Epoxidharze

reintechnisch.de :: Start: 01.01.2016 :: Stand: 27.03.2017

Epoxidharz ist ein sehr universelles Material im Hobbybereich: Man kann damit kleben, füllen, spachteln und laminieren. Epoxy ist höchst beanspruchbar, es gibt z.B. kaum andere Klebstoffe, die höhere Kräfte aufnehmen können.

Epoxidharz ist in der Regel gelblich-transparent, von der Konsistenz wie dünnflüssiger Honig. Fast immer besteht das System aus 2 Komponenten, Harz und Härter. Die Mischung muss dann innerhalb einer offenen Zeit verarbeitet werden. Epoxidharze gibt es mit 1-360 Minuten offener Zeit.

Bereits mit Füllstoffen angereicherte Systeme sind typisch weiß oder grau.

Belastbar sind schnelle Sorten schon nach 30-60 Minuten, vollständig durchgehärtet brauchen alle Systeme in der Regel so 24-48 Stunden. Wärme kann die Aushärtung enorm beschleunigen, weil die chemische Reaktion dann schneller abläuft.

Wichtige Verarbeitungshinweise

  • Katastrophe vermeiden: Klebstoff, der nicht richtig aushärtet, ist oft eine Katastrophe. Es ist dann sehr aufwändig, Bauteile von solchem Klebstoff zu befreien oder diese neu zu fertigen. Von daher gilt äußerste Sorgfalt, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
  • Sauber arbeiten: Verschmutzungen können zu Härtungsstörungen führen. Anrührgefässe und Anrührwerkzeuge müssen sauber sein. Vorsicht auch vor Ölen und Fetten. Besonders Silikonöl kann auch in kleinsten Mengen Verklebungen unmöglich machen.
  • Genau mischen: Die meisten Epoxidharze brauchen ein ganz exaktes Mischungsverhältnis. Jede Abweichung führt zu einer Minderung der Qualität oder die Mischung härtet gar nicht aus. Eine elektronische Feinwaage ist hier unbedingt nötig. Bei kleinen Mengen von z.B. 2g eine Waage mit 0,01g Auflösung verwenden. Diese sind dann meist auf 0,05g genau.
  • Gut mischen: Beide Komponenten müssen sehr gut durchmischt werden. Wichtig ist hier, wirklich alles miteinander zu vermischen. Es darf z.B. keine unvermischten Anteile am Rand eines Gefäßes geben. Wenn man zügig von Hand mischt, reichen in der Regel so 2 Minuten Mischzeit bei kleineren Mengen.
  • Arbeitsschutz: Bei der Arbeit mit Epoxidharzen sollte man immer Schutzhandschuhe tragen. Für kleinere Reparaturarbeiten, die schnell ausgeführt sind, sollten Einweg-Nitril-Handschuhe reichen. Diese können jedoch schon nach 10-15 min von Chemikalien durchdrungen werden. Etwas mehr Schutz hat man, wenn man 2 Handschuhe übereinander zieht oder alle 10 Minuten wechselt. Keinesfalls sollte man Latex-Einweghandschuhe verwenden, die lassen fast unmittelbar Chemie durch. Wer länger und regelmäßig mit Epoxidharzen arbeitet, braucht spezielle chemikalienbeständige Schutzhandschuhe aus dickerem Material (Nitril, Fluorkautschuk). Nach Arbeitsende immer sorgfältig die Hände waschen. Bei der Arbeit nichts essen. Die meisten Epoxidharze sind lösemittelfrei, trotzdem gehen Bestandteile in die Luft. Besonders bei großflächigem Einsatz braucht es eine gute Belüftung. Epoxidharze haben ein hohes Potenzial, Allergien auszulösen. Auch wirken enthaltene Bisphenole wie Hormone. Deshalb immer Hautkontakt meiden. Das gilt auch für Knet-Epoxidharze, leider steht das oft nicht auf der Verpackung.
  • Vorsicht vor Komponenten: Geraten unvermischte Komponenten auf den Arbeitsplatz, sind diese wieder gut zu entfernen. Weil diese nicht härten, besteht die Gefahr, dass man sie später auf die Haut bekommt. Nach Entfernung mit Lappen, kann man mit Waschbenzin oder Aceton nachreinigen.
  • Ausreichende Temperatur: Die Verarbeitung von Epoxidharzen sollte bei 20-30 Grad und nicht zu hoher Luftfeuchte (<70%) erfolgen. Bei niedrigeren Temperaturen von 10-15 Grad funktioniert die Härtung in der Regel auch noch, es braucht aber deutlich länger und es kann passieren, dass die optimale Endhärte nicht erreicht wird. Diese lässt sich durch nachträgliches Tempern aber noch erreichen.
  • Nicht zu große Mengen: Bei der Härtung kommt es zu einer exothermen Reaktion, das Gemisch erwärmt sich also von selbst. Wenn man zu große Mengen ansetzt, kann sich das Harz von selbst so stark erwärmen, dass sich die offene Zeit extrem verkürzt. Im Zweifelsfall mehrfach kleinere Mengen ansetzen und eher flache Gefäße verwenden, die für eine bessere Wärmeabfuhr sorgen.
  • Vorversuche: Mit einem neuen Klebstoff oder neuem Füllstoff sollte man immer erstmal einen Vorversuch machen. Ich habe öfter Überraschungen erlebt: Epoxidharze, die nicht ordentlich aushärten oder Füllstoffe, die eine Aushärtung behindern. Der Schaden ist oft groß, wenn einem das am realen Objekt passiert.
  • Merkblätter lesen: Zu jedem Harz gibt es technische Merkblätter, die man genau studieren sollte. Auch wenn die meisten Harze gleich zu verarbeiten sind, findet man doch oft auch hilfreiche Infos und Sicherheitshinweise. In aller Regel sind technische Merkblätter frei im Internet herunterladbar.
  • Gesundheitsgefahren nach Aushärtung: Ein optimal verarbeitetes Epoxidharz ist vollständig vernetzt und sollte keine gesundheitschädlichen Stoffe abgeben. Bisphenole z.B. werden chemisch fest gebunden. Deshalb können sie z.B. auch bei Trinkwassertanks als Innenbeschichtung eingesetzt werden. Was viele aber nicht bedenken: Kleinste Fehler in der Verarbeitung können dafür sorgen, dass keine vollständige Vernetzung stattfinden. In diesem Fall können sich z.B. Bisphenole herauslösen, die erbgutschädigend wirken. Aber auch Chemikalien, wie z.B. Säuren oder Laugen sind in der Lage, aus Epoxidharzen gefährliche Stoffe freizusetzen. Auch längerer Hautkontakt kann Bisphenole herauslösen. Hier sind auch Reaktionen mit Hautcremes und Seifen möglich.

