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18.08.2011 :: Formaldehyd in Holzwerkstoffen und Vollholz

Ein recht interessanter Artikel:

Ein paar wichtige Aussagen daraus:

  • Auch natürliches Vollholz kann Formaldehyd ausdünsten. Dieses gast mit der Zeit jedoch aus und ist dann nicht mehr vorhanden.
  • Bei Formaldehydharz-gebundenen Platten ist es anders - hier entsteht im Bindemittel ständig neues Formaldehyd. Es ist also eine irrige Annahme, dass eine 20 Jahre alte Spanplatte nichts mehr ausgast. Sie kann im ungünstigsten Fall deutlich höhere Ausgasungen haben, wie heutige Grenzwerte definieren.
  • Die Formaldehydbelastung durch Vollholz ist typisch mindestens Faktor 10 geringer, als die Norm E1 für Plattenmaterial. Konkrete Werte: E1=0,1ppm; Eiche= 0,009ppm; Buche=0,002ppm; Fichte/Kiefer=0,003..0,004ppm. Bei Buche wäre es also Faktor 50 geringer, bei Eiche über Faktor 100.
  • Das Argument, was Plattenmaterial-Befürworter oft anführen, dass auch Vollholz Formaldehyd ausgast, ist zwar einerseits richtig, verschweigt aber die stark erhöhte Konzentration bei gängigen Plattenmaterial nach E1 geprüft.

11.04.2011 :: Holzöle im Spülmittel-Waschtest

Dieser Test ist interessant für Öle, die für Arbeitsplatten verwendet werden. Ich hatte schon am 22.06.2010 darüber geschrieben. Mit einer recht harten Spülbürste (diese runden Holzbürsten) und einem Spülmittel (Fit original) bearbeite ich in kreisenden Bewegungen für 2 Minuten eine geölte Buchen Oberfläche eines Test-Musters. Dieser Test wird einmal pro Tag wiederholt. Insgesamt reichen 5-10 Durchgänge um Aussagen über die Qualität machen zu können.

Hier mal ein Beispiel, links wurde mit Steinert Drechsleröl (sehr ähnlich dem Livos Naturöl-Siegel) geölt, rechts mit Clou Hartöl. Beide Proben haben 3 Durchgänge mit jeweils 2 Minuten hinter sich. Bei der linken Probe sieht man fast keine Auswaschungen der Oberfläche, die rechte Probe hingegen sieht schon deutlich ausgewaschen aus. An den Rändern sieht man noch den Ursprungszustand, weil dort die Spülbürste nicht hinkommt.

6 Minuten auf einer Stelle schruppen ist natürlich schon extrem viel. Die Testmuster sind ungefähr 10x10cm groß. Wollte man eine 2 qm große Arbeitsplatte so bearbeiten, wären das 20 Stunden schruppen.

06.09.2010 :: Gefrierschrank/Kühlschrank zusätzlich dämmen

Ich hatte lange im Internet recherchiert, ob es sich lohnt, einen älteren Gefrierschrank zusätzlich zu dämmen, damit der Energieverbrauch sinkt. Viele widersprüchliche Aussagen gibt es dazu, das meiste aber nur Mutmaßungen und Meinungen. Niemand, der das mal vernünftig ausprobiert hat und genaue Werte mitgeteilt hätte.

Also hab ich mich an einen eigenen Versuch geamacht. Erstmal wurde der 14 Jahre alte Gefrierschrank mit etwa 110 Litern Inhalt (Tischgerät) bei konstant 20 Grad Außentemperatur vermessen. Über 3 Tage hinweg lag der Energieverbrauch bei 302 KWh pro Jahr. Zum Vergleich, moderne Geräte brauchen nur 180 KWh, wären also etwa 25 Euro Energiekosten-Einsparung im Jahr. So richtig lohnt Neukauf also nicht.

Der Schrank wurde nun mit 4cm dickem Styropor verkleidet: Oben, beide Seiten und die Tür. Hinten und unten wäre zu kompliziert geworden. Verklebt wurde mit billiger Acryl-Dichtmasse, was gut funktioniert. 2-3 Kartuschen braucht man für so ein Vorhaben, so eine Kartusche bekommt man ab 1,50 Euro. Damit keine Luft zwischen die Isolierung geht, wurde eine Kleberaupe schön die Außenkante entlang gelegt und dann noch ein paar über die Platte verteilt.

Styropor ist sicherlich nicht das beste Dämm-Material, ich hatte es aber eh noch rumliegen und es musste weg. Das kam mir gelegen. Aber auch bessere Dämm-Materialien bringen nicht wesentlich mehr, vielleicht 10%, wie meine Recherche ergab.

Nun war ich natürlich sehr gespannt, wie der Verbrauch nun ist. Die ersten Ergebnisse waren sehr ernüchternd: Statt 302 KWh waren es etwa 290 KWh. Das sind gerade mal 4% Einsparung oder 2,40 Euro pro Jahr. Über einen Zeitraum von 20 Tagen ergab sich dann ein Energieverbrauch von 270 KWh/Jahr. Warum auch immer die Werte nochmal nach unten tendierten. Ein wenig wird es wohl daher kommen, dass auch die Umgebungstemperatur um 2 Grad gesunken ist. Positiv gerechnet sind es jetzt etwa 10% Energie-Einsparung oder gut 6 Euro pro Jahr. Wirklich gelohnt hat der Aufwand sich kaum, aber es macht ja auch irgendwie Spaß, ein paar Kilowattstunden durch eine kleine Umbau-Aktion zu sparen.

Die Senkung der Umgebungstemperatur bringt übrigens viel. Bei 12 Grad Umgebungstemperatur verbraucht die Kühltruhe nicht mehr 290 KWh/Jahr (20 Grad), sondern nur noch 200 KWh/Jahr.

28.08.2010 :: Online-Zuschnittservice

Ein wie ich finde sinnvoller Schritt: Bei Obi kann man jetzt Online seinen Zuschnitt für Plattenmaterial eingeben. Die zugeschnittenen Sachen kann man sich dann im Markt abholen. Man wartet nicht mehr ewig an der Zuschnitt-Theke und fährt auch nicht sinnlos zum Markt, weil das Material gerade nicht vorrätig ist. Die Mitarbeiter sind auch in ihren Zeiten flexibler, können Zuschnitte machen, wenn gerade mal nicht viel los ist.

Ich hoffe, dass einige Holzhändler da nachziehen werden, die vor allem qualitativ hochwertige Platten mit großen Produktspektrum anbieten.

Weblinks:

21.08.2010 :: Emissionen bei OSB-Platten

Hier ein Ökotest-Artikel zur Bewertung von OSB-Platten. Viele OSB-Platten scheinen relativ gut abzuschneiden. Der Artikel ist von 2001, mittlerweile hat sich noch einiges getan und es gibt Hersteller, die Emissionen weit über den E1 Standard reduziert haben.

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=27606;bernr=01;co=;suche=osb

Von Glunz gibt es die OSB/3 Platte, die mit PUR formaldehydfrei verleimt ist. Das dafür verwendete Holz ist PEFC-zertifiziert. Bei PUR-Klebstoffen fallen allerdings zumindest bei der Herstellung giftige Isocyanate an.

Kronoply hat seine komplette Produktpalette auf formaldehydfreie Bindemittel umgestellt. Hier wird auch PU-Leim eingesetzt.

Von Elka gibt es die ESB-Platte, eine Alternative zu OSB: http://www.esb-die-alternative-zu-osb.de/

Sie ist aus Fichtenholz (nicht Kiefer) und weitgehend geruchsneutral. Allerdings werden hier auch Standard-Leime verwendet, die geringe Mengen Formaldehyd abgeben.

13.08.2010 :: Holzentgrauer

Um graues Holz im Außenbereich wieder in Ursprungs-Holzfarbe zu bekommen, gibt es sogenannte Entgrauer. Meist basieren sie auf Oxalsäure.

