blau hatte ich so meine Probleme, was die Deckfähigkeit angeht. Ich werd demnächst nochmal einen neuen Test machen, vielleicht hab ich die Dose nicht lange genug durchgerührt. Jedenfalls war selbst nach 3 Anstrichen noch keine ausreichende Deckung gegeben, die helle Vorstreichfarbe schimmerte noch durch.
Mit Umbra-braun war es anders, hier deckte bereits der erste Anstrich schon gut. Es ist aber nicht untypisch, dass bestimmte Farben einfach besser decken und Umbra-Pigmente haben eine gute Deckkraft.
Die Farbe bleibt relativ weich, obwohl das Merkblatt von "guter Härte" spricht. Man kann sie mit dem Fingernagel beschädigen, auch nach mehreren Wochen Trocknung. Für Fassaden ist das kein Problem, aber für Türen, Tische, Stühle etc. halte ich sie für zu weich. Für Fußboden natürlich gänzlich ungeeignet, das steht auch im Merkblatt. Die Weichheit hat aber auch Vorzüge, den Quellbewegungen des Holzes kann die Farbe folgen.
Die Streicheigenschaften sind nicht sonderlich gut, man hinterlässt sehr deutliche Pinselspuren. Man bekommt sich auch nicht schön dünn ausgestrichen.
Ich bin jetzt mal auf die Langzeiteigenschaften besonders im bewitterten Außenbereich gespannt.
08.08.2009 :: PNZ-Coloröl
Ich hab mal wieder einiges mit PNZ-Coloröl gemacht. Im Grunde ist es eine Farbe, hinterlässt also eine eine deckende Schicht auf dem Holz. Die Grundlage dieser Farbe sind aber pflanzliche Öl (Tungöl, Distel, Soja, Sonnenblume). Ansonsten sind noch ein paar Natur-Harze, Trockenstoffe und Wasser enthalten. Lösemittel sind keine enthalten. Damit ökologisch ein sehr interessantes Produkt.
Der erste Auftrag deckt schon ganz gut, für die meisten Fälle sollte man aber 2 oder 3 Aufträge machen. Die Verarbeitung ist recht gut und problemlos.
Der Film scheint recht belastbar und ist zähelastisch. Man kann das Produkt im Innen- und Außenbereich einsetzen. Angeblich sollen auch Fußböden damit gestrichen werden können - für Farben eine große Belastungsprobe was Abrieb angeht. So ganz vorstellen kann ich mir das nicht, aber probiert hab ich es noch nicht.
Ich bin mal gespannt, wie gut sich die Farbe im Außen- und Innenbereich bewährt. Langzeiterfahrungen fehlen mir noch, attraktiv finde ich das Produkt aber.
08.08.2009 :: Fleckigkeiten beim Ölen vermeiden
Es gibt kritische Hölzer und Situationen beim Ölen. So ist Buche Hirnholz sehr saugfähig, aber nicht homogen. So können solche Flächen sehr ungleichmäßig aussehen.
Grundsätzlich gute Erfahrungen hatte ich in solchen Fällen mit Livos Kunos Objektöl oder Naturöl-Siegel gemacht. Dies färbt Buche-Hirnholz nicht so dunkel ein. Jedoch hat man hier einen anderen ungünstigen Effekt: Wird die Hirnholzfläche nicht rasch und gleichmäßig geölt, gibt es Flecken. Ein Tropfen Öl, der z.B. 1 Minute eher auf die Fläche gelangt, bis diese dann vollständig benetzt wird, hinterlässt einen Fleck. Ebenso jeder ungleichmäßige Ölauftrag - alles sehr kritisch.
Um das in den Griff zu bekommen, erscheint mir ein anderer Ansatz besser: Zuerst ganz dünn mit einem Tuch schnell über das Hirnholz dünn Öl aufbringen. Wenn dieses erstmal gleichmäßig und vollständig benetzt ist, geht meist nichts mehr schief, auch wenn man später mit Pinsel nochmal Öl nachgibt.
Hirnholz würde ich so immer zuerst ölen, dann erst die Flächen.