Verklebungen

Epoxidharze sind nach Aushärtung wie ein Hartkunststoff. Ein Fingernageltest sollte keinerlei Spur hinterlassen. Die Härte ist bei vielen Verklebungen kein Nachteil und so gewünscht. Es gibt aber auch Klebefälle, da wünscht man sich ein klein wenig Flexibilität. Deshalb sind reine Klebeharze oft etwas flexibel eingestellt. In etwa so, dass man mit dem Fingernagel noch eine kleine Spur hinterlassen kann. Ähnlich, wie das bei weicheren Kunststoffen wie PE der Fall ist (z.B. Schraubverschluss einer Cola-Flasche).

Ein recht universelles hartes Harz, welches zentral für Laminierzwecke entwickelt wurde, mit dem man aber auch bestens kleben kann, ist Harz L von http://www.r-g.de.

Die speziellen Klebeharze von r-g (10 Minuten-Epoxy, 30 Minuten-Epoxy, 90 Minuten-Epoxy) sind nicht ganz so hart eingestellt (zähhart). Sie sind von der Konsistenz auch etwas dickflüssiger, was besonders bei porösen Materialien wie Holz eine Rolle spielen kann. Denn zu dünnflüssige Harze werden vom Holz weggesaugt, so dass dann nicht mehr genügend Harz im Klebespalt vorhanden ist. Das kann zu Fehlverklebungen führen. Umgedreht zieht ein dünnes Harz besser in schmale Risse, die man füllen will.

Alle Epoxidharze werden sehr viel dünner, wenn man sie erwärmt. Das Harz L wird bei 40 Grad fast wasserdünn. Dies kann man sich manchmal zu Nutze machen, wenn man z.B. Harze in schmale Ritzen bekommen will. Durch Erwärmung läuft die Aushärtung wesentlich schneller ab, damit verkürzt sich die offene Zeit. Chemische Reaktionen verlaufen pro 10 Grad Temperaturerhöhung doppelt so schnell ab!

Mitunter kommt man besser zum Ziel, wenn man das Werkstück vorerwärmt, anstatt das Harz. Sobald das Harz mit dem Werkstück in Kontakt kommt, erwärmt es sich auch und wird dann dünnflüssig. So kann es z.B. gut in Risse kriechen.