Hier einige Produkte, die auf Oxalsäure basieren:

  • Osmo Holz-Entgrauer (8-9 Euro/l)
  • Leinos Entgrauer 940 (9-10 Euro/l)
  • Biopin Teakholz-Entgrauer (9-10 Euro/l) (Nicht nur für Teakholz)
  • Owatrol Net-Trol (13-18 Euro/l)
  • Scandiccare Holz-Entgrauer (14 Euro/l)
  • Saicos Holz-Entgrauer Konzentrat (8-9 Euro/l)
  • Asuso-Edelholzpulver (800g=14,32 Euro entspricht 2,15 Euro/l)

Auch wenn die meisten Produkte keiner Gefahrenklasse zugeordnet sind, sollte man bei der Anwendung vorsichtig zu Werke gehen: Schutzbrille und Handschuhe tragen. Spritzer auf der Haut sofort mit Wasser abwaschen. Wegen der bleichenden Wirkung kann die Kleidung dadurch auch angegriffen werden.

Mitunter eignen sich Holzentgrauer auch, um Flecken aus Holz zu entfernen.

Weblinks:

29.06.2010 :: Preistipp Steinert Drechsleröl

Ich arbeite recht gerne mit dem Livos Kunos Naturöl-Siegel 244, vor allem bei hochwertigen Oberflächen an kleinen Objekten. Livos ist einer der führenden Naturfarbenhersteller. Die Öle von Livos sind jedoch relativ teuer. Vor ein paar Wochen ist mir aufgefallen, dass das Steinert Drechsleröl ebenso von Livos entwickelt wurde und vermutlich auch von Livos produziert wird. Also hab ich das mal bestellt und recht schnell festgestellt, dass es dem Livos Naturöl-Siegel sehr ähnlich ist. Um nicht zu sagen, mir sind beim Einsatz noch keine Unterschiede aufgefallen.

Damit ist Steinert Drechsleröl ein Preistipp. Die 250ml Dose mit Schraubverschluss gibt es für 6,55 Euro. Livos Naturölsiegel in der 250ml Glasflasche kostet hingegen 12,50 Euro und ist damit fast doppelt so teuer.

Verwendbar ist Steinert Drechsleröl für alles im Innenbereich, auch für Arbeitsplatten, Tische, Möbel und Fußböden. Es wird zwar nicht für Multiplex und Furniere empfohlen, meist funktioniert das aber trotzdem. Vor allem dann, wenn das Deckfurnier dick genug ist und man das Öl nicht zu lange einziehen lässt. Wenn das Furnier hingegen zu dünn ist, kann es zu Fleckenbildung kommen. Für sowas nimmt man besser Öle, die weniger tief einziehen, z.B. Livos Kunos Arbeitsplattenöl.

Weblinks:

22.06.2010 :: Belastungstest geölte Arbeitsplatten

Im Küchenbereich sollten Arbeitsplatten den Stress von Feuchtigkeit und Spülmittel aushalten. Deshalb hab ich mich mal rangemacht und mit einem Test begonnen: Kleine Musterplatten aus Buche von etwa 10x10cm Größe wurden zuerst hinreichend gut geölt. Nach einer längeren Trocknungsphase (Minimum 4 Wochen) wurden sie dann belastet. Das Testverfahren sieht vor, sie täglich 2 Minuten mit Spülmittel, Wasser und harter Spülbürste in kreisenden Bewegungen zu "schruppen". Es soll sich dabei gut Schaum auf der Oberfläche entwickeln. Nach 2 Minuten wird nochmal mit Wasser alles abgespült. Dann werden die Proben senkrecht zum Trocknen auf ein Gitter gestellt. Als Spülmittel verwende ich FIT, was man mittlerweile fast überall bekommt (Schlecker, DM, Real, Rossmann, REWE). Die Spülbürste ist das legendäre Holzmodell mit auswechselbaren runden Köpfen und hellen Kunststoffborsten von Bürstenmann.

Schon nach kurzer Zeit zeigte sich damit, dass eine mit Lackleinöl behandelte Oberfläche nicht sonderlich belastbar ist. Ich hatte es schon geahnt. Lackleinöl ist ja ohne jegliche Trockenstoffe (Sikkative) und auch nicht irgendwie voroxidiert. Es ist lediglich gereinigtes und entschleimtes Leinöl. Meins braucht ungefähr 5-10 Tage, bis es dünn aufgetragen auf einer Glasplatte leicht angetrocknet ist. Insgesamt bekam das Teststück 3 Behandlungen am 9. Januar, 29. Januar und 4. April. Die letzte Behandlung lies ich sogar 56 Stunden einziehen, bis ich abwischte. Dann trocknete das Ganze noch bis zum 12. Juni.

Bereits nach 3 Waschgängen a 2 Minuten zeigte sich schon ein sehr schlechtes Oberflächenbild. Das Öl war an vielen Stellen schon vollständig aus der Oberfläche herausgewaschen. Andere Proben mit diversen fertigen Holzölen zeigten sich da noch gar nicht beeindruckt.


Oberfläche mit Lackleinöl nach 5 Waschgängen schon deutlich ausgewaschen.

Interessant ist, dass nach weiteren Waschgängen die Oberfläche nun in etwa so bleibt. Bereiche, die also noch nicht ausgewaschen wurden, scheinen stabiler zu bleiben. Grundsätzlich scheint das Öl also in der Lage zu sein, stabil genug auszutrocknen. Warum es an vielen Stellen nicht geklappt hat, bleibt offen. Es könnten aber die Stellen sein, wo das Holz stark saugte und so einerseits viel Öl dort aufgenommen wurde und andererseits die Oberfläche wieder im Prozess der Trocknung ausdünnte, weil Öl weiter wegzog.

Das erscheint mir überhaupt das große Problem von Ölen, die lange Trockenzeiten haben: Das Öl zieht weiter ins Holz, die Oberfläche wird ausgedünnt und ist dann wieder saugfähig. Man müsste dann sehr oft ölen mit langen Trockenzeiten dazwischen, bis die Oberfläche wirklich gesperrt/gesättigt ist. Viele fertige Holzöle hingegen sind so eingestellt, dass schon nach Verdunstung des Lösemittels die so dick werden, dass sie gar nicht weiterkriechen können. So erreicht man schnelle Sättigung der Oberfläche.

Es ist zu vermuten, dass man über Jahre hinweg im Küchenbereich doch zu einer stabilen Oberfläche kommt. Man muss aber in der ersten Zeit recht häufig nachölen. Persönlich würde ich eine Grundbehandlung mit einem guten Arbeitsplattenöl vorziehen.

02.06.2010 :: Neuer Tungöl-Lieferant

Für Tungöl gibt es in Deutschland nur weniger Lieferanten. Bisher war es vor allem http://www.dick.biz welcher unter der Marke Lignea Tungöl verkauft hat. Hier bezahlt man 19,90 Euro pro Liter (13,98 Euro/l ab 5 Liter).

Jetzt ist ein neuer Lieferant zu günstigen Preisen aufgetaucht. Bei der Firma http://www.maolon.de bekommt man den Liter für 11 Euro. Ab 5 Liter zahlt man nur noch 9 Euro/l.

Ein weiterer Lieferant ist http://www.schwedischer-farbenhandel.de. Das Tungöl von denen stammt von der schwedischen Firma http://www.auson.se. Es kostet 16,90 Euro pro Liter.

Einkauf ist immer auch eine Vertrauenssache. Man braucht gute Lieferanten, damit man sicher ist, dass die Qualität stimmt, keine Verunreinigungen enthalten sind und nicht gemogelt wird. Die Verlockung, Gewinne zu erhöhen, ist immer und überall gegeben.

Tungöl zählt neben Leinöl zu den wichtigsten trocknenden Ölen. In vielen hochwertigen fertig abgemischten Holzölen ist es vorhanden. Von den Eigenschaften ist es in mancherlei Hinsicht besser, als Leinöl. Es trocknet auch ohne Trocknungsbeschleuniger in wenigen Tagen, braucht also nicht unbedingt sikkativiert zu werden.