Viele andere Öle neigen nicht zu dem Fleckigkeitsproblem, weil sie das Holz weniger absperren. Dann verteilt sich auch später aufgebrachtes Öl gut. Jedoch wird Hirnholz wesentlich dunkler, weil es mehr Öl zieht. Das sieht man extrem bei Holzkugeln, wo man ja viel Hirnholz hat. Hier scheint es mir auch sinnvoll, die erste Ölung sparsam zu machen, also nur dünn mit Lappen aufzubringen und dann erstmal durchtrocknen zu lassen. Und man sollte ein Öl verwenden, was harzreich ist und gut sperrt. Bei der zweiten Ölung zieht so das Öl nicht mehr in die Tiefe.
Interessant für solche Anwendungsfälle sind auch wasserbasierte Öle, die weniger anfeuern. So feuert z.B. Auro Hartgrund 127 sehr wenig an. Experimentell hab ich als Finish nachträglich mal Auro PureSolid aufgetragen oder auch Auro Hartwachs 171, was gut funktionierte. Das Holz bleibt wenig angefeuert recht hell. Von Auro ist diese Kombination allerdings so nicht vorgesehen, man muss hier selber praktische Erfahrungen sammeln.
Um Buche-Hirnholz zu sättigen, ist übrigens Leinöl-Firnis recht ungeeignet. Man kann bis zu 10 mal nachölen, bis man eine Sättigung erreicht. Geeignete Öle hingegen sättigen schon nach dem ersten Auftrag.
14.01.2009 :: Livos Kunos Objektöl
Seit einigen Wochen experimentiere ich mit Livos Kunos Objektöl, welches nahezu identisch mit Kunos Naturöl-Siegel sein sollte. Was ich bisher so erlebt habe, muss ich sagen, ein wirklich super Öl. Durch die geringe Wachszumischung lässt es sich sehr gut einpolieren bzw. der Überstand abnehmen. Schon beim zweiten Auftrag kann man durch geringe Schichtbildung einen schönen Seidenglanz auf feinen Oberflächen hinbekommen. Der Glassscheibentest zeigte, dass das Öl getrocknet sehr hart wird. Damit werden die Oberflächen gut belastbar sein. Das hat mir auch eine Belastungsprobe gezeigt.
Interessant bei Buche Hirnholz: Dies neigt dazu, sehr viel Öl zu saugen, weshalb es oftmals sehr viel dunkler wird, als die Flächen. Das kann störend sein. Dieses Öl hingegen neigt nicht so stark dazu, Hirnholz bleibt relativ hell, wobei man natürlich auch hier nicht zu lange ziehen lassen sollte: Beim ersten Auftrag nur einmal dünn tränken und dann nach 10-15 Minuten den Überstand am Hirnholz abnehmen. Der erste Auftrag sollte Hirnholz schon recht gut verschließen, so dass beim zweiten Auftrag kaum noch Öl weggesaugt wird.
Bei Hirnholz ist aber immer Vorsicht geboten: Zügig und gleichmäßig das Öl verteilen, sonst gibt es Fleckigkeit. Gilt grundsätzlich bei allen Ölen.
Kunos Objektöl ist relativ teuer. Die 0,75l Dose kostet 26,40 Euro. Für hochwertige Oberflächen aber sicher eine gute Alternative.
17.12.2008 :: Öltrocknung
Heute hab ich einen Holzdeckel aus 2 mm Flugzeugsperrholz verschraubt, der bereits vor 4 Wochen mit Auro PureSolid geölt wurde. Dort, wo die Schrauben das Holz etwas zusammenpressten, konnte ich gar nicht glauben, was ich da sehe: Flüssiges Öl, was aus dem Holz ausgetreten ist!
So Beobachtungen habe ich in letzter Zeit öfters mal gemacht, auch bei anderen Ölen (Kreidezeit PureSolid und Leinöl-Firnis). Es scheint grundsätzlicher Natur zu sein: Zwar trocknen die meisten Öle oberflächlich in 1-2 Tagen und sind nach 14 Tagen oberflächlich voll belastbar. Aber unter der Oberfläche im Innern des Holzes kann es Monate dauern, bis das Öl auch dort trocken wird.
Auffallen tut einem das, wenn man z.B. das Holz presst, wie in diesem Fall oder wenn sich das Holz erwärmt. Letztens berichtete mir jemand, dass Holz aus der Oberfläche eines geölten Tisches kam, nachdem dort heiße Suppenteller standen. Hier war der Tisch auch bereits 14 Tage getrocknet.