Epoxidharze können Spalten überbrücken oder Löcher füllen. Es gibt so gut wie keinen Schrumpf. In vielen Fällen können beliebig große Klebespalten überbrückt oder Löcher ausgefüllt werden, weil ausgehärtete Harze sehr stabil sind. Lediglich bei höchster Beanspruchung sollte der Klebespalt recht dünn bleiben.

Weil ein Klebespalt in der Regel kein Problem ist und Epoxidharz auch nicht schäumt, können Teile oft ohne Pressdruck zusammengefügt und ausgehärtet werden. Das ist ein großer Unterschied zu vielen Leimen im Holzbereich, die nur halten, wenn man die Verklebung gut verpresst.

Damit Epoxidkleber nicht weglaufen, verwendet man Füllstoffe. Thixodropiermittel helfen vor allem gegen das Weglaufen. Aber auch jede Andickung mit Glasmehl, Baumwollflocken, mineralische Materialien oder Holzstaub sorgt dafür, dass ein Harz nicht mehr so einfach wegläuft. Es gibt auch Epoxidharzkleber, die bereits vom Hersteller eingedickt wurden. Meist sind diese dann nicht mehr transparent, sondern z.B. pastös weiß.

Fasrige Füllstoffe können die Stabilität des Harzes wesentlich erhöhen. Erhöht wird nicht die Klebkraft, sondern die Stabilität des Harzes selber, was vor allem bei größeren Klebespalten oder bei füllenden Einsatzzwecken eine Rolle spielt. Hier gibt es z.B. Glasfaserschnitzel, Baumwollflocken und Kohlefaserschnitzel.

Spachteln und Löcher füllen

Schon mit reinem Epoxidharz lassen sich problemlos Löcher oder Risse füllen. Damit hat man viele Anwendungsmöglichkeiten z.B. im Bereich Holz, KFZ, Heimwerken, Bootsbau.

Mitunter braucht man aber andere Eigenschaften. Reines Epoxidharz läuft z.B. an senkrechten Flächen weg. Dann braucht man eine Art Spachtelmasse, die nicht wegläuft, sondern standfest ist. Dann braucht es Füllstoffe. Diese sind auch aus einem weiteren Grund interessant: Epoxidharz ist mit 20 Euro pro Kilogramm relativ teuer. Füllstoffe gibts teilweise ab 30 Cent pro Kilogramm. Man reduziert also deutlich die Kosten. Mitunter nutzt man auch leichte Füllstoffe, um das Gewicht zu reduzieren. Der sowieso schon geringe Schwund kann durch Füllstoffe auch nochmal minimiert werden.

Das Spektrum an Füllstoffen, die mit Epoxidharz kompatibel sind, ist sehr groß. Hier mal ein paar Beispiele:

  • Sand - Ist billig und hart, aber relativ grob in der Struktur und schlecht schleifbar.
  • Holzspäne und Holzstaub - Bei allen Holzprojekten sehr naheliegend.
  • Talkumpulver - recht preisgünstig und sehr fein. Ergibt leichte und gut schleifbare Spachtelmassen.
  • Thixodropiermittel - Ist ein spezieller Füllstoff, der ein wegfließen des Harzes verhindert. Thixodropiermittel haben eine besonderen Eigenschaft: Rührt man so eine Mischung, wird sie recht flüssig. Ohne Bewegung gehts schnell in einen puddingartigen Zustand über. In der Regel basieren Thixodropiermittel auf Kieselsäure. Als Markenbegriff ist Aerosil recht bekannt.
  • Baumwollflocken - Fasriger Füllstoff. Relativ leicht, gut schleifbar, verhindert weglaufen, preisgünstig, erhöht die Stabilität des Harzes.
  • Diverse Faserstoffe - z.B. Glasfaser- oder Kohlefaserschnipsel. Fasrige Füllstoffe können die Festigkeit wesentlich verbessern. Bei mechanisch stark beanspruchten Verspachtelungen sinnvoll.
  • Glass Bubles - Kleinste Glashohlkugeln, womit sehr leichte Mischungen entstehen.
  • Glasmehl - Gemahlenes Glas.
  • Aluminiumpulver - Erhöht die Wärmeleitfähigkeit, Schlagzähigkeit und Druckstabilität.
  • Mineralische Füllstoffe - Viele Materialien auf mineralischer Basis können verwendet werden, z.B. Steinmehl, Kreide, Quarzmehl,

Einfärben von Epoxidharzen

Epoxidharze lassen sich problemlos einfärben. Das ist z.B. wichtig, wenn man farblich passende Holzspachtelmassen herstellen will.