Tungöl kann man direkt oder in Mischungen mit Leinöl und anderen Ölen zur Oberflächenbehandlung benutzen. Bei flüssigem Tungöl muss man etwas vorsichtig mit Hautkontakt sein, es kann zu allergischen Reaktionen kommen, wird deshalb mit dem Warnsymbol Xi Reizend R43 gekennzeichnet. Getrocknet soll es völlig unproblematisch sein. Es ist z.B. auch in Holzölen enthalten, die für den Lebensmittelbereich oder für Kinderspielzeug freigegeben sind.

Tungöl wird mitunter auch als "Holzöl" bezeichnet, was etwas verwirrend ist. Liest man in der Deklaration der Inhaltsstoffe Holzöl, so ist fast immer Tungöl gemeint.

22.05.2010 :: Briwax mit Toluol

Briwax ist ein recht beliebtes Antikwachs in der Restauratorenszene. Hergestellt wird es in England (http://www.briwax.co.uk). Überrascht war ich, als ich endlich mal ein Sicherheitsdatenblatt davon in die Hand bekommen habe: Als Lösemittel wird Toluol (Toluene) eingesetzt. Weil dieses Lösemittel recht gesundheitsschädlich ist, wurde es in Deutschland schon seit vielen Jahren aus nahezu allen Consumer-Produkten entfernt. Überall, wo technisch irgendwie darauf verzichtet werden kann, wird es nicht mehr verwendet.

Seit 2007 gibt es sogar ein striktes Verbot für Endverbraucher-Produkte: "Klebstoffe und Sprühfarben mit einem Massegehalt von 0,1 % oder mehr Toluol dürfen ab dem 15. Juni 2007 nicht an den privaten Endverbraucher abgegeben werden."

Briwax besteht zu 60-90% aus Toluol. Mir ist schon öfters aufgefallen, dass andere Länder in Sachen Gesundheitschutz wesentlich unkritischer sind. So sucht man z.B. auch Sicherheitsdatenblätter (Safety Data Sheet) vergeblich auf der Homepage des Herstellers. Bei deutschen Herstellern sind die in der Regel im Internet abrufbar.

Der Hersteller bietet mittlerweile parallel eine Toluol-freie Variante an, die man auf jeden Fall vorziehen sollte.

Toluol wird übrigens deshalb gerne verwendet, weil es sich sehr schnell verflüchtigt. So trocknet Original Briwax in wenigen Minuten, während die toluenfreie Variante einige Stunden braucht.

Weblinks:

01.05.2010 :: Test Auro vs. Kreidezeit

Um zu testen, wie UV-stabil Öle sind, hab ich auf ein Zinkblech verschiedenste Öle dünn aufgetragen. Das Blech steht senkrecht und ist im Freien vollständig bewittert. Sonne bekommt es täglich etwa 4-6 Stunden ab.

Nach einem Jahr zeigt sich nun ein deutlicher Unterschied zwischen Auro PurSolid und Kreidezeit pure solid. Bei Auro sind noch keinerlei Abwitterungserscheinungen zu erkennen, Kreidezeit hingegen ist schon größtenteils abgewittert.

Woran liegt es? Auro scheint relativ viel Tungöl zu enthalten, man riecht das sehr deutlich. Tungöl dürfte beständiger sein, als Leinöl. Auro enthält auch keinerlei Harze, Kreidezeit hingegen Kolophonium. Ich hatte mal gelesen, dass Harze durch UV schneller verspröden, also nicht so stabil bei freier Bewitterung gegenüber Ölen sind. Genaueres werden weitere Tests zeigen. Bei diesem Test schneidet das teurere Öl jedenfalls eindeutig besser ab, Kreidezeit kostet 16,50 Euro pro 0,75l Dose, Auro hingegen stolze 28,90 Euro.

Wie relevant ist solch ein Test? Es wird hier nur eine Eigenschaft von vielen herausgegriffen. Auch sind es Öle für den Innenbereich. Durch Fenster kommt nur noch ein Bruchteil des UV-Lichts hindurch und viele Stellen im Innenbereich werden auch nur kurzzeitig direkt von Sonne bestrahlt. Es kann also sein, dass dieser Aspekt keine Relevanz hat. Wenn man jedoch z.B. Fensterrahmen von innen mit Öl behandelt, würde ich wohl lieber zu Auro PurSolid greifen. Oder einem anderen Öl, was ähnlich UV-Stabil ist.

Ähnlich schnell ging die Abwitterung beim recht teuren Leinos Objektöl. Nach einem Jahr war fast nichts mehr übrig, wobei man hier sagen muss, dass das Öl wesentlich dünnflüssiger ist, die Schichtstärke also maximal halb so dick war.

Der Test zeigt auch, das nicht pigmentierte Öle im Außenbereich relativ schnell abwittern.

24.04.2010 :: Terrassen- und Gartenmöbelöle

Es wird Zeit für die jährliche Pflege von Gartenmöbeln aus Holz und für Terrassendielen. Zuerst einmal sollte man gut reinigen. Das geht mit einer Neutralseife (z.B. Frosch Neutralreiniger), warmen Wasser und Bürste/Schrubber ganz gut. Wer mit dem Hochdruckreiniger zu Werke geht, muss sehr vorsichtig sein. Er kann die Holzoberfläche zerstören und wäscht auch die Oberfläche mehr aus, so dass man später mehr Öl benötigt.

Das Holz sollte 1-2 Tage gut durchtrocknen. Evtl. müssen rauhe Stellen noch mit Schleifpapier geglättet werden (120-240er Papier). Danach gut entstauben.

Nun kann geölt werden. Stellen, wo das Öl wegzieht, werden nochmal nachgeölt. Nach 20-30 Minuten wird dann der Überstand nochmal verteilt oder ganz abgenommen. Hier sollte man sich an die Herstellerangaben halten. Keinesfalls darf auf der Oberfläche dick Öl stehen bleiben. Das würde dauerhaft klebrig sein.

Wichtig: Ölige Lappen können sich selbst entzünden! Die Herstellerangaben beachten.

Gute Terrassenöle sind nicht billig, man muss mit 15-30 Euro pro Liter rechnen. Hier einige Beispiele für hochwertige Terrassenöle:

  • Biopin Gartenmöbelöl (17,20 Euro / Liter)
  • Biopin Terrassenöl (14,72 Eur / Liter)
  • Livos Alis Terrassen-Öl Nr. 579 ( 27,60 Eur / Liter)
  • Natural Terrassen-Öl ( 27,10 Eur / Liter)
  • Auro Gartenmöbelöl (26,40 Eur / Liter)
  • Auro Terrassenöl (22,76 Eur / Liter)
  • Osmo Douglasien-Öl/Garapa-Öl/Bangkirai-Öl/Lärchenöl (19,40 Eur / Liter)
  • Kreidezeit Holzlasur für Außen (basiert auf Öl + Pigment) (15,32 Eur / Liter)

(Osmo ist stärker schichtbildend und deckt auch recht stark. Hier sollte man Vorversuche machen, ob einem dies zusagt. )

Ein Liter reicht ungefähr für 10 m² Oberfläche bei einmaligem Auftrag. Zur Nachpflege sollte ein Auftrag reichen. Bei Neueinpflege braucht es typisch 2 Aufträge.

Terrassenöle gibt es transparent und pigmentiert. Die Pigmente sollen das Holz einfärben, damit es den typischen bräunlichen Holzton wieder bekommt. Bei manchen Hölzern ist das nicht unbedingt nötig. Sie werden durch den Öl-Nass-Effekt von alleine wieder braun. Trotzdem ist Pigmentierung meist sinnvoll, weil dadurch ein UV-Schutz vorhanden ist. Der Ölauftrag hält so länger. Mit der Auswahl des richtigen Farbtons ist es nicht immer ganz einfach, wobei viele Öle nur sehr dezent colorieren.