24.11.2008 :: Safloröl Test
Die 8 Wochen Trockenzeit sind rum und ich hab nun einen kleinen Holzklotz in den Test genommen, der mit Safloröl (Distelöl) behandelt wurde. Safloröl zählt auch zu den härtenden Ölen. Es taucht gerade in den letzten Jahren in den Holzölmischungen einiger Hersteller wieder auf.
Ein erster Test auf einer Glasplatte zeigte mir, dass sich bereits nach 1-2 Wochen ein Film gebildet hat, der mäßig beanspruchbar ist. Lange nicht so zäh und beständig, wie Leinöl, aber z.B. besser, als Sonnenblumenöl. Also dachte ich, teste ich das jetzt mal direkt auf Holz.
Mein Eindruck beim Ölen war, dass Safloröl noch besser ins Holz einzieht, als Leinöl. Weiterhin ist es nahezu geruchlos. Und auch die Farbe geht lange nicht so stark ins gelbliche, wie man das von Leinöl kennt. All das sind interesssante Eigenschaften.
Der Holzklotz (Buche) sah nach den 8 Wochen Trockenzeit sehr gut aus: Das Öl war definitv oberflächlich durchgetrocknet und recht beständig. Die Oberfläche sah sehr schön geschützt und durchtränkt aus.
Ein erster Test, ihn durch die Finger gleiten zu lassen und ihn mit den Fingern zu belasten, funktionierte auch gut.
Beim Fernsehen kann man immer gut damit rumspielen und so ist er dann auch 2 Stunden durch die Hände gegangen. Neben Handschweiß wirkt hier auch noch mechanische Beanspruchung der Oberfläche (Abrieb). Ich merkte schon recht bald, dass der sich etwas trocken anfühlt. Und unter der Lupe war dann das Ergebnis auch recht enttäuschend: Holzfasern haben sich rausgelöst und das schon nach so kurzer Zeit. Dann hab ich ihn nochmal ordentlich unter Wasser mit Marseiller Seife gewaschen - auch ein Test, den ich immer mache. Und als er danach trocken wurde, war das Ergebnis veheerend: Eine ziemlich ölfreie Oberfläche wo massenhaft lose Holzfasern zu sehen waren.
Das erinnerte mich an die Ergebnisse mit Sonnenblumenöl - die Beständigkeit ist sehr gering.
Fazit: Für beanspruchte Flächen ist Safloröl pur überhaupt nicht geeignet. Es wird aber Anwendungsfälle geben, wo man es durchaus einsetzen kann. Für Deckenvertäfelungen oder Deckenbalken zum Beispiel. Oder für Kunstobjekte, die normal nicht berührt werden. Einen Oberflächenschutz kann man auch noch erhöhen, in dem man die Flächen nachträglich wachst. Interessant ist, dass Safloröl sehr günstig zu bekommen ist, ab etwa 2 Euro pro Liter. Auch im Küchenbereich für Schneidebrettchen könnte es eine sinnvolle Behandlung sein. Interessant wäre auch nochmal, wie es sich verhält, wenn man andere Öle hinzumischt. Kreidezeit hat im Saflor-Lappenwachs z.B. noch Holzöl-Standöl hinzugemischt.
02.11.2008 :: Warum Öl eine gewisse Festigkeit braucht
Bei einem Öl ist die Härte nicht so entscheidend, wie bei einem Lack. Ein Lack liegt auf der Oberfläche und je weicher, um so schneller ist er abgetragen. Ein Öl hingegen zieht in das Holz ein und das Holz selber ist die Oberfläche, die beansprucht wird.
Ein Holz besteht jedoch aus feinsten Fasern. Bei einem weichen Öl werden die Fasern kaum stabilisiert. Sie lösen sich oder reißen teilweise heraus. Auch nehmen halb abgelöste Fasern vermehrt Schmutz auf. Wenn ein Öl hingegen recht hart ist, bildet sich ein Verbund aus Holz und Öl. Und eine Mikroschicht umschließt auch die obersten Fasern. Diese lösen sich dann nicht mehr heraus, sondern der Holz-Öl Verbund wird mit der Zeit abgetragen. Ein gutes Öl muss also in der Lage sein, die Fasern gut zu durchtränken und einen dauerhaften Verbund herzustellen.

Das Bild (unterm Mikroskop) zeigt herausgelöste Holzfasern, die Schmutz aufnehmen und auch zu einer grauen Verfärbung führen. Fasern auf der Oberfläche sind nicht mehr im Verbund. Es handelte sich um ein sehr weiches Öl, was sich vor allem durch Handreibung mit der Zeit herauslöste.