Epoxidharzlieferanten bieten oft spezielle Farbpasten an, die dann optimal und sicher funktionieren. Hier wird auch die maximale Menge definiert, die eingebracht werden darf.

Bisher habe ich auch gute Erfahrungen mit den Universal-Abtönkonzentraten Mixol gemacht. Mixol bekommt man in vielen Farbenfachgeschäften und mitunter auch im Baumarkt. (Hersteller-Homepage: http://www.mixol.de/)

Auch viele Pigmente aus dem Künstlerbereich lassen sich problemlos einmischen (siehe hierzu z.B. http://www.kremer-pigmente.de). Weil manche Pigmente die chemische Reaktion beschleunigen oder hemmen können oder auch die Eigenschaften des Harzes verändern, müssen hier immer Vorversuche gemacht werden.

Lösemittel

Ausgehärteter Epoxidharz ist nicht mehr löslich. Lösemittel sind aber interessant, wenn man noch nicht ausgehärteten Kleber entfernen möchte. Am besten eignet sich Aceton. Daneben funktionieren auch diverse Universalverdünnungen oder Pinselreiniger ganz gut. Waschbenzin funktioniert weniger gut, reicht aber, um einen Kleberfleck schnell von einer glatten Oberfläche zu entfernen. Besonders auch dann interessant, wenn Aceton oder Verdünnung eine Oberfläche angreifen würde (viele Kunststoffe und Lacke).

Arbeitsgeräte sollten vor Aushärtung gereinigt werden. Pinsel auszuwaschen lohnt in der Regel nicht.

Produktvorstellungen

Persönlich habe ich vor allem Erfahrungen mit den Produkten von http://www.r-g.de. Von daher kann ich nur dazu etwas sagen. Das soll aber keine Werbung für diesen Lieferanten sein, es gibt zahlreiche weitere Lieferanten, die erstklassige Epoxidharze anbieten.