Mittlerweile gibt es auch viele wasserbasierte Ölprodukte, bei denen also Öl in Wasser emulgiert wird. Man spart damit Lösemittel auf Erdöl- oder Pflanzenbasis. Diese verarbeiten sich meiner Erfahrung nach aber nicht sonderlich gut. Bei Gartenmöbeln würde ich besser wasserfreie Produkte empfehlen, bei Terassendielen - wo man nicht so feine Oberflächen braucht, dürfte es auch mit einem wasserbasierten Produkt ganz gut funktionieren. Produkte wären z.B.:

  • Biopin Gartenholzöl (8,24 Eur / Liter)
  • Auro Gartenmöbelöl Aqua (21,16 Eur / Liter)
  • Ultranature Gartenholz-Pflegeöl (14,16 Eur / Liter)
  • Ultranature Terrassen-Holzöl (19,90 Eur / Liter)

Der Verbrauch bei wasserbasierten Produkten ist in der Regel etwas höher.

Pünktlich zur Saison sind die Baumärkte meist mit Billig-Palettenware am Start. Da bekommt man 5 Liter Terassenöl für 10 Euro. Meist bestehen die zu großen Teilen aus Wasser, sonst könnte man solche Preise nicht machen. Ich halte nichts von solchen Billigprodukten, bei denen es nur um den Preis geht. Bei vielen konventionellen Produkten wird zudem nicht angegeben, was drin ist. Man weiß also nicht, welche Chemie man da verarbeitet. Von daher orientiere ich mich normal an Naturfarbenherstellern, die deklarieren die Inhaltsstoffe in der Regel vollständig.

Wenn es günstig sein soll, halte ich mehr davon, einfach Leinöl-Firnis zu benutzen. Dieser kann auch noch mit etwa 5-10% Pigment gemischt werden. So kommt man auf 4-8 Euro pro Liter. Eine Farbkarte, wie Pigmente wirken, findet man z.B. bei Kreidezeit. Andere Töne erreicht man durch entsprechendes Mischen. Pigmente und Leinöl-Firnis gibt es z.B. bei http://www.kremer-pigmente.de.

Übrigens: Es ist langfristig einfacher, jährlich nachzuölen. Lässt man z.B. Gartenmöbel erst richtig verwittern, wird es recht aufwändig. Dann geht es nicht mehr ohne Schleifpapier. Bei Terrassendielen kann man jedoch auch überlegen, gar nicht zu ölen und diese natürlich vergrauen zu lassen. Aber auch eine nicht geölte Terrasse sollte regelmäßig gereinigt werden. Moose auf der Oberfläche können lange Zeit Wasser speichern und dort fault einem dann das Holz weg. Holz + Dauerfeuchte ist tödlich.

Tipp: Manchmal bekommt man hochwertige Terrassen- und Gartenöle günstig bei Ebay. Meist sind es Produkte, deren Verfallsdatum abgelaufen ist und die deshalb vom Fachhandel aussortiert werden. Reine Ölprodukte (ohne Wasserzusatz) sind jedoch noch lange über dem Verfallsdatum gut zu gebrauchen. Besonders günstig werden die Preise bei Ebay natürlich am Ende der Saison.

03.04.2010 :: Lackleinöl und Holz

Normal werden Öle für Holz sikkativiert (Sikkativ=Trocknungsbeschleuniger). Sonst dauert es ewig, bis das Öl wirklich duchgetrocknet ist. Leinöl-Firnis ist z.B. Leinöl, welches sikkativiert wurde. Ohne Sikkativierung klappt es lediglich bei Tungöl recht brauchbar, weil dieses Öl sehr schnell von selbst trocknet. Nach 1-2 Wochen ist es oberflächlich getrocknet.

Ich hab jetzt mal eine Probe mit Lackleinöl gemacht - also pures gereinigtes Leinöl. Aufgetragen auf Buche. Der erste Auftrag erfolgte im Januar und ich hab ihm 12 Stunden Einzugszeit gegeben. Erst dann wurde der Überschuss abgenommen. Dann 4 Wochen Trocknungszeit bei 17-20 Grad. Dann der zweite Auftrag, wieder 12 Stunden Einzugszeit. Der zweite Auftrag zog noch stark nach. Die Probe wurde nun 8 Wochen lang bis Ende März getrocknet. Die Oberfläche fühlt sich getrocknet an und sieht öltypisch aus. Dann hab ich mal den ersten Wassertest gemacht: Ordentlich vollständig nass gemacht, etwas gerieben und wieder abgetrocknet.

Das Ergebnis war enttäuschend. Holzfasern haben sich recht stark aufgestellt und die Oberfläche ist rauh. Beim erneuten Anschleifen der Oberfläche zeigte sich, dass das Öl durchaus gut trocken war - sonst wäre der Schleifstaub ölig gewesen und hätte das Schleifapier verstopft. Es liegt wohl eher daran, dass das Öl von der Oberfläche weggezogen ist, weil es lange Zeit noch flüssig war. Und damit ist die Oberfläche ausgedünnt und das Öl verklebt zu wenig die Fasern. Dies zeigte auch ein erneuter Ölauftrag, der partiell recht schnell wegzog.

Neben den langen Trockenzeiten hat man also auch das Problem, das das Öl nicht da bleibt, wo es eigentlich sein sollte: In der Oberfläche. Andererseits bekommt man Öl so auch recht tief ins Holz, was bei bestimmten Anwendungen wieder Sinn machen kann.

Will man Ergebnisse wie mit sikkativierten Ölen hinbekommen, braucht es bei reinem Leinöl wohl viel Geduld. Praktikabel ist das nur in wenigen Fällen.

Es gibt jedoch auch einen anderen Ansatz: Manche Flächen, die hochbelastet werden, z.B. Küchenarbeitsplatten oder Schneidebretter, werden mitunter mit Öl geschützt, was nie fest wird (z.B. Olivenöl). Das funktioniert vor allem dann, wenn öfters gereinigt und nachgeölt wird. So wird Öl regelmäßig abgetragen und wieder neues aufgetragen. Nimmt man dafür nun Leinöl, so härten Teile davon über die Jahre dann trotzdem aus und so eine Platte wird dann immer beständiger. Trotzdem: Diesem Ansatz stehe ich etwas skeptisch gegenüber, ich finde eine Arbeitsplatte besser, die mit einem sikkativierten Öl von Anfang an gut geschützt ist.

Nachtrag 06.04.2010: Hab nun den dritten Auftrag mal 60 Stunden lang einziehen lassen. Dabei ist nochmal sehr viel Öl in die Oberfläche weggezogen, insgesamt etwa 300ml/qm.

05.02.2010 :: Gelatine vor Beize

Auf Hammerl.com findet man zum Thema beizen einen interessanten Tipp. Das Problem ist oft, dass die Beize unterschiedlich ins Holz aufgesaugt wird und dann ein eher fleckiges Beizbild ergibt. Hammerl schlägt vor, mit einer Gelatinelösung vorzubehandeln: 30 g Gelatinepulver auf 1 Liter Wasser und damit einstreichen. Vermutlich ein altes Rezept der Geigenbauer.

Die Idee, mit irgendwas vorzuarbeiten, findet man auch woanders. Ich hab mal ein Video gesehen, wo mit einem verdünnten Klarlack vorgearbeitet wurde. Klarlack hat allerdings den Nachteil, dass er nicht mehr angelöst wird. Wird hingegen auf Gelatine eine Beize aufgetragen, wird diese wieder leicht angelöst und kann Farbstoff aufnehmen. Sie bildet also keine völlig undurchlässige Absperrung.

Im Buch "Das Beizen, Schleifen und Polieren" von 1891 (siehe books.google.de) findet man auch ein Rezept, wo der Beize direkt Gelatine hinzugefügt wird.

18.09.2009 :: Schichtdicke und Härte bei Ölprodukten

Ich habe die letzten Tage die Härte von verschiedenen Holzölen im getrockneten Zustand getestet. Dabei ist mir ein Phänomen aufgefallen: Die Härte der Schicht ist stark abhängig von der Schichtdicke. Trägt man ein Öl dünnst z.B. auf einer Glasplatte auf, kann es recht hart werden. Wird gleiches Öl wesentlich dicker aufgetragen, bleibt es relativ weich - auch noch nach Wochen. Von der Schichtdicke hängt also entscheidend ab, wie hart die Schicht wird. Und das ist dann auch entscheidend, will man unterschiedliche Öle miteinander vergleichen.