Hier ein ähnlich beanspruchtes Holz, wo sich jedoch keine Fasern aus der Oberfläche gelöst haben. Bei dem Öl handelte es sich um Leinöl-Firnis. Öl und Holz ergeben hier an der Oberfläche einen Verbund.
Wie ist es mit der schützenden Mikroschicht, die über den Holzfasern liegt? Diese wird ja mit der Zeit abgetragen, gerade z.B. auf Treppen oder Fußböden. Hierzu hab ich ein geöltes Muster mal mit 220er Schleifpapier bearbeitet, um die oberste Schicht abzunehmen. Nach Belastung im Alltag zeigt sich: Die Schmutzaufnahme ist verstärkt, es bildete sich also eine angeschmutzte Oberfläche. Trotzdem war noch ein guter Schutz vorhanden: Wasser und mechanische Belastungen führten nicht dazu, dass sich vermehrt Fasern herauslösten - die Oberfläche blieb glatt.
Hier zeigt sich dann auch der Sinn von härteren Ölen: Sie sorgen dafür, dass die ganz dünne Schicht auf dem Holz länger erhalten bleibt und das Holz vor Verschmutzung schützt. Der Schutz vor Verschmutzung ist auch der Hauptgrund, warum man z.B. Fußböden regelmäßig nachölen oder wachsen muss. So bildet sich immer wieder eine Mikroschicht über den Holzfasern aus, die das Eindringen von Schmutz verhindert.
Die Imprägnierung im Holz hingegen braucht nicht die Eigenschaft der Abriebfestigkeit. Hier ist sogar eine gewisse Elastizität besser, weil es so den Quellbewegungen des Holzes besser folgen kann. Es muss aber auch hier so stabil sein, dass Öl und Holz einen festen Verbund eingehen. Denn dann lösen sich Fasern auch dann nicht heraus, wenn die Mikroschicht über dem Holz abgetragen ist.
Insofern sollten also auch Kombinationen gut funktionieren, wo man z.B. mit Standard Leinöl-Firnis das Holz durchtränkt und zum Abschluß ein härteres Öl als Finish aufträgt. Oder man verwendet Wachs als Oberflächenschutz, wobei dieser in der Regel öfters aufgefrischt werden muss. Verschmutzungen der Oberfläche zeigen deutlich, dass die schützende Schicht verbraucht ist.
02.11.2008 :: PNZ Holzöl Teststein
Die letzten 4 Wochen war PNZ Holzöl auf einem 30x30x19mm Buche-Teststein. Den hab ich immer dabei und lass den in Besprechungen etc. durch die Hände gleiten. Er wird also mechanischem Abrieb und Handschweiß ausgesetzt. Zwischendurch wird auch mal mit Seifenwasser unter dem Wasserhahn gestresst. So teste ich gerne erstmal ein neues unbekanntes Öl. Nach 6-8 Wochen zeigt sich, wie beanspruchbar ein Öl in dieser Hinsicht ist. Der Test entstand, weil mich irgendwann mal die Beanspruchbarkeit von geölten Gegenständen gegenüber Handschweiß interessierte.
Bei PNZ-Holzöl war mir eigentlich schon vorher klar, dass das nicht so lange Bestand haben wird. Es ist im getrockneten Zustand das weicheste fertige Holzöl, was ich kenne. Auf einer Glasscheibe lässt es sich mit ganz wenig Druck mit dem Fingernagel herunterkratzen.
Von Sonnenblumenöl kenne ich es, dass eine so geschützte Oberfläche dann ganz schnell dreckig wird und ausgetrocknet grau aussieht.
Die ersten Tage war ich erstaunt, es hielt erstmal gut stand und die Oberfläche verschmutzte nicht. Jedoch jetzt nach 4 Wochen kann ich den Test abbrechen, die Oberfläche - besonders an den Kanten, sieht ziemlich grau und dreckig aus. Ein Teststein, den ich mit Leinöl-Firnis geölt hatte und der länger in Gebrauch war, sieht hingegen fast wie neu aus.
Fazit: PNZ-Holzöl als Tiefen-Imprägnierung oder für wenig beanspruchte Flächen ja, aber für beanspruchbare Oberflächen braucht es ein härteres Finish-Öl oder einen Wachs.