  • r-g Harz L: Ist ein klassisches Laminierharz, der ordentlich hart wird. Von der Konsistenz wie sehr dünnflüssiger Honig. Macht man es warm, wird es fast so flüssig wie Wasser. In Kombination mit Härter L hat man eine längere offene Zeit von 40 min. Schön, dass es auch einen schnellen Härter S gibt, der eine offene Zeit von 15min bietet. Beide werden 100:40 gemischt (Gewichtsanteile). Es gibt noch einige weitere Härter, z.B. Härter W mit 300min offener Zeit. Harz L kann als universelles Harz bezeichnet werden: laminieren, kleben oder Basis für Spachtelmassen. Die Dünnflüssigkeit kann bei diversen Klebefällen ungünstig sein. Bei porösen Materialien wie Holz z.B. kann es aus dem Klebespalt weggesaugt werden. Hier sollte man Probeverklebungen machen oder das Harz mit Füllstoffen eindicken.
  • r-g Harz HT2: Ist ein besonders UV-stabiles und recht klar-transparentes Harz. Viele normale Harze gehen ja stärker ins gelbliche, besonders die Härter. Gut geeignet, wenn man flächig mit Epoxidharz beschichtet, was folgend nicht mehr lackiert wird. Bei stärkerer UV-Belastung im Außenbereich ist es in der Regel immer sinnvoll, im Anschluss nochmal zu lackieren. Denn auch UV-stabilisierte Harze sind lange nicht so stabil, wie optimierte Klarlacke. Schon nach 2-3 Jahren könnten Epoxidharzoberfläche im Außenbereich matt sein, was die Erosion anzeigt.
  • r-g 90min Epoxy: Ein für Verklebungen optimiertes Harz. Es ist etwas zähflüssiger eingestellt und härtet etwas elastischer aus. Es kann im Verhältnis von 1:1 - 2:1 variabel gemischt werden. Persönlich hatte ich reproduzierbar Probleme, was die ordentliche Aushärtung bei 20 Grad angeht. Es sollte eigentlich nach 48 Stunden durchgehärtet sein, war es aber bei weitem nicht. Man konnte noch mit dem Fingernagel gut Abdrücke hinterlassen. Hab ich das Harz hingegen erwärmt, härtete es gut aus. Ebenso scheint es bei 20 Grad innerhalb von 10-20 Tagen noch brauchbar nachzuhärten, wird aber nie so hart, wie bei Erwärmung während der Verarbeitung.
  • r-g 30min Epoxy: Derzeit mein Favorit für Klebefälle. Es härtet nach 24 Stunden bei 20 Grad recht gut aus, wenn auch noch nicht vollständig. Es zieht aber auch schon recht schnell an, so dass Klebestellen nach 4-6 Stunden schon leicht belastbar sind und nach 40-60 Minuten auch schon nichts mehr wegläuft. Die Temperaturbelastbarkeit ist nicht so hoch, wie bei dem 90min Epoxy (60 Grad). Härtet ohne tempern nur soweit aus, dass die Fingernagelprobe noch Spuren hinterlässt. ACHTUNG: Nach meinen Tests wird das Harz deutlich weicher, wenn es über mehrere Stunden Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Hierzu habe ich auch mal eine Probe gemacht: Dünn auf einen Glasträger aufgebracht und 6 Wochen härten lassen. Die Probe dann für 24 Stunden unter Wasser getaucht. Danach war die Epoxyschicht wesentlich weicher.
  • r-g 5min Epoxy: Für Schnellreparaturen gut geeignet. Zieht in der Tat nach 5-7 Minuten zügig an und kann dann nicht mehr verarbeitet werden. Nach 20-30 Minuten schon mäßig belastbar.
  • Uhu Plus Endfest (ehemals Uhu Endfest 300): Ein universelles Klebeharz. Großer Vorteil: Bekommt man in fast jedem Baumarkt und in Bastelgeschäften. Die Qualität ist erstklassig. Der Preis ist allerdings relativ hoch (10-16 Euro für 33g Packung). Es ist fast das einzige Standard-Epoxidharz, was man in Bastelläden und Baumärkten noch bekommt.
  • JB Weld: Der Klassiker aus den USA. Mittlerweile auch vielfach in Deutschland zu beziehen. Hierbei handelt es sich um einen gefüllten Epoxidharz, der pastös ist und nicht wegläuft. Die 2 unterschiedlich gefärbten Komponenten (schwarz/grau) vereinfachen das Mischen: Man sieht, wann es gut durchmischt ist, was Anwendungsfehler vermeidet. Es gibt viele Anwendungsfälle, da sind gefüllte Harze günstiger. Mitunter braucht man aber auch transparente Verklebungen, hierfür ist JB-Weld nicht geeignet. Mittlerweile gibts auch eine schnellhärtende Variante: JB Weld Kwik.
  • Nautic Epoxydharzspachtel: Nautic hat diverse Epoxidharz-Spachtelmassen im Angebot, mit denen ich schon gute Erfahrungen gemacht habe. Die Komponenten sind auch unterschiedlich eingefärbt, so dass man sicherer das Mischergebnis sieht. Spachtelmassen haben einen hohen Grad an Füllstoffen, die sich in der Regel gut schleifen lassen.