Hier hat man dann das Problem, gleiche Schichtdicken zu erzeugen. Dickere Öle tendieren dazu, dickere Schichtdicken zu erzeugen. Bei einem Öl, was durch Lösemittel sehr dünnflüssig gehalten ist, gelingt ein dünnster Auftrag sehr leicht. Dies war auch der Grund, warum ich mich vor einiger Zeit noch hab täuschen lassen. So empfand ich z.B. dass Auro PurSolid als wesentlich weicher, als das lösemittelhaltige Auro Hartöl. Das lag aber nur an der größeren Schichtdicke des Testauftrages auf eine Glasplatte. Man bekam das PurSolid gar nicht so dünn aufgetragen. Erst als ich es 1:1 mit Lösemittel verdünnte, war ein dünner Auftrag möglich und dann war der getrocknete Film erstaunlich hart.

Der Grund mit der stark abnehmenden Härte bei ölhaltigen Produkten scheint zu sein, dass das Öl vor allem Sauerstoff braucht, um sich zu vernetzen. Und mit zunehmender Schichtdicke kommt kein Sauerstoff mehr an den unteren Bereich der Schicht. Dort vernetzt (polymerisiert) der Film dann nur unvollständig und bleibt weich. Man kennt das ja auch, wenn man mal Öl extrem zu dick aufträgt: Obendrauf bildet sich eine Runzelhaut und darunter liegt noch das flüssige Öl, was auch lange Zeit noch flüssig bleibt.

Nun könnte man meinen, nach ein paar Wochen wird der Film dann schon komplett durchpolymerisieren. Dem ist aber nicht so. Dickere Ölschichten habe ich schon über Jahre beobachtet, sie wurden nicht hart.

Bis ich letztens eine gegenteilige Beobachtung machte: Ein Öl, was auch im ausgehärteten Zustand sehr weich blieb, hatte ich auf eine Metallplatte im Freien aufgetragen. Dort strahlte über ein paar Wochen intensiv die Sonne drauf. Und hier war ich dann sehr erstaunt, wie aus der vormals sehr weichen Schicht eine sehr harte Schicht wurde.

Dies zeigt, die Polymerisation geht fortwährend weiter und starke UV-Strahlung und Wärme sorgen dafür, dass das wesentlich schneller abläuft. Fehlt diese, geht die Polymerisation dickerer Schichten so langsam vonstatten, dass die Schicht noch lange Zeit - Jahre oder gar Jahrzehnte - weich bleibt.

Eine ähnliche Beobachtung hab ich auch bei Leinos Decklack 840 gemacht. Nach Auftrag ist der relativ weich. Er lässt sich auch nicht gerade dünn verstreichen. Nach mehreren Monaten Sonneneinstrahlung ist die Oberfläche nun wesentlich härter geworden. Im Innenraum hingegen ist er auch nach Jahren noch genauso weich geblieben.

Es gibt übrigens auch Öle, die dick aufgetragen noch relativ hart werden und sich damit untypisch verhalten. Am deutlichsten ist mir das beim Natural Finish-Öl aufgefallen. Vermutlich liegt es an einem erhöhten Einsatz von Harzen.

18.09.2009 :: Arbeitsplattenöl von Biofa

Biofa ist ein etablierter Naturfarbenhersteller, der auch schon seit vielen Jahren am Markt ist. Bisher hatte es sich noch nicht ergeben, dass ich mal Öle von denen getestet habe. Jetzt hab ich mal das Arbeitsplattenöl getestet, welches man recht günstig in der 200ml Flasche bekommt - gerade mal 5,60 Euro beim Naturbaumarkt.

Das Öl ist lösemittelfrei, das ist ökologisch schonmal sehr gut. Es ist auch nicht wasserbasiert und verarbeitet sich damit gut. Für ein lösemittelfreies Öl ist es erstaunlich dünnflüssig. Das Öl ist trüb, vermutlich weil auch Mikrowachse mit enthalten sind. Man sollte es auch gut schütteln, man sieht deutlich, dass sich am Boden Stoffe absetzen.

Der Hersteller schreibt, dass es auf Lebensmittelverträglichkeit erfolgreich geprüft wurde. Insofern ein Öl, was man gut in der Küche für Arbeitsplatten oder Brettchen einsetzen kann.

Der Geruch geht typisch in Richtung Leinöl, etwas streng. Nach Trocknung ist der Geruch aber relativ schnell weg.

Mein erster Eindruck auf einer Probe ist gut. Ein Auftrag auf einer Glasplatte zeigt eine gute Härte der getrockneten Schicht. Der Verbrauch ist relativ gering. Die nächsten Wochen werde ich mal weitere Tests machen.

An lösemittelfreien Ölen findet man noch nicht so viel am Markt. Mir fällt da hauptsächlich noch Auro PurSolid, Auro Arbeitsplattenöl oder Kreidezeit Pure Solid ein. Auch Livos hat was im Programm. Die wasserbasiert-lösemittelfreien Öle, wie z.B. von Biopin, sind nicht ganz so meine Vorliebe.

28.08.2009 :: Neues Öl für Badmöbel

Livos hat ein neues Öl speziell für Möbel im Badezimmer auf den Markt gebracht: LINN Badmöbelöl Nr. 1703

Es soll nach 3 Aufträgen eine recht gute wasserbeständige Oberfläche bieten. Bei bisherigen Ölen wie Kunos, gab es wohl Probleme bei Zahnpasta mit Sodiumbicarbonat oder Natriumbicarbonat. Die greifen die Oberfläche an. Das neue Öl soll dagegen beständig sein.

Hier das Merkblatt: Merkblatt LINN Badmöbelöl Nr. 1703

25.08.2009 :: Branchenriese Akzo Nobel

Ich bin erstaunt, was mittlerweile alles vom weltweit größten Hersteller für Farben - Akzo Nobel - stammt. Gerade im Bereich Außenlasuren verbirgt sich dieser Hersteller hinter zahlreichen Marken. Mit der Übernahme von ICI-Paints 2007 gehört z.B. Xyladecor nun auch zu Akzo Nobel.

Folgende Marken sind Teil des Konzerns:

  • Xyladecor
  • Dulux
  • Consolan
  • Sikkens
  • Sadolin
  • Hammerite
  • Zweihorn
  • Molto
  • Schönox
  • Herbol
  • Levis

Interessant ist: Ein Mutterkonzern hat z.B. im Bereich Außenlasuren Produkte, die sich direkt gegenseitig Konkurenz machen: Sowohl von Xyladecor, Consolan, Sikkens, Herbol und Sadolin gibt es Holzlasuren. Und doch kann man auch nicht sagen: Ist also alles das Selbe. Einige Produkte sind ja nicht ursprünglich im eigenen Hause entwickelt worden, sondern erst später übernommen. Sicherlich wird es einerseits Bestrebungen geben, ein zentrales Firmen-KnowHow in die Produkte einfließen zu lassen. Und doch sind die Anwender z.B. an die Eigenschaften von Xyladecor gewöhnt, hier kann nicht auf einmal was völlig anderes in der Dose sein. Daneben werden natürlich Produkte auf bestimmte Anwender abgestimmt (Profibereich, DIY/Heimwerker). Auch die Kostenoptimierung spielt eine Rolle: Im Baumarkt z.B. laufen nunmal hauptsächlich die besonders preiswerten Produkte, in denen man dann nicht die teuersten Rohstoffe einsetzen kann.

Neben Akzo-Nobel bleibt noch Dyrup als relativ großer Hersteller. Hier findet man die Marken Bondex (Heimwerker/DIY) und Gori (Profibereich). Wo Akzo Nobel 14 Milliarden Umsatz im Jahr macht, sind es bei Dyrup gerade mal 220 Millionen.

Noch kleiner ist Remmers mit einem Jahresumsatz von etwa 185 Millionen. Remmers ist mit der Marke Aidol im Bereich Lasuren und Lacke bekannt.

Die Meffert AG mit den Marken Düfa, Dinova und Super Nova hat einen Jahresumsatz von etwa 260 Millionen und zählt sich selber auch unter den führenden Farbherstellern in Europa.

Aus Österreich kommen die Adler-Lacke, die auch einen guten Ruf genießen. Jahresumsatz des Familienbetriebes mit 450 Mitarbeitern sind 75 Millionen Euro.

Im Heimwerker/DIY Bereich bieten Baumärkte bei Lasuren verstärkt Eigenmarken an. Ein großer Hersteller, der z.B. für Toom, Hellweg, Praktiker, Obi, Globus und Bauhaus produziert, ist die Firma Ostendorf (http://www.jwo.com). Ostendorf generiert auch Umsätze im Milliardenbereich.

Da fällt mir dann noch Alpina ein - jeder kennt sie, die Alpina-weiß Innenraum-Wandfarbe. In letzter Zeit sieht man mehr und mehr Lacke und Lasuren von denen in Baumärkten. Alpina gehört zur Caparol-Firmengruppe (Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung & Co KG). Der Umsatz der Caparol-Firmengruppe liegt bei knapp 1 Milliarde Euro.

Im Profi-Bereich hat auch Brillux im Bereich Bautenlacke einen guten Namen. Auch hier findet man ein kleines Sortimente Lasuren.

18.08.2009 :: Geölt und farbig gestaltet

Geölte Kleinteile farbig zu gestalten, das braucht man z.B. bei Holzfiguren oder Spielzeug. Hierfür könnte man farbige ölbasierte Lasuren oder Lacke einsetzen, gibt es z.B. von Livos oder Naturhaus. Leider gibt es die nicht in kleinen Gebinden und wenn man viele Farben braucht, wird das eine teure Angelegenheit.

Angeregt durch ein Buch über Restauration, hab ich mal mit Aquarellfarben experimentiert. Konkret hab ich welche der Marke "Van Gogh" eingesetzt. Die meisten Wasserfarben sind ganz ähnlich aufgebaut, die Pigmentqualität wird sich aber unterscheiden. Wasserfarben bestehen fast nur aus gepressten Pigmenten mit ganz wenig wasserlöslichem Bindemittel.

Hiermit kann man nur direkt aufs rohe Holz malen und erreicht eine gute Einfärbung. Nach Trocknung kann man dann mit einem Holzöl seiner Wahl ölen. Der Auftrag sollte vorsichtig erfolgen, damit man die Pigmente nicht verwischt. Am besten auftupfen und nach 20-30 Minuten dann wieder abtupfen. So empfindlich war das aber auch nicht, sanfte Wischbewegungen verschmierten nichts.

Das Öl zieht nun in die Holzoberfläche und in die Pigmente ein. Es wirkt also auch als Bindemittel für die Pigmente. Im Grunde ist das ganz ähnlich, wie pigmentiertes farbiges Öl, nur das hier die Pigmente vorher aufgebracht werden.

Das Ergebnis ist sehr wischfest geworden. Ich denke, das ist auch für den Alltagseinsatz brauchbar.

Ich hab hier ein Öl verwendet, welches etwas harzreicher und leicht schichtbildend ist. Ich denke, das ist gut, um die Pigmente besser zu stabilisieren und eine hauchdünne Schutzschicht zu haben. Als Grundbehandlung hab ich Natural Parkettöl benutzt, danach noch mal Natural Finish-Öl. Alternativ kann ich mir vorstellen, dass Osmo Hartwachsöl, Livos Kunos Naturölsiegel oder Biopin Arbeitsplattenöl auch gut funktionieren. Wasserbasierte Ölprodukte sollte man natürlich nicht verwenden.

Weil die meisten Wasserfarben ungiftig und auch für Kinder freigegeben sind, sollte diese Behandlung auch gesundheitlich unbedenklich sein.

Übrigens: Mit Wasserfarben kann man auch Schadstellen auf Holzoberflächen gut retuschieren. Man kann sich ja jeden Farbton anmischen und so genau den Holzton treffen. Oder sogar Holzmaserungen nachmalen. Neben Öl ist manchmal auch Schellack ein Alternative, um die aufgebrachten Pigmente zu fixieren. So kann man z.B. auch farblich nicht ganz passenden Holzspachtel korrigieren.


Aquarellfarben von "Van Gogh" auf Kiefer. Danach mit Natural Parkettöl und Natural-Finishöl imprägniert und fixiert. Ein erster Test: Total abriebfest.

08.08.2009 :: Sikkens Cetol HLS

Diese Dünnschicht-Lasur hat einen recht guten Ruf. Sikkens (Akzo-Nobel) ist ja einer der Top-Hersteller von Lasuren im Profibereich. Ich hab die jetzt mal für einen Bewitterungstest genutzt. Es ist eine lösemittelhaltige, recht dünnflüssige Lasur. Sie zieht nicht so stark ins Holz ein, wie ich das von ölhaltigen Lasuren her kenne. Nach 3 geforderten Anstrichen hat man eine relativ dünne Schicht auf dem Holz. Wegen der Dünnflüssigkeit sollte man wirklich dünn arbeiten, sonst läuft einem die Lasur weg und es gibt Tropfnasen. Die Lasur ist mit einem Holzschutzmittel versehen, darf also nicht im Innenbereich eingesetzt werden.

Im Moment teste ich verschiedene Lasuren im Außenbereich besonders von Naturfarbenherstellern. Ich wollte aber zum Vergleich konventionelle Hersteller mit dabei haben. Und da bietet sich Sikkens Cetol HLS als vielgelobte Lasur an. Daneben wären verschiedene Lasuren von Gori noch interessant (Gori 88, Gori 33). Auch das allbekannte Xyladecor und Bondex aus dem DIY-Bereich wäre auch nochmal ein Test wert. Die findet man ja in jedem Baumarkt.

Von der Schichtdicke ist Cetol HLS mit Livos Kaldet vergleichbar. Letztere wird ja nach Ölgrundierung auch 3 mal aufgetragen und ist ebenso sehr dünnflüssig.

Die eingesetzte Cetol HLS enthält Dichlofluanid (0.5%) als Holzschutzmittel. Mittlerweile gibt es den Nachfolger, Cetol HLS Plus, welche Tolyfluanid als Holzschutzmittel verwendet. Auch wurde hier wegen neuer Gesetzmäßigkeiten (VOC) die Lösemittelkonzentration runtergesetzt.

08.08.2009 :: Leinos Decklack 840

Mit Leinos Decklack in Spinell-Blau hatte ich so meine Probleme, was die Deckfähigkeit angeht. Ich werd demnächst nochmal einen neuen Test machen, vielleicht hab ich die Dose nicht lange genug durchgerührt. Jedenfalls war selbst nach 3 Anstrichen noch keine ausreichende Deckung gegeben, die helle Vorstreichfarbe schimmerte noch durch.

Mit Umbra-braun war es anders, hier deckte bereits der erste Anstrich schon gut. Es ist aber nicht untypisch, dass bestimmte Farben einfach besser decken und Umbra-Pigmente haben eine gute Deckkraft.

Die Farbe bleibt relativ weich, obwohl das Merkblatt von "guter Härte" spricht. Man kann sie mit dem Fingernagel beschädigen, auch nach mehreren Wochen Trocknung. Für Fassaden ist das kein Problem, aber für Türen, Tische, Stühle etc. halte ich sie für zu weich. Für Fußboden natürlich gänzlich ungeeignet, das steht auch im Merkblatt. Die Weichheit hat aber auch Vorzüge, den Quellbewegungen des Holzes kann die Farbe folgen.

Die Streicheigenschaften sind nicht sonderlich gut, man hinterlässt sehr deutliche Pinselspuren. Man bekommt sich auch nicht schön dünn ausgestrichen.