Tipps

  • Tempern: Höchste Festigkeiten erreichen Epoxidharze oft erst dann, wenn man sie tempert. Hierdurch wird der Vernetzungsgrad erhöht. Auch steigt die Temperaturbelastbarkeit, Epoxidharz neigt nämlich dazu, bei höheren Temperaturen weich zu werden. Dieser Punkt, wo es weich wird, verschiebt sich durch Temperung stark nach oben. Konkret bedeutet tempern, dass man nach normaler Aushärtung das Bauteil nochmal für z.B. 1-2 Stunden auf 40-50 Grad bringt. Für optimale Ergebnisse wird typisch 10 Stunden nachgetempert. Beim Tempern müssen vor allem laminierte Teile verzugsfrei gelagert werden. Die Temperatur darf hier auch nur langsam hochgefahren werden. Mehr zum Thema tempern: http://www.r-g.de/wiki/Das_Tempern/Herstellung_heizbarer_Formen_und_Temperkammern
  • Viskosität: Die Viskosität von Epoxidharzen korreliert stark mit der Temperatur. Tiefe Temperaturen führen zu zähen Harzen, die sich nur schlecht verarbeiten lassen. Hohe Temperaturen sorgen für recht dünnflüssige Harze, die zum weglaufen neigen oder von saugenden Oberflächen weggesaugt werden. Je nach Anwendungsfall kann man über die Temperatur aber auch geschickt die gewünschte Eigenschaft erreichen. Bei Temperaturerhöhung muss man aber auch die erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit im Auge behalten (RGT-Regel +10 Grad verdoppelt bis vervierfacht die Reaktionsgeschwindigkeit).
  • Schnell-Epoxidharze: Seit vielen Jahren gibt es sogenannte 5-Minuten-Epoxidharze, die besonders schnell härten. Sie wurden für Schnellreparaturen entwickelt. Mittlerweile gibts auch diverse andere Zeitangaben bis 30 Minuten. Nach meinem Kenntnisstand sind diese Harze nur bedingt empfehlenswert. Sie sind vor allem nicht so langzeitstabil, altern also wesentlich stärker. Nach meinen Erfahrungen sind auch damit Verklebungen kein Problem, die 10 Jahre und länger halten. Es gibt jedoch viele Klebefälle, da will wesentlich dauerhaftere Verbindungen, z.B. bei Möbeln. Hier würde ich keine Schnell-Epoxidharze einsetzen. Die meisten schnellen Harze, die ich kenne, härten ohne Wärme auch nicht fingernagelfest aus und sind mitunter auch empfindlich gegenüber Dauerfeuchte. Werden dabei weicher und verlieren so an Kleb- und Widerstandskraft. Auch diffundiert Wasser hindurch, wodurch z.B. Stahlblech unter Epoxidharzbeschichtungen rosten kann.
  • Variable Mischungsverhältnisse: Es wird immer wieder mal behauptet, man könne durch ein anderes Mischungsverhältnis die Härte des Endproduktes beeinflussen. Das ist technisch falsch. Nahezu alle Epoxidharze brauchen ein stöchiometrisches Mischungsverhältnis, was ganz genau eingehalten werden muss. Jedes Ungleichgewicht sorgt dafür, dass eine Komponente keinen Reaktionspartner hat und diese Teile dann nicht vernetzen können. Das mindert die Qualität stark. Einige wenige Epoxidharze hingegen haben ein variables Mischungsverhältnis. Trotz unterschiedlicher Mengen kommt es hier zu einer vollständigen Vernetzung. Wenn dem so ist, wird dies im technischen Merkblatt angegeben. Ein Beispiel wäre das 90min-Epoxy von r-g, welches im Verhältnis 1:1 - 2:1 verarbeitet werden kann.
  • Kleinmengen: Kleinmengen lassen sich zur besseren Dosierung gut in z.B. 10ml Einweg-Spritzen aufbewahren. Für solche Spritzen gibt es auch Stopfen aus Kunststoff zum verschließen. Ich brauche oft Kleinmengen von 1g, wofür das dann eine gute Lösung ist. Die Lagerung in solchen Spritzen über 1 Jahr ist problemlos möglich. Auch Originalgebinde sind ja oft aus dem selben Material - PE oder PP. Allerdings sollte man lichtgeschützt aufbewahren.
  • Lagerung: Wenn möglich, etwas kühler lagern, aber nicht niedriger als 10 Grad. Sonst kann es bei verschiedenen Harzen zu einer Kristallbildung kommen. Diese Kristalle können zwar wieder aufgelöst werden, dass bedarf aber eine Erwärmung des Harzes im Wasserbad. Hierbei aufpassen: Es kann zu Gasbildung kommen, Erwärmung nur mit geöffnetem Gebinde. Für die Verarbeitung muss Harz und Härter möglichst wieder auf Zimmertemperatur erwärmt werden, weil die Komponenten bei niedrigen Temperaturen wesentlich zähflüssiger werden.
  • Überlagerung: Viele Epoxidharze sollten lt. Hersteller nur 2-3 Jahre verwendet werden. In aller Regel verhalten sich Epoxidharze mit deutlicher Überlagerung aber noch sehr gutmütig. Ich hab schon mit 10 Jahre alten Harzen gearbeitet, bei denen ich keinen Qualitätsverlust wahrnehmen konnte. Lediglich die Härter verfärben sich gerne stärker ins gelbliche, wenn man länger lagert.
  • Ähnliche Produkte: Nach Aussage eines Lieferanten, gibt es weltweit gar nicht so viele Hersteller von Epoxidharzen, so dass zahlreiche Lieferanten mit Eigenmarken eigentlich vom selben Hersteller kaufen. Auch die Innovation in diesem Bereich ist nicht sonderlich hoch, in den letzten 30 Jahren habe ich nur wenig Entwicklung in diesem Sektor beobachtet. In der letzten Zeit wurden aber einige problematische Stoffe in vielen Harzen ersetzt, z.B. Nonylphenol, Benzylalkohol und DETA.

Lieferanten Epoxidharze

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