Ich bin jetzt mal auf die Langzeiteigenschaften besonders im bewitterten Außenbereich gespannt.

08.08.2009 :: PNZ-Coloröl

Ich hab mal wieder einiges mit PNZ-Coloröl gemacht. Im Grunde ist es eine Farbe, hinterlässt also eine eine deckende Schicht auf dem Holz. Die Grundlage dieser Farbe sind aber pflanzliche Öl (Tungöl, Distel, Soja, Sonnenblume). Ansonsten sind noch ein paar Natur-Harze, Trockenstoffe und Wasser enthalten. Lösemittel sind keine enthalten. Damit ökologisch ein sehr interessantes Produkt.

Der erste Auftrag deckt schon ganz gut, für die meisten Fälle sollte man aber 2 oder 3 Aufträge machen. Die Verarbeitung ist recht gut und problemlos.

Der Film scheint recht belastbar und ist zähelastisch. Man kann das Produkt im Innen- und Außenbereich einsetzen. Angeblich sollen auch Fußböden damit gestrichen werden können - für Farben eine große Belastungsprobe was Abrieb angeht. So ganz vorstellen kann ich mir das nicht, aber probiert hab ich es noch nicht.

Ich bin mal gespannt, wie gut sich die Farbe im Außen- und Innenbereich bewährt. Langzeiterfahrungen fehlen mir noch, attraktiv finde ich das Produkt aber.

08.08.2009 :: Fleckigkeiten beim Ölen vermeiden

Es gibt kritische Hölzer und Situationen beim Ölen. So ist Buche Hirnholz sehr saugfähig, aber nicht homogen. So können solche Flächen sehr ungleichmäßig aussehen.

Grundsätzlich gute Erfahrungen hatte ich in solchen Fällen mit Livos Kunos Objektöl oder Naturöl-Siegel gemacht. Dies färbt Buche-Hirnholz nicht so dunkel ein. Jedoch hat man hier einen anderen ungünstigen Effekt: Wird die Hirnholzfläche nicht rasch und gleichmäßig geölt, gibt es Flecken. Ein Tropfen Öl, der z.B. 1 Minute eher auf die Fläche gelangt, bis diese dann vollständig benetzt wird, hinterlässt einen Fleck. Ebenso jeder ungleichmäßige Ölauftrag - alles sehr kritisch.

Um das in den Griff zu bekommen, erscheint mir ein anderer Ansatz besser: Zuerst ganz dünn mit einem Tuch schnell über das Hirnholz dünn Öl aufbringen. Wenn dieses erstmal gleichmäßig und vollständig benetzt ist, geht meist nichts mehr schief, auch wenn man später mit Pinsel nochmal Öl nachgibt.

Hirnholz würde ich so immer zuerst ölen, dann erst die Flächen.

Viele andere Öle neigen nicht zu dem Fleckigkeitsproblem, weil sie das Holz weniger absperren. Dann verteilt sich auch später aufgebrachtes Öl gut. Jedoch wird Hirnholz wesentlich dunkler, weil es mehr Öl zieht. Das sieht man extrem bei Holzkugeln, wo man ja viel Hirnholz hat. Hier scheint es mir auch sinnvoll, die erste Ölung sparsam zu machen, also nur dünn mit Lappen aufzubringen und dann erstmal durchtrocknen zu lassen. Und man sollte ein Öl verwenden, was harzreich ist und gut sperrt. Bei der zweiten Ölung zieht so das Öl nicht mehr in die Tiefe.

Interessant für solche Anwendungsfälle sind auch wasserbasierte Öle, die weniger anfeuern. So feuert z.B. Auro Hartgrund 127 sehr wenig an. Experimentell hab ich als Finish nachträglich mal Auro PureSolid aufgetragen oder auch Auro Hartwachs 171, was gut funktionierte. Das Holz bleibt wenig angefeuert recht hell. Von Auro ist diese Kombination allerdings so nicht vorgesehen, man muss hier selber praktische Erfahrungen sammeln.

Um Buche-Hirnholz zu sättigen, ist übrigens Leinöl-Firnis recht ungeeignet. Man kann bis zu 10 mal nachölen, bis man eine Sättigung erreicht. Geeignete Öle hingegen sättigen schon nach dem ersten Auftrag.

14.01.2009 :: Livos Kunos Objektöl

Seit einigen Wochen experimentiere ich mit Livos Kunos Objektöl, welches nahezu identisch mit Kunos Naturöl-Siegel sein sollte. Was ich bisher so erlebt habe, muss ich sagen, ein wirklich super Öl. Durch die geringe Wachszumischung lässt es sich sehr gut einpolieren bzw. der Überstand abnehmen. Schon beim zweiten Auftrag kann man durch geringe Schichtbildung einen schönen Seidenglanz auf feinen Oberflächen hinbekommen. Der Glassscheibentest zeigte, dass das Öl getrocknet sehr hart wird. Damit werden die Oberflächen gut belastbar sein. Das hat mir auch eine Belastungsprobe gezeigt.

Interessant bei Buche Hirnholz: Dies neigt dazu, sehr viel Öl zu saugen, weshalb es oftmals sehr viel dunkler wird, als die Flächen. Das kann störend sein. Dieses Öl hingegen neigt nicht so stark dazu, Hirnholz bleibt relativ hell, wobei man natürlich auch hier nicht zu lange ziehen lassen sollte: Beim ersten Auftrag nur einmal dünn tränken und dann nach 10-15 Minuten den Überstand am Hirnholz abnehmen. Der erste Auftrag sollte Hirnholz schon recht gut verschließen, so dass beim zweiten Auftrag kaum noch Öl weggesaugt wird.

Bei Hirnholz ist aber immer Vorsicht geboten: Zügig und gleichmäßig das Öl verteilen, sonst gibt es Fleckigkeit. Gilt grundsätzlich bei allen Ölen.

Kunos Objektöl ist relativ teuer. Die 0,75l Dose kostet 26,40 Euro. Für hochwertige Oberflächen aber sicher eine gute Alternative.

17.12.2008 :: Öltrocknung

Heute hab ich einen Holzdeckel aus 2 mm Flugzeugsperrholz verschraubt, der bereits vor 4 Wochen mit Auro PureSolid geölt wurde. Dort, wo die Schrauben das Holz etwas zusammenpressten, konnte ich gar nicht glauben, was ich da sehe: Flüssiges Öl, was aus dem Holz ausgetreten ist!

So Beobachtungen habe ich in letzter Zeit öfters mal gemacht, auch bei anderen Ölen (Kreidezeit PureSolid und Leinöl-Firnis). Es scheint grundsätzlicher Natur zu sein: Zwar trocknen die meisten Öle oberflächlich in 1-2 Tagen und sind nach 14 Tagen oberflächlich voll belastbar. Aber unter der Oberfläche im Innern des Holzes kann es Monate dauern, bis das Öl auch dort trocken wird.

Auffallen tut einem das, wenn man z.B. das Holz presst, wie in diesem Fall oder wenn sich das Holz erwärmt. Letztens berichtete mir jemand, dass Holz aus der Oberfläche eines geölten Tisches kam, nachdem dort heiße Suppenteller standen. Hier war der Tisch auch bereits 14 Tage getrocknet.

24.11.2008 :: Safloröl Test

Die 8 Wochen Trockenzeit sind rum und ich hab nun einen kleinen Holzklotz in den Test genommen, der mit Safloröl (Distelöl) behandelt wurde. Safloröl zählt auch zu den härtenden Ölen. Es taucht gerade in den letzten Jahren in den Holzölmischungen einiger Hersteller wieder auf.

Ein erster Test auf einer Glasplatte zeigte mir, dass sich bereits nach 1-2 Wochen ein Film gebildet hat, der mäßig beanspruchbar ist. Lange nicht so zäh und beständig, wie Leinöl, aber z.B. besser, als Sonnenblumenöl. Also dachte ich, teste ich das jetzt mal direkt auf Holz.

Mein Eindruck beim Ölen war, dass Safloröl noch besser ins Holz einzieht, als Leinöl. Weiterhin ist es nahezu geruchlos. Und auch die Farbe geht lange nicht so stark ins gelbliche, wie man das von Leinöl kennt. All das sind interesssante Eigenschaften.

Der Holzklotz (Buche) sah nach den 8 Wochen Trockenzeit sehr gut aus: Das Öl war definitv oberflächlich durchgetrocknet und recht beständig. Die Oberfläche sah sehr schön geschützt und durchtränkt aus.

Ein erster Test, ihn durch die Finger gleiten zu lassen und ihn mit den Fingern zu belasten, funktionierte auch gut.

Beim Fernsehen kann man immer gut damit rumspielen und so ist er dann auch 2 Stunden durch die Hände gegangen. Neben Handschweiß wirkt hier auch noch mechanische Beanspruchung der Oberfläche (Abrieb). Ich merkte schon recht bald, dass der sich etwas trocken anfühlt. Und unter der Lupe war dann das Ergebnis auch recht enttäuschend: Holzfasern haben sich rausgelöst und das schon nach so kurzer Zeit. Dann hab ich ihn nochmal ordentlich unter Wasser mit Marseiller Seife gewaschen - auch ein Test, den ich immer mache. Und als er danach trocken wurde, war das Ergebnis veheerend: Eine ziemlich ölfreie Oberfläche wo massenhaft lose Holzfasern zu sehen waren.

Das erinnerte mich an die Ergebnisse mit Sonnenblumenöl - die Beständigkeit ist sehr gering.

Fazit: Für beanspruchte Flächen ist Safloröl pur überhaupt nicht geeignet. Es wird aber Anwendungsfälle geben, wo man es durchaus einsetzen kann. Für Deckenvertäfelungen oder Deckenbalken zum Beispiel. Oder für Kunstobjekte, die normal nicht berührt werden. Einen Oberflächenschutz kann man auch noch erhöhen, in dem man die Flächen nachträglich wachst. Interessant ist, dass Safloröl sehr günstig zu bekommen ist, ab etwa 2 Euro pro Liter. Auch im Küchenbereich für Schneidebrettchen könnte es eine sinnvolle Behandlung sein. Interessant wäre auch nochmal, wie es sich verhält, wenn man andere Öle hinzumischt. Kreidezeit hat im Saflor-Lappenwachs z.B. noch Holzöl-Standöl hinzugemischt.

02.11.2008 :: Warum Öl eine gewisse Festigkeit braucht

Bei einem Öl ist die Härte nicht so entscheidend, wie bei einem Lack. Ein Lack liegt auf der Oberfläche und je weicher, um so schneller ist er abgetragen. Ein Öl hingegen zieht in das Holz ein und das Holz selber ist die Oberfläche, die beansprucht wird.

Ein Holz besteht jedoch aus feinsten Fasern. Bei einem weichen Öl werden die Fasern kaum stabilisiert. Sie lösen sich oder reißen teilweise heraus. Auch nehmen halb abgelöste Fasern vermehrt Schmutz auf. Wenn ein Öl hingegen recht hart ist, bildet sich ein Verbund aus Holz und Öl. Und eine Mikroschicht umschließt auch die obersten Fasern. Diese lösen sich dann nicht mehr heraus, sondern der Holz-Öl Verbund wird mit der Zeit abgetragen. Ein gutes Öl muss also in der Lage sein, die Fasern gut zu durchtränken und einen dauerhaften Verbund herzustellen.

Das Bild (unterm Mikroskop) zeigt herausgelöste Holzfasern, die Schmutz aufnehmen und auch zu einer grauen Verfärbung führen. Fasern auf der Oberfläche sind nicht mehr im Verbund. Es handelte sich um ein sehr weiches Öl, was sich vor allem durch Handreibung mit der Zeit herauslöste.

Hier ein ähnlich beanspruchtes Holz, wo sich jedoch keine Fasern aus der Oberfläche gelöst haben. Bei dem Öl handelte es sich um Leinöl-Firnis. Öl und Holz ergeben hier an der Oberfläche einen Verbund.

Wie ist es mit der schützenden Mikroschicht, die über den Holzfasern liegt? Diese wird ja mit der Zeit abgetragen, gerade z.B. auf Treppen oder Fußböden. Hierzu hab ich ein geöltes Muster mal mit 220er Schleifpapier bearbeitet, um die oberste Schicht abzunehmen. Nach Belastung im Alltag zeigt sich: Die Schmutzaufnahme ist verstärkt, es bildete sich also eine angeschmutzte Oberfläche. Trotzdem war noch ein guter Schutz vorhanden: Wasser und mechanische Belastungen führten nicht dazu, dass sich vermehrt Fasern herauslösten - die Oberfläche blieb glatt.

Hier zeigt sich dann auch der Sinn von härteren Ölen: Sie sorgen dafür, dass die ganz dünne Schicht auf dem Holz länger erhalten bleibt und das Holz vor Verschmutzung schützt. Der Schutz vor Verschmutzung ist auch der Hauptgrund, warum man z.B. Fußböden regelmäßig nachölen oder wachsen muss. So bildet sich immer wieder eine Mikroschicht über den Holzfasern aus, die das Eindringen von Schmutz verhindert.

Die Imprägnierung im Holz hingegen braucht nicht die Eigenschaft der Abriebfestigkeit. Hier ist sogar eine gewisse Elastizität besser, weil es so den Quellbewegungen des Holzes besser folgen kann. Es muss aber auch hier so stabil sein, dass Öl und Holz einen festen Verbund eingehen. Denn dann lösen sich Fasern auch dann nicht heraus, wenn die Mikroschicht über dem Holz abgetragen ist.

Insofern sollten also auch Kombinationen gut funktionieren, wo man z.B. mit Standard Leinöl-Firnis das Holz durchtränkt und zum Abschluß ein härteres Öl als Finish aufträgt. Oder man verwendet Wachs als Oberflächenschutz, wobei dieser in der Regel öfters aufgefrischt werden muss. Verschmutzungen der Oberfläche zeigen deutlich, dass die schützende Schicht verbraucht ist.

02.11.2008 :: PNZ Holzöl Teststein

Die letzten 4 Wochen war PNZ Holzöl auf einem 30x30x19mm Buche-Teststein. Den hab ich immer dabei und lass den in Besprechungen etc. durch die Hände gleiten. Er wird also mechanischem Abrieb und Handschweiß ausgesetzt. Zwischendurch wird auch mal mit Seifenwasser unter dem Wasserhahn gestresst. So teste ich gerne erstmal ein neues unbekanntes Öl. Nach 6-8 Wochen zeigt sich, wie beanspruchbar ein Öl in dieser Hinsicht ist. Der Test entstand, weil mich irgendwann mal die Beanspruchbarkeit von geölten Gegenständen gegenüber Handschweiß interessierte.

Bei PNZ-Holzöl war mir eigentlich schon vorher klar, dass das nicht so lange Bestand haben wird. Es ist im getrockneten Zustand das weicheste fertige Holzöl, was ich kenne. Auf einer Glasscheibe lässt es sich mit ganz wenig Druck mit dem Fingernagel herunterkratzen.

Von Sonnenblumenöl kenne ich es, dass eine so geschützte Oberfläche dann ganz schnell dreckig wird und ausgetrocknet grau aussieht.

Die ersten Tage war ich erstaunt, es hielt erstmal gut stand und die Oberfläche verschmutzte nicht. Jedoch jetzt nach 4 Wochen kann ich den Test abbrechen, die Oberfläche - besonders an den Kanten, sieht ziemlich grau und dreckig aus. Ein Teststein, den ich mit Leinöl-Firnis geölt hatte und der länger in Gebrauch war, sieht hingegen fast wie neu aus.

Fazit: PNZ-Holzöl als Tiefen-Imprägnierung oder für wenig beanspruchte Flächen ja, aber für beanspruchbare Oberflächen braucht es ein härteres Finish-Öl oder einen Wachs.